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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.

Donnerftaq den 12. August

iSU.

Seitens der Französischen Regierung

sind

Politischer Th eil.

Frankfurt, 9. August.

Heute Vormittag fand die Eröffnung der

an die Französische Regierung erfolgen wird. Gießen, den 10. August 1875.

Großherzogliches Kretsamt Gießen, von Röder.

Deutlet) taut).

Darmstadt, 9. August. Die Nr. 37 des Großherzoglichen Regierungs­blatts hat folgenden Inhalt:

1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 1. Juli l. I., Abends nach 7 Uhr, badete der Bürstcnbindergcjclle Carl Diehl aus Aßlar, im König­lich Preußischen Kreise Wetzlar, oberhalb der^Sauerbier'schen Mühle bei Gießen in der Lahn und wurde von der reißenden Strömung in einen tiefen Strudel geriffen, in welchem er, des Schwimmeno unkundig, untersank.

Der am jenseitigen Ufer badende 18jährige Maurergeselle Ernst Haubach ans Gießen sprang rasch in die Lahn, schwamm nach dem gegenüberliegenden Ufer, faßte nach einigem Suchen den Untergesunlenen und brachte ihn, mit der einen Hand ihn am Arm haltend, mit der anderen Hand schwimmend, glücklich ans Ufer.

Se. Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Ernst Haubach für diese muthvolle, mit eigener Lebensgefahr verbundene That das allgemeine Ehren­zeichen mit der Inschrift:Für Rettung von Menschenleben- allergnädigst zu Verleihen geruht.

2. Uebersicht der für das Jahr 1875 zur Bestreitung der Bedürfniffe in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Darmstadt genehmigten

7. Dienstentlaffung. Se. Hönigl. Hoheit der Großherzog habeii allergnä' digst geruht: am 19. Juli den Lehrer an der Realschule zu Mainz Dr. Ernst Ritsert auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 31. August l. I. an, von seiner Dienststelle zu entlasten.

8. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrstelle zu Leid­hecken mit einem Gehalt von 2726 Mk. 49 Pfg., wovon jedoch bis auf Wei­teres 400 Mk. an den allgemeinen evang. Pfarrverbesterungssonds abzugeben sind, welche Abgabe indesten durch den zeitigen Mehrertrag der Stelle gedeckt wird; die Stelle eines akademisch gebildeten Directors der höheren Mädchen­schule zu Darmstadt mit einem jährlichen Gehalte von 4000 Mk., welcher sich durch AlterSzulagen bis zu dem Betrage von 4600 Mk. erhöht; die erste evang. Schulstelle zu Bechtheim, im Kreise Worms, mit einem jährlichen Gehalt von 857 Mk. 14 Pfg.

Darmstadt, 10. August. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben mittelst allerhöchster Entschließung vom 3. I. Mts. den Mimsterial - Secretär zweiter Elaste bei dem Ministerium der Justiz, Hermann v. Bechtold, zum Ministerial-Secretär erster Elaste bei diesem Ministerium zu ernennen geruht.

Darmstadt, 10. August. Schon seit Monaten ist das Ober-Eonsisto- rium auf das Eifrigste mit den Vorarbeiten zur Classification der Pfarrgehälter befaßt. Bekanntlich beziehen die Pfarrer dermalen nur die Erträgniste des Vermögens der jeweiligen Kirchengemeinde, welche sie pastoriren, und variiren so die Dienstbezüge der Pfründen-Inhaber zwischen fünfhundert bis nahezu ebenso viel tausend Gulden. Erst in den letzten Jahren bat man das Minimal- Einkommen der Pfarrer durch StaatSzuschnste auf 1000 fl. erhöht; bei der Wiederverleihuug sehr fetter Pfründen hat man einen Theil des Erträgnisses zur Aufbesterung srhr magerer Stellen verwendet- Es sind nun von sämmt- lichen Pfarreien de- Landes die Besoldungsnoten einzefordert worden. Es sollen, wie bei den weltlichen Beamten, BesolduiigsNasten ganz unabhängig von der jeweiligen Stelle creirt und die deren Betrag überschießenden Beträge an die Ceniralverwaltung abgeliefert und zur Aufbesterung der Stellen verwen­det werden, die das normalmäßige Einkommen nicht erreichen. Es könnte frei­lich die Rechtsfrage aufgeworfen werden, ob reiche Kirchengemeinden zur Ab Lieferung eines Theiles der Erträgniste und des ihnen doch eigenthümlich zustehenden Kirchenvermögens gezwungen werden können ; allein die prekäre Lage der evangelischen Pfarrer und der immer mehr zu Tage tretende Theologen­mangel weisen mu gebieterischer Notwendigkeit auf den projectirten Ausweg

a n n t m a ch u n g.

die Todtenscheiue der nachstehend verzeichneten, angeblich aus dem Großherzogthum stammenden Personen ermittelt werden konnte, weil derselbe in den betreffenden Todtenscheinen irrig bezw. gar nicht bezeichnet ist.

