Gießener Anzeiger
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"Anzeige- und "Amtsblatt für den Kreis Hießen
Sonntag teil 4. Juli
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Versailles, 1 Juli. Die National-Versammlung fuhr heute in der
Wahl-Resultate aus 14 Wahl.Bezirken vor, in denen durchweg die Liberalen
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Brüssel, 30. Juni, ohne Debatte angenommen.
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Bern, L Juli- Ter Beschlüsse deS NationalratheS
Schweiz.
Ständerath hat mit 24 gegen 16 Stimmen dem in Sachen deS Berner Recurses belgevflichtet.
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Der Senat bat den Gesetzentwurf „DucheSne"
Berathung der Eisenbahn. Gesetze fort; verschiedene Amendements wurden verworfen ; morgen wild die Debatte fortgesetzt. — DaS Gerücht, daß die Regierung Beschlüsse betreffs der Auflösung der National-Versammlung gefaßt habe, wird der „Agence Havas" als unbegründet bezeichnet; die Regierung halte an der Ansicht fest, daß die Entscheidung dieser Frage ausschließlich der National- Versammlung zustehe.
die Minister Dusaure und Montaignac vertreten, der Vorstand der National- Versammlung durch Audiffret - Pasquier, Baze und zwei andere Quästoren. Marschallin Mac Mahon und das ganze präsidentschaftliche Haus waren anwesend Der Bischof von Versailles hielt eine kurze Ansprache.
Paris, 2. Juli. Nach ungefährer Schätzung beträgt der durch die Ueberschwemmungcn im südlichen Frankreich verursachte Schaden 300 Millionen. Die Zahl der Umgekommenen wird auf 3000 veranschlagt.
Versailles, 30. Juni. Die National - Versammlung setzte heute die Berathung des Gesetzentwurfs, betr. die Concessionirung der Eisenbahn-Gesell- schäft Paris Lyon zum Bau neuer Linien, fort. Ein Amendement von Pascal Duprat wurde abgelehnt. Außerdem betheiligten sich Eezanne, Pouyer-Quertier und Clapier an der Debatte, die morgen fortgeführt werden soll.
Pari-, 1. Juli. Der „Agence Havas" wird aus Athen vom heutigen Tage, offenbar auS Regierungekreisen, gemeldet: der König denke nicht im Entferntesten daran, abzureisen; kein auslantisches Geschwader befinde sich in den griechischen Gewässern ; in der inneren Verwaltung sei Alle- normalmäßig; die Vorbereitungen zu den Teputirten - Wahlen geschähen durchaus ruhig, die Candidaten seien bis jetzt wenig bekannt und die Regierung habe ihrerseits erklärt, daß sie sich jeder Wabl-Beeinfluflung enthalten werde.
Versailles, 30. Juni. Die Linke der National-Versammlung beabsich- tigt, wie die „Agence Havas" erfährt, in der Ueberzeugung, daß die Auflösung der Versammlung zum 10. August noch nicht möglich ist, eine Verlängerung der Session in der Weise zu beantragen, daß die Zusammenberufung der Gene-
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Frankreich.
Paris, 30. Juni. Im Jahre 1870, als die deutsche Armee Rouen genommen und Havre bedrohte, legten einige Katholiken das Gelübde ab, der unfrau Maria eine Statue zu errichten, wenn Havre der Occupatton entgehen werde. Obgleich Havre in die Hände der Deutschen einfach deshalb nicht fiel, weil man die französische Nord-Armee zuerst unschädlich machen mußte, so glaubten die Frommen der Stadt Havre doch, daß die Jungfrau Maria eS sei, die ihre Stadt gegen den Feind geschützt, und die Statue wurde angeser- tigt und neben der Abtei, an dem Thore von Havre, aufgestellt. Ihre seier- liche Einsegnung sand am letzten Sonntage statt. Ter Cardinal Bonnechose, Erzbischof von Rouen, stand der Feierlichkeit vor, zu welcher sich ungefähr 6000 Personen eingefunden hatten. Der Abbö Renaud, erster Vicarius von Michel d'Ingouville, hielt die Festrede, in welcher er darzuthun suchte, daß die „Statue der Maria der Geschichtsschreiber der Vergangenheit, der Friede der Gegenwart und das Schild der Zukunft" sei, und daß „mit ihrer Hülfe Frankreich wieder groß und stark werden würde." Der Cardinal Erzbischof segnete die Statue ein und drückte die große Freuve aus, die seinem Herzen diese glänzende Feierlichkeit bereite.
