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Gießener Aiizeiger.
ttrfrtidnt tin!Ich, mit Rotz- nabmf Montags.
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Mnzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.
Ao. 21»tt.
Svinitnq den 7. November
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Hanseroth
unter.
Die Erpedltion des „Gietzener Anzeiger" befindet sich Lchnlstrafte Nr. 18 im früheren Telegraphen-Bürean.__________________________
Amtlicher Lheil.
Gießen, am 5. November 1875.
Bct reffend: Die VolkszLylung und Aufnahme der Gewerbestatistik
am 1 December 1875.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großherzogliche Polizei-Verwaltung dahier und die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme von Gießen
Die Formularien für die Volkszählung und die Aufnahme der Gewerbestatistik werden Ihnen in den nächsten Togen per Post zugehen.
Wir erwarten, dah ?ie die Ihnrn bereits zugegangenen „Bestimmungen" und „Instructionen- an die Mitglieder der ZählungS Commissionen verkheilt und datz die Ledteren sich mit dem Inhalt derselben vertraut gemacht haben. Sollten Sie über die Aussührung einzelner Anordnungen im Zweifel sein, so woller Sie alSbald zum Zweck näherer (Erläuterung entweder persönlich bei uns erscheinen oder ungesäumt bcrichtlich dahier anfragen.
v. Röder.
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hauptsächlich die Ordnung deS Verfahrens zum Gegenstände, welches bei An-
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Wahrheit er und seine Söhne gethan, und Tos haben sie erlangt. Tas also wünschen Wir voller Zuversicht auch Euch von ganzem Herzen, zugleich tnit der Fülle wirksamen Gnadenbeistandes. Tas Unterpfand desselben möge der apostolische Segen sein, welchen Wir Eurem ganzen Vereine und allen einzelnen Mitgliedern als Zeichen Unseres väterlichen Wohlwollens in aller Liebe ertheilen.
ÖPIllfdlfilllÜ 'Abfall vom Glauben seiner Väter drängten: „Stark ist nun ter Uebermutb,
’ und eine Zeit der Strafe, der Verwüstung und des 'grimmigen Zornes. Tarum,
Darmstadt, 4. November Mit allerhöchster Genehmigung Sr. König!. Söhne, eifert nun für das Gesetz und gebet Euer Leben für den Lund Eurer Hoheit des Großherzogs ist den Ständen les Großdeizogthnms ein Gesetzen!- Väter. Gedenket der Timten, der Väter, die sie getlmn in ihren Zeiten, und Wurf vorgelcgt worden, betr. die Ausführung des Reichsgesetzes über die Beur-lJhr werdet großen Ruhm erlangen und einen ewigen Namen." kundung des Personenstandes und die Eheschließung. Der frag!. Entwurf hat '
wlisung eines Standesbeamten zur Vornahme einer abgelehnten Amtshandlung, sowie bei der Berichtigung einer Eintragung in die Standesregister, msbeson btre in der Provinz Rheinhessen. einzuhalten ist; ferner verschiedene durch das Reichsgesetz veranlaßte Kosten-, Gebühren- und Sumpelfragen Neben diesem Gesetzentwurf wird die Ausführung des Reich-gesetzeS durch eine von Sr. König!. Hoheit dem Großherzoge bereits genehmigte allerhöchste Verordnung, sowie durch eine Instruction de- Großh. Ministeriums der Justiz geregelt werden, deren Publication im Negierungsblatte in aller Kürze stattfinden wird.
Darmstadt, 5. November. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aSergiiädigst geruht:
Am 1. November den Polizei-Kommissär 1. Klasse bei der Polizei -Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen, Polizeirath Lorenz Nover, auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und ersprießlichen Dienste, in den Ruhestand zu versetzen;
an demselben Tage den Polizei-Commiffär 1. Klaffe bei dem Polizeiamte Darmstadt, Wilhelm Fresenius, zum Polizei-Kommissär 1. Klaffe bei der Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen, zu ernennen.
Mainz, 3. November. Der heil. Later hat auf die Ad reffe der drit tm General - Versammlung des Mainzer Katholikenvereins mit nachstehendem Schreiben geantwortet:
Den geliebten Söhnen!
Dem hochwohlgeborenen Freiherrn Felix v. Lov, Präsident, und dem ganzen Mainzer Katholikenverein.
Pius P. P. IX.
