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gegeben. Loma behauptet, nichts zu wissen. Die Ofstciere erscheinen gleich- gültig, versichern aber, nicht gegen tu Lameraten marjchtren zu wollen. Die Flotte ist gestern in nördlicher Richtung obgegangen; wie cS hecht, soll sie Alphons von Bordeaux nach Santander führen. Rach anderen Angaben wird der Prinz sich nach Valencia einschlffen. Einem Gerüchte zufolge hätte der Carlisten General Dorregaray eine Convention abgeschlossen, die Waffen niederge- legt und sich für den König Alphons erklärt.

Der Angriff der Carlisten auf die mecklenburgische BriggGustav-, durch welchen dieses Schiff gänzlich zu Grunde gegangen ist, wird bestätigt durch eine von der (hier angekommenen und jetzt schon nach Bayonne gereisten) Mannschaft abgegebene Erklärung.

Bayonne, 3. Januar. Marschall Serrano ist mit zwei Adjutanten über Cansranc und Pau hier eingetroffen.

yoilugaf.

Lissabon, 2. Januar. Heute hat die Eröffnung der portugiesischen Kammern stattgesuuden. Die Thronrede deS Königs hebt hervor, daß die Reclamarionen, welche die Regierung wegen der Vorgänge in Para an die brasilianische Regierung gerichtet, freundlich aufgenommen seren, und kündigt Vorlagen an, betreffend den VolkSschul Unterricht, die Einführung neuer ®e> setzbücher, die Vollendung neuer Eisenbahn-Bauten und anderer öffentlicher Arbeiten.

ÜmiTituL

New-Bork, 3. Januar. Die öffentliche Schuld der Vereinigten Staaten hat sich im Monat December um 3,659,000 Doll, vergrößert. Im Staatsschätze befanden sich am 1. Januar 82,587,000 Doll, in baar und 13,952,000 Doll, in Papier.

Havannah, 3. Januar. Der General Capirän Concha hat den Prin­zen Alphons als König proclamirt.

ZlfiCIL

Calcutta, 3. Januar Die Anführer der Dufflas haben am 28. De- cember ihre Unterwerfung augeboten. Die Engländer rückten am 30. Decem- ber in die Niederlassungen der Dufflas ein.

L o k a l ' N o t i z.

®ief;cn, 5. Januar. Zur Vervollständigung unserer gestrigen kurzen Mitthcilung über die Verpflichtung des neugcwäblten Bürgermeisters unserer Stadt, Herrn August B r a m m, tragen wir noch Folgendes nacy:

Die Stadtverordneten batten sich, mit Ausnahme eines erkrankten Mitgliedes vollzählig eingefunden, ferner die städtischen Beamten und Bediensteten, sowie ein zahlreiches Auditorium

Nachdem der provisorische Vorsitzende der Stadtve.ordneten, Herr Buchdruckcreibesitzcr Keller, die Sitzung eröffnet, ergriff der Großh. Provtnztal-Direktor v. Röder das Wort, indem er zunächst eine kurze Ansprache an die Stadtverordneten richtete und sodann, sich zu dem Bürgermeister, Herrn Bramm wendend, im Wesentlichen bemerkte, es könne bei Vollziehung des bevorstehenden Akteö nicht seine Aufgabe fein, ihm die Pflichten seines neuen Amtes, wie wiche aus ocr netten Gesetzgebung hervorgingcn, im Einzelnen vor Augen zu führen, es habe ihn ja fein langjähriger Beruf als Richter daran gewöhnt, sich mit den Gesetzen des Landes aufs Innigste vertraut zu machen und dieselben selbst zu handhaben. Nur der Hinweis möchte hier am Platze sein, daß die neue Gesetzgebung, jindem sie den größeren Städten des Landes die Selbstverwaltung in ausgedehntem Maße zugestehej, damit auch das Maß der Verantwortlichkeit deö Bürgermeisters, als erstem Vertreter der Stadt wesentlich erhöht habe. Nachdem auch noch auf die Bedeutung der dem Bürgermeister durch Art. 76 des Gesetzes vom 16. Juni vor. Js. zugewiesenen Funktion eine« Mitgliedes der Kretsschulcommission hingewieien worden und der Redner die zuversichtliche Erwartung ausgesprochen, e4 werbe sich der Bürgermeister auf's Etfrigste bestreben, Dem ihm in so reichem Maße entgegengebrachten Vertrauen, indem seine Wahl einstimmig erfolgt fei, in jeder Beziehung zu entsprechen, fand die feierliche Beeioigung deS Bürgermeisters statt. \

