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18. August 187 Vorstellung.

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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hieben.

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Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die neue Territorial-Organisation der Forste und Oberförftereien wie solche in Nr. 20 des Re­gierungsblattes von 1875 bekannt gemacht worden ist, vom 15 d. M. an in Wirksamkeit getreten ist.

v. N ö d e r.

politisch

Deutschtanv.

Berlin, 16. August. DerNeichs-Anz." crwälmt die von einem Theil der Prcffe wiederholt aufgestellte Behauptung, daß die belgische Regierung auf Grund amtlicher oder halbamtlicher Mittbeilungen der Reicheregicrung die aus Preußen auögewanderten Ordensbrüder und Rönnen veranlaßt habe, sich von der deutschen Grenze zu entfernen. TerReichs-Anz." ist in der Lage, zu er­klären, daß eine solche Anregung oder Mittheilung Seitens der deutschen Rcichs- regierung weder direct noch indirect in Druffel gemacht sei

Bonn, 17. August. Gestern Nachmittag wurden die Unions Conserenzen geschlossen. Döllinger verkündigte, daß die Conserenzen im nächsten Spärsom mer fortgesetzt werden würden- Erzbischof Lykurgos und der Bischof von Gibraltar sprachen Döllinger Namens ihrer Glaubens-Genossen ihre Freude über den guten Erfolg der Conferenzcn, sowie die Hoffnung ans, daß die ge­trennten Kirchen einander immer näher gebracht und endlich zu der einen allge­meinen Kirche wieder vereinigt werden würden. Zum Schluß betete Bischof Reinkens lateinisch ein Tedcunr und sprach ein kurzes lateinisches Gebetum die Einheit im Glauben und in der Liebe."

Detmold, 16. August. Die gestrige Reise des Kaisers von Goslar bis Detmold gestaltete sich zu einem wahren Triumph-Zug. Auf allen Statio­nen waren viele Tausende von Menschen versammelt, welche den Kaiser mit lauten Hochrufen, Böllerschüssen imd Fahnen begrüßten. Ter Kaiser inspicirte in Vienenburg die Krieger-Vereine der Umgegend und nahm eine Ansprache des Bürgervorstchers Rastendieck aus Harzburg entgegen. In Derneburg fand ein cinstündiger Aufenthalt statt. Der Kaiser besuchte hier den Botschafter Grafen Münster, der sich, im Begriffe, nach England zurückzukebren, verabschiedete. In Pvrmont wurde der Kaiser mit großer Begeisterung empfangen. Damen überreichten demselben Bouquets mit Kornblumen. Der Kaiser stieg hier aus, nahm die Begrüßung der Spitzen der Behörden, sowie der evangelischen und katholischen Geistlichkeit entgegen und inspicirte. Um 6 Uhr traf der Kaiser in Schieber ein. wo der Fürst von Lippe und der Erbprinz von Lippe-Schaum bürg denselben erwarteten. Rach zweistündiger in Equipagen zurückgeiegter Fahrt durch festlich geschmückte Dörfer wurde Detmold erreicht. Ter Kaiser passirte hier untu unendlichem Jubel einer zahllosen Volksmenge einen großen Triumphbogen und fuhr dann unter immerwährenden Blumenregen durch die Stadt nach dem Schloß, woselbst die Vorstellung der fremden Vertreter und des Festausschusses stattfand. An dem dann später gebrachten Fackelzuge nah men die Schützen die Turner, die Feuerwehr, die Bürgerschaft und die Be Hörden der Stadt Theil. Auf den Fackelzng folgte cm Ständchen, nach welchem der Bürgermeister eine Ansprache hielt. Ter Kaiser erschien mehrmals, freund­lich dankend. Den Schluß der Ovationen bildete die Absingung der preußischen Volköhymne Heute ist das Wetter prachtvoll. Zahlreiche Fremde beleben die festlich geschmückte Stadt. Um 9 Uhr nahm der Kaiser eine Parade des Regi mentes Nr. 55 ab.

