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Meßmer Htnzeiger
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Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
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Lokal-Seotiz.
dem Schutze Rußlands seine berechtigten Ansprüche geltend machen, so stehe ihm dieser Schutz zur Seite, aber weder serbische Königskronen, noch wüste Agitationen, die alle factischm Verhältnisse und Beziehungen außer Acht lassen, hätten etwas mit Dem zu thun, was Rußland vertrete. Der serbische Präsident Marinovics überbringt die Versicherung des Fürsten Milan, daß Serbien ich der russischen Anschauung unterordnen werde.
Deutschland.
Darmstadt 30. Novbr. Die Nr. 48 des Großherzoglichen Regierungs blatts hat folgenden Inhalt:
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz, die Zu- theilung der Gemeinde Vöckelsbach zu dem Standesamtsbezirk Kreidach belr.
2. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Worms, die Erhebung einer Umlage von den zum israelitischen Friedhoss-Verbande Dalsheim gehörigen Israeliten betreffend.
3. Abwesenheitserklärung.
4. Namensveränderungen. <
5. Dienstnachrichten. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- ' gnädigst geruht: am 6. Novbr. dem Schulverwalter Adam Vogel aus Semd ; die 1. Gemeinde-Schulstelle zu Heppenheim a. d. W. zu übertragen; am. 7. Novbr. den Districtseinnehmer der Diftrictseinnehmerei Offenbach II, Konrad Reh, in gleicher widerruflicher DicnsteigensHast in die Districtseinnehmerei Offenbach I, den Districtseinnehmer der Diftrictseinnehmerei Altenschlirf, Emil Schmidt, in gleicher widerruflicher Dienstcigenschast in die Diftrictseinnehmerei Offenbach II, den Districtseinnehmer der Diftrictseinnehmerei Beerfelden, Jo- Hannes Fischer, in gleicher widerruflicher Dtensteigenschaft in die Districtsein- nehmerei Lich, den Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Reichelsheim, Wilhelm Hunsinger, in gleicher widerruflicher Diensteigenschaft in die Distrikts- ernnehmedei Nidda, zu versetzen; an deins. Tage den Finanzaspiranteu Johannes Wacker aus Lauterbach zum Districtseinnehmer der Diftrictseinnehmerei Lampertheim, den Hauptsteueramtsasfistenten 2 Klaffe bei dem Hauptsteuerämre Offenbach, I. Müller, zum Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Beerfelden, den Finanzaspiranteu E- Büttel aus Grünberg zum Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Reichelsheim, den Finanzaspiranteu Rud. Dersch auS Ortenberg zum Districtseinnehmer der Districtseinnehmerei Altenschlirf, den charakterisirten Kreis- bauaufser Wilhelm Geyer aus Beffungen zum Kreisbauausseher bei dem Kreisbauamt Darmstadt, auf Widerruf zu ernennen; an dems. Tage dem evang. Pfarrer Karl Schaffnit von Georgenhausen die evang. Pfarrstelle zu Messel, am 9. Novbr. den Schullehrer Friedrich Kaltenborn zu Oppershofen, Philipp Orth zu Groß-Umstadt, dem Schulverwalter Ehrhard Gaß aus Glashütten, Lehrerstellen an den städtischen Schulen zu Darmstadt, dem Schullehrer Ludwig Darmstädter zu Rodau die Gemeinde-Schulstelle zu Rohrbach, am 10. Novbr. dem Schullehrer Martin Ruppert zu Wickstadt, dermalen zu Ober-Wöllstadt, die 2. Gemeinde-Schulstelle zu Ilbenstadt zu übertragen; an dems. Tage den von der verw. Gräfin zu Erbach-Fürstenau auf die 3. Mädchen-Schulstelle zu Beerselden präsentirteu Schulverwalter Georg Heinrich Keil aus Ettingshausen für diese Stelle zu bestätigen.
6 Charakterertheilungen.
7. Dienstentlassung. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnä- digst geruht: am 16. Novbr. den Bauaufseher Johannes Stein zu Groß- Gerau aus dem Dienste zu entlasten. ,
8. Versetzung in den Ruhestand. Se. Konrgl. Hohelt der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 11. Novbr. den Forstwarten der Forstwartei Heide, Förster Philipp Vöglin, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste in den Ruhestand zu versetzen.
9. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die 1. Knaben-iLchulstelle zu Ober-Roden mit einem Gehalte von 875 Mk. 14 Pfg.; zwei Lehrerinnenstellen an den städtischen Schulen zu Darmstadt mit einem Gehalte von 1115 Mk.; die Gemeinde-Schulstelle zu Rüddiugshauseu mit einem Gehalte von 685 Mk. 71 Pfg. • die Gemeinde-Schulstelle zu Stemheim mit einem jährlichen Gehalte von 685 Mk. 71 Pfg.; die Gemeinde-Schulstelle zu Wimpfen im Th. mit einem Gehalte von 857 Mk. 14 Pf. w s
Das Großh. Regierungsblatt Nr. 49 enthält bie Instruction zur Aus- sührung des Gesetzes vom 28. August 1871, die Zusammenlegung der Grundstücke, Thnlbarkeit der Parcellen und Feldwegeanlagen betreffend.
Berlin, 30. November. Der Straf-Senat des königl. Obertribunals hat das verurtheilende Erkenntniß des Appellationsgerichts zu Magdeburg gegen die Gründer der Ludenburger Maschinen-Fabrik wegen eines vorgekommenen Formfehlers vernichtet und die Sache zur anderweitigen Entscheidung an das Appellationsgericht zu Halberstadt verwiesen.
5mK Wenden wir uns zu dem II. Thetle des Jahresberichtes, so behandelt der haupt- lich den Geschäftsverkehr in unserer Stadt. Wir lassen denselben, weil doch von größerem Interesse, hier im Ganzen folgen: Tabak- und Cigarrenfabrlkation. Die allgemeine Lage war im vergangenen Jahre eine ähnliche, wie wir sie iw^ vorhergehenden geschildert haben. Viele zur Cigarrenfabrikatlon erforderliche Tabaksorten, namentlich. Decktabake, waren in nicht genügender Auswahl vorhanden und mußten in Folge dessen theuer bezahlt werden, dagegen hielt es schwer für das Fabrikat die entsprechenden Preise zu erzielen, da die Zeilverhältnisse ein Hohergehen mcht begünsttgten-
Den von den Vertretern dieser Branche ix Betreff der Zollfrage ausgesprochenen, bereits in unserem vorjährigen Bcnckte erwähnten Wünschen rst bis letzt noch nicht Rechnung getragen worden und bestehen dieselben unverändert fort.
Textilindustrie und deren Erzeugnisse. Auch das Jahr 1875 war für diese Branche ein sehr unerfreuliches; die Flaue des Vorjahres setztesich nicht allein fmt, sondern überbot dasselbe noch in ihrer Intensität dadurch, daß sie sich über alle Absatzgebiete ziemlich gleichmäßig ausdehnte; - es kamen auch die foitwährend sinkenden Preise der Materialien hinzu, welche die stark angesüllten LVaarenlager rn iprem Werthe reducirten, vielfach Veranlassung gaben, unter der Eonjunctur entsprechenden Preisen zu verkaufen, und dem soliden Geschäfte neben seiner ohnehin ungünstigen Lage noch weiter hemmend in den Weg traten. , .
Gleichwohl ist die Lage der Arbeiter in unserm Bezirk und den benachbarten Districten eine sehr günstige geblieben, da diese ohne Lohnreducttonen bis jetzt vollauf beschaff ^btteben^ sind.^ Jahr- 1876 waren schon keine günstigen, eine Besserung steht nur dann zu erwarten, wenn sich eine allgemeine Rückkehr des Vertrauens unb eine Ausgleichung der Ausschreitungen der Vorjahre vollzogen haben wird.
(Fortsetzung folgt.)
Gießen, 1. Dec. Jahresbericht der hiesigen Handelskammer pro 1878.
(Fortsetzung.)
