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23. Juli 1875
Anzeige- und Qtmlsßfall für den Kreis Hießen.
Xo. ~ Samstag den 24~3ii(F EH75.
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Beka n n t in n ch u n g.
In seiner Sitzung vom 10. L M. hat der KrciSauSschuß:
1. ben Kreiskafferechner Grüneberg zum Protocollführer des Kreisausschnffes ernannt,
2 den Beigeordneten Herrn August Heß von hier zum Controleur für die unständigen Einnahmen der Kreiskaffe erwählt, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Gießen, den 21. Juli 1875.
Der Vorsitzende des Kreisausschuffes des Kreises Gießen.
v. Röder
Bekanntmachung.
In seiner Sitzung vom 19. l M. hat der Provinzialausschuß:
1. den Kreiskafferechner Grüneberg zum Protocollführer des Provinzialausschuffes, sowie zum Rechner der Provinzialkaffe ernannt,
2. das Mitglied des Provinzialausschuffes, Rechnungsrath Reuning von hier zum Controleur für die unständigen Einnahmen der Provinzialkaffe erwählt,
waS hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Gießen, den 22. Juli 1875. Der Vorsitzende des Provinzial-AusschuffeS der Provinz Oberheffen.
v. Röder.
m Abonnement: Herrn Burger in Troppau.
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Lr. Hugo Müller Baiburg.
Male:
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Bekannt m a ch u u q.
In seiner Sitzung vom 19. l. M. hat der Provinzialausschuß zu Mitgliedern der Landescommission nach Art. 24 des Gesetzes vom 21. Juli 1869, die Einführung einer allgemeinen Einkommensteuer betreffend, die Herren:
1 Rechner Körber zu Gießen,
2. Bürgermeister Zimmer von Villingen,
3. Bürgermeister Jacobi von Rodheini ernannt, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Gießen, den 22. Juli 1875. Der Vorsitzende des Provinzial-AusschuffeS der Provinz Oberheffen.
v. R' ö d e r.
Polizeiliche B e k a u n t tn a ch u n g.
Es wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß der hiesige Bürger Ludwig Magen zum Schutzmann bestellt und als solcher gerichtlich verpflichtet worden sei.
Gießen, 22. Juli 1875. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzial-Hauptstadt Gießen.
R o v e r.
s
politischer Theil.
München, 21. Juli.
Bischöfe gaben in ihren Antwortschreiben eine Abneigung gegen die an sie ge-
Das „Bayerische Vaterland" ermahnt jetzt mit
(Nat.-Ztg.)
abzuändern. Haben nun die beiden Herren die Ermächtigung des Papstes nachgesucht ? Wir wiffen es nicht, aber Thatsache ist, daß in den katholischen
Kirchen heute noch nicht für Kaiser und Reich gebetet wird. Aus die Consequenz kann die katholische Priesterschaft sich hierbei unmöglich berufen; denn es wurde in ihren Kirchen seiner Zeit für Napoleon L, die Bourbonen und Orleans und
aller Kraft, in den am Samstag stattfindenden Abgeordnetenwahlen nur „ganze stellte Zumuthung nicht zu erkennen, betonten jedoch, daß sie nicht berechtigt Männer", „Männer der That", „Manner ohne Rücksicht und Furcht" zu wäh- seien, den Ritus in den katholischen Kirchen ohne Ermächtigung des Papstes
ßcllung unstatthaft ist. _ (®.)
München, 19. Juli. König Lndwig trifft morgen wieder in Hohenschwangau ein. Die Königin-Mutter Marie wird in den ersten Tagen des nächsten Monats mit dem Prinzen Otto von Elbingeralp nach Hohenschwangau zurückkehren. Das Desinden des Prinzen Otto hat sich, wie die „Allg. Ztg." vernimmt, erfreulicher Weise bedeutend gebessert. Der Prinz unternimmt von Elbingeralp aus sehr häufig Ausflüge, wahrend er in München die Residenz mir selten verließ.