Detmold, 16. August. Ter Kaiser und die übrigen Herrschaften de aabeu sich Mittage 12 Uhr auf die Grotenburg zur Enthüllungsseier, welcher 15,000 Menschen beiwohnten. Nachdem General-Superintendent Koppen die Festpredigt und Geheimrath Preuß die Festrede gehalten, erfolgte die lieber- gäbe des Denkmals durch Justizrath Lüders aus Hannover unter Kanonen­donner und enthusiastischen Hochs. Hieraus fand eine Rundfahrt um das Denk­mal statt- Im Wagen des Kaisers saßen außer demselben der Fürst von Lippe und der Bildhauer v. Bandel. Der Kaiser hat dem Fürsten von Lippe das Regiment Nr. 55 verliehen und eine Deputation der frei-liberalen Derei- niaung aus Münster empfangen.

Detmold, 16. August. Der Bildhauer Bandel wurde von dem Justtz- rath Lüders in das kaiserliche Zelt geführt, wo der Kaiser und der Kronprinz warme Worte der Anerkennung an ibn richteten und ihm wiederholt die Hand drückten. Ter Justizrath Lüders brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch aus Bandel au*? Unter des Letzteren Führung besichtigte der Kaiser das Denk­mal und reiste sodann 5i/2 Uhr Nachmittags von hier ab.

Glogau, 13. August. Em entsetzliches Unglück, so schreibt derNic- derschl. Anzeiger", hat das Füsilier-Bataillon des Posener Infanterie-Regiments Nr. 58 betroffen. Auf dem Marsche von Fraustadt nach Freistadt sind 6 Lol- taten vom Sonnenstiche betroffen worden und tobt zu Boden gestürzt. Auch der GlogauerStadt- und Landbote" meldet die Thatsache. ,

Leipzig, 16. August. Es ist eine unbestreitbare Thatsacke, daß auch an der hiesigen Universität das theologische Studium mehr und mehr in Ab­nahme verfällt. Eine unlängst im hiesigenTagblatt" veröffentlichte statistische Uebersicht ergab, daß im Jahre 1860 die Zahl der hier Theologie Studiren-

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den im Verbältniß zil der Gesammtfrequenz noch 28 pCt. betragen batte, daß diese Zahl aber im gegenwärtigen Jahr aus 12 pCt. herabgesunken ist. In den Kreise» unserer Landesgeistlichkeit ist wegen dieses Umstandes lebhafte Un­ruhe entstanden und sie hat in mehreren Versammlungen sich mit dem Gegen­stand beschäftigt und nach Mitteln zur Abhülse gesucht. Indessen. hat man nicht gehört, daß die Herren Geistlichen sich über den eigentlichen Grund der Ver­ringerung des theologischen Studiums klar geworden sind. Wenn die theolo­gische Fakultät so einseitig orthodox zusammengesetzt ist, wie in Leipzig, wenn die Religionelehre und kirchliche Wiffenschast in so starrgläubiger, jedes freiere Denken verwerfendeii Weise gepflegt und behandelt werden, wie dies an der hiesigen Universität geschieht, dann braucht man sich wahrlich nicht mehr zu wundern, daß die Zahl der Jünglinge, die sich dem Berufe des Geistlichen widmen, von Jahr zu Jahr kleiner wird. Unsere theologischen Profefforen be- sinden sich, mit kaum irgend welcher Ausnahme, genau auf demselben Stand­punkt, wie er von Kliefoth in M.ecklenbnrg, dem Coi.sistorium in Hannover, Harlcß in München k. vertreten rb»ro. Einer der wenigen freisinnigen Geist­lichen des Landes, der aus Osnabrück nach Chemnitz berufene Pastor Sulg'e, hat in seiner Zeitschriftdie Leuchte" über die in Der hiesigen theologischen Fakultät wuchernde graste Orthodoxie überzeugende Beweise erbracht, er ist na­türlich aber alsVerletzer des Peksstmtnistes" sofort dennncirt worden.

