Geldstrafe genommen worden, jetzt dem Statthalter anqezeizt, daß der Papst ihn durch die Nuntiatur ermächtigt habe, hierin den consessionellen Gesetzen ju gehorchen. In den Blattern der Hauptstadt und der östlichen Provinzey maärt sich eine große Ueberemstimmuaq zu Gunsten btr Ne^ierungsvorlage mtgtn (Sin* Lehaltung der Dotation für renitente katholische Geistliche be erkbar. L,e regierungsfreundliche Presie spricht sich mit großer Anerkennung über den Protest des Abg. Allnvch und Genoffen gegen hierarchische Anmaßungen aus. Die „Nordd. Vllg. Ztg " bemerkt daß bei den bisherigen Besprechungen der Regie* rungsvorlage die Wichtigkeit des $ 9 nicht genug beachtet sei. Nach diesem Paragraphen Köre nach Einstellung der Leistungen auS Staatsmitteln für die Geistlichen auch die ezecutivijche Beitreibung dcr Abgaben und Leistungen an die BiSthümer und Geistlichen auf. Die katholische Kirche werde sich also dann lediglich aus freiwillige Beiträge ange-tiefen sehen.
Berlin, 7. Mörz. D'e Beschlüsse des Bundcoraths über das Gesetz, detr. die Maßregeln geg.n d,e ReblauS Krankheit, sind bereits in AuSfübrung begriffen. Demzufolge sind die weinbauireibenden Staaten aufgefortert wc.- den, umgehend dem Reichskanzler Amt Intereffenten, also Weingutbesitzer einerseits, und Fachgelehrte andererieitS, bezeichnen, welche für vorzugsweise geeignet erachtet werden, zu den im Gesetz bezeichneten Ermittelungen und Un- terjuchungen berufen zü werden. Es liegt in dcr Absicht, mit diesen Experten zunächst die Normen für ein einheitliches Verfahren bei de» Erhebungen. jowie für Ausstellung, bezw. Ausnutzung der Ergebnisse derselben zu vereinbaren. Die Meinungsverschiedenheiten über daS Gesetz sind wesentlich dadurch gemildert worden, daß man aus Anregung des Präsidenten Delbrück sich dabiii emvir- standen erklärt hat, daß die mit Vornahme der Untersuchungen betrauten Er gane, falls sie ohne Kimvilllgung der Eigenthümer oder Pachter Weinberae betreten oder Rebstöcke entwurzeln wollen, der Mitwirkung der zuständigen LandeSbehörde bedürfen, und daß Entwurzelungen nur im Falle unabiveisWrer Nothwendigkeit vorgrnommeu werden dürfen.
— Die „Magd. Ztg." schreibt nut Bezug auf den Proceß Ofenkeim: "Wenn man die Ursachen der großen französischen Revolution verfolgt, so stößt man innerhalb der herrschenden Elasten aus ähnliche ungeheuerliche Auswüchse, wie der Proceß Ofcnheim sic uns gezngt hat. Es ist Zeit, daß wir zuiekcn, wie wir den Krebsschaden, der au unserer Gesellschaft zehrt, ausbrennen, sonst möchte doch einmal der Tag kommen, wo der vierte Stand, welcher jetzt obn* mächtig an unsere Thür schlägt, Recht behält, über uns hinweggeht und inis ablöst. Die Herrschaft kann auf die Dauer nur von der Elaste aufrecht er halten werden, welche gesund und sittlich bleibt, und deshalb dient es denen, welchen die Jntercsten gerade des Bürgerstandes am Herzen liegen, sehr wohl, dasür sorgen zu helfen, daß der Schwindel nicht überhand nehme und die Tugend in den Kotk trete."
Berlin, b. März. Das Herrenhaus nahm den Gesetz-Entwurf über Auflösung des Lehensverbandes nach dem kurmärkischen, altmärkischen und neu- märkischen Lehenrecht den Anträgen des Ausschustes gemäß an; der Iustizmmiste r hat sich mit dem Entwürfe einverstanden erklärt.
München, 8. März Abgeordnetenkammer. Der Kriegsminister bringt eine Vorlage ein über einen außerordentlichen Militärcredit von 3,827,000 fl. als Ergänzung zu dem im vorigen Jahre bewilligten Kredit für AuSrüstungs zwecke. Bei der daraus fortgesetzten Lesung des Gesetz«Entwurfes über'die Rechtsverhältniste der Militärbeamten und der folgenden Abstimmung waren 76 Stimmen für, 67 gegen den Entwurf. Derselbe ist sonach, da eine ^toei drittel-Majorität erforderlich ist, abgelehnt.
