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Gießemr^Anzeiger.
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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen
Freitag den 3. September
1S95.
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politischer Thetl.
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10 Jahre getroffenen Vereinbarungen von 1867
Vern, 28. August.
Paris, 29. August. In der Militärschule von St. Cyr haben dieses waS seit 20 Jahren nicht vorgekommen ist, sämmtliche Abiturienten
ä '/8 Psd. tugL M. 1 50.
Florenz, 30. August, an der großen republikanischen Personen ist nunmehr beendet.
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ihre Prüfung bestanden, so daß 270 Unterlieutenants - Patente verliehen werden konnten.
— Der Minister des Innern, Buffet, der vorgestern nach den Vogesen
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Oberhauses, die Lösung der der Lösung der Bank-Frage Theilen der Monarchie auf und 1868 hin.
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Der Proceß gegen die 70 wegen Theilnahme internationalen Verschwörung hier verhafteten Das Schwurgericht hat sämmtliche Angeklagte
Schmelz.
Gestern Nachmittag hat sich der Große Rath des der schweizerischen Westbabn-Angelegenbeit für die
vormalige Bischof von Paderborn, Dr. Conrad Martin, der den ihm angewiesenen Aufenthalt eigenmächtig verlaßen habe, aus Grund des Reichs-Gesetzes vom 4. Mai 1874 durch Versügung der zuständigen Minister der preußischen Staats-Angehörigkeit verlustig erklärt sei. — Die „Prov.-Corresp." bemerkt ferner bezüglich der bei den diesjährigen Truppen - Märschen durch Sonnenstich und Hitzschlag vorgekommenen beklagenswerthen Unglücksfälle, daß die über die Feststellung der Zahl der Unglücksfälle und die Prüfung der Ursachen nach der bestehenden allgemeinen Vorschrift angestellten Ermittelungen noch nicht abgeschloffen seien. Die Militär-Verwaltung habe es an den zur Abwendung solcher Unfälle erforderlichen Vorsichts Maßregeln nicht fehlen lasten. Ernste Fürsorge durch genaue Vorschriften über die Truppen-Märsche und Unterweisung über ein zweckmäßiges Verhalten beim Marsche seien seit Jahren bethätigt. DaS Blatt hebt hervor, daß nach sachkundigem Ermesten solche bedauerlichen Vorfälle auch bei gewistenhastester Vorsorge nicht völlig zu verhüten seien, dieselben hätten sich aber in Folge der getroffenen Vorsichtsmaßregeln gegen früher nicht unwesentlich vermindert.
gereist war, ist heute bereits wieder in Paris und hatte gleich nach seiner Ankunft eine Unterredung mit dem Polizeipräsecken.
— Zur Gründung der katholischen Universität in Angers gehört Geld. Msgr. Freppel wird es laut „Semaine Religieuse" durch folgende Mittel zu beschaffen suchen: 1) Durch Gründung von Lehrstühlen, welche die Namen ihrer Gründer dauernd tragen sollen. Zwei Lehrstühle sind schon auf diese Art hergestellt worden und jeder derselben kostet dem großmüthigen Gründer 80,000 Fr. 2) Durch Subscriptionen, die aber nicht geringer als 500 Fr. sein dürfen, um den Gebern den Namen eines Gründers der Universität zu sichern. Die Subscriptionen, die schon gemacht wurden, wechseln zwischen 50 und 60,000 Fr. Mehrere sind jährliche Beiträge der Subscribenten für die Zeit ihres Lebens, andere auf eine gewiste Reihe von Jahren beschränkt. 3) Durch Beisteuern unter 500 Fr. 4) Durch Volkscollecten; denn Alle, selbst die Aermften, muffen, wie in Belgien, zu diesem großen katholischen Werke beisteuern. Dabei können zwei Wege eingeschlagen werden: eine jährliche Collecte in den Kirchen oder eine Volksbeisteuer, welche Monseigneur den Sou der Universität nennt. Der Sou der Glaubensverbreitung bringt 60,000 Fr. in der einzigen Diöcese ein; warum sollte der Sou der Universität zur Erhaltung des Glaubens in unserem Lande nicht eben so viel beitragen?