)ie Sache hat aber noch einen Vrnjnftn Hintergrund. Das einflußreichste Mitglied der theologischen Fakultät, der Consistorialrath Prof. Dr. Lutbardt, gibt eineAllgemeine evangelische Kirchenzeitung" heraus In diesem Blatt herrscht ein Ton vor, den man schlechterdings nicht einen reichsfreiindlichen nen­nen kann. Vor Allem findet die Verwaltung des preußischen Cultusminifiers keine Billigung, im Gegentheil, alle besten auf Befteiung des Staates von ber kirchlichen Hierarchie gerichteten Maßnahmen werben in kleinlicher und gehässiger Weise bekritelt und herabgezogen. Herr Luthardt sieht in seinem Blatt sehr cheel auf dendKampf der deutschen Regierungen gegen Rom und die Jesuiten, und neuerdings eiferte er wieder dagegegen, daß die Geistlichen ihre Mitwirkung bei der Weibe von Kriegerverelusfahnen gewähren. Tie liberalen Parteien werden in jeder Nummer der gedachten Zeitung verdächtigt und verunglimpft. So viel ist klar geworden, daß, wenn nicht die hiesige theologische Fakultät einen Wechsel der Personen in Haupt und Gliedern erfährt, sie immer mehr dem Verfall zueilen wird. Hoffentlich wird man einmal im Landtag den Cul- tuemmifter wegen der keineswegs erfreulichen Zustände interpelliren.

Oesterreich.

Wien, 16. August. Zuverlässsig verlautet, daß auch im nördlichen Bosnien an ber Saoe unb ber Unna, im Grabiskaner Gebirge zwischen Gra- brska unb Kostainika. ber Aufstanb ausgebrochen fei. Tie Insurgenten unter­brachen die Telegraphen Leitung mir Banjaluka.

Wien, 16. August. DiePolit. Corresp." sagt bei Besprechung bes vom österreichischen Botschafter in Konstantinopel gethanen biplomatischen Schrit­tes : es erscheine als unzweifelhaft, baß die zwischen den drei nordischen Groß­mächten getroffenen Verabredungen den ernsten Willen bekunden, sich nicht von bet Herzegowina aus die orientalische Frage auf die Tagesordnung octroyiren zu lasten.

Agram, 16. August.Narodne Novine" meldet, daß heute Nacht zwischen Kostarniza und Dubicza in Bosnien ein Aufstand ausgebrochen ist. Tie Insurgenten überrumpelten das Wachthaus zu Johowo, töbteten zwei tür­kische Soldaten und nahmen die vorfindlichen Waffen weg.

Frankreich.

Paris, 16. August. Das amtliche Blatt verkündigt die Ernennung Pauliet's, Bischofs von Grenoble, zum Erzbischof von Besan^on, und die' Fava's, Bischofs von Martinique, zum Bischof von Grenoble..

Alle fremden Commistäre der geographischen Ausstellung, die Präsi­denten der verschrebenen geographischen Gesellschaften, sowie mehrere anberc Gelehrte würben vom Unterrichts - Minister Wallon zu Officiers dlnslruction publique ernannt. Unter ben Ernannten befinben sich solgenbe Deutsche: v. Richthoven, Kiepert, Lindau, Suht und Schlagintweit.

Graf Andrasiy, aber nicht der Minister, sondern besten jüngerer Bru­der Aladar, ist in Paris eingetroffen.

In Fontainebleau sind en gegenwärtig Versuche mit Belagerungs-Ge­schützen von einem bis jetzt ungewöhnlichen Kaliber statt. Die Ergebnifle, die man bis jetzt erhalten, sollen befriedigend sein.

Paris, 15. August.Der Bonapartismus blüht hier wie in einem Treibhause, und die Regierung scheint nichts zu sehen, nichts zu wisten unb