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Berlin, 22. Juni. Der Bundesrath tritt heute Mittag zu einer' Plenarsitzung zusammen.

(frmS, 22. Juni. Am 25. d. MtS. findet Hierselbst auf der Lohn zur Feier der Anwesenheit des Kaisers Wilhelm eine Regatta statt, an welcher der Frankfurter Ruderverein, sowie der Bonner und Kölner Ruderclub thrüuehmen. Den HauptpreiS für vierruderige Boote stiftet der Kaiser.

Münster, 22. Juni. Der ,Prov.-Ztg." zufolge sanden gestern in Rheine anläßlich ultramontaner Demonstrationen Exceffe statt, wobei Vürgerrnttster Spnckmann, welcher dem Gesetze Achtung verschaffen wollte, durch fünf Messer­stiche schwer verwundet wurde.

München, 22. Juni. Die Handelskammer von Nürnberg hat durch ihren Vorstand das Gesuch hieher gelangen lasten. eS möge eine Filiale der neu zu errichtenden bipeii|<$en Notenbank in Nürnberg gegründet werden.

Bom Main, 19. Juni- Der Elenis des MainzaueS nebst dem der Stadt Fraulfurd war dieser Tage tu Höchst, a. M. versammelt, und beschloß in einer freien Konferenz mit Einhelligkeit. daß die nicht gesperrten Lonfra tres sich zu Gunsten der Gesperrten jo lange mit 5 pfct. ihre- jährlichen E«n» kommen- freiwillig besteuern, bis entweder sie selbst auch gesperrt sind, oder die Sperrung der Anderen aushört. (M- j.)

Deflerretd).

Wien, 18. Juni. Heber den Weberstrike in Brünn bringt die ^Deutsche Zeitung" von bestunterrichteter und zuverlässigster Seite Folgendes; ..Der Weberstrike ist ein allgemeiner und wohlorganisirter; bei achttausend Weber drohen, die Arbeit eüizustcllen, wenn nicht der von ihnen verlangte canwlictrtc Normal-Lohntarif mit einer sechözig- bis hundertprocentlgeu Lohnertöhung accep- tirt wird. Die Fabrikanten haben den Beschluß gefaßt, solidarisch vorzugehen und den Normaltarif unbedingt abzulehnen; dagegen sollen billige Wünsche der Arbeiter, betr. die Vergütung von Nebenarbeiten und eine Lohnaufbesserung trotz der traurigen Lage der Industrie zugestanden werden. Verhandlungen mit den Arbeitern sind eingeleitet; man hat noch Hoffnung auf eine Verständigung. Die öffentliche Ruhe ist ungestört." DieDeutsche Zeitung" bemerkt dazu: Die Vafle unserer Schafwollwaaren - Industrie ist bekanntlich ohuedieü die denkbarst prekäre; mit Mühe und Noch hält sich die überwiegende Mehrzahl der Fabrikanten nur so weit aufrecht, um überhaupt weiter arbeiten zu können. Der Fabrikant, auch wenn eS ihm noch so schlecht ergeht, scheut am meisten zurück vor der ultimo ratio, dem letzten, äußersten Mittel, seinerseits die Arbeit einzustellcn; Gewissenhaftigkeit und Klugheit lasten ihm den Gedanken, Hun­derte, die bisher fest aus ihn vertrauten, plötzlich fallen zu lasten und der sicher geglaubten Existenz zu berauben, gleich schrecklich erscheinen. Und sicht sich ein Fabrikant einmal zn diesem letzten Schritte gezwungen welch jäher, dumpfer Schreck fährt da nicht in die Hunderte oder Tausende der von ihm abhängigen Existenzen, die bisher ein wohlverdiente- ein vielleicht saures, aber doch sicheres Brod hatten! Entsinnen sich die Brünner Arbeiter nicht mehr der gewaltigen, tiefgehenden Aufregung, die sich der Wiener-Neustädter Arbei« ter, der Bevölkerung und rasch deö ganzen Landes in allen seinen Schichten bemächtigte, als eS vor einigen Wochen Neß, Sigl werde sich bemüssigt sehen, seine Etablissement- zu schließen? Und auf was Anderes, als auf das ganz gleiche Ziel arbeiten die Brünner Weber mit ihrem Strike hin? Man meldet, daß Suinmen zur Unterstützung der Strlkcnden in Brünn bereits eingetroffen seien; daß die verschiedensten Gerüchte verbreitet werden, um die Arbeiter auf- zureizen und in ihrem Widerstande zu bestärken, daß bereit- uir Verhaftung eines solchen Agitator- geschritten werden mußte. Ueberraschend können uns diese Nachrichten nicht kommen, da wir ja sehen, wie in den verschiedensten Ländern systematisch gleichzeitige Strikes hervorgerufen und genährt werden. Aber wir möchten den Brünner Webern denn doch zu bedenken geben, ob die, welche sie heute aushetzen, ihnen eine genügende Garantie für daS Gelingen und einen genügenden Rückhalt für den Fall deS Mißlingens zu bieten vermögen."

