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Anzeige- und 'fXmtsßfatt für den Kreis Hießen.
No. oft, Dicnstaft den 27. Äpril
Amtlicher Theit.
Lehrereonferenz des Bezirkes Lollar.
Di. für b-n 4. Ma. angele W-nf^wirb^ 10 Uhr,
in Staufenberg abgehalten und werden die Lehrer deS Bezirkes hiermit zu derselben eingeladen.
Gießen, den 26. April 1875.
Büchner, Kreissckulmspector.
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dentlichen Professor bei der philosophischen gafuhdt der Landes-Universität,
Wie-bade«, 24. April. Bei der gestern startgehabten, glänzend aus-
Lehrer an dem Gymnasium zu Darmstadt zu ernennen.
Berlin, 23. April. D«* — o—— -r -
noch nicht beseitigt; es ist eine starke Erkältung, welche den Zustand veranlaßt hat, und glaubt man jetzt, daß der Fürst seine beabsichtigte Reise nach Friedrichsruhe Unterlasten wird. Den längeren Aufenthalt in Larzin denkt der Reichskanzler erst gegen den 15. Mai hm zu nehmen. Jedenfalls wird Fürst Bismarck während dcS Aufenthalts des ttaisirS von Rußland am diesteitigen Hofe hier anwesend sein, um so mehr, als bereits definitiv sestfteht, daß der Staatskanzler Fürst Gortschakoff den Kaiser hierher begleiten wird.
— Wie man hört, liegt eS in der Absickt, da« Auewanderungswesen auf dem Wege der Reichsgesctzgebung zu regUn. Es werden schon in den einzelnen Bundesstaaten strengere Eontrolen geübt, und namentlich bei Verleihung von Concessionen für Auswanderungs-Agenten die Bedingungen verschärft.
Berlin, 23. April. ES sind in letzter Zeir außergewöhnliche Quantitäten Heu aus Deutschland in die Schweiz eingcführt in Folge eines Futter mangels, wie solcher seit undenklicher Zeil nicht stattgefunden hat. Die Ursache dieser Erscheinung ist der lange Winter mit den stets wiederkebreuden Nackt frösten und einem austrocknenden Nordostwind gewesen, der erst seit einigen Tagen nachgelasten hat, so daß das Grünfutter bisher nicht gedeihen konnte und man an vielen Orten der Schweiz den Eentner Heu mit 8 Frcs. und
darüber bezahlen muß. .
Berlin, 24. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." bespricht den Artikel der Wiener „Presse" über die preußische Eentral-Partei und den Vatikan und erklärt: cs sei allerdings richtig, daß Fürst Bismarck sich im französischen Kriege an den Papst gewendet und durch desten Vermittelung versucht habe, die Gambetta'sche Regierung zu einem FricdenSschlustc zu bewegen, dagegen sei eutickreden der Behauptung zu widersprechen, daß die Friedens-Vermittelung des Papstes den Fürsten Bismarck auf den Gedanken gebracht habe, den Papst and) zu anderen Zwecken in Preußen zu verwenden. Fürst Bismarck habe sich bei dieser Gelegenheit von der gänzlickeu Ohnmacht des Papstes den Franzosen gegenüber überzeugt. Ueber die Centrums-Partei habe, außer den von der ..Norddeutschen" veröffentlichten Mittheilungen, fein Briefwechsel zwischen dem Reichskanzler und dem Vatikan stattgefunden, alle übrigen Mmheilungen der „Presse hierüber seien unbegründet. — Der Austausch der Ratificationen der deutsch-griechischen Olympia-Convention Hal gestern in Athen ftattgefunden. — Der „Reichs Anz." veröffentlicht die Ernennung des Profeffors Werner zum Direktor der Kunst Akademie.
