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Gießener Anzeiger.
Crfdbrint t.iAlid), mit Mn»* nahmt MoutagS.
ögptblüon Tavzletber«, tlL v Nr. 1-
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.
Äo. 41.
Tonncistlig den 18. Februar
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Amtlicher Lheit.
I87L.
Gießen, am 16. Februar 1875.
V etreffend : Ta4 Vanbgeftüt, nunmehr die Untersuchung der als Beschäler zu benutzenden Hengste von Privatpersonen.
Das Grohherjugliche Kreisaml Gießen
an die Grvßhkrzoglichen Bürgermrilternen des Kreises.^
Falls Angehörige Ihrer Gemeinden Hengste besitzen, welche sie im nächsten Jahre zum Bedecken von Stuten verwenden und der desfalls anzuordnen- den Untersuchung unterwerfen wollen, so wollen Sie uns dieß bis zum 25. d. M. unfehlbar anzeigen.
Sind solche Hengste nicht vorhanden, dann kann die Anzeige unterbleiben.
v. Röder.
L e h r e r c o n s e r e n z.
Die Lehrer des Bezirks Grünberg werden zu einer Couferenz auf
Montag den 22. Februar, Morgens 10 Uhr,
nach Grünberg eingcladcn.
Gießen, den 16. Februar 1875.
Büchner, Kreisschulinspector. fl—9—mm—i — i hui
politischer Theil.
Deutschland
Berlin
/rankreich
1 Wissens bis jetzt nicht bervorgcboben. Als die Depesche Bismarck's veröffentlicht wurde, behaupteten die ultramontanen Blätter, dieselbe wäre zur Zeit
größeren Truppenübungen bei dem fünften, sechsten und neunten Armee - CorpS hätten die Herren Bischöfe ihren feierlichen Protest wohl schwerlich für nöthig große Herbstübungen ungeordnet, denen Se. Majestät beiwohnen wird. Tas erachtet.
15. Februar. Der Kaiser hat in Betreff der diesjährigen ihres Erlasses gänzlich wirkungslos geblieben. Wäre das der Fall gewesen,
(..p.......v.r (,....... 7 |_v,,_ , ,, z Erwähnung, weil sie zeigt, wie man der famosen Streitschrift dadurch eine
werden sich/ soweit es"sich um Ucbergriffe auf das staatliche Gebiet handelt, höhere Bedeutung für Frankreichs Hoffnungen und die Ziele der Ultramontanen unwirksam erweisen. Ein seltsamer Widerspruch wurde übrigens unseres beizulegen sucht, daß man sie als unter „Autorisation von hoher Stelle" er
gäbe zu lösen und die Ebre der Rolle, die ihm zusteht"; aber dazu sei es unerläßlich, daß die constituttonellcn Gesetze aufgegcben würden; „eine konservative Majorität ist die einzige Eenstitution, die er nöthig hat." Man schmeichelt sich, daß auch die auswärtige Situation Restaurationsplanen günstig sei. Der „Moniteur Umversel" erfährt aus Wien, die Schrift des Erzherzogs Johann Salvator sei zuerst nur als Manuskript in wenigen Exemplaren an die Erzherzoge und höchsten Personen vertheilt worden, es sei dem jungen Ver- faffer sodann aber „die Erlaubniß an hoher Stelle, wie er sage, geworden, eine zweite Auflage für das Publikum zu veranstalten." Letztere Nachricht stimmt nicht mit den anderweitigen Wiener Nachrichten; wir thun ihrer nur
Regierung Rechenschaft abzulegen. Alle diese Aussagen gedachte Herr Capitän Zeplien zwei Tage später in einem am 14. er. auf dem Consulat zu Bayonne anberaumt gewesenen Termine zu Protokoll zu geben.
Berlin, 15. Februar. Die Coklccuv-Erklärung der Bischöfe gegen die Papstwahl'Depesche des Reichskanzlers sieht noch nicht nach Frieden Seitens des Clerus aus, dürfte eher beweisen, daß letzterer sich nicht nur auf die Wahl eines Papstes, wie sie jene Bismarck''che Depesche als möglich voraussetzl. gefaßtmacht, sondern auch schon seine Vorkehrungen danach treffen möchte. Diese
München, 16. Februar. Gutem Vernehmen nach brachte der Abg. Jörg in der gestrigen Abend Versammlung des Patrioten-Clubs den Antrag auf Erlaß einer Adreffe an den König, um gegen das Ministerium wegen Einführung der Eivilehe Beschwerde zu führen. Der Antrag wurde der Commission des Vereins zur baldigen Berichterstattung überwiesen.
München, 16. Februar. Abgeordnetenhaus. Präsident v. Stauffenberg eröffnet die Sitzung um 11 Ubr. Derselbe zeigt den Tod der Abgg. Scbeick und Echmidtbauer an, deren Ersatzmänner Stöger und Molzinger vereidigt werden. Die Frage über die Nolhwendigkeit der Neuwahl des Dr. Adler wegen Ernennung zum Notar in der Pfalz wird an den Geschäftsordnungs- Ausschuß verwiesen. Der Kriegsmin'ster legt den bayerischen Militär-Etat pro 1875 auf Grund des Reichs-Gesetzes vor, ferner einen Gesetz-Entwurf wegen Siegelung der Rechtsverhältnisse der bayerischen Militär - Beamten nach der Reichsnorm.