Stuttgart, 8. Marz. Der „Staats Anz." enthält eine königliche Verordnung, betreffend die Einführung der Reichsmark - Rechnung mit dem 1. Juli 1875.
Strastburg, 7 März. Eine katserl. Verordnung beruft die Beziks tage von Elsaß'Lotklingen zu einer außerordcutlichen Session auf dm 5. biü 6 April ein, um die Wahl dcS Landes-Ansschustes vorzunebmen.
Strapburg, 8. März. Die „Straßb. Ztg." meldet: Der bishtzrige Bezirkspräsident von Nntereliaß, von Ernsthausen, ist zum Bezirkspräsidmten von Oberclsaß, der Vicepräsident Leddechafe zum Bezirkspräsideuten von Ibter* elsaß ernannt worden. Bezirksprästdent Leddechofe bleibt Enrator der kieftgen Nnivetfltäk, die Stelle des Vteepräsideulen bei« Oberpräsidium kommt m Iße.y fall. Dem Dtenerdirrctor Fabricius ist der Titel „(Skneralbrector* verliehen worden.
Desteneich.
Wien, 6. März. Ein kaiserliches Patent vom 3. März beruft säwmt» liche Landtage auf den 6. April d. I. ein.
B>ieu, 6. März- Unter den Mitgliedern der Verfassung» Parigf.dcS Abgeordnetenhauses circulirt eine, bereits mit zahlreichen Unterschriften bedeckte Adreste an den beurlaubten Handel-Minister Banbans. — Der Statthsücr von Dalmatien, Freiherr v. Rodich, ist behufs Feststellung des PrograchmS für die Reise des Kaisers nach Dalmatien hierher berufen worden.
Mnnrt,y
Bern, 6. März. Den römischen Ratboliken wurde von dem protestan- tischen Kirchen. Vorstande die hiesige französische Kirche für ihren Gottesdienst bewilligt.
Bern, 8. März. SeüenS der ägyptischen Regierung ist die telegra- pdische Meldung emgegangen, daß sie den Weltpoftvertrag ratificin habe.
Bern, 8. Marz, Hur Fortsetzung der ordentlichen Wintersesüon sind die eidgenössischen Rätbe heute wieder zusammengetreten.
.fuuifu'ctdj.
Paris, 5. März. Da Dusaure, wie die „Agence Havas- meitet, sich damit einverstanden erklärt hat, daß die Minorität im neuen Ministerium vertreten sei, so sind die Verbandlungen über das politische Programm und 6 t1 sonders über daS Maires Gesetz und den Wechsel des VerwaltungS Personals wieder aufgenommen worden. Die Personenfrage ist b.S jetzt noch nicht berührt.
Pari-, 7. März. Die .Agence HaoaS" meldet: Die Unterhandlungen wegen der EabinctS Bildung taueni fort. Heute Vormittag fand eine neuerliche Eonferenz zwischen Buffet und Dusaure statt. Da Bocher die lieber- nähme des Ministeriums des Innern abgelehnt bat, macht die Besetzung des»
selben einige Schwierigkeiten. Buffet würde, wenn er in daS Eabinet eintidte jedenfalls die Vice-Prändeutschaft deffelben übernehmen.
Paris, 8. März. Die „Ageuce Hava»' meldet: Tie Neubildung des Minislerulm» verzögert stch, weil die Vink rin weiteres Portefeuille fir sich fordert, fallt das Innere einem Mitglied, deS rechten Senrrnms verlieben werden sollte. Aiidiffret > Pasqmer ha» das Innere abgelehnt. Man erörtert gegenwärtig neue Kombinationen.
lEngfanö.
Vonboit, 6. März. Bezüglich des Verbotes der Pferdeausfuhr aus Deutschland bemerkt dte ^Sporting Gaiette", voraussichtlich werde diese Maßregel eine Störung im engkiichen Pserdedandel bervorrufen. da drei Viertel der Wagen und Zugpferde für London gegenwärtig von Deutschland au» im portirt würden. Außerdem beziehe England et.en aufft lichen Theil seiner Eavalleriepferde ans Deutschland, und es sei nicht recht klar, woher man dea Dctarf decken könne, da Frankreich ebensallo gegenwärtig 10,000 und Spanien 5000 Pferde für die Armee suche.
