itßmtr Anzeiger
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Anzeige- und ^(mtsßfaft für den Kreis Hießen.
Freitag den 15. October
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nfb.nl nicht m,hri 9?eflierung mag die „bäuerlichen Prachtkerle» nach Haus« schicken, und dann? , iii »«riX . i» hundert gegen «in« ».Ihn, daß genau dieselben „Prachtkerl." von
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Darmstadt, 12. October. Von den in der Eröffnung-. Rede des
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Regierung in Preußen zum Wohle, vielleicht zum Fortbestände des Vaterlandes ein nothwcndiges Uebel gewesen.
Als Fürst BiSmarck den Conflict gegen das preußische Abgeordnetenhaus durchfocht, da konnte er der Zustimmung in den höheren Regionen vollkommen sicher sein; am preußischen Hofe herrschte noch jene kleine aber mächtige Partei, welcher das vermäßige Leben stet- ein Greuel war und noch heute ist. Die gegenwärtigen bayerischen Minister, welche an sich nicht das Zeng zu Eonflicts- männern haben, dürften schwerlich unbedingt auf König Ludwig rechnen können; wollten dieselben nach Annahme des Jörg'schen Adreß EntwursS im Plenum der zweiten Kammer weiter regieren, trotz Steuerverweigerung die Steuer weiter erheben, das Ministerium Psretzschner-Lutz würde dann jedenfalls die Sympa- tbieen der Retchsregierung und auch eines großen Theiles der deutschen Nation besitzen — aber moralische Unterstützung hilft der konstitutionellen Thatsache gegenüber Nichts. Daß man, um den Ultramontanen die Köpfe zurecht zu setzen, Strafpreußen noch Bayern schickt, ist nicht wohl angänglich.
Es bleibt also nur die oben angegebene Alternative übrig; die bayerische
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ter vom 1. Octobcr 1874 bi- dahin 1875 au- den israelitischen Religionsgemeinden der Provinz Oberhessen beim Großh. Rabbinate Gießen eingegangencn Waisenbüchsengelder.
«U6 Bönstadt fl. 3 26 fr , Obbornhofen fl. 6, Münzenbrrg fl. 1.20 fr, Friedberg fl 21 19 fr., Griedrl fl. 3 36 fr., Angerod fl. 33 kr , Btndsachsen 30 kr . Langsdorf ff. 2.8 fr., Wiesecf fl. 5 34 fr., Obersee,nen fl. 7.26 fr, Kncbgöns fl- 2 50 fr., Hungen fl. 16 51 fr.. Nidda fl. 6 24 fr-, Niedergemünden ff. 2.27 fr, Nauheim ff. 1.52 fr., t'.ch fl. 2.21 fr, Niederohmen fl. 137'/, fr, Watzenborn fl. 2.23 fr, Groß Busecf fl 12.5'2 fr, Nauheim fl 6.7'/, kr, Trat- fl. 1.27 kr. Heldenbergen fl 23-30 kr, Holz- beim ^.üningen fl. 2, Wohnbaw fl 3.7 fr, Poulgöns fl 241 fr, Nauheim fl- 3.9 fr, Steinbach fl. l5 51 fr, Mainzlar.Lollar fl. 228 fr Burggräfenrod fl. 1.31 fr, ^irchgöns fl. 2 7 fr , Butzbach fl. 7.15 fr, Nndermocksladt fl- 4 5 fr, Tüdeltzheim fl. 9.44'/2 h , Büdingen fl. 8.42'/2 fr, vimbach 35 kr, Vilbel fl- 3.10 fr. Höchst 52/2 fr, Nodhe.m v. d. Höbe fl. 2 39 fr, Altenstadt fl 4 4" fr, Altwiedermus 35 kr, Obkrerlenbach ff. 4.53 fr, Langenvergbeim fl. 1.45 fr, ©laubcrß ff. 2 20 fr-, ^^^^°usen 25 fr, Eimerltzdausen fl. 337 fr, Odergleen ff. 2.47 fr, Friedberg ff 30.10 fr, Wenings fl 85 fr, «ud^heim 24'/r kr, Laubach 56 fr /hainfe b ff. 1J4 fr, Wberffon s,adt ff 3 18 fr, ledern ff. 9.12. fr, Oderseeinen ff. 4, Bönstadt fl. 3.5'/2 fr, Ostheim-Hochweisel fl. 141 fr. Münzender« 22'/» fr, Kertors fl 4.13'/» fr, Gießen fl. 27.10 fr , in Summa fl. 317 55'/» fr. — M 515.87 Pf-
Rabbiner Dr. Leo t. ___
t«gttcd, mit 'M»
* Gießen, am 12. October 1875.
