Einzelbild herunterladen

Mx "'m 1864* ter. ». ° n"b für bi, L'-miu. , öeittQße von

Gliche

lut# wirrtd|6t)Tll(6 2 Wort WW «U Vni^^loh«. T**i4 M Po» bt^rr »,«rietjthrttch

1 BUvt 60

Gießener Anzeiger.

trfdxiit<U*, mH Ä* m^tne Mont«gS.

Expedition: tttiiUilttti en a. 9h. t.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.

Wo. 133.

Dienstag den 10. August

IS?5.

Onn nqbqu

politischer Theis

lsr.

Aber fragt mich nur nicht wie-

sie nicht einmal die Ansicht des Dersasiers in allen Stücken wiedergab. Die

Schrift sollte vielmehr lediglich dazu dienen, eine immer allseitigere Prüfung

m Leiden

ihm selbst arschriebcn sondern von der dem Concil zur Entscheidung vorliegenden Fragen zu veranlassen und auch

10 Uhr

achricht, das

in Lieferung

unterbreitete.

Schon hier im Kreise meiner Freunde hatte ich oft davon gesprochen, wie es vor jeglicher Entscheidung Pflicht sei, alle denkbaren Einwendungen zur Sprache zu bringen. Ganz in diesem Sinne handelte ich jetzt. Daß es später möglich sei, eine in diesem Sinne überreichte Schrift mir als meine eigene Ueberzeugung vorzuhalten, daran habe ich freilich damals nicht gedacht. Ueber- haupt gestehe ich offen und frei, daß ich damals an eine so durch und durch unredliche Gesinnungsart, wie sie später von der Januspartei kundgegeben wurde, nicht geglaubt habe.

2) Alles, was von dieser Partei unS vorgeworfen wird, läßt sich im letzten Grunde auf den Vorwurf zurückführen, daß wir Katholiken und daß wir katholische Bischöfe katholisch und nicht protestantisch denken und handeln. Das ist daS Wesentliche von dieser ganzen lächerlichen Polemik, mit der man ganz Deutschland erfüllt und die man fort und fort und in allen Blättern wieder­holt: daß wir katholische Bischöfe, nämlich unmännlich und charakterlos und unnational gehandelt hätten, indem wir unsere während des Concils geäußer­ten Ansichten dem Urtheile der Kirche unterworfen haben. Dieser Vorwurf aber ist gleichbedeutend mit dem Vorwurf, daß wir Katholiken sind und nicht Protestanten.

Der wesentliche Unterschied zwischen dem Katholiken und Protestanten^be- teht eben darin, daß der Protestant sich sein Urtheil über den wahren Sinn der Lehre Christi aus der heil. Schrift nach seinem Privaturtheile bildet, der Katholik hingegen nach der Entscheiduna des kirchlichen Lehramtes. Würde der Katholik in der Entscheidung des kirchlichen Lehramtes lediglich Menschenwerk, das Resultat eines Vereines von Menschen erkennen : so müßte er wie in allen anderen höchsten Lebensftagen, so auch in den religiösen Fragen in letzter In­stanz seinem Privaturtheile folgen. Da aber der Katholik glaubt, daß das kirchliche Lehramt in seinen Entscheidungen über den Inhalt der göttlichen Offen- barung durch jenen göttlichen Geist der Wahrbcit, den Christus der Kirche ver­sprochen hat, vor Jrrthum bewahrt wird, so liege für den, der diesen Glauben bat, in der Unterwerfung des Privaturtheiles unter die Lehrautorität der Kirche nichts Unmännliches, nichts Charakterloses, sondern eine Unterwerfung des menschlichen Geistes unter den göttlichen Geist.

zu Recht bestehend ausgibt.

Darin liegt der unversöhnliche Widerspruch, die Selbstverurtheilung des Herrn v- Ketteler und seiner zahlreichen Collegen, die seinen Standpunkt theil« ten, gleich ihm die Proclamirung der päpstlichen Unfehlbarkeit für eine schmäh­liche Verletzung der Fundamental-Canones eines allgemeinen Concils erklärten, und hintendrein sich nicht blos unterwarfen und in Schweigen hüllten, sondern das, was sie früher gesagt und behauptet, heute für Lüge erklären.

Mit dieser Selbsthinrichtung bat weder der Protestantismus, noch der Alt-

wird meine Handlungsweise in diesem Falle wohl verstehen.