Wir veranlaßten hierauf eine Sitzung des Lokalkomitö's, welcher außer mehreren anderen auswärtigen Interessenten auch ein Vertreter des Gladenbacher ComtteS anwohnte und wurde in derselben der Beschluß gefaßt, das letztere zu veranlassen, daß es zur Beseitigung seiner ungünstigeren Stellung dem Laaspher Comrte gegenüber sämmtliche Interessenten für die Linie Altenhundem-Gladenbach-Kinzenbach zur Zetchlmng von Beiträgen für deren Erbauung aufforöeie, dessen Ausführung der anwesende Vertreter von Gladenbach übernahm. Von diesen Beschlüssen des Comitö's wurde Groß- herzoglichem Ministerium Bericht erstattet; wir sind jedock bis jetzt nicht m der Lage, weitere Mittheilungen über die Angelegenheit machen zu können, hoffen aber, daß die ien- eitigen Bestrebungen zu einem gedeihlichen Ziel weiter geführt werden, nachdem dles- eits das Wünschenswerthe erreicht worden, und daß die Großherzogltche Reglerung mit dem Königlich Preußischen Ministerium die erforde, licken Vereinbarungen, welche geeignet sind, eine für die Interessen Gießens, des gefammten Großherzogthums und des preußischen Hinterlandes befriedigende Lösung dieser so hochwichtrgen Frage herbeizu- iU^tCne)t8a6nrd)ifffn6rt. Eine Petition des Handelsoereins zu Wetzlar, welche bei dem Königl. Preußischen Handelsministerium die. gleichmäßige Durchführung einer Verbesserung der Lahnschifffahrt von der Mündung bis nack Wetzlar befürwortet^ veranlaßte uns, dieses Project zu unterstützen und für dessen Durchführung brs nach Gießen zu wirken. Auf unsere Anfrage an Großherzogl. Kreisbauamt Güßen tbeilte uns diese Behörde mit, daß in Folge des im Jahr 1844 bezüglich der Schiffbarmachung der Lahn zwischen Preußen, Hessen und Nassau aboeschlossenen Vertrags auf der hessischen Strecke des Flusses in den Jahren 1847 — 1854 alle zur Erreichung einer Wasser tiefe von 3 Preuß. Fuß beim niedrigsten Stand erforderlichen Regulrrungs- arbeiten mit durchgängigem Erfolge vorgenommen worden, und vom Jahre 1854 an die vahn von Gießen bis Wetzlar auch bei kleinem Wasserstande, von da ab allerdings auf vielen Strecken nur bet Mittelwasser, schiffbar gewesen sei. Wenn nun auch in Folge davon, daß der Schifffahrtsverkehr zwischen Gießen und Wetzlarvom Jahre 1862 ab nack der Eröffnung der Deutz-Gießener Eisenbahn, ganz aufgehort habe, kein Anlaß mehr vorhanden gewesen sei, auf die Erhaltung der Wassertiefen Kosten zu verwenden und man sich daher auf diejenige der bestehenden Uferbauwerke und Durchstiche, sowie der Lempsadsbrücken beschränkt habe, so beständen die fetzigen Schlfffahrts- hinderniffe doch nur aus zufälligen Ablagerungen, wie sie den Verlauf des Eisgangs und der Fluthen alljährlich auch in den bestregulirten Strecken mit sich bringe, welche sich btt einer Wiedeiauflebung der Schifffahrt leicht beseittaen lassen würden; bet mäßigem Wasserstande sei die hessische Strecke, sowie die preußische bis Wetzlar noch . jetzt durchaus schiffbar. Mit dem Handelsverein in Wetzlar traten wir nun m Ver- , binbung und wählten aus unserer Mitte eine Commission, welche sich persönlich mit ersterem über die Ergreifung weiterer zur Förderung dieser Angelegenhett dienlicher Maßregeln benehmen sollte. Da indeß nach bem Inhalte der uns inzwischen zugekommenen Antwort des Königl. Preußischen Handelsministeriums auf bte Petition des Wetzlarer Handelsvereins, daß die ausgesprochenen Wünsche in Erwägung gezogen werde» sollten im Uebrigen zur Zeit noch kein Entscheid getroffen werden könne, die Sache vorläufig zu einem gewissen Abschluß gelangt zu sein schien, so glaubten wir vorerst von b<r Ergreifung weiterer Maßregeln abstehen zu sollen.
Die Vortheile, welche den betreffenden Landestherlen durch Schiffbarmachung der Lahn zu Gute kommen würden, die Hebung des Handels und des Verkehrs insbesondere dadurch, daß die Rubrschiffe mit Kohlen beladen die Lahn herauf und mit Eisensteinen als Rückfracht nach der Ruhr zmückfahren könnten, sind in die Augen springend, und geben wir uns der Hoffnung hin, daß diese für die Jnteresienten fo lochwicktige Frage einer baldigen befriedigenden Lösung entgegengesuhrt werde.
Zu dem Passus betr. OeffentUchc Lasten und Abgaben bemerkt der Bericht: Unsere in Uebereinstimmung mit sämmtlichen Handels- und Gewerbtreibenden unserer Stadt schon oft ausgesprochenen Wünsche auf Beseitigung be^ Octrois müssen wir dieses Mal wiederholen; leider scheint es, als ob deren Verwilklichung noch m weiter
Dänemark.
Kovenbaaen, 30. November. Eine königl. Entschließung gexehnngte die Ausdehnung der ReichStags-Session um zwei Monate länger alt daS Grund- Gesetz festsetzt. Die Session wird demnach bi8 zum 2. Februar dauern.
Nußland.
Petersbura 30. November. Gutem Vernehmen nach ist dem Fürsten Milan g-g-uüb-r von hier aus mehrfach daraus verwiesen worden. daß wie die Dinae sich auch aestalten mögen, Rußland nicht daran denke, den Plänen gechisier panslavistischer Agitatoren Vorschub zu leisten. Wolle «Lerbien unter,


