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Gießener AnMW

AWge- und Amisdiatt für kn Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition r Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

cn Pacing.

^**£<***t*4v* bitten wir bis spätestens Vormittags II Uhr an uns gelangen zu lassen. Größere Inserate selbstverstandlig früher.

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Gießen, am 1. Mai 1876.

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kong beorderten Kriegsschiffe abzuwarten.

Berlin, 1- Mai. Der Postanweisung - Verkehr Deutschlands hat so schreibt derDeutsche Reichs-Anz." nunmehr denjenigen Englands über­holt. Im Jahre 1874 besorgte die deutsche Post 19 Mill. Stück Postcmwei- sangen "im Betrage von 765 Mill. Mark; die britische Post dagegen 16 Mill. Stück im Betrage von 520 Mill. Mark. Im Jahre 1875 ist der deutsche Postanweisung« -Verkehr auf 23 Mill. Stück mit 1238 Mill. Mark (also Vorstand. Milliarde) gestiegen. Die Zahlen aus Großbritannien liegen für 1875 noch nicht vor. Der deutsche Tarif ist erheblich billiger als der britische.

Nachrichten aus Nom bezeichnen den Zustand des Cardinals Anto­nelli als einen hoffnungslosen. Die Geschäfte seine- Ressorts sind dem Cardi­nal Vannicelli-Casoni, Erzbischof von Ferrara, Pro-Datar des Papstes, über-

Betreffend: Statistik der Bewegung der Bevölkerung. ~

Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und Pfarrämter des Kreises.

Diejenigen von Ihnen, welche mit Einsendung der rubricirten Register noch im Rückstände sind, erinnern wir wiederholt an die Erledigung.

v. Röder.

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Mnkhtar Pascha von den Insurgenten bei Presjeka cernirt.

Paris, 1. Mai. Die hervorragenderen Vertreter der französischen In­haber von ägyptischen Obligationen hielten heute eine Conferenz zur Beratbung über die Vorschläge deS Khedive. DemMessager de Paris" zufolge würden letztere voraussichtlich angenommen werden und der Khedive hiervon Abends telegraphische Meldung nach Kairo erhalten. Der Khedive soll den Wunsch geäußert haben, daß für die später zu ernennende Commission zur Ueber- wachung der ägytischen Staatsschuld außer dem französischen resp. englischen und italienischen Commissär auch ein österreichischer bestellt werde.

Paris, 1. Mai. Die ultramontanen Blätter speculiren seit Jahr und Tag auf einen europäischen Krieg ; ebenso die Polen, welche Frankreich in histo­rischen und politischen Tendenzschriften belehren, daß es nothwendig nächstens zu einem Kriege Aller gegen Alle, zunächst zwischen Rußland und Oesterreich, hauptsächlich aber zwischen dem einen oder anderen und vielleicht beiden mit Deutschland kommen werde und müsse, natürlich alle- zum Heile der Kirche und zur Herstellung Polens aus Kosten der drei Theilungsmächte. Neulich noch wies dieUnion" voll Jubel auf die Türkei hin, mit der es jetzt zu Ende gehe; jetzt aber bringt dasUnivers" eine Betrachtung, die so anhebt:Die lange vorbereitete orientalische Frage ist endlich offen- Darf man den uns zu- gehenden Nachrichten glauben, so ist Oesterreich in dieselbe eingetreten; der Schritt, den es jetzt macht, ist seit Monaten erwogen, es scheint unklar, eine Schlinge zu wittern" . . ., und so schließt:Wie man sttht, fing das Zünd­hölzchen Feuer, warten wir jetzt die Feuersbrunst ab." Würden die Commu- nards anders schreiben, wenn sie Organe zur Verfügung hätten?

Pari-, 2. Mai Eine Meldung derAgence Havas" aus Raguia vom 1. Mai bestreitet, daß die Verproviantirung von Niksic in der von den ttrkischen Berichten behaupteten Weife stattgefunden habe, und berichtet darüber folgendes: Mukhtar Pascha kam am Freitag unter fortwährenden Gefechten = tiit den Insurgenten in Presjeka an; in der nächsten Nacht brachen darauf i 5D0 Einwohner von Niksic auf und trugen auf ihren Schultern die von > Mukhtar bei seiner früheren mißglückten Expedition in Presjeka zurückgelassenen ; Provmnt-Vorräthe nach Niksic herein. Am Sonnabend griff Mukhtar die Jn- sirgenten wieder an, eroberte zwar zunächst die Verschanzung der Letzteren,

Wiesbaden, 2. Mat. Bei der gestrigen Gala-Tafel zu Ehren des Königs und der Königin der Belgier nahmen 24 fürstliche Personen Theil. Dieselben besuchten nachher das Theater. Der Kaiser hat für Caub nochmals 1000, für Rüdeeheim 500 Mark gespendet. Die hiesigen Wohlthätigkeits- Anstalten liefern reichliche Unterstützungen. Einer Meldung desRhein. Kur." zufolge steht die Ernennung des Ministerial-Direktors Stark zum hessischen Minister-Präsidenten bevor.

