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Gießener Anzeiger

'Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen

Freitag den 10. September

politischer Theil.

den

Comite.

ann folgt'

f UtvfttWtt feit erscheine und was von ihm genehmigt, unmöglich von der Kirche Leanstan- ||L (ItlllllV111 dkl oder gar verweigert werden könne; die staatlichen Voraussetzungen müßten «t MtiSl.®* and) der Kirche genügen. Der Geistliche habe nicht mehr die Voraussetzungen i";rrlub®ig. zu vermehren, sondern die staatliche gültige Eh- zu acceptiren; die Einsegnung 5!___ habe nur dann Werth, wenn ste freiwillig verlangt werde; nicht durch Zwangs-

Frankreich.

begaben sich in Heineren Abteilungen nach der Kirche Notre-Dame des Vic-

toires, nm am Schlußgebet theilzunehmen und den Segen zu empfangen. Mor-

13. Scplcmdo Emil Wenzel

frei* wterteI|ibTlt<b 3 Darf MM »M MrMG«rfol»n.

* Goß »wudlUrh* I Darf M Vf-mdß.

'anffurter, ®itr:: e unt> hwfe ringer Rothweinic ein SchMiill.

maßregeln oder Androhung von kirchlichen Strafen, sondern durch milde christ» liche Belehrung sei die kirchliche Einsegnung aufrecht zu erhalten; kein Geist­licher könne das Recht haben, die Einsegnung einer staatlich gültigen Ehe zu

entziehen seien, 1^

werden könnten, welche getauft seien u. s. w. .

Beschluß: Annahme der gestellten^Anträge mit großer Mehrheit.

panten Vereine aus allen Theilen des Landes, sowie auch von Geistlichen zahl' reich besuchten Versammlung wurde eine Reihe von Fragen eingehend erörtert und zur Abstimmung gebracht, welche dermalen in dem neuen Verfasiuiigsleben der evangelischen Kirche einer Entscheidung harren und von tiefeinschneidender Bedeutung sind. Unter den sümmklichen Anwesenden machte sich eine erfreuliche Ueberemstimmung in den maßgebenden Principien geltend; alle waren darin einig, daß den Bestrebungen und Anträgen der sog.Friedberger Conferenz" al« der zeitigen Mehrheit in der Synode, insoweit dieselben der Gleichberech- tigu''.g auch der liberalen Anschauung innerhalb der evangelischen Kirche zuwi- dcclaufen, mit Entschiedenheit entgegengetreten werden muffe; es wurde' her­vorgehoben, daß der Protestanten - Verein alS ersten Grundsatz die gegenseitige Duldung, die Achtung und Anerkennung einer jeden, auch der strengsten Glau­bensrichtung, sesthalte. diese Achtung und Anerkennung aber auch für sich selbst innerhalb der Kirche verlange und verlangen muffe.

Von den zur näheren Berathung gelangten Anträgen sind vorerst die fol­genden hervorzuheben :

1. Antrag:aus stärkere Vertretung des Laien-Elernents in den Dekanats- und der LandeS-Synode und Ersuchen an die betr. Vertreter in der Synode, dahin zielende Anträge zu stellen."

Zur Begründung dieses Antrags wurde von verschiedenen Rednern her­vorgehoben : daß es dem evangelischen Geiste nicht entspreche, wenn dem einzelnen Geistlichen ebensoviel Berechtigung zustehe, wie der ganzen Gemeinde, oder einem großen Theil derselben; die Synode habe wichtige gesetzgebende Befug-' niste auszuüben, selbst den evangelischen Gemeinden Steuern aufzulegen, so daß unmöglich dieselbe zum größten Theil aus Körperschaften hervorgehen und aiys einer solchen bestehen könne, in welcher die Geistlichkeit, der Zahl nach etwa die Hälfte der Stimmen, dem Wesen nach den herrschenden Einfluß besitze; der Antrag muffe schon jetzt gestellt werden, weil sonst mindestens 10 Jahre vergehen würden, bis er zur Ausführung gelangen könnte, da die jetzige Synode auf 5 Jahre gewählt sei; die größeren Gemeinden seien durch die kleineren nach dem jetzt herrschenden Wahlrecht majorisirt u. s. w. Es wurde darauf hingewiesen, daß Preußen in einer viel besseren Lage sei als wir, da dort der Landtag aller Voraussicht nach seine Zustimmung zur Ausführung der Synodal- Verfaffung nicht eher geben werde, als bis die dort wie hier in derselben be­findlichen Anstände, wie der vorstehende, beseitigt seien.