Sodann gedachte noch der Großh. Provinzialdirector mit anerkennenden Worten Derer, die seither die Angelegenheiten der Stadt verwaltet, insbesondere deS vor Kurzem aus dem Leben abberufenen Bütgermetftets Vogt, welcher zwölf Jahre lang aufs Eifrigste sich dem Dienste seiner Vakerstadt gewidmet habe, weshalb ihm für lange Zetten ein dankbares Andenken unter seinen Mitbürgern gesichert 'ei.

Hierauf ergriff Großh. Bürgermeister Bramm, sich an Die Stadtverordneten wenden», da» Wort, indem er autfübrte: Daß in dieser feierlichen Stunde, die er zu den ereigntßvollsten seines Leben» zählte, das Bild vor seine Seele trete, das seit langen Jahren über der Ein­gangshalle »es altehrwürdigen Rathhausbaues besten AeußereS ziere. Es sei ein Sinnbild, bar« stellend bie Göttin der Gerechtigkeit, alS Svmbol, daß in biejen Räumen stets Wahrheit, Un« Parteilichkeit und Gerechtigkeit herrschen sollten. Wie er sich bewußt sei, bei Ausübung seines seitherigen ehrenvollen Berufes diesem Symbole getreu von dem geraden Wege des Recht- nie­mals abgewichcn zu sein, so sollten auch bei Ausübung deö hohen Ehrenamte-, welche- er aus ihren (Der Stadtverordneten) Hänfen empfangen habe, Wahrheit, Unpartheilichkeit und Gerech­tigkeit Die stete Richtschnur ,eines Handelns bilden. Unb wenn, worum er bitte, bie Stadtver­ordneten von diesem Gesichtspunkte au- seine amtliche Wirkiamkcit bcurtheilen wollten, so dürfe er hoffen, daß ihr Zusammenwirken der Stadt, deren Bestes überall zu fördern sie ja berufen seien, stets zum Wohle gereichen werde. Indem er in dieser Hoffnung fein neues Amt mit Freuden antrete, fühle er sich gedrungen, ihnen (den Stadtverordneten) für die einstimmige Wahl zum höchsten Ehrenamt seiner theuren Vaterstadt seinen tiefgefühltesten Dank auszukprechen.

Nachdem zum Schluffe noch der Großh Provinzialdirector v. Röder den Wunsch aus­gesprochen, es möge die Stabt Gießen durch die ersprießliche Tdätigkeic ihres neuen Bürger­meisters und »er Stadtverordneten, unter der Herrschaft der neuen aller berechtigten Anfor­derungen entsprechenden Gesetzgebung sich zu immer größerer Blüthe entfalten, wurde die Sitzung geschloffen. ____________

Telegraphische Depeschen.

Berlin, 4. Jan DieKreuz-Ztg." theilt mit, daß der Kaiser eine Cabinets Ordre unterzeichnet hat, welche das gegen den Fürsten Putbus alS

Mitgründer der Nordbahn ergangene ehrengerichtliche Erkenntniß vollinhaltig bestätigt. Letzteres enthält eine einstimmige Freisprechung in allen die Ehren­frage irgend berührenden Punkten.

Bukarest, 4. Januar. Die Regierung hat die letzte Strecke der rumänischen Eisenbahnen von Pitesti nach Jrciorawa mit der Zinsgarantie übernommen. Die neue Linie wird morgen dem Verkehr übergeben

Konstantinopel, 4. Januar. Der Bericht der Enguöte-Commission in der Affaire von Podgoritza ist eingetroffen; nach demselben sind mehrere Todesurtheile gefällt.

London, 4. Januar. Der Arbeiter - Strike in SüdwaleS ist weniger bedeutend als am 2. d. M. gemeldet wurde. In zwei bedeutenden Kohlen­gruben ist die Arbeit bereits wieder ausgenommen. Voraussichtlich werden die übrigen Arbeiter dem Beispiele folgen. DieTimeS" betrachtet deshalb den Strike bereit- als beendet.

Paris, 4. Januar. Bei der heute erfolgten Beerdigung Ledru Rollin's fand ein beträchtlicher Zusammenlaus von Menschen statt, doch wurde die Ordnung nicht gestört.