Geliebte Söhne 1 Gruß unb apostolischen Segen I
Der Kampf, welcher einst im Himmel ausgefochten ward, ist von Neuem in unseren Tagen auf Erden entbrannt, und zwar nicht mehr, wie früher, nur im Verborgenen unb vereinzelt, sondern offen unb mit vereinten Kräften. Offenbar geht, wie damals, das gleiche Banner beiden Parteien voran. Denn ans der Fahne Jener, die mit Hintansetzung aller irdischen Interessen muthlg für ihren Glauben, ihre Kirche und deren geheiligte Rechte kämpfen, erstrahlt lu altehrwürdige Loosung: Wer ist wie Gott; auf das andere Zeichen aber, das die geschworenen Feinde unserer heil. Religion erhoben, bat wahnsinniger Hochmuth das Wort geschrieben: lieber die Sterne des Himmels werde ich stssen meinen Thron, dem Höchsten will ich gleich sein. Aber des gleichen lkampfes harrt auch der gleiche Ausgang, und wie damals der Hochmuth der Rebellen in die Hölle hinabgeschleudert ward, so werten auch Jene niederge toorfen werden, die da streben, sich an die Stelle Gottes zu setzen unb (ein Reich auf Erden zu vertilgen. Daher wünschen Wir Euch Glück, die Ihr gegründet auf den festen Fels, den Christus hmgestellt, in der Ueberzeugnng, daß Gott mit Euch ist, und daß die Pforten der Hölle nimmer jene Sache überwältigen werden, für welche Ihr einstcht, — unbeweglich und muthig ausharrt in dem heißen Streite. Unb baß diese Euere Glaubensfestigkeit auch vom Erfolge in unzweideutiger Weise unterstützt wirb, erfüllt Uns in der Thal mit Freude — ; sind doch der augenscheinliche Nutzen Eurer Versammlungen, Be- rathungen und Bestrebungen im Kampfe gegen das hereinbrechende Unheil, der frische, religiöse Geist, der in den Gläubigen erwacht unb neu gestärkt ist, end- lich der allgemeine Beifall aller @nien für Guck ebenso viele Unterpfänder der zeitlichen Huld. Sammelt Euch daher neue Kräfte und erhöhten Muth zum Kampfe, und glaubet an Euch gerichtet die Worte, die einst der sterbende Ma- ibatias an Israel richtete, als die gottlosen Gesetze des Antiochus es zum
.Gegeben zu Rom bei St. Peter, den 11. October 1875, im dreißigsten Jahre Unseres Pontificais.
Pius P. P. IX.
Berlin, 4. November. Die Nachricht, daß der deutsche Kronprinz die Ausstellung in Philadelphia besuchen wird — ob sie unanfechtbar, wissen wir noch nicht —, ist selbstverständlich sofort nach Amerika telegraphirt worden. Ein Berichterstatter der „Times" auS Philadelphia schreibt nun, daß die An- kündigung großes Aussehen erregt habe. „Tie Deutschen", fährt er fort, „welche einen so großen Procentsatz unserer Einwohnerschaft ausmachen, würden ihn mit Begeisterung empfangen, unb versprechen „nnserm Fritz" eine Aufnahme, welche alles Dagewesene dieser Art in Schatten stellen soll. Kein fremder Prinz zählt in Amerika mehr Bewunderer."
Berlin, 4. November. Die Post-Unterbeamten von Köln unb Deutz haben von Neuem an ben Reichstag eine Petition gerichtet, betr. die Verbesserung der materiellen Lage der gedachten Beamten-Kategorie. Auf die erste Eingabe der Petenten vom vorigen Jahre hatte der Reichstag dieselben bescheiden lassen, daß man die Lage der Unterbeamten im Auge behalten wolle. Da jedoch eine Besserung tatsächlich nicht eingetreten, so bringen in der gegenwärtigen Petition die Unterbeamten des gedachten Postbezirks ihre vorjährige Bitte nochmals in Erinnerung.
— Die „Voss. Ztg." schreibt: Herr Professor Dr. Dove, der gefeierte und um sein Fach hochverdiente Docent, begann vorgestern seine öffentliche Vorlesung mit der Entschuldigung, daß man die bisweilen eintretende Unver- 'sttndlichkeit seiner Sprache entschuldigen möge, da er noch immer leidend sei, 'doch habe fein Gesundheitszustand ihn nicht veranlassen können, keine Vorträge >zu halten, da er Mit diesem Wintersemester gern seine hundertste Vorlesung erreichen wolle. Eine seltene Laufbahn von 50 Jahren als Universitätsdocent. Wir wünschen dem bedeutenden Gelehrten recht baldige und nachhaltige Besserung, und wollen auf eine noch große Serie von Vorlesungen hoffen.
Berlin, 4. November Die „Post" vernimmt im Anschluß an die Nachricht^von der Berufung v. Boyen's zum Gouverneur von Berlin, baß General v. Tümpling den Mainzer Gouverneurs - Posten unb Prinz Albrecht das Commando des 6. Armee Corps erhalte. — Der „Reichs Anz." publicirt die Wiederaufhebung der Beschlagnahme des Vermögens des ehemaligen Kurfürsten von Hessen. — Die „Nat.-Ztg." erfährt, daß das Stadtgericht heute Mittag über dis Vermögen Strousberg's den Concurs eröffnet hat.
Berlin, 5 November Der Reichstags-Abgeordnete Robert v. Mohl, der gestern noch der Reichstags-Sitzung beiwohnte, ist heute Nacht plötzlich gestorben.
Berlin, 5. November. Ter Reichstag nahm in der heutigen Sitzung die drei gestern in zweiter Lesung erledigten Gesetzes-Vorlagen in dritter Lesung an unb verwies den Gesetzentwurf über Abänderung des Titel 8 der Gewerbeordnung, betr. die gewerblichen Hülfskaffen, an eine Commission von 21 Mitgliedern. In der längeren Debatte über diesen Gegenstand erkannte der Abg. Schulze - Delitzsch die Vorlage als tüchtige Arbeit an, bekämpfte aber den Zwangs-Beitritt zu den Hülfskaffen, sofern nicht eine gleichmäßige Begünstigung für die freien Kaffen eintrete. Die Abgg. Bebel unb Moufang bemän-