Jene Schrift hatte in keiner Weise die Bestimmung, meine Ansicht in

noch indirect verfaßt worden. Ich habe dieses sowohl in Rom selbst rote auch später erklärt. Es ist daher eine offenbare und, wie ich annehmen muß, be­wußte Unwahrheit, wenn man die einzelnen Worte dieser Schrift mir als meine eigenen in den Mund legt und mirdie volle Verantwortlichkeit für den gan­zen Inhalt derselben" zuschreibt, weil ich mich als derenHauptverbreiter be­kannt habe." Die Schlußfolgerung, daß ich für den ganzen Inhalt einer Schrift verantwortlich sein müffe, weil ich sie verbreitet habe, ist so willkürlich und unberechtigt, daß sie keiner Widerlegung bedarf.

Wer von der Aufgabe eines Bischofs aus dem Concil einen Begriff hat,

oH

Neustadt 85 >en MmilenU. nzel, MM

Theater en.

die Einwendungen der Gegner in einer scharf theologischen Fassung und mit allen Mitteln, welche die theologische Wiffenschast bietet, zum Ausdruck zu

nuig, in 1 M _

haute Sophtstik ihren Dienst elend versagt und er wird geheilt fein.

Die von dem Bischof auf dem Concil eiligereichte Schrift gegen die Un­

fehlbarkeit ist nach dem Bischof nicht von . w ,

einemgelehrten und gründlichen Theologen", welcher mitseiner Gelehrsamkeit die innigste Frönimigkeit und die persönliche Ueberzeugung von der lehramtlichen

n stattzehab- H-Tisch. HvesendT" Operateur.

12b.

katholicismus etwas zu t. un.

Im Uebrigen vergleiche der Leser selbst dieFestgabe" (Nr. 170 bis 1 «7 derNeuen Frkftr. Pr.) mit nachstehender

Erklärung.

Verschiedene Blätter haben in den letzten Tagen die alten Entstellungen und Anklagen reproducirt, mit welchen die von mir und einigen anderen Bi­schöfen auf dem vaticanischen Concil eingenommene Haltung verdächtigt worden ist. Obgleich diese Anklagen längst und aufs Gründlichste widerlegt wurden, jo sehe ich mich doch veranlaßt, diesen erneuten Versuchen, das Publikum zu täuschen, folgende Erklärung entgegenziistellen.

1) Die Abhandlung über die Unfehlbarkeit der Kirche, welche ich den auf dem Concil versammelten Bischöfen übergeben habe, ist von mir weder birect

Cnuc (Erklärung des Bischofs v Ketteler.

DasMainzer Journal" hatte dock Unrecht, als es kürzlich erklärte, die gelegentlich des bischöflichen Jubiläums erschienenen widerspruchsvollen Zusam­menstellungen der Schriften und Reden v. Ketteler's vor und nach dem Concil von denen namentlich die in derNeuen Frkftr. Pr." veröffentlichte Fest-

Unfehlbarkeit des Papstes verband."

Diese Schrift hattein feiner Weise die Bestimmung, meine (Ketteler's) Ansicht in allen Theilen zum Ausdruck zu bringen", ja der Bischofglaubt sagen zu können, daß sie nicht einmal die Ansicht des Verfassers in allen Stücken wiedergab."

Dies Gestäudniß, oder vielmehr diese Behauptung läßt Alles hinter sich, was Herr v Ketteler bisher geleistet. In einer tief in die Verfassung und die Lehren der katholischen Kirche einschneidenden Frage will derselbe eine umfang­reiche Eingabe, in welcher das zur Berathuug stehende Unfehlbarkeits-Dogma als eine unerhörte Neuerung, als nothwendig von den verderblichsten Folgen für die Kirche, hingestellt wird, nur zu dem Zwecke gemacht haben, damit die Frageallseitig geprüft" werden könne. Weder er noch der vorgeschobene Ver­fasser wollen an das geglaubt haben, was sie mit dem Scheine vollster Ueber- zkiigung aiissührten. Und wenn nun diese Ausführungen die Mehrheit der Bischöfe zur Verwerfiiiig des Dogmas bestimmt hätten? Wie dann? Hätte Herr v. Ketteler hintendrein erklärt, daß er sich nur einen scherz mit ihnen gemacht habe, nur ihren Scharfsinn prüfen wollte? Die Leichtfertigkeit und Uiiverautwortlichkeit eines solchen Verfahrens überträfe selbst das Opfer des

wiifftr

' Niederlage

bringen. Das war durchaus mein mir ganz klar vorgestecktes Ziel bei Ver­breitung dieser Schrift. Ich glaube noch heute, daß ich damit meiner Pflicht auf dem Concil entsprochen habe und würde ganz so wieder handeln, wenn ich in ähnlichen Fragen an einem Concil Antheil nehmen müßte. Ich wußte, daß der Verfaffer der Schrift ein gelehrter und gründlicher Theologe fei, ich wußte überdies, daß er mit feiner Gelehrsamkeit die innigste Frömmigkeit und die per- önliche Ueberzeugung von der lehramtlichen Unfehlbarkeit des Papstes verband, ch dachte aber, daß er ganz besonders befähigt sei, durch seine Arbeit zu der Nseitigsten Prüfung aller etwa möglichen Einwendungen Veranlassung zu geben und daher glaubte ich ganz meiner Aufgabe gemäß zu bandeln, wenn ich die Schrift eines solchen Mannes den Vätern des Concils zur Prüfung

Intellekts.

