Gießener Anzeiger
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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen
Sonntag den 9. Mai
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einmal zur Versetzung der fraglichen Stelle geeignet erscheint, zum Vicar und stützte sein Vorgehen auf die Behauptung, daß chm die Ernennung von Schul- Verwaltern allem zuftebe. Bei dieser Sachlage verweigern nun Schul-Vorstand
und ausnahmsweise vier und fünf Jahren, sind im Bereich des anberaumt worden und zwar:
Bekanntmachung, betreffend den Remvnte-Ankauf pro 1875
sind wezgebliebcn, haben sich jedoch für den Fall eines Krawalls bereit gehalten. Jene drei Studenten, welche die Verfasser deö Studenlen-Prorestes waren, wurden relegirt. Der Ministerial-Erlaß. wonach die Verhaftung eines einzigen Studenten die Schließung der Hochschule zur Folge haben würde, wird lebhaft besprochen. Gestern wurde in einer Sitzung des Universitäts-Senats die Be- rathung des Berichts an den Unrerrichts-Mmister über das Verhalten der Studenten fortgesetzt. Die Ruhe scheint vollständig hergestellt. Gestern ist keine
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Personen.
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,Graz, 3. Mai. L , , .
von Don Alphonso's Villa ausgerückt. Alles blieb ruhig und Militär und Sicherheitswachen wurden um 10 Uhr wieder eingezogen. Die Arbeiter Führer
mit dem Fürsten Bismarck und dem russischen Botschafter, Grasen Oubriel, Abends wiederum mit dem Fürsten Bismarck. Heute Mittag trat der Graf die Rückreise nach London an.
Frankfurt, 7. Mai. Nachdem Caplan Hardt, wegen unbefugter Vornahme geistlicher Handlungen durch rechtskräftiges Urtheil im Laufe vorigen Jahres condemnirt, sich am 28. März l. I. wiederholt desielben Reats dadurch schuldig gemacht, daß er in der Liebfrauen-Kirche die Messe celebrirt und zweimal das Abendmahl gespendet, wurde ihm auf Grund der Mai-Gesetze heute der fernere Aufenthalt in dem hiesigen ReglerungZ-Bezirke untersagt und zugleich angeordnet, im Falle des Ungehorsams ihn über die Grenze zu bringen. Da der Herr Caplan sich vor einigen Tagen von hier entfernt hat, jedoch von seinem Vorgesetzten, Herrn Tirector Bernhard, bis jetzt noch nicht polizeilich abgemeldet ist, so wurde diese Verfügung Letzterem mit voller Rechtskraft behändigt.
Breslau, 7. Mai. Der „Bresl. Ztg." zufolge verließ gestern der Fürstbischof Dr. Förster die Stadt. Derselbe begab sich in Begleitung des Grafen Ballestrem zu Wagen nach der Station Rothsürben und fuhr von hier mittelst der Eisenbahn nach Münsterberg und von da iu der Equipage des Grafen Cbarnarl nach Johannisberg in Oesterreich.
Köln, 6. Mai. Nach einer heute veröffentlichten Erörterung der Direc-
Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei für diese- Jahr nachstehende, Morgens um 8 Uhr beginnende Märkte den 8. Juli in Alsseld,
Deutschland.
Mainz, 5. Mai. Die Stadtverordneten-Versammlung hat sich in ihrer heutigen Sitzung mit 20 gegen 14 Stimmen für Einführung von Communal- Schulen erklärt.
Darmstadt, 5. Mai. Die Stadtverordneten - Versammlung beschloß gestern, gegenüber dem Ansinnen des Kreis Amtes, auf ihrem früheren Beschluß ju beharren, wonach bei Errichtung des Instituts einer Schutzmannschast das Recht der Anstellung, Beförderung und Entlassung lediglich der Stadt zustehen soll. — Weiter kam eine Angelegenheit von ziemlich folgenschwerer Tragweite jur Verhandlung. Auf amtliche Anregung faßten seiner Zeit die Stadtverordneten den Beschluß, eine erledigte Lehrer-Stelle sofort definitiv zu besetzen und empfahlen hierfür auch eine besondere Persönlichkeit. Das Ministerium entsprach diesem Beschluß jedoch nicht, schob ihn einfach bei Seite und ernannte eine andere Persönlichkeit, die nach Ansicht deS Schul Vorstandes gar nicht
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in Aussicht genommen.
— Das Centrum geht damit um, wegen der Beschlagnahme von Ge- schäftLbückern der „Germania" und der „Frkstr. Ztg." eine Interpellation em- Ilfords ^bringen. Die Fraktion hat eine Subcommission eingesetzt, welche beauftragt iiLm 24u.3^: ist, das Nähere darüber festzuftellen und zur Beschlußfassung vorzuberatben.