Paris, 31. August. Der „Rappel" schreibt:
Wie es scheint, haben sich die deutschen Pilger von dem Zorngeschrei und den Drohungen ihrer Landsleute, sowie auch ein wenig von dem zurückhaltenden Benehmen unserer Regierung bewegen lassen, auf ihr Vorhaben zu verzichten. Unsere liebe Frau von Lourdes wird es vielleicht nicht zufrieden sein, daß man ihr nicht Wort hält und das versprochene schöne Banner nicht bringt; wir aber werden über die Ehre entzückt sein, welche uns die deutschen Katholiken erweisen, indem sie uns mit ihrem Besuche verschonen. Deutschland hat uns durch den letzten Krieg allen nur erdenklichen materiellen Schaden zugefügt? Der Ultramontanismus seinerseits würde unS, wenn man ihn gewähren ließe, moralisch zu Grunde richten. Das sagt schon hinlänglich, wie sympathisch uns Leute sein müssen, welche Deutsche und Ultramontane zugleich sind. Ein überrheinisches Blatt rief kürzlich in einem Anfall von Entrüstung: Mag die französische Regierung diese falschen Söhne Germaniens in ihrem Lande zurück- . behalten und Franzosen aus ihnen machen!" Aus diesen hyperbolischen Formen schimmert ein haßerfüllter Gedanke gegen unser Land hervor und man kann diesmal nicht sagen, daß der Zorn den Schriftsteller verblendet hat. Denn wenn die Erfüllung dieses Wunsches möglich wäre, wenn einige hunderttausend Ultramontane ihre Nationalität abstreifen und unsere inneren Feind« durch diesen Zuwachs verstärken könnten, so wäre dies der härteste Schlag, den Deutschland gegen uns zu führen vermöchte. Die Partei, welcher der Graf Stolberg und seine Genossen angehören, hat unumwunden nicht nur unseren i Einrichtungen den Krieg erklärt, was nichts zu bedeuten hätte, da Einrichtun- : gen getadelt und verbessert werden können, sondern auch der menschlichen Vernunft, d. h. dem einzigen Führer, den unsere Epoche anerkennt. Der Ultramontanismus stellt entschlossen die Wahl zwischen dem Mittelalter und der Revolution. ' Da er sich besiegt, überflügelt fühlt, wagt er Alles an Alles und bemüht sich, - durch verwegene Streiche und indem er jeden Tag neue Ansprüche macht, ver- - gessen zu machen, was schon seine bisherigen Ansprüche Unhaltbares hatten. - Der Kampf wird kein leichter sein und wenn wir in diesem Kampfe überwunden
gestern eine lebhafte Versammlung ab und nahm folgende Resolution an:
„Die heute im Odeum tagende Volks-Versammlung erklärt den Vorschlag des Herrn Finanz-Ministers zur Hebung der deutschen Industrie (durch Herabsetzung der Arbeitslöhne) für nicht maßgebend, und den Ausruf in den hiesigen Zeitungen behufs Gründung eines Armen-Vereins zur Verhütung des Proletariats für Unsinn, empfiehlt dagegen den Unterzeichnern des Ausrufs das Studium der National-Oeconomie. Die Versammelten erklären ferner, mit allen gesetzlichen Mitteln für die Aufklärung, sowie für die Verbreitung der social-demokratischen Grundsätze thätig zu fein."
München, 1. September. Der 16. volkswirthschaftliche Congreß wurde heute Vormittag im großen Rathhaus-Saale durch Braun (Berlin) eröffnet und von Bürgermeister Erhard Namens der Residenz auf- Herzlichste begrüßt.
Kaiserslautern, 1. September. Die bayerische Lehrer-Versammlung wurde heute nach dreitägiger Dauer mit einem Hoch auf den König geschloffen. Dieselbe hatte den schönsten, würdigsten Verlauf genommen. Bei dem gestrigen Fest-Banket wurde ein telegraphischer Gruß an den König und den Cultus- Minister Lutz erlassen. Beschlossen wurde u. A. die Gründung eines bayerischen Turnlehrer-Vereins. Heute Nachmittag findet ein Ausflug nach dem Hambacher Schlosse statt.