len, „weil em untüchtiger Abgeordneter, der da gewählt wird, die Actions- fähigkeit der ganzen Partei lahm legen, das Volk um die Frucht des Sieges bringen könnte." „Nimmermehr dürfte geduldet und zugegeben werden, wenn etwa eine herrschsüchtige, lendenlahme, „gemäßigte" Coterie es versuchen sollte,
erschienen, in Stadtamhof eine ultramontane Wahlmänner-Versammlung beschlossen hat, die Candldatur des Herrn Sigl fallen zu laffen. Bekanntlich reflectirte Sigl ursprünglich aus eine Candidatur im Münchener Landkreis. Tas Wahlcomite für Oberbayern schloß ihn jedoch kurzer Hand nicht allein von diesem Wahlkreise, sondern von ganz Oberbayern aus, und nach langen Bitten seiner Freunde wurde ihn» schließlich mit genauer Noth eine Candidatur in dem entlegenen Winkel von Stadtamhof eingeräumt. Jetzt stellt sich aber heraus, daß dies nur ein Scheinmanöver war, um die Münchener Freunde des Herrn Sigl für die Urwahlen noch bei balbwegs guter Laune zu erhalten; und ter arme Sigl hat nun zu seinen langen Kerkerleiden auch noch das Unglück, von seinen eigenen Freunden schmählich hinter's Licht geführt zu kein.
München, 21. Juli. Dr. Sigl ist beute Nachmittag behufs Erstehung seiner zehnmonatlichen Gefängnißstrafe in>s Zellen-Gefängniß nach Nürnberg
Deutsch tank).
Darmstadt, 22. Juli. Wie die „Frkftr. Ztg." vernimmt, hat die Großh. Negierung nunmehr officiell dem Verwaltuiigsrath Eröffnungen gemacht, daß sie nicht abgeneigt sei, die Oberhessische Bahn als Staatöbahn zu übernehmen. Tie Aktien sollen in 4 pCt. hessische Staatspapiere umgewandelt und zu einnn Preise übernonimen werden, welcher für die Landesfinanzen eine ansehnliche Ersparniß zur Folge hat. Tie Schwierigkeit der bereits angebahn- len Verhandlungen wird natürlich in der Festsetzung eines Uebernahmecourses liegen, der einerseits die Actionäre befriedigen, anderseits für die Regierung eine nennenswerthe Ersparniß herbeiführen kann. DaS Zustandekommen einer dcssallsigen Vereinbarung wäre im beiderseitigen Interesse in hohem Grade wünschenswert!).
Desterreich.
21. Juli. Es herrscht fast vollständige Windstille in der inne-
Sigl ist ein Mann", heißt eS da, „den wir gleichsam als heilsame Wecksteine
in die Kammer schicken müffen." Eine seltsame Ironie des Schicksals hat ge Wien
wollt, daß in demselben Augenblick, als diese Tiraden im „Bayer. Vaterlano"1ren Politik. Nur bie Prager Professoren-Affaire wirbelt Staub auf. Wir
Pelplin, 18. Juli. Heute hat der Bischof 12 Zöglingen des geist- abgefübrt worden.
lieben Seminars die Priesterweihe ertheilt. Keiner derselben hat die in den! München, 22. Juli. Bei einer gestern Nacht abgehaltenen Versamm- Maigesetzcn vorgeschriebene Staatsprüfung abgelegt, so daß eine öffentliche An-.lung der liberalen Wahlmänner wurden als Candtdaten für die Abgeordneten- ' Wahlen gewählt: Appcllrath Türrschmidt, Staatsanwalt Wülfert, Bankier Weidert, Fabrik-Tirector Kester, Advocat Henle. Als Ersatzmänner: Pros. Haushofer, Graf Rambaldi, Pros. Kluckbuhn, Fabrikant Riemschmidt, Magistrats-Rath Eckert.
Straßburg, 16. Juli. Vor etwa 5 Wochen wurden die Bischöfe zu Metz und Straßburg von dem Ober-Präsidenten durch ein freundlich, aber bestimmt gehaltenes Schreiben aufgefordert, in den katholischen Kirchen des Landes ein entsprechendes Gebet für Kaiser und Reich einzuführen. Tie beiden
des bayerische Volk . . . lediglich als Fußschemel zur Erlangung der Macht
oder von ehrgeizigen Zwecken zu mißbrauchen." Als das Muster eines „Man-bekanntlich auch für Napoleon HL gebetet, »es der That" wird natürlich Dr. jur. Johann Sigl gepriesen. „Herr Dr. jur.|