Spniürn.
Madrid, 6 März. Der Minister des Auswärtigen und der deutsche Gesandte Graf Hatzseldt hatten gestern in der „Gnstav'-Angelegenheit eine la, , gere Besprechung
Battonnr, 7 März Earlistische Depeschen legen eine große Gereizt beit gegen Eabrera an den Tag, welcher be'chulrigt wird, mit von Madrid erhaltenem Gelte versucht zu haben, Earltften-Eh.fs zur Unterwerfung zu bewegen.
dinerififl.
biitflton, 8. März. Dem Vernehmen nach erfolgt im Lause der Woche eine Ankündlgung deS Lchatzsecretärs Bristow, durch welche wettere 30 Mill. Bonds einberusen werden.__________________________
Lokal-Notiz.
(Rieften, 9 März Bet ter dtesjährtgen Prüfung Iknjädriq Kre,n>,M,«r |* Taemlei- sind au4 dcr Schule de» Hcrin W. P t a u t zu OietitR f ä m m 111 <b < junge keuc« all bt sähtgt bestandtn. D'ewoht diese» »efullat als ein döchy günstig.» zu d<ie,Ln,n ist, sann es docd nicht at» auhergew-bnlich angenhen werden tza bd guter Metboke fettens ber k Herr n» enifthditm gleiße von Seiten der Schüler — zumal bei humaner Prüfungscommnsivn — |ol* Reiultate "zielt werden müssen. Rur eine» ist hierbei besonder» zu er-vähnen Unter d« Land,baten ist ein Bürgersohn au» Gießen, der wahrend feiner vordere,tungtzeir nach w,e »ar feinem Handwerk al» Schlosser oblag und nur bte wenigen freien 6tunten zur kerri- u«; Unterrichtszeit verwendete, dabet aber die Prüfung in lobenowertber Weife bestanden Daß tter ein ernster Wille und ßesondere geistige Begabung mitgewirkt haben müssen, verüeßt sich tte selb
Be r ui i für*t e
Weinmarkt zu Mainz am »5. April 1H73.
X'cr 2! er band der lantwirtbschaftlichen Vonfnmvereine in Heften, et neuerdings eine große Regsamkeit an den Dag legt, und welcher fchon im vorigere Vonar etiee WaTfttafl für den Ankauf von Futtermitteln und -leesümereten und behuf» Verkau» londwnktz- scb»fllicher ürzcu^nist'e ab.iebalten, hat in seiner lebten ktuSicduV'ihunq beich'.^sten, fnr bei *• ^lvril d. 3- einen Qöcinmarft sür die rbdnbe "i chen n- mbajlrdbenten Verbanks ••re-ne, chca 2) an Zahl, w.t f-w flhewierHrw. m. d au<|»f*ntWw, i m r» bUTu) den Verkehr zwischen den Weinproducenten und dem Weinbandel, den RcnfueeNnt M. Auswahl zu er'tichtern, und zu ermöglichen, W.'ne in großen CuenUiäten en einem juraufen, namentlich aber auch den rheinhefstzchen Weinen neue und lohnende Adsagaueve, je aorVnen und damit gleichzeitig auf die Hebung de» Wemdaue» sowohl, wie aus bie eine» solid i Weinhandel» ütnzuwirken
Allem Anschein nach wird diese neue Einrichtung des Verbandes eine große Zukur^l baben, denn der Gedanke hat sowohl bei den Wernprokueenten, al» auch be* den Wembändler» «nb den llon'umenten großen Anklang gefunden und dürfte, wie bei de« Markttage für geUen mittel re., diese Institution nur in beiderseitigem Interesse liegen.