Aber die ganze Behauptung ist eine schlecht erfundene Ausrede, denn Herr i v. Ketteler hat auf dem Concil selbst, so lange noch die Entscheidung schwankte, laut und offen gegen das Dogma gesprochen und durchaus den Standpunkt seiner Broschüre festgehalten, bis die Unterwerfung befohlen wurde und die Schwachherzigkeit der Minorität ihn überzeugte, daß fein Versuch, an der Spitze der deutschen Bischöfe den Sieg zu erringen und sich dadurch zum Haupte des deutschen Episcopats aufzuschwingen, mißlungen sei. Von dem Augenblicke war der Uebergang in's Lager der bisherigen Gegner beschloffen. I Die weiteren Ausführungen über den Unterschied zwischen Katholicismus und Protestantismus und die Pflicht jedes Katholiken, sich der Entscheidung des vaticanischen Concils zu unterwerfen, sind nichts als eine Hand voll ^.and, welche der Bischof v. Ketteler seinen Gegnern, namentlich aber seinen Gläubigen in die Augen zu streuen sucht. Es hat sich bei dem Nachweise der einander gerade entgegengesetzten Aussprüche v. Ketteler's über das Dogma der Unfehl­barkeit vor und nach dem Concil gar nicht um die Frage gehandelt, ob sich der Katholik der Entscheidung des vaticanischen Concils zu unterwerfen habe oder nicht. Diese Unterwerfung hat Bischof v. Ketteler mit sich selbst und seinem Innern abzumachen. Wohl aber haiidelt es sich darum, daß Bischof v. Ketteler ans dem entschiedensten Gegner des Dogmas der päpstlichen Unfehlbarkeit zu einem fanatischen Verthcidiger derselben geworden ist, daß er eine von ihm vor­her als unerhörte und als verwerfliche Neuerung hingestellte Lehre als läng

ung:

Zeiten-

[ 3 Acten von lost".

K» 2 statt.

«rw '.n

»> fWtl

iitteruW v

tWall

Andersgläubige mögen diesen Glauben an eine übernatürliche, göttliche Leitung des katholischen Lebramtes verwerfen oder bekämpfen, sie haben aber kein Recht, uns deshalb charakterlos zii nennen, weil wir Katholiken und katho­lische Bischöfe sind; ebensowenig wie sie ein Recht haben, jene Männer Katho­liken zu nennen, oder durch protestantische Majoritäten oder protestantische Regierungen als solche erklären zu lasten, die ihr Privaturtbeil über die Lehr- 1 autorität der katholischen Kirche setzen. Die Altkatholiken sind schlechthin und einfach Protestanten und ihre Unterstützung ist lediglich der Versuch, den Pro­testantismus in die katholische Kirche einznsühren.

Wer Katholik sein und bleiben will, muß sich der kirchlichen Lehrautorität unterwerfen. Mochten daher wir katholische Bischöfe auf dem Concil theilS eigene Ansichten aussprechen, tbeils Schwierigkeiten gegen die zu definirende Lehre behufs ihrer gründlichen Untersuchung aufwerfen: all' dieses konnte, so lange wir katholische Bischöfe bleiben wollten, nur in der Absicht geschehen, unser Privaturtheil über die Lehre Jesu Christi in demselben Augenblicke auf-

8. August M

Halt:

A

Heilungen und ijjftf von Conradi !udung-

gäbe schlagend die Doppelzüngigkeit des Herrn v. Ketteler nachroies ver­dienten keine Antwort. Herr v. Ketteler hat daS Bedürsniß einer öffentlichen Rechtfertigung gefühlt und dieselbe in einer langen Erklärung, welche das Mainzer Journal" abdruckt, versucht.Aber fragt mich nur nicht wie." Wer von "dem Geist, dem Scharfstuu, der Logik und Dialectik des Herrn Bischofs bisher einen nur halbwegs hohen Begriff hatte, der lese diese Erklä« ~ f .. . r

ter tie «erlegenbeit auS jeder Zeile bbeft und die ihm sonst so »er. allen Theüen ;»m Ausdruck »" bringen^ Ich glaube auch sagen z» können, daß