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Anzeige- und Mmtsölaü für den Kreis Hießen.
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Freitag den 6. August
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Deutschland.
AuS dem Wahlbezirk Vilbel. Wie ans gut unterrichteter Quelle mitgrthetlt wird, ist es jetzt als ganz bestimmt anzunehmen, daß Pfarrer und Landtags-Abgeordneter Landmann in Rendel die auf ihn gefallene Wahl als Oberpfarrer und Superintendent nach Plauen annimmt. Herr Landmann war verflossene Woche in Dresden, bat dort, wie wir hören, in der Hofkirche gepredigt, und da sich bei seinem Dortsein die Sache mündlich wohl so weit ab- gcwickclt haben wird, so wird das Teeret der sächsischen Negierung nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Berlin, 2. August. Im landwirthschastlichen Ministerium fand heute eine Berathung über die Ergreifung zweckmäßiger Mittel gegen die Heuschreckenplage statt, woran auch der hier anwesende Minister Ur. Friedenthal Theil nahm. Im Uebrigen waren dazu außer einer Anzahl von Räthen deS Kriegs- Ministeriums der Prof. Gerstäcker, der Landschafts-Director v. d. Knesebeck und der Landralh des von dem Ungeziefer heimgesuchlen Kreises Teltow, Prinz Handjery, herangezogen worden.
Berlin, 3. August. Der „Reichs-Anz." schreibt: „Ter Vertrag zwischen Preußen und Anhalt wegen der Führung der Berlin-Wetzlarer Eisenbahn durch Herzog!. Anhaltischcs Gebiet und« wegen Anlage einer Zweigbahn nach Staßfurt bezw. LeopoldShall vom 11. Juni 1875 ist ratific>rt worden und die Auswechslung der RatificalionS.Urkunden bat stattgefunden.
Berlin, 3. August. Bis Ende Juni 1875 sind für Rechnung des Deutschen Reichs an Landes-Silber- und Kupfermünzen zur Einziehung gelangt: a) Landcs-Silbermünzen. Tbalerwährung 91,775,055 Mk.; süddeittscher Gul deiiwährung H 2.099,867 Mk. 50 Psg.; Kronenthaler 7,287,531 Mk. 5 Pfg.; Eonvenlionsmünzen des Zwanzigguldknsußcö 1,905,226 Mk. 55 Pfg^; Silber münzen Schleswig holsteinischen Gepräges i ,617,855 Mk 49 Pfg ; Lilbermüii- zen bannovcrtschen Gepräges 1604 Mk. 25 Psg.; mecklenburgischer Währung 144 996 Mk. 30 Pfg.; hamburgische Courantwährnng 791,452 Mk. 50 Psg. ; lübeckischer Courantwahrung 407,33b Mk. 20 Pfg. Gesammtwerth somit 216,030,926 Mk. 84 Pfg. b) Landes > Kupfermünzen : Thalerwährung 464 163 Mk. 29 Psg.; süddeutscher Guldenwährung 116,769 Mk.; mecklenburgischer Währung 29,310 Mk Gesammtwerth b. 610,242 Mk. 29 Psg. Dazu Gesammtwerth a. 216,030,926 Mk- 84 Psg. Summa 216,641,169 Mk. 13 Pfg.
Berlin, 3. August. Gestern vollzog die Universität die Wahl des Rec tors und der Decane für das nächste Jahr. Gewählt wurden zum Rector der Pros. Dillmann (Theologie), zu Dccauen der Professor der Theologie Sennsch, der Proseffor juris Bruns, der Professor der Medtciii v. Langeubeck und der Prosessor der Philosophie Ritzsch. . £ L K
Berlin, 4 August. Die „Prov.-Correjp." constatrrt den tiefgehenden Eindruck der jüugsten Wendung im Verhalten des Episcopats und spricht die zuversichtliche Hoffnung ans, daß die Bischöfe sich in hoffen.lich nicht ferner Zeit auch nut den übrigen vom Gesetz über die Verwaltung des Kirchen-Vermögens mchl verschiedenen Kirchen-Gesetzen versöhnen würden. Ueber das Col- lectenwesen seien neuerdings den Ober-Präsidenten bestimmtere Anweisungen zugegangen. Namentlich sei auch das Collectiren für den Peterspfennlg rseu lens der Michaelis Bruderschaft bei Nicht-Vereinsmitgliedern ungesetzlich.