Desterreich.
Wien, 16. Februar. In Folge des Berichtes des ungarischen Minister-Präsidenten v. Bitto an den Kaiser über die gestrige Besprechung mit Tisza wurde Letzterer heute zum Kaiser beschicden.
Schweiz.
Bern, 16. Februar. Das altkatholische, Central-Ccmits fordert die altkatholischen Gemeinden und Vereine auf, ihre Telegirten für die demnächst abzuhaltende schweizerische christ-katholische National-Svnode bis zum 1. April zu ernennen.
Gardc-CorpS bleibt Vorbehalten. Das Garde - Regiment Königin übt bei dem achten Arniee-Eorps. In Coblenz findet im Sommer eine sechswöchige Dela gcrungSübung statt, wozu die rheinische Fuß-Artillerie hcranznzichen ist.
Berlin, 15. Februar. Die Urheber der Beschädigung an dem Krieger-, denkmal des Kaiser Alexander Garde Grenadier-Regiments in Habonville, sind, wie die „Rordd. Allg. Ztg." mittheilt, nicht zu ermitteln gewesen, doch hat die französische Negierung Weisungen an die Präfekten der Grenzdepartements er- lasten, zur Verhütung ähnlicher Erbärmlichkeiten geeignete Maßnahmen zu treffen. Der französische Minister des Innern hat seine Bereitwilligkeit ausgesprochen , für die Wiederherstellung deS beschädigten Denkmals Sorge zu tragen.
Berlin, 15. Februar. Der jGeh. Ober-Regierungsrath im Cultus- Ministerium, Herr Wiese, hat seine Entlastung eingereicht. Uebir die Person des Nachfolgers ist noch nichts bekannt.
Berlin, 15. Februar. Ucbcr die letzten Schicksale des Capitäns Zeplien von der bei Zaranz gestrandeten Brigg „Gustav" giebt ein von ihm an die „Vost. Ztg." aus San Sebastian, 12. Februar, gerichterten Brief folgenden näheren Aufschluß: Nachdem er seine Matrosen mit 50 Thaler an daS nächste Consulat geschickt hatte, blieb er nut seinem Steuermann Fritz Gales in Zarauz allein zurück. Hier brachte er weitere 40 Tage zu; es gelang ihm aber nicht, Geld oder sonstige Erleichterungen von einem Makler und dem Vertreter einer Versicherungs-Gesellschaft zu erlangen. Darum wandte er sich, besonders da die Carlisten vorher schon einen Theil seiner Latung verkauft hatten, an Don Carlos, indem er einen Bruf an ihn gelangen ließ. Wenige Tage später kam der Gouverneur von Guipuzcoa von AzpelNa an, und theiltc ibtn^im Namen des Königs mit, daß seine Forderungen bewilligt wären. Er händigte dem Capitän 50 Thaler aus, und überbrachte ihm die Erlaubniß, sein Inventar zu verkaufen. Er gii g nun zunächst nach San Sebastian, hatte! Pari-, 15. Februar. Tas „Univers" hält^jetzt die Zeit für gekom
eine Unterredung mit dem Consul und Herrn Capnän Zembsch vom „Nauti-!men, wo etwas Entscheidendes für Thron und Altar geschehen könne. „Werins", konnte aber auch hier zu keinem Resultat gelangen und ging in Folge'den", fragt es, „die Gruppen der Rechten in den Nothwendigkeiten der jetzigen desten wieder nach Zarauz zurück. Mehrmals wurden ihm während dieser Zeit-Lage Energie genug finden, werden sie Energie und Muth genug entwickeln, Schriftstücke zur Unterschrift vorgelegt, die er jedoch nicht anerkannte, weil sie nm das Wort des Herrn Chabaud-Latour in Ausführung zu bringen, daß alle einen Paragraphen enthielten, der besagte, daß die Carlisten nicht auf den'Frankreichs Heil einzig in der Monarchie ruht? Es wäre endlich Zeit." Das „Gustav" geschosten hätten. Uebrigens constatirt Herr Zeplien, daß sowohl er ist wenigstens auftichtig geredet; aber so offenes Spiel treibt man im Elysse wie sein Steuermann während der ganzen Zeit ihres Aufenthalte- in Zarauz nicht, und schwerlich dürfte die Monarchie, die Broglie erstrebt, den ungetheil- eine durchaus frenndlick'e Behandlung erfahren haben und daß ihnen in Bezug ten Beifall des „UniverS* finden. Auch die „Union", der „Moniteur" des auf ihre persönliche Freiheit keinerlei Beschräi.kungen anferlegt worden sind. Roy, führt dem Marschall heute zu Gemüthe, „daß er nur auf monarchischem Nachdem nun im Anfang dieses Monats die Regierungsrruppen nach Zarauz Boden mit einer conservativen Majorität die Stärke finden werde, seine Auf- kamen, und er erfahren, daß die Regierung sich verpflichtet hatte, für den Schaden aufzukommen, blieb ihnen keine weitere Verai lassung zu längerem Aufentbalt. Er wollte sich nun umgehend nach Deutschland begeben, um seiner


