Gießener Anzeiger
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.
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Das Reichs - Justizamt und dos
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in der Gesetzgebung nicht vorhanden und für den Strafvollzug nur die
qeblich erzwuu- Individualität ves LhäterS, nicht die That entscheidend sei. tl6,vun QQ Wfin 9aäFpt hat aeüern
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Machtstellung nach dem äußeren Siege zu
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Deutschland.
Mainz, 26. April. Nack dem bischöflichen Organ »Meier deut, den Besuch de« Minister - Präsidenten Hofmann
__ »er Ä..zeH'Hie Monate Mai und Ann. ersuchen wir be, den zunächst gelegenen Post
C|lClllin^Cll anstaltelt gtst. baldigst machen zu
wieder in's Gesängniß abgefübrt. ,
Bonn 25. April. In diesen Tagen verläßt em Scknstchen des be- fannten demfchen Theologen. Prof. Michelis, des unermüdlichen Vorkämpfers für den AltkalholicismuS im badischen Lande, die Preffc, auf welches wir o»tden, dem es um die Würdigung unserer nationalen Stellung zu dem Kampfe der römischen Hierarchie wider den constitutionellen ötaat zu thun ist, ansmerk- sam macken. Dasielbe führ, den Titel: Eine katholische Antwort auf dipäpstliche Encyklica vom 5. Februar." (Bonn, P. Neuster, 1875.) Es ist der 0. V. C. gestalte,, Einsicht in das Werkchen zu nehmen, welches in Form eines offene» Brieses an den heil. Vater in inhaltreicher Kürze die vattcamstben .'mmaßunqen vom sittlichen und politischen Standpunkte schlagend widerlegt. d»i Gegensatz >u dem päpstlichen Manifest ist die Haltung dieses Schreibens durchaus versöhnlich und würdevoll. Statt der Schmähung.» enthalt dasselbe den Ausdruck des schmerzlichen Bedauerns, daß die Curie sich zu schrei tun- 3en, u'ic die letzte Encyklica und die Erklärung des Dogmas der Unfehlbarkeit, bat binreißen lasten. Der Vcrfaster bekennt sich mit Wärme zum Papstthum, freilich nur zu dem Papstthum, welches den Anforderungen einer voraiige- schrittenen Zeit entspricht und nicht, wie das unfehlbare, jede geistige Eklbst- tbatiafeit der Katboliken despotisch unterdrückt. Auch gibt er in ächt christlicher Milde noch der Hoffnung Raum, daß der Papst den Pfad des JrrthumS ver- lasten und am Schluffe seines Lebens die freie Verfassung der Kirche und die volle Mündigkeit der Gläubigen wieder als zu Recht bestehend anerfenecn werde. Zu dieser Hoffnung glaubt sich Michelis durch die Lergangenheit Pius' IX berechtigt, der noch im Jahre 1847 den Schweizern die Versicherung ^qc'vui, „daß ie Kirche keinen Anstand nehmen werte, auf ihre Fahnen tie herrliche und erhabene Jnswrift der Duldung und der Freiheit zu zeichnen,
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— Ans Posen wird vom 27. April gemeldet: Das hiesige krn»g-nckt hat beim Staatsanwalt- de» Antrag gestellt, in di- Entlastung der D-cane Pawlowski und Keßler aus der Haft zu willigen, von denen der erstne sich bereits acht, der letzter- s-chs Wochen ,m Gefängniß befindet. Der Staatsanwalt beantragte, daß die genannten Herren, wenn sie sich bei einer nochmaligen Vernehmung weigern, in der Delegaten.Angelegenheit eine Aussage zu machen, auch fernerhin im Gefängnisie zuruckgehalten werden. Da die gestern vernommenen Deeane bei ihrer früheren Weigerung verharrten, wurden sie auch
Berlin, 28. April. Der Abg. Lasker hat gestern seine erste Ausfahrt mit gutem Erfolge unternommen und in den letzten Tagen einzelne College», wie Virchow, Miquel, Ludwig Bamberger, bei sich empfangen. Er gedenkt in etwa 10 Tagen sich nach Freiburg i Br. z» begeben.
— Am Bußtage fand in Moabit ein arger E;ceß statt, bei welchem Lol- date» vom Garde-FüsilierMegiment betheiligt waren und Schutzleute angegriffen batten Um di- Ere-d-nten zu ermitteln, wurde Kasernenarrest über daS ganze Regiment v-ihängt und mit aller Strenge durchgesührt. Gestern sind ,n Fvlge desten vier Füsiliere von der 8. Compagnie als Thäter ermittelt und in den
fienal« Direktors Frhrn. v. Starck.
Daffelbe Blatt hatte bekanntlich vor einigen Tagen die an.
aene Abreise der Ei'gliscken Fräiil-in in Büdesheim mit dem Kindeimord des Herode« verglicken. Tas Kreisam, Buige» ha, demselben nun folgend« amt-
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Professor $jfD.
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litfcc Erklärung gesandt
Amtliche Erklärung füglich des Artikel« im „Mainzer Journal" Nr. 94, de dato Bmgen den 22. April und Büdesbeim den 22. April.
Die Englischen Fräulein in Büdesheim sind nicht aus gewiesen^ worden. ES stand denselben vollkommen frei, in BüdeShetm außerhalb des Lchul. Hauses wohnen zu bleiben, so lange sie wollten.