München, 3. August. Der „Volksfreund" ist über die neuliche Rede des Stistsprobstes Dr v. Döllinger in der Sitzung der Akademie der Wiffen- schaftcn äußerst ungehalten und droht: „Der Landtag ist es dem Volke schuldig auf die Provocation Döllinger's die rechte Antwort zu geben und ein Institut aus dem Budget zu streichen, welches sich der Verletzung des Glaubens und der Gefühle des katholischen Volkes und zur Förderung des preußischen Kirchenkampfes mißbrauchen lasten soll.
— Der Deutsche Kaiser wird aus der Rückreise von Gastein nach Berlin nächsten Samstag in Salzburg Nachtquartier nehmen, soviel bis jetzt bestimmt, über München nach Eger am 8. d. Mts. reisen und dort übernachten. ,
Stuttgart, 3. August. Bel dem heutigen Festbanket brachte der Pra sident der Abgeordneten Kammer, Hölder, folgenden Toast aus: „Tie hohen geschichtlichen Aufgaben des deutschen Volkes können nur gelöst werden im Zusammenwirken aller deutschen Stämme. Das Weh, das einem Stamme ge. schiebt, empfinden Alle. Die Erfolge eines Theils sind der Ruhm der ganzen Nation. In diesem Sinne begrüßen wir Alle freudigen Stolzes die Wieder, ausrichtnng des deutschen Reiches; getragen von den Sympathieen aller Deut- scheu haben wir den schweren Kamps auSgesochten. Oesterreich hat uns den Rücken gesichert, die Schweiz in ehrlich durchgeführter Neutralität die Flanken gedeckt. Das deutsche Reich ist ein Reich des Frieden« und em Bollwerk der Geistesfreiheit. Hoch Kaiser und Reich!" Die Rede wurde mit lautem Enthu ßasmus ailfgenommen. Hölder wurde nach derselben von Kopp an den österreichischen Tisch geführt, der ihm ein begeistertes Hoch darbrachte.
Stuttgart, 4. August. Auf dem gestrigen Festbanket brachte Baumann aus St Gallen folgenden Toast aus: „Wir Schweizer sind gekommen nicht der Schützen-Becher und Ehren-Gaben wegen, sondern um zu beweisen, welch' hohen Werth wir in diesem Augenblicke, wo auch wir unserem Lande einen Lulturkamps kämpfen, auf die Freundschaft des deutschen Volkes, auf die
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guten Dienste der deutschen Bildung und der deutschen Wissenschaft legen. Wir wollten das selbst hier sagen, weil vor «iniger Zeit Mißverständnisse vorgrkom- men sind, welche den Glauben an das Fortbestehen der alten Freundschaft des deutschen und des schweizerischen Volkes hätten erschüttern können. Hoch der freie deutsche Geist!"
Stuttgart, 4. August. Das Schützenfest nimmt fortgesetzt einen günstigen Verlauf. Die Frequenz übersteigt alle Vor. usberechnungen. Der Andrang zum Schießen ist fortwährend ein sebr großer. Von früh 6 Uhr bis Abends 8 Uhr befördert die Pferdebahn täglich 40,000 Festbesuchcr. Gestern Abend fand in der Festhalle eine Productioii von 24 Sänger-Gesillschasten statt. Die mit 4500 Sitzplätze ausgestattete Halle konnte die Besucher weitaus nicht fasten.
Stuttgart, 4 August. Heute Vormittag begannen die Verhandlungen des deutschen Schützentages. Zwei Düstcldorfer Vereine schlugen Düsteltorf als nächsten Festort vor. Einstimmig wurde beschlossen, mit der Stadt Düsseldorf zu verhandeln. Bei dem heutigen Festbanket brachte Fabricius (Frankfurt) einen Toast auf Düsseldorf als die Fest-Stadt des sechsten deutschen Bundes- Schießens aus. Morgen wird König Karl auf dtm Fesiplatze erscheinen. Tas Fest nimmt bisher einen glänzenden Verlaus. Heute Abend findet ein Festball im Königsbau statt.
