Jtt<« viertchShrlich 2 Mark »Pf.«Uvrtngcrloha. Durch WL Post bezogkn »tnrrLtahrltch 1 ÖQTf 60 Pfennig.
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Erscheint täglich, raü Nn6- nähme Montags.
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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.
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lo. 44. Sonntag den 21. Februar «8-L.
Srobpretfe vom 21. bis 28. Februar 1875
nach eigener Erklärung der Bäcker:
2 Kilo gkmt.chtes Brod 60 Pfg., i Kilo gemischtes Brod 30 Pfg., 2 Kilo Roggenbrod: erste Sorte 52 Pfg., 1 Kilo do. 26 Pfg., 2 Kilo zweite Sorte 43 Pfg. 1 Kilo do 22 Pfg., bei Emil Noll. Löwengasse 2 Kilo gemischtes Brod 57 Pf., 2 Kilo Roggenbrod 1. Sorte 50 Pf.
Amtricfjer Theit.
Gießen, am 19. Februar 1875.
B etreffend. Die Errichtung von Denkmälern auS Veranlassung deS Krieges gegen Frankreich 1870,71.
Das GroßherzogUche Kreisamt Gießen
an die O5rofil)crioglid)fn öürgrrmriltcrrirn des Krcifkü
DaS nachstehende Ausschreiben Großherzoglichen Ministeriums des Innern theilen wir Ihnen unter dem Auftrage mit, sofort über die darin bezeichneten Punkte zu berichten.
Wir nehmen an, daß in denjenigen Gemeinden, aus denen innerhalb 8 Tagen kein bezüglicher Bericht eingelaufen ist, kein Denkmal der bezeichneten Art besteht.
v. Röder.
Zu Nr. M. d. I. 2626. Darmstadt, am 17. Februar 1875.
B etreffenb: Wie oben.
Das G r o ß h e r z o g l i ch e M i n i st e r i u m des Innern
an Dir GroKher^oglichen Kreisämter.
Es wird beabsichtigt, im deutschen Reichsanzeiger eine übersichtliche Zusammenstellung der Denkmäler zu veröffentlichen, welche den im Kriege 1870/71 gefallenen Kriegern rc. des deutschen Heeres errichtet worden sind.
Zn diesem Behufe beauftragen wir Sie, die erforderlichen Erhebungen über alle derartigen innerhalb Ihres Kreises errichteten resp. in Ausführung begriffenen Denkmäler (Gedächtnißtafeln rc.) zu veranstalten — und die bezüglichen Nachrichten binnen 14 Tagen, welcher Termin pünktlich einzuhalten ist, unS vorzulegen. Dieselben haben sich auf folgende Punkte zu erstrecken:
1) Ort des Denkmals,
2) Wer es errichtet (Gemeinde, Kreis, Truppentheil, Corporation rc.)
3) Wem das Denkmal errichtet worden,
4) Angabe des Materials und der Gestalt des Denkmals,
5) Inschrift des Denkmal-,
6) Angabe etwaiger hervorragender Künstler, welche das Denkmal angefertigt haben,
7) Tag der Enthüllung resp. der projectlrten Enthüllung,
8) Angabe, wo eine ausführliche Beschreibung sich gedruckt findet.
9) ob und eventuell wo Abbildungen veröffentlicht sind.
v. Starck.
v. Gagern.
Bekanntmachung.
Heute Nacht wurde in Annerod gestohlen:
1) gegen 2 fl. Münze und ein Schrankschlüffel,
2) eine braune neue Knabenhose, noch nicht gebügelt,
3) 5 Ellen grau-baumwollen Zeug für 1 Jacke,
4) 3 Ellen roth karirtes Zeug für 1 Kinderkleid,
5) ca. 1000 Stück Cigarren, Hfl. werth.
Verdächtig ist ein Fremder, der sich für einen Schauspieler ausgegeben und gesagt hat, er heiße Friedrich Weitz, sei gebürtig aus Saarbrücken, und wohnhaft in Dortmund. Ein Complice desselben, der hier verhaftet ist, besaß einen ledernen Sattel jammt Steigbügel.
Da derselbe wahrscheinlich hier oder in der Nähe gestohlen worden ist, wird der Bestohlene aufgefordert, sich baldigst zu melden.
Gießen, den 19. Februar 1875. Großherzogliche Polizei-Verwaltung.
_________Nove r._______________________________________
V c r e rc 0 nfere n z.
Die Lehrer des Bezirks Lollar werden zu einer Conferenz auf
Donnerstag den 25. Februar, Morgens 10 Uhr,
nach Lollar eingeladen.
Gießen, den 19. Februar 1875.
Büchner, Kreisschuliuspector.
politischer Theil
Die Derurtheilung des Generals v. Wimpffen, Franzosen auf seinem Namen haftete, abzuwaschen. Allerdings hat man in denn mit diesem Namen bezeichnet man am richtigsten den Ausgang des vor granfreid) am wenigsten Veranlassung^ deshalb einen Stein auf ihn zu werfen, dem Pariser Schwurgericht am Montag zu Ende gegangenen Tiffarnations- dorr die Beuegten allesammt sich über ähnliche Bedenken sehr leicht hinweg- Proceffes, welchen der genannte General gegen Herrn Paul de Caffagnac au- gesetzt haben.
gestrengt hatte, ist ein politisches Ereigniß. welches über die langatmigen Wie viele seiner Kameraden war Herr v. Wimpffen unter die Schrift- urid trostlosen Debatten der Versailler Versammlung und über unsere eigenen steller gegangen, hatte den flauer angegriffen und dadurch den Zorn des Herrn inneren Angelegenheiten nicht unbeachtet gelaffen werden darf. " Paul de Canagnac auf sich gezogen. Dieser berüchtigte Sohn eiues berüchtig-
Der General v. Wimpffen hatte das Unglück gehabt, von dem Kaiser ten Vaters batte ihn dann in einer Weise angegriffen, daß er den Schutz des
Napoleon in einem Augenblicke zur Armee berufen zu werden, wo das Schicksal Gerichts in Anspruch nahm.
derselben schon entschieden war. Er sah sich verurtheilt, die Kapitulation zu Drei Tage lang hat der Pro^ß gedauert, ein Schauspiel, das man unterzeichnen, durch welche sich die Armee von Sedan kriegsgefangen gab. selbst noch nach dem Proceffe Bazaine beinahe unerhört nennen kann, denn in Mag dies nur ein Mißgeschick gewesen sein, so hätte es den General einer nock viel widerwärtigeren Weise als dort haben die auftretenden Generale doch veranlaffen sollen, sich fortan in tiefster Zurückgezogenheit zu halten, biS und Officiere ihren Leidensckafteu, ihrem Haffe und ihrer Eitelkeit gefröhnt. ihm vielleicht einmal noch Gelegenheit gegeben worden wäre, seinem Vaterlande Wenn em Punkt aus den Verhandlungen besonders hervorgehoben zu werden Dienste zu leisten und dadurch den Flecken, welcher in den Augen der meisten verdient, so ist es unglaubliche Frechheit, mit welcher sich der General Ducrot