Wien, 1. Mai. Auf Einladung der Kaiser von Deutschland und Ruß­land geht demnächst Graf Andrassy nach Berlin, um mit Bismarck und Gort- schakoff zu conferiren. Hofrath Teschendorf begleitet ihn.

Ararrkreich.

Paris, 29. April. Einer Depesche aus Brest zufolge ging zwischen le Conquet und der Insel Quessant das den Dienst versehende Postschiff gestern um 4 Uhr unter. Von achtzig Personen an Bord wurden nur drei gerettet.

Paris, 30. April. Frankreich soll, lautBien Public", einen Congreß der Großmächte zur Ordnung der orientalischen Frage, der in Berlin zusam­mentreten solle, vorgeschlagen und die deutsche Regierung diesen Vorschlag unter der Bedingung angenommen haben, daß man sich ausschließlich auf diese Ange­legenheit beschränke. Der Schatz der exköniglichen Familie von Hannover ist nach Paris gebracht worden, wo der Exkönig endgültig seinen Wohnsitz nehmen wird.

Paris, 1. Mai, Abends. Nach einer Depesche deSSiöcle" wäre

ie übrigen in b«

... Berlin, 30. April. Correspondenzen deutscher Zeitungen, welche mit

U letzten Post aus Hongkong eingetroffen sind, geben der Ungeduld Ausdruck,

'r!,eur wnw unjeie fcort ansässigen Landsleute den weiteren Schritten der Reichs ___________regierung in der Angelegenheit des deutschen SchooncrsAnna" entgegensehen.

Wie erinnerlich, ist der Capitän und Steuermann des Schiffes durch die chine- sssche Mannschaft ermordet und das Schiff nebst Ladung verkauft oder zerstört worden. Da die chinesische Regierung weder die Mörder ausfindig gemacht,

I it H roch Entschädigung geleistet hat, die in den chinesischen Gewässern befindlichen ( (( II L| Kriegsschiffe aber, die CorvetteAriadne" und das KanonenbootCyclop", mcht hinreichen, die erforderliche Genugthuung eventuell gegen die chinesische Regierung durch einen Angriff auf die Küste, an der der erwähnte Mord ver­übt worden ist, zu erzwingen, so bleibt das Eintreffen der übrigen nach Hong-

tragen worden.

Berlin, 2 Mai. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Nach Vereidigung 1 mehrerer neu eingetretener Mitglieder, wobei der nordschleswigsche Deputirte Lassen den Erd verweigerte und sein Mandat niederlegte, folgte die dritte Be- nrthung der Eisenbahn-Vorlage. Die Abg. Hänel und Windthorst (Meppen) sprechen gegen die Vorlage, Ersterer weil dieselbe unwirthschaftlich und unpoli- 1 tisch sei, Letzterer, weil sie die Selbstständigkeit der Einzel-Staaten beschränke , und gegen das Princip der Freiheit verstoße. v. Sybel und Löwe nehmen binnen 3°'^das Wort für die Vorlage, die nirgends die Freiheit gefährde und in nationaler Vie in wirthschaftlicher Beziehung nur Vortheile biete. Damit wird die Gencral- Debatte geschlosselk. In der Special-Debatte sprechen Windthorst (Bielefeld) 11 gegen, Lasker für die Vorlage und für die von ihm beantragte Resolution, die nnfllPII Regierung aufzufordern, mit Uebertragung der preußischen Bahnen an das

( UH" 1 Keich auch alle Bahn-Aufsichtsrechte an das Reich zu übertragen. Der Handels-

Minister Achenbach erklärt sich mit der Resolution einverstanden. Schluß der Special-Debatte. Bei der darauf vorgenommenen Abstimmung wurde § 1 unter der von Lasker beantragten Streichung der Worte:fei es, daß die Be- sugnisse des Staates auf Gesetz, Concession oder Vertrag beruhen," sowie die Lasker'sche Resolution (siehe oben) angenommen und das ganze Gesetz in namentlicher Abstimmung mit 216 gegen 160 Stimmen genehmigt.

Wiesbaden, 1. Mai. Heute Vormittag um 11 Uhr ist die belgische Königs-Familie hier angekommen und am Bahnhofe von sämmtlichen hier an­wesenden Fürstlichkeiten empfangen worden. Heute Abend findet großes Diner |u Ehren der belgischen Majestäten statt. Nach der Ankunft des Königs der Belgier begab sich der Kaiser in Begleitung des Großherzogs und der Groß­herzogin von Baden nach Caub; dieselben werden mit der Kaiserin zusammen- trtffen und gemeinschaftlich in Lorch diniren, worauf die Kaiserin nach Coblenz Wd bte andern Herrschaften nach Wiesbaden zurückkehren. Auf dem Bahnho zu RüdeSbeim nahm der Kaiser vom dortigen Bürgermeister Bericht über den estrigen Unglücksfall entgegen, welcher sich als sehr bedeutend herausstellt; die 3'hl der Todten beläuft sich auf mindestens 25, meisten« Personen aus Rüdes- ^im, Bingen und Geisenheim.