Berlin, 30. August. Der Prinz Leopold von Bayern, welcher heute Nachmittag 12 Uhr 40 Min. auf der Anhalter Bahn hier eintraf, iegrüßte gleich nach seiner Ankunft die kaiserlichen Majestäten und die Mitglieder der königlichen Familie und empfing später im königlichen Schlosse deren Gegenbesuche. Der Kaiser hat ihn mit besonderer Auszeichnung empfangen. Auch der
Köln, 30. August. Die social-demokratische Arbeiter-Partei
von der Anklage einer Verschwörung gegen den Staat freigesprochen, dagegen mehrere berjelben wegen heimlicher Aufbewahrung und Fabrikation von Waffen zu verschiedenen Gefängnißstrafen im Belaufe von 2 bis 8 Monaten und einen Angeklagten wegen schweren Diebstahls zu einem Jahr Zwangsarbeit verurtheilt
Sdjroeben.
Stockholm. Eine jüngst in Ramlösa abgehaltene, von ungefähr 400 Personen besuchte Volksversammlung sprach auf Antrag des Reichstags-Abgeordneten Ola Jönsson als ihren Wunsch aus, daß das erwartete Militärgesetz
Prag, 1. September. Ter Special - Korrespondent der „Narodni Listi", Harlasa, ist mit dem Insurgenten-Führer Hubrnaycr am Sonntag vor Trebinj/ getödtet oder gefangen genommen worden.
Pesth, 31. August. Die Thronrede bei Eröffnung des Reichstages hebt außer dem bereit- gemeldeten Passus hervor, daß auf fast jedem Gebiete tief eingreifende legislatorische Verfügungen notwendig seien, namentlich erscheine es unabweislich, die Finanzen des Landes zu regeln, indem die Siche- nlnq der staatlichen Existenz Ungarns die baldmöglichste Herstellung des Gleich-
Cantons Waadt in Sachen . _ . „ „
Anträge der Mehrheit seiner Commission und des Staatsrathes auf Staats- Intervention und Wiederaufnahme des Netzes im Verein mit den anderen in- teressirten Cantonen entschieden; Letzteres würde aber kaum möglich sein, da der Große Rath des Cantons Freiburg, welcher gleichzeitig Sitzung hielt, mit allen gegen nur 2 Stimmen den Fusionsvertrag mit den Berner Jurabahnen gutgeheißen hat. Augenblicklich schwebt die Entscheidung vor den Generalversammlungen der Actionäre der schweizerischen Westbahnen und der Berner Jurabah-
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Inen,, welche bekanntlich heute in Lausanne und Biel stattfinden. Idieser Versammlungen ist zur Stunde noch nicht bekannt.
Frankreich.
Herzog von Coimbra, Bruder des Königs von Portugal, welcher jetzt am Hoflager des Königs von Sachsen in Pillnitz verweilt, wird hier erwartet und beabsichtigt, den Kaiser zu den Manövern in Schlesien zu begleiten.
Berlin, 1. September. Die „Prov.-Corresp." theilt mit, daß
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o—o/' . Die Thronrede hofft, daß es nach den bewerkstelligten werden könnten, wäre es um Frankreich geschehen. In dem Ausruf des Reformen gelingen werde, die Schwierigkeiten der Lage erfolgreich zu überwin-jdeutschen Journalisten liegt also nicht mehr als eine unbedachte Regung den, und weist besonders auf Vorlagen, betr. die Verbesserung der Administration des Zorns. Er fühlt instinctmäßig, daß, wenn bei uns die Partei des Mittel- und Rechtspflege, die Ergänzung des Eisenbahnnetzes, die Regulirung des alters verstärkt, dadurch seinem Vaterlande endgültig die noch schwankende Religions- und Ehe-Fragen, die Herbeiführung Ueberlegenheit gesichert würde, welche es dem Blödsinn Napoleon III. verdankt und die Verhandlungen über die zwischen beiden ~


