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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.

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Amtlicher Theit.

(Ließen, am 12. Juni 1875.

Betreffend: Pr jener-SBf reine r ,

Das E) roßßcrzogl iche Kreisamt Gießen

an die Gro« mofllidMi Bür^erlneistereiell deö Kreises.

Grohherzoglchis Ministerium wünscht eine Uebersicht iibrr dic im Großherzogthum bestehenden Kriegervereine zu erhalten. Sie wollen demgemäß baldigst b> richt'n, welche Vereine der Art in Ibren Gemeinden bestehen und zugleich deren Namen (Krieger-Verein, Soldaten Verein, Kampfgeuoffen-Verein, Vet'ra>'en V rein ic.), sowie die Zahl der Mitglieder und den Namen des Vorstandes angeben.

I. V.:

Dr. Hoffmann, Regierungsrath.

Gießen, am 12. Juni 1875.

Betreffend: tfinfmbuna bei Stundenpläne.

Die

/" c Krcis-Schul-Commisswn Gießen an die Schulvorstäide des Kreises.

Wir bringen für diejenigen Schulvorstände, die unsere Auflage vom 19. Mai d. I., Anzeigeblatt Nr. 115, noch nicht erledigt haben, düselbe in Er- im.ernna, und erwarten die Einsendung der Stundenpläne und zwar in doppelter Ausfertigung innerhalb 8 Tagen.

I. V. d. B:

Dr. £ off mann, Regierungsrath.

politischer Theib

Berlin, 13. Juni. Die heutigePost melket:Emern Anträge des

Schloß Heiligenberg bei Jugenheim steht dem Vernehmen nach für heute Abend bevor

Berlin, 12. Juni. Vom Herrenhause wurde heute nach längerer Be- rathung die Provinzial-Ordnung nach den Beschlüssen des Äbgeordnetenhausls und ebenso das Dotations-Gesetz angenommen. Ferner wurde der Ankauf der Berliner Nordbahn und der Pommer'schen Centralbahn genehmigt und sodann

das Gesek über die Verwaltungsgerichte nach den Deschlüsten des Abgeordne­tenhauses mit der allgemeinen Abänderung zu § 13 angenommen, daß daS

Deulfdjfanö.

Aus Hessen, 16. Juni. Die Landesversammlung der deutschen F»rt- schrlttopartei Hestens, welche heute in Frankfurt a. M. tagte, hat folgenden Aufruf erlassen:

Mitbürger!

In ten nächsten Wochen sollen die Abgeordneten unseres Landtages, deren AnstriN durch das Loos bistimmt wurde, durch Neuwahlen ersetzt »erden.

Mit Befriedigung kann die deutsche Fortschrittspartei in Hessen auf diei Erfolge de» letzten Landtages zurückschauen. Die große Mehrheit der zweiten! Stammct hat den Forderungen unseres Wahlaufrufes vom 10. November 1872 voll entsprochen und die nationale und freiheitliche Entwickelung in vielen und wichtigen Punkten gefördert.

Sie bat treu und fest zum Deutschen Reiche gestanden, die Selbstverwal­tung des Volkes im Gebiete der Gemeinden, Kreise und Provinzen durch Mit' Wirkung zu frelstnnigeii Verwaltungsgefetzeu theils erweitert, theils neu begründet und die Vereinfachung der Staatsverwaltung in mehreren Zweigen durchgesetzt, in anderen ungebahnt.

Mit ihrer Hülfe ist ein Volksschulgesetz zu Stande gekommen, welches, den Bedürfnissen der Gegenwart entsprechend, den Vertretern der Gemeinden und ItTitfe größeren Einfluß auf den Volksuuterricht einräumt und die Stellung der Lehrer verbestert

Durch die neuen Kirchengesetze sind die unveräußerlichen Rechte sowohl des Staates auf Oberaufsicht über Kirchen- und Religions-Gemeinschaften, wie aller Einz hie» auf freie Religionsübung zeitgemäß festgestellt und gesichert worden.

Nach Kräften bat die Kammer endlich für das wirthschattliche Wobl und für die Revision der Steuergesetzgebung gewirkt

Die so begonnene Umgestaltung unserer Gesetzgebung in freiheitlichem und volksthümlichem Sinne ist vor Allem der Thatsache zu verdanken, daß die Mehr heil der Kammer aus Männern bestand, die zu unseren Grundsätzen sick beken­nen, und daß hierdurch der Regierung möglich wurde, ernstlich den Weg des Fortschrittes zu betreten.