Berlin, 24. April. Fürst Bismarck befindet sich auf dem Wege der Besserung. Er hat das Bett verlasien, hütet aber nach ärztlichem Rath bis zum Eintritt wärmerer Witterung daS Zimmer. Der FÜBst ist nach wie vor entschlossen, sich so bald als tdunlich auf seme Besitzungen in Lauenburg zu begeben, dort bis zur Ankunft des Kaisers von Rußland zu verweilen und aus Anlaß derselben nach Berlin zurtckzukehren.
Berlin, 24. April. Zufolge Meldungen in verschiedenen Blättern, anscheinend aus Regierungskreisen, würde der belgische Zwischenfall als im Wescut lichen beendigt betrachtet. Die Bestätigung dieser Angabe wird abzuwarten sein. Weiterhin beißt es in jenen Meldungen, eine Berufung an die Garantie machte behufs Verständigung über specielle Maßnahmen im Sinne der deutschen Auffaffung oder gar Confcrenzvorschläge ständen keineswegs in Aussicht. Die Richtigkeit dieser letzteren Angabe vorausgesetzt, würde dadurch die schon vorgestern der Kölnischen Zeitung von hier aus gemachte Andeutung bestätigt, daß die Betrachtungen der „Opimone' über die zweifelhaften Aussichten eines Con- zreßvorschlageS überflüssig wären. Ter Gedanke war übrigens durch eine \xx-- thümlicke Conjecrur des Antwerpener Journals entstanden.
Berlin, 24. April. Die Verzögerung der Vorlegung des Gesetz-Entwurfs über die Aufhebung der Klöster wird angeblich durch die g.eichzeitige Lorleauna von Entwürfen zur Aenderung des Vereins-Gesetzes motioirt.
Oesterreich.
Wien, 24. April. Die Direktoren der österreichischen Hauptbahnen be- schloffcn, falls der Sprachen-Zwang gegen die nicht-magyarischen Eisenbahn- Beamten in Ungarn durchzeführt würde, fortan keine gemeinsame Conferenzen mit den ungarischen Eisenbahn Direktoren abzuhalten und die Ausschließung der ungarischen Bahnen von dem deutsch - österreichischen Verbände bei der bevorstehenden General - Versammlung des Eisenbahn - Vereines in Bremen zu beantragen.
Prag, 23. April. Der Clerus der Leitmeritzer Diöcese schickte an die deutschen Bischöfe zu Händen des Breslauer Fürstbischofs Dr. Förster eine Beileidsadresse folgenden Inhalts ab: „Täglich bewundern wir Euren Heroismus und bedauern nur dabei, daß nicht auch uns gegönnt ist, (Suren Beispiele folgend, dem Kirchenseinde unseres Landes entgegenzutreten, welcher leichter bekämpfbar wäre, da er nur in so fern Muth besitzt, als es sich darum handelt, die Braut Christi maulwurfsartig, unterirdisch, geheim und nicht auf offenem Felde zu verfolgen. UnS ist es blos vergönnt, in's Leere das Schwert zu zucken" Indem sie Förster mit Stolz al- österreichischen Bischof bezeichnen, geloben schließlich die Absender der Adresie seierlichst, sobald der Schlachtruf „Mit Gott für die Kirche in den Kampf!" ertönt, auch in Oesterreich, eingedenk der glücklichen Bischosskämpfe und Siege in Deutschland, den eigenen Bischöfen als Heerführern die beschworene Treue und den Gehorsam bi- zum Lebensende zu bewahren, Um die christliche Dornenkrone zu erlangen.
Bruun, 23. April. In mehreren Fabriken haben Arbeits-Einstellungen stattgefunden. Gestern und heute fanden größere Arbeiteransammlungen frei der Schöller'scken Fabrik statt, welche durch die Communalwache zerstreut wurden. Eme Kundmackung des Bürgermeisters warnt vor Ausschreitungen.