Der Antrag wurde mit allen gegen 1 Stimme genehmigt, welche jedoch nur aus formellen Gründen dagegen war.

2. Antrag:die Versammlung möge sich gegen die Thesen des Director Schwabe auf der Friedberger Eonserenz (übereinstimmend mit dessen am 27. Mai in der Synode gestellten Interpellation), insbesondere gegen ein be­sonderes kirchliches Eherecht, und gegen die kirchliche Disciplinarordnung in dem Sinne, wie dieselbe verlangt, aussprechen, und die betr. Veitteter ersuchen.

in dieser Richtung demnächst zu wirken."

a. Gegen das kirchliche Eherecht. Gründe: Neben dem staatlichen Ehe­recht sei ein besondere- kirchliches Eherecht überflüssig und gegenstandlos, weil der Staat als Vertreter der sittlichen Ordnung wie Kirche, resp. die Geistlich-

® erlitt, 8. September. Der Proceß Arnim wird, wie verlautet, in der zweiten Hälfte des Monats October dieses Jahres in der Nichtigkeits- Instanz beim Ober-Tribunal zur Verhandlung kommen. Der Geh. Justizrath Dorn hat die Vertheidigung des Grafen Arnim übernommen.

Berlin, 9. September. DieProv.-Corresp." bespricht anläßlich der jüngsten Anwesenheit deö Kronprinzen im Süden die nationale Haltung Süd- deutschlands. Das Blatt hebt namentlich hervor, daß Süddeutschland in deut­scher Treue mit immer wachsender Erkenntniß der gemeinsamen Aufgaben zu Kaiser und Reich stehe und darin den sicheren Hort gegen äußere und innere Gefahren finde. Mit gleicher Entschiedenheit hätten der Kaiser und der Kron­prinz den Grundsatz zur Geltung gebracht, daß der selbstständigen eigenartigen Entwickelung der Reichsglieder jede mit dem Wohl des Gesammt-VaterlandeS vereinbarllche Freiheit belassen werde. Auf den Gesinnungen gegenseitigen Ver­trauens und gegenseitiger Treue sei der Bau des deutschen Reiches fest begrün­det, auf diesen Grundlagen werde er ferner mächng emporsteigen, um der Eintracht und dem Frieden des Vaterlandes eine feste Wohnstätte zu bereiten.

rto. 210

Der Protestanten - Verein und die Friedberger Conferenj.

In der von dem Landesausschuß der Hessischen Protestanten-Vereine aus

3. er. berufenen, von Mitgliedern der Synode und der Hessischen Prote-

Ocllerreid).

Wien, 6. September. Mit Rücksicht auf die in BreSlauer Blättern und in der AugsburgerAllg. Ztg." gebrachte Nachricht, daß eine positive Ab­machung zwischen den Cabinetten von Wien, Berlin und Petersburg bestehe, wonach Oesterreich-Ungarn im Falle eines Losschlagens Serbiens dieses Land gewissermaßen in Erfüllung eines ihm von den Mächten ertheilten Auftrages zu occupiren hätte, erhält dieN. Fr. Pr." eine officiöse Mittheilung, wonach sowohl Oesterreich-Ungarn als Rußland vor jeder Action in der ernstlichsten Weise gewarnt haben und Serbien erklärt worden sei, daß es die ganze Ver­antwortung eines Friedensbruches zu tragen haben und alle Folgen desselben über sich ergehen lassen müßte:Die uns zugegangene Mittheilung erklärt ausdrücklich, daß eine Abmachung der Mächte über ein eventuelles Einschreiten Oesterreich-Ungarns in Serbien als Mandatar anderer Mächte gar nicht be­steht. Hieraus scheint hervorzugehen, daß, im Falle Serbien den Wahnsinn so weit triebe, loszuschlagen, der Pforte freie Hand gelassen würde, Serbien zu pacificiren. Das ist der einzige vernünftige Standpunkt, und die türkische Regierung hat Alles vorbereitet, um aufis Rascheste bei der Hand zu sein." In derselben Richtung äußert sich eine in derPresse" enthaltene officiöse Mittheilung.

große Mehrheit für sich hatte. Hierbei wurde bemerkt, daß die Acten über die in früheren Jahren stattgehabten Verhandlungen über diese Aufhebung noch vollständig vorhanden und ausreichendes Material ergäben, um diese Frage in kürzester Frist erledigen u können.