Brünn, 20. Juni, Morgens. Loben sind Leitens der Behörden zwei Arbeiter, welche als Organisatoren der Ltrikes gelten, verhaftet und mehrere andere auSgewiejen worden. Man befürchtet den AuSbruch weiterer Ltrikes in Reiche'.berg, Jägerndorf und Btel'tz.

Brünn, 2. Juni, Abends. Das hiesige Eomltö der strlkeuden Arbei­ter hat einen versöhnlichen Aufruf angeschlagen und an die Arbeiter vertheitt. In demselben werden die Arbeiter zur Ruhe und Mäßigung aufgefordert und wird der Rath ertdeilt, von allen Versammlungeir Abstand zu nehmen, bis das (Semite seine Besch lüste gefaßt haben werde.

IklfliciL

Brüssel, 22. Juni. In der Repräsentanten-Kammer verlas der Mini ster des Aeußern daS Antwortschreiben deS deutschen Gesandten auf die belgische Note vom 23. Mai Nach dem schreiben hätte Fürst Bismarck mit Anerken» nung von der sorgfältigen Untersuchung in der DucheSne'schen AttentatSÄffaire, sowie davon, daß die belgische Regierung die Ltrafgesetzzebmig entsprechend vervollständigen werde, Kenntniß erhalten. Der Kaiser sei lebhaft befriedigt und verspreche sich von der gleichzeitigen Discussion dieses Gegenstände- im denischeu Reichstage einen wohlthätigen Einfluß aus das öffentliche Gewisten; r hoffe, daß die Wiederkehr einer Einmttchunfl belgischer Untertbanen in die inneren Eonfl,cte in Deutschland in dem nämlichen versöhnlichen Geiste werde verhindert werden, von welchem die belgische Regierung bei Gelegenheit des FalleS Duchesnc'S einen Beweis gegeben, welcher hohe Anerkennung verdiene.

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Pariö, 20. Juni Die Jesuiten werden allmäbliz In Frankreich eine gefährliche Macht. Verschiedene große ZeiNingen, welche seit langer Zeit die liberalen Ideen vertreten haben, fdxincn jetzt auch nachzugeben. Der^empS" z. B- ist em liberales Blatt und den Protestanten freundlich gesinnt; eS war unter dem Kaiserthum halb orleamstisch. halb republikanisch, und ist gegenwär­tig eines der angesehensten Organe de- linken Eentrums Einer der Redakteure des .Temps", Herr Marchand, hat neulich daS Buch von Huber über die Jesuiten übersetzt und diese Ueberfetzung bat einen großen und noch andauern, den Erfolg gehabt, welcher Ne Mitglieder der Eougregatton sehr geärgert hat, denn das Werk erscheint bereits in dritter Auflage. Nun hat aber der gegen« wärtige Director desTemps" dem Hern, Marchand sein Mißvergnügen darüber bezeigt, daß ein Mitarbeiter seine- Journals em solches Werk ver­