Paris, 1. Juli. Ter Erzbischof von Toulouse hat ein Telegramm vom Papste erhalten, worin derselbe ihm ankündigt, daß er 20,000 FrcS. für die Ueberschwemmten sende. Der Papst bedauert, nicht mehr thun zu können (obgleich Frankreich ihn jährlich mit 7—10 Mill, unterstützt). Der „Monde" sagt, die Gabe des Papstes sei die rührendste, weil sie deffen väterliches Herz und seine Zärtlichkeit für Frankreich constatire. „Univers" meint, die päpstliche Gabe sei die Antwort auf die Angriffe der Anti-Ultramontanen gegen den PeterSpfennig. Der Peterspfennig diene Pius' IX., um Barmherzigkeit zn üben. Der Herzog von Aumale gab 25,000 FrcS. für die Ueberschwemmten.
— Buffet -ist heute Morgen von Toulouse zurückgekommen. Der Marschall wird am Samstag oder Sonntag erwartet. Herzog Decazes, deffen Zustand sich bedeutend gebessert bat, geht am Sonntag aus drei Wochen nach Vichy. Tbiers ist von seinem Unwohlsein fast vollständig hergestellt.
— Heute Morgen war in der Versailler Schloßcapelle Gottesdienst für die Seelenruhe der Opfer der Ueberschwemmung. Die Regierung war durch
(EngfaRö.
London, 30. Juni. Der Herzog von Edinburgh und seine Gemahlin haben sich heute in Woolwich eingeschifft, um sich über Kopenhagen nach Petersburg zu begeben.
London, 1. Juli. In Dublin ist wieder einmal der Versuch gemacht
sieg fn' , 2. Juli. Von den weiter bekannt gewordenen Deputirten- Wahlen entfallen 32 auf die Candidaten der Liberalen, 5 auf die Rechte, 6 auf die äußerste Linke.
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i. Juli.
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DeutfdjCanö.
Darmstadt, 1 Juli. Se. König!. Hoheit der Großherzog sind heute Vormittag in Begleitung der Herren Oberststallmeifter Freiherr van der Capellen, . Hosmarschall Oberstlieutenant v. Küchler und des General- und Leibarztes ' I)r. Göring zu längerem Aufenthalt nach Friedberg abgereist.
Darmstadt, 2. Juli Das jüngst auSgegebene Großherzogliche Regie- ' rnngsblatt Nr. 33 enthält folgende Bekanntmachung, die Ausbesserung der Be- < züge der vor dem 1. Januar 1874 in Ruhestand versetzten Civilbeamten betr. Zufolge eines von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog genehmigten Beschluffes der Stände ist die Großh. Regierung ermächtigt worden, für das Jahr 1875 denjenigen vor dem 1. Januar 1874 pensionirten StaatSdienern, bei welchen ein dringendes Bedürfnih zur Erhöhung ihrer Pensionen vorliegt, eine solche Er Höhung um ein Sechstbeil, jedoch mit der Maßgabe zu gewähren, daß der erhöhte Ruhigehalt nicht mehr betragen darf, als die Pension, welche der betr. Staatsdiener, wenn er nach dem 1. Januar 1874 pensionirt worden wäre, in Gemäßheit deS Gesetzes vom 27. November 1874 erhalten haben würde. Es werden demgemäß diejenigen Civilpensionäre, welche auf diese Vergünstigung Anspruch erheben zu können glauben, hiermit ausgefordert, ihre desfallsigen Gesuche unter näherer Begründung bis Ende Juli l. Js. bei dem zuständigen Ministerium auf stempelsreiem Papier einzureichen.
