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i Warf 60 Pfennig.

Gießener Anzeiger.

arfd.«bz thflli*, mit <*. nine Montags.

Expedit,en: (Senilcibtre, 8lt ® Nr. I.

Wrzeige- und ^(mlsßfafi für den Kreis Hießen.

M». I-T8.__ Mittwoch den 30. Juni I8-S.

Amtlicher T st e i t.

Bekanntmachung, betreffend die Hundswutb.

Nach einer Mittheilung des Königlich Preußischen Landrathsamts in Kirchhain ist in Roßdorf ein von einem tollen Hunde gebistenes Kind an der Tollwuth gestorben, und sind sämmtliche Hunde in Roßdorf bis auf zwei getödtet, in der benachbarten Gemeinde Holzhausen dagegen eingesperrt worden. Einer der cingesperrten Hnnde, männlichen Geschlechts, von grauer Farbe mit schwarzen Streifen, ist am 21. l. Mts. entlaufen und hat seine Richtung nach dem Gr. Hessischen Gebiete genommen.

Ein herrenloser Hund, aus welchen obige Beschrelbllng paßt, wurde am 21. I. Mts in Grünberg eingesangen, und nachdem er unter den Zeichen der Tollwuth verendet, sectrt, wobei em hoher Grad von Wahrscheinlichkeit für die Annahme confiatirt wurde, daß der fragliche Hund toll gewesen fei.

Indem wir dieses mit der dringenden Mahnung zur Vorsicht zur Kenntniß des Publikums bringen, verordnen wir zugleich auf Grund des Art. 261 des Polizcistrasgejetzes, daß in sämmtlicheu vormals zum Kreise Grünberg gehörigen Orten unseres Kreises, sowie in Lollar, Mainzlar, Daubringen. e taufen» berg, Treis a. d. Lda. und Allendorf a. d. Lda. biS aus Weiteres sämmtliche Hunde auf den Hofraitben in sicherer Verwahrung zu halten sind.

Ausnahmen sind nur gestaltet, wenn Hunde mit einem das Beißen vollständig verhindernden Maulkorbe versehen sind.

Zugleich wird auf die Art 259 und 260 des Polizist lafgesetzes hm gewiesen, wonach der PolizeiverwaltungSbehörde alsbald Anzeige zu machen ist, wenn bei einem Hunde Anzeigen der Tollwuth beobachtet werden, oder ein Hnild von einem der Tollwuth verdächtigen Hunde gebissen worden ist.

Die Gr. Bürgermeistereien der oben genannten Gemeinden haben diese Bekanntmachung sofort ailch noch durch die Schelle zur öffentlichen Kenntniß zu bringen und bereu strenge Befolgung zu überwachen.

Gießen, den 28. Juni 1875. Großherzogliche- Kreisamt Gießen.

v. Röder.

B e k a n u t m a ch u n g,

betreffend den Remonte^Ankanf pro 1873.

Bickenbach, Groß-Gerau, Goddelau, Gernsheim,

24. Juli in

26. ,

27.

28.

den

#/

Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei und ausnahmsweise vier und fünf Jahren, sind im Bereich des Großherzogthnms Heffen für dieses^ Jahr nachstehende, Morgens um 8 Uhr beginnende Märkte anberaumt worden und zwar:

in Alsfeld,

Nidda,

Nieder-Wöllstadt, Groß Umstadt,

den 8. Juli

17.

19 ,, 22.

ferner noch ein Nachmittags 2 Uhr beginnender Markt

den 22. Juli in Bieberau.

Die von der Militär-Commission eifauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und gegen Quittung sofort baar bezahlt.

Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der sämmtlicheu Unkosten zurückzunehmen, auch sind Krippensctzer vom Kaufe ausgeschlossen. Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauftem Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß > nd Ringen versehen, eine starke Kops, alster von Leder ober Hans mit zwei minbestens zwei Meter langen, starken Hanfstricken ohne besonbere Vergütung mitzugeben.

Berlin, ben 8. März 1875.

Kriegs * Ministerium, Abtheilung für bas Remonte - Wesen.

gez. von Schön. gez. von K l ü b er.

Gießen, ben 28. Juni 1875.

Das Großherzogliche Rentamt Gießen

an sämmtliche Großsierzvqliche Bürgermeistereien des Bezirks.

Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden durch die Schelle bekannt machen zu lasten, daß die Ende Juni l. I. fälligen Holzgelder bis zum 15. nächsten Monats ohne Kosten hierher bezahlt werden können.