San Sebastian, 4 Januar. Die Proclamirung Alfonso's wurde Hierselbst den Truppen bnrch die Obersten mitgetheilt. Die Generale Loma und Blanco hielten sich abseits, da- Publikum beobachtete eine gleichgültige Haltung.

Köln, 4 Jan. DerKölnischen Zeitung" wird aus Bavonne vom heutigen Tage gemeldet, daß Serrano dort eingetroffen und auf dem Bahnhose von dem Uiiterpräfecten, dem General Pourect und dem spanischen Consul em­pfangen worden ist. Serrano werde in Biarritz Aufenthalt nehmen und von politischen Angelegenheiten sich fern halten.

Wien, 4. Jan. (Proceß Ofenheim.) Die Verlesung des Anklage-Acts dauert über drei Stunden. Der Vorsitzende verliest hierauf die Entscheidung des Oberlandesgerichts vom 16. December auf die Berufung des Angeklagten, dahingehend, daß alle Punkte, ausgenommen Punkt 8 (Gebühren-Verkürzung), aufrechterhalten bleiben, dieser Punkt aber von der Anklage auszuscheiden sei. Die Sitzung wird auf morgen vertagt.

Vermischte S.

Muschenheirn, 5. Januar Muschenhetrn hat nun auch seinen Bürgermeister. Trotz aller Machinationen ber Gegenpartei, bie ihr Haupt, den seitherigen Bürgermeister Becker wieder an bie Spitze ber Gemeinde bringen wollte, war ber Ortsbürger Karl Schmidt, Sohn bei früheren Hoheitsschultheißen Schmibt, mit 66 gegen 52 Stimmen erwählt worden. Natürlich kam es zu Reclamationen gegen die Wahl Am 31. December traf die Nachricht der Bestätigung bes neuen Bürgermeisters in Muschenheirn ein. Groß war der Jubel unb eine herrliche Feier deS Ereigniffes würbe mit ber Neujahrsnacht verbunden.

Darmstadt, 2. Januar. Alte österreichische Sechskreuzerstücke (mit ber Bezeichnung 5) finb im Verkehr kaum mehr unterzubringen, da bie Staatskassen ihre Umwechslung ver­weigern

Daß nctofounblänber Hunbe ein guteS Gebächtniß haben, zeigte sich in einer kürzlich in Königsberg stattgefunbenen Gerichtsverhanblung. Jemanb hielt sich einen solchen Hunb zur Be­wachung seine- Gehöft-, unb zwar Den Tag über an der Kette. EineS Tages im Sommer löste derselbe das Thier von der Kette los, um es in einem Gewässer vor dem Thore zu haben. Der Hund folgte gutmütig wie imm-r, Niemand jetroat zu Leibe thuenb. Auf bem Jahr­marktsplatze angelangt, sprang ber Hund plötzlich in langen Sätzen von feinem Herrn fort unb ohne Weitere- auf einen in weiter Entfernung einhergehenben Burschen lo-, warf denselben nleber unb biß ihn fo stark, baß er acht Wachen krank barniedergelegen hat. Der Eigenthümer würbe aus dem § 367 ad 11 bet Strafgesetzbuches, weil er feinen bösartigen Hund frei ohne bie erforderlichen Vorsichtsmaßregeln habe unterlaufen lassen, angeklagt, unb hierbei sollte er erfahren, wie e- gekommen, daß sein sonst vollständig gutmütiger Hund, der noch nie einem Menschen zu nahe gekommen war, plötzlich so wüthend geworden. Der vor dem Polizeigerichte al- Zeuge erschienene verletzte Bursche räumte nämlich in bem Termin ein, ben Hunb längere Zeit vor bem UeberfaU über einen Zaun hinweg fast täglich gezerrt und mittels einer Stange geprickelt zu haben, während er sich qn der Kette befanb und sich nicht vertheidigen konnte. Das kluge Thier hatte trotz der langen Zeit die ihm widerfahrene Unbill nicht vergessen, den Burschen sogar aus weiter Entfernung erkannt und ihn auf so fürchterliche Weise dafür gestraft. Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe verurtheilt.