Pcsth, 21. April. Die czechischen Blätter, und namentlich der .Pokrok", sind außer Faffung gerathen, daß in letzter Zeit die ungarischen Blätter ganz offen für Deutschland Partei nehmen. Ergötzlich lautet zumal der letzte Artikel des „Pokrok" mit der Überschrift „Duetlo Bismarck-Andrässy.“ „Die Ungarn", meint „Pokrok" auf Grund der Aenßerungen der magyarischen Blätter, „wollen um jeden Preis ein enges Bündniß mit Deutschland schließen. Die Ungarn sollen das Uebergewicht in Oesterreich-Ungarn und die Deutschen jenes in Europa besitzen." Die Schlagworte „ (Kulturkampf", „Drang nach Osten", „Liberalismus", „Dualismus" sind eitles Geflunker und Mittel zur Erreichung des angedeuteten Zweckes. Aus der Sprache der ungarischen Blätter geht es deutlick hervor, daß, wer das „deutfck-magyarische Bündniß" stürzen wollte, nickt nur Ändraffn beseitigen, sondern zugleich ganz Ungarn niederhalten müßte. „Oesterreich ist genöthigt, mit Preußen zu gehen, oder es zieht sich die Feind- ichaft auf den Hals. Bismarck will nicht bei dem Riefengebirge Halt machen, und die Ungarn wollen auch nicht bei Belgrad stehen bleiben, sondern an der Lösung der orientalischen Frage Antheil nehmen. Deutschland und Ungarn, beide wollen den Krieg, um ihre Nachbarstaaten zu knechten; beide wollen unter der Mach! des Eulturkampfes ihr Uebergewickt sicher stellen. Bei Metz und Wörth ward »s entschieden, daß Deutsche und Magyaren sich zur Unterdrückung ter Völker verbünden werden." „Ellenör" reproducirt den Artikel des „Pokrok" mit der ironischen Bemerkung, daß die Verdächtigungen des czechischen Blattes für Ungarn nichts Unangenehmes enthalten!
inöbesondcrl für das Lehrfach dcr Geschichte, zu ernennen und in der gedachten LUie-bave«, 34. April. Bei Sestern ttattgeyavien gianzeno au»* GiaeufW j» bm.ftn ; de» tiebrer an tem ®t,mnafium ju Darmstadt, Dr. 8^ gefallenen Beleuchtung der evangelischen Kirche wurde der '
wia Tenor, zum 8ehrer an der Realschule zu «Izey zu ernennen; den Lehrer großen Volksmenge eulhnsiastilch begrußd Im Theater gastir. Fr, dich Haase, an'ter Realschule ju D.rmstadt, Heinrich Karl Wilhelm Konrad Stöpler, zum nächste Woche Klara Ziegler und Pauline Lucca.
v.hrrr an dem (Btimnafiutn cu Darmstadt zu ernennen. Elisabeth von Hessen und Marie und Eltse °°N M’'®“'''
Da« Unwohlsein de« Fürsten Brsmarck ist immer Dieselbe» frühstückten mit dem Kaiser und der Großherzogin von Baden.
Später findet eine Spazierfahrt statt. Abends wohnt der Kaiser einer Soirde bei der Prinzessin von Schaumburg-Lippe bei.
Hambuug, 24. April. Die heutige General-Versammlung der transatlantischen DampsschifffahrtS'Gesellschaft nahm die Anträge des Verwaltungs- ratheö auf Fnsioniruna mit der Hamburg-Amerikanischen PaketfahrtS-Gejellschast mit 16,553 gegen 339 Stimmen <n.
Dresden, 23. April. Nach dem „Dresd. Journ." erhielt der König Deullujlaiio, von Sachsen zu seinem heutigen Geburtsfkste von dem deutschen Kaiser folgen-
Darmstadt, 24. Xpril. Se. ftönigl. Hoheit der Großherzog haben de« Glückwunsch-Telegramme Ich sende Dir meine treuesten Wünsche zu otlerinädiasi aerudf Deinem heutigen Festtage, auf daß Du Gluck und Zufriedenheit genießen
' Am 21 April den Dr. Paul Scheffer-Bonhorst zu Berlin zum äußerer- mögest und Deine redliche Absicht für Volk und Land Skjrguet sein möge, hpr - Universität. Li. l l y e t m.