€ic b^en daher auch nicht „auf strengen Befehl des Kreisamts Bingen die Oemeibc Büdesheim verlassen müssen."
Bereits am 1 März 1875 wurde denselben in Folge des Art. 38 M Schulgesetzes nntgetheill. daß ihre Tätigkeit als Lehrerinnen der öffentlichen Volksschule Ende April aushören würde und der Gehalt und die Wohnung ihnen noch biS Ende April bliebe. < x m •«
Statt b,d Ende April Schnle zu halten, gaben dieselben am 14. Apr, bie Eckule aus, wollten aber erst am 27. April die Wohnung räumen. Auf «»trag der Bürgermeisterei ließen wir denselben am 1b April eröffnen. daß fj, da sie die Sckule von selbst vor Ende April aufgcgeben hätten, am 21. April die Wohnung zur Disposition der Gemeinde zu stellen hätten.
Bingen, den 24. April 1875.
Großherzogliches Kreisamt Bingen.
> viel achter Religiosität, wie glühender Vaterlandsliebe durch- , welch- in ihr-r innigen Verschmelzung wahrhast erquickend au, de» Als Probe sür die mannigfachen Vorzüge des Lchririchens c>tz- ministert mit. Letzterer betont, datz die is.,etz.s -^°r>ag-uueu'ue.^.^ wtt'soia-nd-Stelle, welche di- Notbw-nd.zkeit d-s Gehorsams gegen t.e ö8« wir klar erkennen, Ue
Ischen und kirchlicken Speen'l Gesetzen beri.be und aus dreiem.Weg. weiter aus- m B-wU-mSeiten der verblendeten Curie. Wir gebaut werden solle; der Minister bezeichnet dies nickt blvs als ferne » t| , ^7 ,fc wenngleich eine frieklicbe Auseinandersetzung der entwickelien liche Auffastung, sondern als Standpunkt der Ltaats-Regierung uberbaupt. gehorch-n h," - , t,n berechtigten Ansprüchen und Privilegien
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politischer Theil.
buches nach dieser Richtung hin wünsche. - , _ ,
preußische Ministerium seien aber mir bezüglichen Arbeiten beschäftigt, die eine emnfina Bischof Handhabe zu einer Vorlage für daS deutsche Reich bieten würden. Der Justiz-
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ßutfr Schretnergestllk, loiu nncn sofort eintreten bri I ick Schmidt III, In bd ftanarienDOflei ih entßoga ngrr eine Btlobnung bn ____________Dr- Weber iuiM Mom, dem br Dtilt ftrhm ur.b der milfa inb (Soxrefponbcnj cntioir sostleich Stelle q!5 Gorr, er Exp. b. Bl._____________
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ober eine, Frau zur Hk Hausarbeit von Frau Professor Weidner,
GarkenslrLtze.
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Das bischöfliche Organ fühlt sich natürlich dadurch nicht geschlagen, fraat: ob die Englischen Fräulein, nachdem ihnen d,e Wohnung gekündigt, etwa im Wirthsdause hätten wohnen sollen? So macht man aus einer Kun. bianna der Lehrthatigkelt und der freien Wohnung eine Ausweisung und einen k.ndermord Herodis! Deutlicher kanii wohl nicht dargethau werden ui welch aewiffeuloser Weise unsere Römlinge das Volk aufhetzen. (R. Fikstr. P.)
Berlin, 27. April. Abgeordnetenhaus. Windthorft - Meppen brii.gt eine Interpellation, betr. die Behandlung, insbesondere die Beschäftigung und Selbstbeköstigung der politischen Gefangenen, ein. In fortgesetzter Sweiter Be- Litbunq der' Gesetzvorlage über die Verwaltung des Vermögens Der katholischen p.rck°.>g.m-ind.n w-rd-n dir §§ 27 b.S jum Scklutz "rit Ausnahm- von t 53b nack den Vorschlägen der Commifsion angruommen, auch cm von Jung beantraqtcr neuer Paragrapb 42» genehmigt, wonach die bürgerliche Gemeinde ,111 Aufbringung der Kosten für die «irchen-Bedurfniff- vrrpflickiet ist und der »tat und die Jahresrechnung mit öffentlicher Auslegung dem Burgerme.ster Mgetheilt werden muß. Anstatt de, § 53b wird ein Antrag Wehr-npsenntg », klr. die Einbehaltung auch der aus dem Kirchenvermözen zu zahlenden Beiol- dangen an renitente Geistliche, angenommen Morgen kommt die Interpellation Windtborst's zur Verhandlung. .... , .
Berlin, 27. Avril. Die .Nordd Allg. Ztg." theilt em anlätzlich der gegeben
Sefetzvorlage, beir. die Aufhebung der VerfaffungS-Arlikel und , an m g/bic FordVi"ungen^der Ze,t zu verstehen"wissen werde/
den Cultnsminister gerichtete« «ckreiben des evangelischen ^btt-Kirchenratb-s, v 1 « » wriiaiifitdt. wie alübender Vati
vorm dieser seiner Anffaffunq und seinen Wün cken betreff« der gedachten Ge-^st von -den ,» iL Vv ^e Ausdruck gibt, und tu danach -rsolgt- Antwort des Eultns. drungen, welch.
B - " Letzterer betont, daß die Gesetz.« - Vorlage nur gegen den di-^L-s-r wirken. ,1