Don der Insel Rügen wird ber N. Stett Z. berichtet: Der Fürst zu Putbus hatte in feiner Eigenschaft als Standesbeamter den ersten von ihm copulirten Paaren ein Geschenk von einem Zehnmarkstück gemacht. AI- einer der Neuverbundenen von den Unterbeamten darauf aufmerksam gemacht wurde, daß es schicklich sei, sich für diese Wohlthat zu bedanken, ertoleberte derselbe sehr naiv:Gr hätte geglaubt, daß dies (ine Bestimmung des neuen Gesetzes unb daß ihm daS Gelb von Rechtswegen verabfolgt wäre !"

Al- Sewar», so erzählt ein amerikanisches Blatt, noch Landgeschäfte für die Ber­einigten Staaten machte, schickte er den General Nie. Cook nach den Sandwichsinseln, um mit deren König über die Annexion seines Landes an die Vereinigten Staaten zu unterhandeln. Der König Kamehameha lud den Gesandten ein, mit ihm in die nächste Bierwirthschaft zu treten, um diese wichtige Staats-Angelegenheit zu erwägen. »Sehen Sie," sagte König Kamehameha,ich bin jetzt König dieser Inseln, habe nichts zu thun, und bekomme dafür ein Jahrcsgehalt von 40,000 Dollars mehr als ber Prasibent. Verkaufe ich diese Insel, so fällt mein Salair weg, ich bin nicht mehr König, sondern bloß noch Bürger der Vereinigten Staaten, und noch nicht einmal ein angesehener. Die Gassenjungen würden mich am Ende gar verhöhnen und Nigger" schimpfen. Ich glaube, ich thue besser, König zu bleiben." General Nic. Cook trank sein Glas Bier aus, machte ein sehr diplomatisches Gesicht unb sagte:Majestät, Sie sind ein ganz gescheiter Kerl!" Damit endete die Unterhaltung und Nic Cook's diplomatische Mission.

Guntersblum, 29. Dec Verflossene Nacht ist eine hiesige arme Frau, die sich vom Bettel nährte, bei Mettenheim vom Wege abgckommen, im Schnee stecken geblieben unb erfroren. (W. $.)

Jahresmittel ber Temperatur tn Gicßen, 1874.......-s- 7,02° a.

Mittel aus den früheren Beobachtungsjahren.......-f- 6 68

Nicberschlag 1874 ................ 15,69 Par. Zoll,

im Mittel aller Beobachtungjahre....... 23,23

1873 ................ 15,39

besondere Bekanntmachung Bekanntmachung.

Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkaffe angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachfolgende Termine festgesetzt, und zwar:

Donnerstag 7. Januar 1875,

Samstag 9.

Die Interessenten werden daher ausge fordert, die Zahlung an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vor­zeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren.

Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die

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Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind-

Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 28. November 1874.

Der Rechner der Spar - und Leihkasse: Kehr.

Versteigerungen.

Holzversteigernng.

98) Im Gemeindewalde der Stadt Lich, District Zappenau, zunächst der Straße von Lich nach Gießen sollen versteigert werden:

i fl n 4 r t n f r.

I. Mittwoch den 13. Januar.

160 Eichenftämme von 15 bis 63 Centmtr. Durchmesser und 3 bis 12 Meter Länge 60 Festmtr. haltend,

21 Buchenstämme von 25 bis 41 Centmtr. Durchmesser und 4 bis 12 Mtr. Länge, 12 Festmtr. haltend,

1 Lindenstamm von 27 Centmtr- Durch­messer u. 10 Mtr Länge 0,57 Festmtr-, 32 EichenstaM-en von 11 bis 14 Centmtr

Durchmesser und 5 bis 12 Mtr Länge 4 Festmtr-

Unter den Eichenstämmen befinden sich 7 alte Eichen-Klötze, zu Schnittholz tauglich, unter den Buchenstämmen einige schöne Stämme Hainbuchen.

II. Donnerstag den 14. Januar.

300 Raummtr. Buchenscheitholz, worunter

2 Raummtr. Hainbuchen-Werkhsl),

392 Raummtr. Buchen-Prügelholz,

40 Eichen-

202 Buchen'Stockholz,

30 Eichen-

3400 Wellen Buchen-Reisholz,

300 Eichen-

Die Zusammenkunft ist jedesmal Morgens 9 Uhr im District Zappenau nächst der Gießener Straße.

Lich, den 4. Januar 1875.

Großherzogliche Bürgermeisterei Lich.

3 h r i n g.