öffentliche ; er will wohl, daß der .remps" em liberales Organ bleibe, aber er will sich nicht mit den Jesuiten überwerfen Da- ist sicher em Zeichen Nr Zeit. Ter .Tempi" h.?t auch fwen sehr schmeichelhaften Bench? über die Feierlichkeit auf Montmartre gebracht, rcmutblfd? um Ne Ultramonranm iu versöhnen, und d^s hat diesen fo gefallen, daß heute derFranca,-' dem ^Temps" seine schönsten Komplimente darüber mocht. Auch ist es ben.erkens wertb, daß seit dcm Beginn der Berathunz über da- Unterrichtsaeie^- der lernt»" die Ansprüche der Ultramontanen mit so wenig Nachdruck bekämpft bat, daß diese Schlaffheit allen seinen Lesern auffallen mußte. Wenn diele- Beispiel Nachahmung finden sollte, so werden die Reihe» der Känwfer gegen den UltramontamsmuS m Frankreich bald sehr dünn werden.

Paris, 20. Ium. Mac Mabon soll etwos leidend sein und die Ab­sicht haben, sich schon nut Schluß der Session lud) TrouvUle zu begeben De» cazes ist von einem leichten Unwohlsein befallen.

Paris, 21 Jnm. Abends. Ttf N ke wirt, wie verhütet. für das Gesetz, betr die Beziehungen der öffentlichen Gewalten, bei der zweiten Lesung Ne Dringlichkeit beantragen. Wie derMoniteitr* erfährt, bat die Linke den Beschluß gefaßt, diejenigen Gesetze sestzustellen, welche Ne National.Versamm- lmig noch vor ihrer Auflösung zu berathen habe. Das Blatt bemerkt dabei, die Regierung sei nicht abgeneigt, sich diesem Vorschläge anzuschließen Das Ministerium haUe zwar nicht für angezeigt, den Tag der Auflösung zu bestim­men, glaube aber, ohne die Rücksichten gegen die National - Versammlung zu verletzen, derselben daS Ersuchen stellen zu dürfen, diejenigen Gesetze aufzuzäh. len, welche sie vor ihrer Auflösung erledigen wolle.

Versailles, 21. Ium. Nation il Versammlung. Nach Annahme euies Gesetzentwurfes, betr. verschiedene Enregistrements»Steuern, wird Ne erste Be­ratung NS Gesetzentwurfes, betr. die öffentlichen Gewalten, begonnen. Louis Blanc und Madicr de Montjau von der äußersten Linken bekämpfen da» Gesetz lebhaft, besonder- deshalb, weil es antirepublikanisch sei und dem Präsidenten der Republik Befugniffe verleibe, welche die Nattonal-Louveränetät beeinträch. tigten. Laboulaye wird morgen antworten.

(Engfanö.

London, 21. Juni. Der Unter-StaatSsecretär deS Aenß rn, B.'nrke. gab m der heutigen Sitzung deö Unterhauses aus eine Juterpellatlon von Str Eharleö Dilke die Erklärung ab. die einzige Information, welche der Regie­rung über die russische Expedition nach Hiffar zugegangeu fei. bestehe in einem Auszuge aus der ..Turkestan Zeitung", den er mittheilen werde. ES jei wahr­scheinlich, daß die Erveditlon von einer Militär-EScorte begleitet werden würde. Auf eine betr. Anfrage von Richard» erwiderte der Unter Staatssecretär tm indischen Departement, Lord Hamilton, Ne Regierung sei nicht in der Lage, die Jnstrnction des englischen Abgesandten nach Birma. Forsvth, mittheilen zu können, da durch die Veröffentlichung derselben der Erfolg der Gesandtschaft in Fraae gestellt werden könne.

fonbon, 22. Juni. Der Sulkan von Zanzibar hat beute der Köm flirt in Windsor einen Besuch abgeftattet. Die Arbeiter in den Kohlengruben von Dean-Forest (Yancafbire) haben wegen der Herabsetzung der Löhne um 10 pCt. die Arbeit eingestellt.