Diese Mehrheit wäre aber nicht geschaffen worden, wenn nicht unsere Gesinnungsgenoffen bei den letzten Landtagswahlen mit voller Kraft in den

ni hindern. Berlin, lo. Juni, yjie veuugePvsi meicer.vjineni euutagc vt»

Mitbürger! An uns Alle ergebt nun der ernste Rus, durch die Neu- Reichskanzlers zufolge soll der Reichscomnnssion für die Welt - Ausstellung in

wählen die errungenen Erfolge zu billigen, zu sichern und weiterzuführen. Philadelphia die Summe von einer halben Million Mark zur Verfügung ge-

Beweisen wir, daß wir standhaft und unbeirrt zur Fahne des Fortschrittes stellt weiden." Die Hansestädte h-ben beantragt:Der Buudesratb möge halten und daß der Sieg uns nicht erschlafft, sondern zu erbebter Tbätigkeit die Beibehaltung der Handelsgerichte fefort in Erwägung ziehen und die Vcr-

angespornt hat. treter der Bundeßregieiungen in ter Reichs - Justizcommission in diesem Sinne

Laßt uns reichstteue und freisinnige Männer wählen, welche die Freiheit, inflruiren." Der Antrag wurde dem Justizausschuß zur Derathung überwiesen.

Kampf getreten wären.

Hüten wir uns, zu glauben, dieser Kampf sei uns jetzt erspart, und wir, hätten nur die Frucht des Sieges zu genießen. Die neuen Institutionen muffen in dem Geiste auSgebildet werden, in welchem sie begründet sind. Das Fun-, bamenf ist gelegt, der Ausbau ist erst begonnen. Weitere Vereinfachung der . .. . _

Staatsverwaltung und Revision der Steuergcsetzgebung werden wichtige Aufga- Bezirks-Verwaltungsgericht bei Anwefenhelt von zwei Mitgliedern. von denen

Leu des nächsten Landtages fein. ' eines zu den gewählten Mitgliedern gehören muß, beschlußfähig sein soll. Tie

Die Feinde, mit welchen wir früher gekämpft, steben noch auf dem Staatsregiernng hatte sich mit dieser Aendernng einverstanden erklärt. Das

Kampfplätze, ja sie sind bester als früher organisirt und streben mit gesteigertem Abgeordnetenhaus erledigte die heutige Tagesordnung, auf welcher sich Gegen-

Fanatismus , die neuen Schöpfungen zu untergaben und ihre Entwickelung stände von erheblicherem Jlitereffe nicht befanden.

die Eintracht und das Wohl unseres Volkes zu wahren und zu mehren ent» schloffen sind.

Frankfurt a. M-, den 13. Juni 1875.

Die Landeeversammlung der deutschen Fortschrittspartei in Hessen.

Im Auftrag:

Engelhard von RüffelSheim. Jost von Allertshofen. A Kugler von Offenbach. Gustav Müller von Bensheim- Dr Osan n von Darmstadt. I- Birkenholz von Vilbel. Dr. Dittmar von Gießen. Ellenberger von Hain-Gründau. M. Kuhl von Butzbach. Scrtba von Friedberg- Wadfack von Grebenau. Daudistel von Alzey. I. Dieterich von Mainz. Egly von Oppenheim. H. Fitting von Mainz. K- Gräff von Bingen. Dr. Schröder von Worms.

Aus dem GroHherzogthum Hessen. Obgleich die allgemeine Stimmung für montanistische Unternehmungen eine sehr gedrückte ist, hat, und zwar aus Anlaß des in Aussicht stehenden Berggesetzes, die Zahl der im vori­gen Jabre ertheilten Mutbscheine eine sehr bedeutende Zunahme erfahren und betrug im Ganzen 1812, wovon 732 neue und 1080 verlängerte. In erster Linie erscheint hierbei die Provinz Oberhessen und insbesondere die Streife Gießen, Alsfeld, Büdingen und Friedberg betheiligt. Ter Bestand der velehnungen be» trug Ende vorigen Jahres in Oberheffen 387, wovon 184 gefristet sind. Aus­fallend gering ist die Zahl der ertheilten Schürfscheine, die im Großherzogthum nur 13 betrug, wovon allein 11 auf Oberhessen entfallen.

Darmstadt, 13. Juni. Die Königin Olga von Württemberg hat ihren Aufenthalt in Jugenheim bis zum 15. d. Mts. verlängert; auch der Kaiser von Rußland wird länger, als ursprünglich beabsichtigt war, verweilen. Die Nachrichten von militärischen Schauspielen sind vorerst unbegründet, da- gigen soll der Kaiser beabsichtigen, den Griesheimer Artillerie-Schießplatz zu besuchen.

Darmstadt, 14. Juni. Zn Ehren des Kaisers Alezauder findet heute in Jugeichelm große Galatafel statt, wozu zahlreiche Einladungen ergangen sind. Die Abreise des Kaisers ist nunmehr auf dm 23. Juni festgesetzt.

Darmstadt, 14 Juni. DaS Eintreffen des Erzherzogs Albrecht auf