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mit der Ministerial-Entschließung vom 30. Pluviose XI. die nicht herkömmlichen Processionen zu verbieten und die hergebrachten Umzüge nur mit Ermächtigung der Ortspolizeibehörde zu gestatten. Es ist ganz unerfindlich, wie die ultramontane „Preffe" sich über einen Beamten beklagen mag, der lediglich die Vorschriften der Gesetze, und im vorliegenden Falle sogar der heute in dem gut katholischen Frankreich noch geltenden Gesetze, befolgt.
— Hiute findet beim Fürsten Reichskanzler ein Diner statt, zu welchem verschiedene Mitglieder des Landtages eingeladen sind. Das Befinden des hohen Gastgebers scheint danach in jeder Beziehung wieder in der Ordnung zu sein.
Berlin, 6. Mai. Der in Göttingen gestorbene Professor Ewald wurde im Mai 1827 zum außerordentlichen und im Sommer 1831 zum ordentlichen Professor der orientalischen Sprachen an der Universität Göttingen ernannt und als einer der „Sieben Göttinger Profefforen" wegen der am 17. November 1837 eingereichten Protestation gegen die Aufhebung des Staats-Grundgesetzes vom König Ernst August am 16. December 1837 seines AmteS entsetzt. Vom Mai 1838 bis September 1848 gehörte er der Universität Tübingen an und kehrte darauf in seine Göttinger Stellung zurück; er wurde aus derselben zum zweiten Male entlasten, als er nach der Annexion Hannovers der preußischen Regierung den Eid verweigerte; zweimal unter die Anklage der Majestätsbeleidigung gestellt, wurde er zweimal sreigesprochen. Seit 1869 hat Ewald für die Stadt Hannover dem Reichstag aiigebört, in welchem er bei jedem Anlaß gegen die Annexion Hannovers an Preußen Protest einlegte, aber eine Nolle spielte, welche den greisen Gelehrten leider als politisches Kind — um einen milden Ausdruck zu gebrauchen — erscheinen ließ.
— Zur Kennrnißnahme des von englischen Eisenbahnen beobachteten Verfahrens beim Expeditlonsdienst, bei der Güterbesorgung, bei dem Verbands-, Jnstradirungs-, Reclamations- und Abrechnungswesen u. dergl. sind vom königlichen Handels-Ministerium acht Beamten, darunter auch einige Unterbeamten, der preußischen Staatseisenbahn - Verwaltungen auf vier Wochen nach England
Störung vorgefallen."
Berlin, 6. Mai. Ter ..D-agd. Ztg." wird von hier geschrieben, daß man es ultrarnsntanerseits als selbstverständlich ansieht. daß ohne Verzug sämrntliche Orden und ordensähnlichen Geneffenschaften Alles, was sie an irdischen Gütern besitzen, veräußern, daß also der Staat nach sechs Monaten tabula rasa vorfinder. So erfährt das genannte Blatt, daß das Moabiter Kloster schon vor einigen Tagen zu seiner Auflösung vorbereitende Schritte ge- than hat; auch die Ursulinerinnen, die in der Lindenstraße ein Erziehungs- Institut leiten, wollen Berlin verlasteu.
— Die ultramontane „Preffe" erhebt gewaltiges Geschrei darüber, daß
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Die von der Militär-Commission erkauften Pferde werden zur Stelle abgenommen und gegen Quittung sofort baar bezahlt.
Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der sämmtlichen Unkosten zurückzunehmen, auch sind Krippensetzer vom ftaufe ausgeschlossen. Die Verkäufer sind ferner verpflichtet, jedem verkauftem Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß . nd Ringen versehen, eine starke Kopfyalfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens zwei Meter langen, starken Hanfstricken — ohne besondere Vergütung — mitzugeben.
Berlin, den 8. März 1875.
Krieg- - Ministerium, Abtheilung für das Remonte - Wesen.
gez. von Schön. gez. von Klüber.
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abgesandt worden.
— Uetzer die Grazer Vorgänge bringt die Preffe" folgende NachrichtenBerlin, 6. Mai. Ter russische Botschafter in London, Graf Schuwa- ~ (Jestern waren zwei Compagnieen Infanterie zur Bewachung >loff, wurde gestern vom Kaiser und der Kaiserin empfangen und speiste sodann - t,!-1 -•mit beiden Majestäten allein. Gestern Vormittag hatte derselbe (Konferenzen
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flejn(n^ 'und Bürgermeister die Einweisung des gegen den Willen der Stadt ihr aus- bn ^Emtritl octrovirtcn Dicars, und die Stadtverordneten-Versammlung beschloß einstimmig, u erfragen Inders mit aller Entschiedenheit für die Wahrung der ihr zustehenden Rechte eüv nifrrtrn.
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zutreten.
Berlin, 6. Mai. Die Genesung des Abg. Lasker ist so weit vorgerückt, daß er sich jetzt nach Freiburg t. Br. zu seiner Familie begeben kann wo er bis zur völligen 'Wiederherstellung seiner Kräfte bleiben will, um alsdann voran-sichtlich in der Schweiz zu verweilen. Seine Rückkehr nach Berlin