Umlagen.

3. Uebersicht der von Großherzoglichcm Ministerium deS Innern für das Jahr 1875 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Eommunal-Bedürfnisten in den Gemeinden des Kreises Lauterbach.

4. Uebersicht der von Großherzoglickem Ministerium des Innern für das Jahr 1875 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Eommunal-Bedürfnisten in den Gemeinden des Kreises Schotten.

5. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst gerubt: am 8. Juli den provisorischen Reallehrer Dr. Ludwig Unver­zagt aus Gießen zum Lehrer an der Realschule zu Darmstadt zu ernennen; am 12. Juli dem evang. Pfarrer Heinrich Kolb zu Ensheim die evang. Pfarr- ftclle zu Raunheim zu übertragen; am 14. Juli den von den sämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach auf die evang. Pfarrstelle zu Maar präsentir- trn Pfarramts-Caiididateii Friedrich Theodor Scriba von Stadecken für diese Stelle zu bestätigen; am 15. Juli dem evang. Pfarramts Eandidaten Gustav Lindhaus von Darmstadt die evang. Pfarrstelle zu Wald-Michelbach, am.

mitgetheilt worden, deren Geburtsort bis jetzt nicht . _

Ta eine Veröffentlichung der Namen der Verstorbenen möglicher Weise zur Feststellung des Geburtsortes derselben führen könnte, so wird das nachstehende Verzeichuiß zur öffentlichen Kenntniß gebracht und werden Diejenigen, welche etwa Auskunft über die hier in Rede stehenden Personen geben können, zur ent- svrecheudeu Anzeige bei unS mit dem Bemerken ausgefordert, daß, falls die Todtenscheine nicht innerhalb 6 Monaten bei uns reclamirt werden, deren Rückgabe

16. Juli dem evang. Pfarrer Hermann Hüffell auf dem Wirberg die erste hm, durch den allein täglich fühlbarer werdende Mißstände beseitigt werden evana. Pfarrstelle zu Groß-Linden zu übertragen. können. (Neue Hess. VvlkSbl.)

6 Versetzuiiqeu in den Ruhestand. Sc. König!. Hobest der Großberzog Potsdam, 9. August. Der Kaffer ist heute Nachmittag in Neuendors Men alleranädiast geruht - am 12. Juli den Landzerichtsdiener bei dem Land- emgetrosten, wo er von den dort versammelten Prinzen und Prinzessinnen auf «erichte Groß-Umstadt, Heinrich Mertz, in Betracht seines vorgerückten Altersjdas Herzlichste begrüßt wurde. In Begleitung des Kronprinzen und der Kron- mid in Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen Dienste, am 21. JuU'prinzeffin fuhr der Kaiser sodann nach Schloß Dabel-berg, woselbst er von dcn Stempler bei der Hauptftempelverwaltung Paul Hilgcr auf sein Nachsuchen, der ^afferm emptangen wurde. _

ben Eonducteur bei der Main-Neckar-Effeubahn Car! Formhals, den Wagen- Breslau, 9. August. Der Altkatholiken-Congrey, welcher in den Tagen

den Conducteur bei der Main-Neckar-Effeubahu Car! Formhals, den Wagen- Breslau, 9. August Der Altkatholiken-Congreß, welcher in den Tagen Wärter bei dieser Eisenbahn Daniel Pfeiffer bis zur Wiederherstellung seiner vom 20. d.s 22. d. Mrs. hier stattfiudeu tollte, ist bis auf Weiteres auSge- Gesundheit, am 26. Juli den Schullehrer an der zweiten Mädchenschule zu setzt werden.

Älzey Wilhelm Kehl auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen.

Nr.

Jahr

Monat

T-g

Ort

Namen.

Angeblicher Geburtsort.

Stand.

Alter.

Bemerkungen.

des Ablebens.

1.

1873

Juli

6

Missorghin, Döp. dOran Aigörie.

Nehrbaß, Margarethe Wittwe, geb. Blehl.

Heffen, Darmstadt.

74 Jahre.

Tochter des Peter Nehrbaß und der Catharina geb. Gesenheimer.

2.

1874

Januar

16

Soukahras Algerie.

Franck, Philipp.

Mainz.

gar<;on voiturier.

29 Jahre.

Sohn des Jacob Franck und der Elise, geb. Ekoi.