Der vierte Antrag:Alle Geistlichen des Landes und alle weltlichen Mitglieder der LandeS-Synode, welche nicht Kirchenvorsteher oder Mitglieder einer Kirchengemeinde-Vertretung sind, sowie die Mitglieder des Kirchenregiments, sind auf tieue und gewissenhafte Beobachtung der Kirchenverfassung zu verpflich­ten", fand nach kurzer Begründung ungeteilte Zustimmung als durchaus die im Schooße der Geistlichkeit w. bestehenden Verhältnisse bedingt und ge­rechtfertigt.

Die weiter zur Berathung rc. gelangten Anträge entziehen sich vorerst öffentlicher Mittheilung.

In der vor Beginn der allgemeinen Versammlung stattgehabten Sitzung des LandeSausschusses wurden zwei weitere Mitglieder zu demselben cooptirt, fodann engere Vereinsangelegenheiten, insbesondere die Abhaltung einer Reihe von Vorträgen an geeigneten Orten des ganzen Landes im Laufe des nächsten halben Jahres besprochen und endlich der Großh. Dekan Schlich von Parten­heim als Delegirter der hessischen Protestanten-Vereine zu dem neunten deutfchen Protestantentage in Breslau erwählt.

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britte Antrag die ®mb. Staatsregicrung zu ersuchen, die Patro- gen Vormittag werden die Pilger nach Jffoudun abreisen. Vor der Kirche nats- m.d Präsentations-Rechte auf gesetzlichem Wege aufzuheben", wurde ohne batte ü* -ine °»HMnißmäßig unbedeutende Zuschauermenge versammelt. Ein Discujsion angenommen, da derselbe schon ans der vorberathenden Synode eiue Zwischenfall hat nicht staitzesunden.

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verweigern.

Beschluß: Die Versam nlung spricht sich gegen jedes besondere kirchliche c k «

Fhcrech. neben dem Reichegeietz über d,e Civilehc aus und erachtet ,-den Geist- JParid, 7. September. Auf dem heutigen Festbanket in Evreu; wurde licken für vervsiichtet, die nachg-sucht- Einsegnung einer staatlich gültigen Ehe ein Schreiben des Admirals La Roncwre verlesen, in welchem derselbe die Ver- iinweiaerlich xu ertheilen. ictnigung aller conservativen Fractionen empsiehlt und erklärt, daß er ein eige«

b Gegen die verlangte kirchliche Disciplinarordnung. Gründe: Die ebener Anhänger der Regierung des Präsidenten Mac Mahon sein werde, so iraalicke Disc'iplinarordnung definire wiederum den Begriff deskirchlichen lange dieselbe sich nicht außerhalb der Bahnen einer conservativen Politik bewe- Smnes" und der kirchlichen Dualität" und sei schon darum verwerflich; weder gen werde. Aber wenn der Augenblick gekommen sei, wünsche er allerdings, die Unterlaffung der kirchlichen Einsegnung, noch d,e der Taufe könne die Ent- daß Frankreick, welches dann seiner freien Selbst-Bestimmung Überiaffen sei, in iiebnna kirchlicher Rechie von Seiten der Geistlichkeit nach sich ziehen; man Europa den Platz wieder einnehme, welchen ihm d,e gegenwärtige Form seiner möae die Gemeinde enttchelden lasten, ob Jemanden die kirchlichen Rechte zu Regierung versage. - Fünfhundert belgische Pilger, unter welchen sich auch entrieben seiet" cs vcrstebe sich von selbst, daß nur solche kruder consirmiit einige Deutsche befinden, sind heute. Nachmittag hier eingetroffen. Dieselben vtllAllUll | ) I v * ' _ - tia i neiri link in Fl »imötoti i)lnfnAiInnA<ti bar Oirrlta CY12 -

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