Berlin, 1. Juli. Höherer Anordnung zufolge soll auf Agenten und Werber zur Auswanderung nach Brasilien von den Polizeibehörden und Polizeibeamten scharf gefahndet und wo denselben die Absicht von Personen, nach Brasilien auszuwandern, bekannt wird, dem Landrathe darüber schleunigst berichtet werden.
— Die Dienstherrschaft ist nach einem vor Kurzem ergangenen Erkennt- niffe dcs Ober Tribunals berechtigt, einen Dienstboten, welcher dem Trunk oder Spiel ergeben ist. oder durch Zänkereien und Schlägereien mit seinem Neben gesinde den Haussrieden stört, sofort zu entlasten, wenn sie bereits vorher nur einmal obne Erfolg den Dienstboten vermahnt hat. Dagegen gewährt der Ungehorsam und die Widerspenstigkeit eines Dienstboten gegen die Befehle der Herrschaft nur nach wiederholten Vermahnungen einen Entlastungsgruud.
Berlin, 2. Juli. Aus Oesterreich wird gemeldet: Prag, 30. Juni. Heute wurde der altliberale ^rot.stantische Professor Stem mit 9 gegen den dentalen Professor Volkman mit 7 Stimmen zum Rector der Universität gewählt. Der erste Wahlgang war unentschieden geblieben zwischen Volkman
Vorstand. ioN* W'W ider.
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und dem liberalen Kelle _
BreSlau, 1. Juli. Die „Schief. Volksztg." bestätigt, daß der Fürst, bischof Dr. Förster dem Ober-Präsidenten von Johannesberg aus einen Candi- baten für die erledigte Stelle eines WeihbischofS vorgeschlagen hat. Der prä sentirte Candidat ist der EanonicuS Gleich.
Kiel, 1. Juli. Das amerikanische Geschwader, Fregatte Franklin und Corvette Alaska, hat beute Nachmittag den Kieler Hasen verlasten und ist nach Stockholm in See gegangen. v „ . . . .
VmS, 1. Juli. Die Prinzessinnen, Tochter des Prinzen und der Prm zessin Karl. Landgräfinnen Anna und Louisa, sind beute Nachmittag wieder ab- aereist und wurden von dem Kaiser zum Bahnhofe geleitet. Zur heutigen kaiserlichen Tafel hatte auch General-Intendant v. Hülsen eine Einladung CTbaltl(9öriifc/ 1 Juli. Die ganze Strecke der Görlitz-Reichenberger Eisen- babn ist deute dem Verkebr übergeben worden.
Oesterreich.
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BZien, 30. Juni. Durch kaiserliche Entschließung vom 23. d. Mts. ist $Tdf Hovos-Springenstein zum außerordentlichen Gesandten und bevollmäch- tiaten M'mster bei der nordamerikanischen Union ernannt worden.
«LNcftb, 2. Juli. Die Reichstags Wahlen haben gestern in der Haupt-
ralräthe bis zum September vertagt und nach beendigter Session der Letzteren "^n"bcr inneren Stadt" ist Deal mit SctFamation, in dkl Dor- die National-Versammlung im Cctober wieder zus-rnrnentreten soll, um die von ftab L-ovoldstadt W-brniann, ,n der Dorstadt Iosepbstadt Moritz Jokay. in ihr ju wählenden 75 Senatoren ,u ernennen. Dann erst würde di-Auflösung
Wablbetirken Pauler und Hazmann gewählt. In der Dorstadt der Lersarnrnlung erfolgen. Demnächst soll eine Versammlung aller Fra-Nonen
Kramensstadt hatte Lzernat-nv Abends 6 Uhr eine Majorität von 8 Stimmen, der Linken stattfindan, welcher der Vorschlag jur Berathung unterbreitet wer-
Ctn ortn,nTn wurde einstimmig Ghyczv gewählt. Außerdem liegen »och die den wird.
In Komo btt Piftprnlen . 1. Juli. Die National-Versammlung fubr beute in der