Betreffend: Die Einführung des Turnunterrichts in den Volksschulen. , ,
Die Großhcrzogliche Krcis-Schnl-Commiss.on (Siegen
an die Sct'iilvorstande vcs Kreises.
Sie wollen diejenigen Lehrer, welche sich an dem Turnunter,icht deS Turnlehrers Dr. Marx zu Gießen und Lich betbeiligt haben, bedeuten, daß ihnen Diäten Wit 2 Maik pro Tag aus der KreiSfasie bewilligt worden feien, welche bei dem Kreitzfafsenrechner Grüneberg dahier gelegentlich in Empfang genommen werden können, »der auf desfallS zu erfennen gegebenen Wunsch und Einsendung der Quittung per Post übersendet werden sollen, in welchem Falle allerdings die Bezugsberechtigten bat eiwachjend^PoNo BezirfS Grünberg wird bemerft, daß der auch für Grünberg in Aussicht genommene Turncursus wegen Erfranfung des Turnlehrer« Marx
ouSgesetzt werden mußte, nun aber in der Kürze abgebalten werden wird.
v. Röder. .
Die französische National - Versammlung, welche in ihrer jetzigen Zusammensetzung so ungeheuer wenig die Stimmung der Nat ou repräseutirt, dafür aber unverdroffcn aus legislatorischem Wege für das Wehe, stellenweise auck für das Wohl des Volkes sorgt, hat sich schon seit geraumer Zeit den Bei-, namen „Baueru-Versammluug" erworben. Die Erfinder dieser Bezeichnung wollen damit einen gewiffen Spott über die Volksvertreter ausgießeu, welche aus Unkenntniß, wie die Bauern, oder geleitet von einem störrischen Eigensinn, wie die Dauern, sich und die Dauern compromittiren. Unsere süddeutschen Brüder in Bayern haben einen anderen Begriff von den Dauern; .bäuerliche Prachtkerle" sind nämlich die Pappenheimer des Herrn Jörg in der zweiten bayerischen Kammer, „bäuerliche Prachtkerle" ist ein Beiname, welcher in -über, großer Zärtlichkeit von der „Augsb. Post-Ztg." der Majorität der Clerical- Patrioten zugelcgt wird. Den „Kerlen" scheint in der That kein Finger weh zu thun, und man behauptet, wenn Einem oder dem Anderen alle zehn Finger und alle zehn Zehen webe thun sollten, er würde sich doch nach der Pranner- gasse schaffen lasten, um dem reich-freundlichen Ministerium arc •**'*'* —k’ m.g-wLhnl,ch«n Weg' der «^nttnun^ hn'ta wUbYrgenäblt''werten. Dai jetzige bayerische Eabinet muß sich
lium anzutasten. Der Knabe Karl — d. i. die zwei Stimmen starke ultramon-j tane Majorität in der zweiten bayerischen Kammer — sängt an fürchterlich zu, werden, man muß nach dem bisher Gelcistcten die durch die bayerischen Ultra- montanen herausbeschworene Lage verteufelt ernst nehmen. Die Vorgänge inj ------ ----- - -
yae,In borgen in thron Eansoquonzeu eine nm j° größere ®efabr, als es auch Landtags erwähnten damals aber noch nicht zur Vorlage gebrachten Gesotz- m,t der Einheit »wischen der Reich-reg.erttng und Reick,Stag nach Pokanntwerden entwürfen find zotzt d,e Gofetze über d,e «emfion der allgemomen Emkommen- der Rov.Ne zum'S rasgesetzbucko aus sein muff, «n Äcktung haben die Ultra- steuer und die Einführung emer CayitadStener, sowie die Gesetze über die montanen kaum noch etwas z,. voriieron. sie fotzen AlloS auf ein, Sorte, um anjGehalte der Volks-Schullehrer und dte Emführ.mg dos Sterbe.Quartals für c,; im Nntican noch ilirunebmen. ।bte Hinterbliebenen von Volks r Schullehrern, endlich das Gesetz über die neue