Oesterreich.
Wien, 3. August. Die streng katholische Journalistik bei uns hat einen herben Schlag erlitten. Der „Volkssreund", das einzige klerikale Journal, das in größerent Styl angelegt ist, ei freute sich bisher der Unterstützung des Cardinal Erzbischofs von Wien. Als dessen Organ mußte eS auch seine Politik vertreten und w.ußle deshalb zuerst rccht lebhaft für die Bildung der katholischen Rrichspartei eintreten. Tiefe ist abrr in die Brüche gegangen und damit der Partei kein geringer Schaden zugefügt. Ter Cardinal ist nunmehr der Sache überdrüssig geworden und läßt den „Volksfreund" fallen. Ter bisherige Redacteur Wiesinger tritt von der Redaction zurück, und soll dem Herrn Cardinal ganz offen seine Meinung gesagt haben, daß es eben, wenn man ein Parteiorgan mit Erfolg halten will, nicht geht, von einem Tag zum andern in seinem Programme zu schwanken. In seinem Abfchredswort hat er der katdolischcii Prcffe in Oesterreich fast jede Lebensfähigkeit aberkannt. Schlagend sind allerdings die Thatsachcn, oaß ein eminent katholisches Blau (daü „Vaterland").Jahre lang von einem Protestanten (Knigg) geleitet wurde, imb daß noch in diesem Augenblick seine besten Artikel ein Jude schreibt.
Wien, 3. August. Fürst Milan von Serbien hatte heute eine halb- stündWc Audienz bei dem Kaiser. Tas Abendblatt der „Preffe" erklärt; Obwohl über die Audienz bisher nichts bekannt sei, könne sie gleichwohl wiederholt bestätigen, daß Seitens Oesterreichs ganz im Einvernehmen mit Rußland iind Deutschland dem Fürsten von Serbien hier klar gemacht werden wird, daß er den Frieden aufrechterhalten und die Haltung Serbiens eine streng correcte bleiben müsie. Tie türkische Negierung i|i in dieser Beziehung vollständig beruhigt und sieht mit Befriedigung, daß die Ueberwachung der Grenze Oesterreichs durch verstärkte Truppen in Aussicht steht. Uebrigens gilt in Wüner officiellen Kreisen der Aufstand in der Herzegowina als in der Abnahme begriffen.
Schweiz.
Bern, 3. August. Da bei Cöschemn die Ruhe vollständig wieder hergestellt ist, jo ist sämmtliches Militär bereits abmarschirt.
Frankreich.
Versailles, 3. August. Die Budget-Berathung wurde in der heutigen Nachmittags Sitzung fortgeführt und beendigt. Tas Budget wurde genehmigt und ein NachtragS-Credit von 300,000 Franken zur Unterstützung solcher Personen bewilligt, welche unter der früheren Regierung aus politischen Ursachen aus Frankreich emigrirten. Im weiteren Verlause der heutigen Sitzung wurden noch verschieden» kleinere Gesetz-Entwürfe angenommen. Sodann wurde be- schloffen, morgen noch eine Sitzung abzuhalten. Auf der Tagesordnung steht lediglich ter Gesetz-Entwurf über die große Gürtel-Eisenbahn um Paris.
atafien.
Genua, 2. August. Man liest im „Movimento" von Genua: Ter Hasen-Commandant von Ancona hat die Regierung benachrichtigt, daß wegen der Verfolgungen, welche die Italiener in Dalmatien erleiden, die italienischen Schiffe bei Stürmen im adrianschen Meere, und wenn ter Wind sie gegen die dalmatische Küste treibt, gleichwohl trotz offenbarer Gefahr bemüht sind, daß die Schiffe mit nationaler Flagge ferne Ladungen für Sebenico, Spalato, Zara, Calopago u. s. w. annehmen.
(EiiflCanö.
> London, 3. August. Unterhaus. Unter-Staatssecretär Lowther erklärte 'gegenüber Hugcffen, die Regierung werde hinsichtlich der Abtretung englischen Gebietes in Gambien nichts ohne die Mitwirkung des Parlaments lhun.