Wir glauben daher auch ganz besonder» die Weindäntler auf diesen Aemmarkt ei‘ meenam machen zu sollen, da derselbe an'cheinend sehr stark bfdnA werden wird; wie bim, hab bi» |f|t ichon über 10,060 Heetollter, unter anderen au» den rheinheiitichen Gemarkuagrr Rierstein, Ober Ingelheim. Dorndürkheim Talibeim, Taulenbeim. Alsheim, Dclgesbeim 4 beim, Dttbcfen, Mettenheim. Udenheim. Waldülorrshnm, Löllitetn, Würrstadt, Jiieber 6au. Leim, Ober <saulbeim, Partenheim, Schornsheim, Monsheim Sprendlingen re. angemelder stn» und den Eon'umenten daher eine große Auswahl geboten sein wird
Aus der Marktordnung, welche von Interessenten jederzeit von dem Eentralbureuu be» Perbands in Darmstadt bezogen wfrden kann, heben wir hervor, daß der iBeefauf durch M Pereinsvorftände geschieht, welche vorher selbst dte Proben nehmen, die Fässer unter Eiegc legen und bis zur Ueberlieferuug verschlosten ballen ; daß da» leistere ebewfaö» durch die Ao - stände erfolgt und dieselben überhaupt durch Vermittlung des Lranspon» x ebenmäßig du Interest en der Verkäufer wahrzunehmen haben Neberdaupt brzweekr Per verband mit bau OTant, Klarheit und vertrauen in den Weinhandelsverkehr zu brrnuen Daß nur gute en reine Waare zu Markt kommen wird, ist selbstverständlich, schlechte, fabtidne Duarrn kömier auf dem Markt uicht aufkvmmen
— (Heirathsgesuche in Zeitungen) gebiren heutzutage nicht mehr zu de» Rarttäteu, «b< ein He,r»tb»gejuch am Giebel des Haufe» »st doch gewiß eine Seltenheit. Im fogeua»»!« Schwalmgrunde lautet eine Inschrift:
.Unsre Magd, die Ann, Die ßett so gerne een Mann Weßtu Kern, der Re nehmen kann 7*
»Greift nur hinein in s volle Menschenleben l- scheint auch der Wabllpruch dertr»» atlantischen viteraten zu fe n In Llarkörille tenneftee) bat ein Schrlttste^er die «e -t.ch- des Teufel» geschrieben Die legten drei Gapuel de» Werke» enthalten die — keben»aeich«ch der Schwiegermutter de» Berfasters (?)
Stand der Saaten, dm enda'lrige» Hübet: hi-rbber läßt stch zur Zeit efleitur neeb nicht gec-en, denn häufig kommt es vor, daß die besten Aussichten durch spätere uieiH'f Witterung getrübt werden, wäbreud umgekehrt pafier-des Matweiter bie gesunkenen w'tder auszurichten vermag. So eiet läßt stch ,m «Qaemeiner. aber jetzt schon konstatire,, U' bet Sand unserer Felttrüchte ern allgemein befried«, en der ist. tBeen auch der »erstvsteue »tifr in vielen isegenden periodisch stch sehr strenge einstell'e, fo geschah es doch zu einer Zett rar Wintersaaten noch weniger emphmli* un, außerdem zürn Schutze mit einer refchliäen SLre- decke versehen waren »erade s„ies rauhe »inierwetter könnte vielleicht zu der H-finu», b« baß die Frühjahrswitterun, um fe Einstiger wird In einzelnen »erender. aHrrttef« Uo, der arcßen rrockenheir des Herbste» weaen, die «.nteriaaten Ibfil» sehr lange verichaßer Peil» ganz aufgegede» werden mußte», tza, sich während de» «tnter» natürlich mchts aber auch mcht» verschlimmert Dafür wirb au» tallforxie» berichtet, aß tiefe» >bi Hr 2-Jdnbau eine um 25 Vroeent größere Kläche eiogeräumt worden ist, al» im abgeluukene» Arn aus anderen Ländern wird Ae nllches berichtet. Daher läßt es stch auch leicht erklären, raß b etimmur, de» Verreibe Han del» eine mehr gedrückte ist und stch ferne dufi zu artheren e»«Mc rteaen bemerklich macht In Angland mußten, der starke, Zufuhr wet*en, die L erkäufer ■« ben vrdfen noch mehr herunter in »einer Woche, nur um Wo ar« unterz ub ringe» I» Iruuk reich ist das Geschäft, wie überall, schleppend und macht stch ebenfalls ein merkliche» Zurück «eben der Vreife bemerklich. Wut von weuloen Plätzen, die kehr schwach befahren waren, höi man be# Gegertheil. Das Gleiche wird ans Holland und Belgien berichtet. Die Gegen:r* am #6ein machen ebenfalls kerne Lusnahwe und e» mußten tm Cent starken VnoebM und br f<biraIrr. -iochrrag« die Perkäufer stch iu konerfstonen »erstehen, wenn stk Ibte Waare au der Mann Hinten wollten. Auf den ink-deutschen und österreichisch-Ungarnchen Märkten macht ft- eine Aenderueg der Preise weder auf noch abwärts bemerklich und die ganze Serutmung «'-