Wir haboit^bis^jotzt immer ten Standpunkt .ettroten, daß es die Ultra-,Veranlagung der Wom-Steuer vorgelegt. Ta« Budget erwartet man täglich montanen nicht zum »eußerston treiben würden. Nachdem wir den -Idreß-Entwurf in gegruckton Exemplaren , die übrigen noch rückständigen Gesetz - Entwürfe im M Herrn ^örg gelefen babon, streichen wir die Segel unserer Vertrauens- Laufe der Woche. Di-t Spannung sieht man namonU.ch dem Gesetze über die ieUakeit nnd erkennen gern an daß wohl feiten ein «droß Entwurf heftiger Erböbuug der Pensionen der vor (874 Pension,rten Staatsdiener entgegen, eg .n Mincherchm >o« .ehen und mit klaren Worten die feste Sbsicht, de., Berli», 11. October. Während allgemach das politische Interesse an «amps ans'« Mester »n führen, anssprechen konnte, als es der J°ig'fche>dor Herzegowina-Angelegenheit^^verglimmt hoben sieh zweil ändere Them°ta ,n Adreß-Sntwurs th.it. Die boveriscken Munster sind nunmehr vor die Alterno- dos Vordertreffen deS offo.it ithon Artoreffes gedrängt - die Re.se des Kaisers Nve gestellt, entweder die Sommer geben zn lasten, oder selbst zu geben. Giebt mit ihrem stork politisch gefärbten Hintergrnnd und d.o Kämpfe deren Schau- s nicht noch ein Drittes? Gewiß, d,e budgetlofe Regierung, den Conflict. platz das Parlament von Isar-Athen gegenwärtig bildet. So sehr auch das Hn einen «onflict in B-vem, an eine budgetlose Regierung dortielbst ist Interests am Culturkompf und Allenz was damit zu ammenhängt gestorben nicht zu denken. Da« Ministerii.m, welches jetzt von seinem Posten gedrängt war, die Gestaltung der Dinge in Bayern hat tafielbe - mindesten« wo« werden soll verdient gewiß die Svmpathie aller Reichsftennde, wir sind jedoch speccell die Gestaltung der Dinge in diesem zweitgroßesten deutschen Staate be° nickt im Stande, aus vollem Herzen und aus Ueberzeugnng den Wnnsck aus- trifft, von Neuem macktiq °ugkfacht.
rusprecken, daß das Mmifterium Pfretzschner-Lutz trotz Adresie, trotz bevorstetzen- i\< Lage der Dmge m München bfldet vielleicht eine l^iomsten der St'u rverweizernng weiter omtiren möchte. Wer den preußischen Conflict «Hannen, in welche em constituli-neller etaat gerathen kann. Zwei Et,m. m" durch bt Hot der gönnt seinem schlimmsten Feinde nicht solche Zustände, men Mazorität terror.si.ren das Parlament Die Ultramontanen werden Dem Abgesehen davon, daß die Constitution nie ein werthloser Fetzen Papier sein entzegneni im teuren Reichstage, im preußischen «bgeordnetsnhause werde soll^ bat ein bayerischer Minister-Präsident doch niemals das Rüstzeng, welcher ebenfalls durch das Recht der MozoriiLt in zedem Falle die Ansicht der „Iibe- Bismarck besaß ” als er im Iobre^1862 den Conflict inaugurirte; schon vom raten" Partcicu die maßgebende. Das ,st ,a richtig. Aber daß eure Kammer Jahre 1864 ab — und noch mebr in der Folge zeigte sich, daß die budgetlose mit zwei Stimmen Majorität einem Lande Gesetze gebe, das ist denn doch
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