L Y n ck e r.

politischer Theit.

Deutschland.

Berlin, 26. Juni. Ans Brünn, 24. Juni, berichtet man der .Press," : Jpcute Abend fiudei wieder eine Versammlung der gaBtifanttn statt, bei welcher Alle zum vollzähligen Erscheinen ausgesordert werden. Die Spinnereibefitzer, dw alle sorlarbeiten, aber bei Fortdauer des Sirikes bald zahIieiche^Aibcitei- entlafsungen vornehmen müsten, constatiren bisher keine feindliche Stimmung der Spinner gegen die Weber. Mehrere Arbeiter waren bei dem Staatsan­walt , der sie mit ihren Beschwerden gegen das Vorgehen der Fabrikanten an die Polizeibebörde wie», wohin sie auch gegangen sind. Heute Mittag begibt sich eine Arbeiter-Deputation zu Hofrath Winkler, dem Stellvertreter des Ctall- haltcrs, denselben um Einschränkung der zahlreichen Ausweisungen jener Arbeiter zu bitten, die sich tadellos aufführen.

Fulda, 25. Juni. Heute fand vor dem hiesigen Polizeegerichle die letzte Verhandlung gegen jene Angeklagten statt, welche für die katholischen Geistlichen, denen das Gehalt gesperrt worden, Veld - Unterstützungen gesammelt hallen. Das Gericht sprach dieselben von der gegen sie auf Grund der Regierung-- * Verordnung vom 5. Februar 1874 erhobenen Anklage wegen Mangels an ge. nügendem Beweise frei. Die Ministerien des Innern und des Cultus haben unterm 19. v. Mts. die Verfügung erlaffen, daß die Israeliten der vormals bayerifcken Gemeinden fortan von dem seither von ihiien an d,e dortigen Pfar­rer zii entrichtenden sog. Neiahrs-G-lde befreit sein sollen.

Hadamar, 25. Juni. Gestern beschäftigte da- Polizeizericht -ine An­klage gegen den Caplan Diefenbach dahier. Derselbe war beschuldigt, seit Herbst vorigen Jahres in der durch die Krankheit des Pfarrers Seibel verwaisten Pfarrei Nieder-Hadamar in etwa 40 Fällen unbefugt geistliche Amtshandlungen

vorgenommen zu haben. Das Gericht nahm 17 Fälle al- erwiesen an und verurteilte ben Beschulbigten zu 51 Mark Gelbbuße, bezw. 17 Tagen Gesäng- mßstrase unb in tie Kosten. (Rh. K)

Metz, 23. Ium. DerNat.-Ztg." schreibt man von hier: Auf eigen- tbümlute Welle würbe man hier der Person eines von einem französischen Polizel-Comlmstär specicll gelungenen SpionS habhaft. Ein nach Mainz adres- sirter, aber wegen Unbestellbarkeit baselbst hierher znrückgekommener Brief wurde vorschriftsmäßig, um bie Person des Absenders zu ermitteln, geöffnet. Er enthielt 250 Franken mit einem Schreiben des genannten Polizei-Commistärs an einen gewisten L. aus Lothringen. In demselben wurde L. ausgesordert, sich nach Mainz zu begeben, sich dort zu etabliren, zu heirathen rc. und dem Absender regelmäßige unb genaue Berichte über den Stand und die Bewegun­gen der Truppen in Mainz sowie über die dortigen Festungswerke zu erstatten. Als Lohn würden ihm, wie bisher, monatlich 250 Franken übersandt. Die beigeschlossene Summe trug diesen Charakter. Als ter gedungene Spion L. diesen Dries auf der hiesigen Post-Anstalt abholen wollte, wurde er sofort sestgenom- men und dem Untersuchungs Gerichte übergeben. Voraussichtlich wird diese Sache vor das Kriegsgericht zu Straßburg zur Verhandlung verwiesen werden.

flefteureid).

Wien, 26. Juni. Die WienerPresse" vom 24. d. MtS. schreibt: Wie aus Kairo gemeldet wird, beabsichtigt der Khedive, sich schon nächstens mit seinem Minister des Äeußern, Nubar Pascha, nach Konstantinopel zu be­geben, um dort durch denselben eine in der Schwebe befindliche wichtige diplo­matische Angelegenheit ordnen zu lasten. Ueber das Wesen der letzteren erfah­ren wir aus sicherer Duelle Folgendes: Im Herbst vorigen Jahres ist ein