Spanien.

Madrid, 19 Juni. Nach amtlicher Mittheilung hab,» FreiwilliI eine carliftiiche Abtheilung bei FigiuroleS in der Provinz Eastellon a gegriffen und ihr einen Ver.ust von lb Todtei,. 3 ikrwunbeten un 10 Gefangenen beigebracht. überdies Wafjei, und Munition erbeutet. In diesem Kampfe fiel von der Hand des die FlUnUigeii belebligenden Hanptmaniies em Neffe de» jetzt von Dorregarav verhastoten EarlistenführerS Eucala. Einem Gerichte zufolge hat der General Martinez Eamvos das von ,bm bescheffenc Fort Mt- ravete am Ebro schon eingenommen AuS dem nördlichen (Utjlrmen wird gemeldet, daß 1200 Mann Regierung-trnppen la Junquera besetzt haben.

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Pdiladclpbia, 19. Juni. Präsident Grant nahm hnite eine osficielle Besichtigung der svauwerke zur intematio.ialen Auestcllung in gairmount Park vor, wobei ,hn der Bürgermeister, Ctc B arnten der Eentenntal Eommission und der britische AuSstelluiig^-Eommiffär. Herr Croen, begleiteten Der Prä sident drückte fein Erstaunen über die ungeheitte Ausdehnung der Gebäude aus, welche über 1200 Meter lang sind, und erklärte seine Zufriede, beit mit dem Fortschritte deS Baues. Der Sireit zwilchen der Penmyloaiiia Bahn und der Baltimore«Dhio» Bah,, ift in befrieeigender Leerte bngelegt. Der ameri­kanische Banquier Anton I. Drexel leitete die Vermittlung. In Cbm und Indiana fanden heftige Erdstöße statt

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1) Wer*6|iur.g t,s R>igl «ürtrembersiichen ßinaezminiße^ums, leere*ent (jui|ieb*i| des irürrtemderai chen Eraatsp-riereetdes. 7. Mai 1N75

I« H ndNch aal ten 1 M Aerchsae etzes xrx 30. 8pnl ». I, berrrstenb tfe Rus- gebe «an Vinchekefienicheuren «Reichsge eHd -» Le :e 4«>j er.« umer DeHuqnahme auf tern Id. 5 des Seiehes Mm 1 Juli 1849 i sieg.. Li 266) wir» mit tzöchßer, nat iGerweteegeg des Steiß« lichen -eknmenraths erfolgter chenehmiganz Semer KieiAltchen öa-eill »em 5 Ma« 1-75 bezüglich der a-ruiehnna des :.'ßrkter»berzrlchen Lraersp-ac'.ergeldes Nach^eherdes rerlazt

1 Tas ix Hembßhett teer ®e e»e »em 1 Ixli 1-<49, »em 10 R:i 1*'»'» und vom 16. Jul« 1*71 lr Rd'chnnen »ex Lehn ÄulH* aulgegebcne, tx den Bef^nutmachaneen des IfirnanzminiKerrumb tom 16. Xaceekn 1 SbS xxk »cm 16. teermiet 1671 n*>ft de'unebene Staatsrapierzette Titte h-ermit zur Linlö'xxg aafgerufen.

<i- 2 Die Sinl-iung der Scheine rdclgt in der Lett rem 7. Juni bis zum 31. Dm * fernher te. I. bei <4meuliibeii Äemeral . und HaukizoLLrrnerx wrt bis cif Deiterts »ich bei den bbr^en nach her Mimßerra!»<riü?««W »ee 13. Bitti te. 3- (ktaatsaxzeiger 971. H9) in Ummechslnng der Münzen iutedeut'cher Vahrrrng euf|eieC«ex oder noch zu beßeüenhen Er»

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