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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.
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Gießen, am 30. November 1875.
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4. „Verpflichtung bet Geistlichen, einem jeden bürgerlich ge trauten Paare bie von demselben gewünschte kirchliche Einsegnung
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Weiterungen zu gewähren!"
Man bat zwar hiergegen angeführt, daß dann selbst ein schlechter u’ienKb einmal zur Verhöhnung des beiligen -leteS vor den Altar treten könne 1 Warum soll aber der Geistliche sich so mit Hecken und Zäunen umgeben, weil er möglicherweise verhöhnt werden könnte? STae kann ja dem Richter im offenen Gerichte auch geschehen und dafür sind die Gesetze da. Derjenige, der da- tbun würde, würde gewiß unter Zustimmung der Gemeinde zum abschreckenden Beispiel verurtheilt werden.
Der vierte Antrag endlich will eine Einführung einer äußeren Kirchen- ruckt als dcm Geiste des Evangeliums und der heutigen Zeit entschieden widersprechend verhindern. Wenn auch die Kirche, gewissermaßen als em Verein wie ein anderer, das Recht haben mag, ihre Ordnungen selbst zu stellen, sich einzurickten und Bestimmungen zu treffen, wie es zu halten sei gegen ihre Verächter, so ist d,eS dermalen doch nicht zweckmäßig. Laut der heiligen Sckrift wurde einmal eine der jüdischen Kirckenzucht verfallene Person, eine Ehebrecherin, Jesus vorgeführt. Rach dem jüdischen Kirchenrecht oder bester nach dem von" Moses festgcstellten Tisciplinarrecht stand auf Ehebruch die Steinigung Jesus aber sprach: „Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!"
(Fortsetzung folgt.)
bens worauf er geteuft und confirmirt worden, und nichts könne ibn bewegen, davon abznweicken. Bei den jetzigen Arbeiten der General-Synode handle es sich nicht um schwere dogmatische ober liturgische Fragen, fonbern um den Ab- schlnß der evangelischen Kirchen - Verfassung, Welche den Boden bereiten solle für die Inangriffnahme jener anderen Aufgaben durch desinitive General-Synoden. Dar Präsidium werde darauf zu sehen haben, daß Alles, was nicht dazu gehöre, fern bleibe. Der Kaiser könne nur die Annahme der Vorlage wünschen, selbstverständlich einzelne Modificationen Vorbehalten; aber dem Wesen und Grundgedanken nach wünlche er die Annahme der Vorlage, die Alles nach ernster und gewifienbafter Erwägung als ersvrießlich Erkannte ent» halte. Er habe das Werk als Erbe seines Bruders und seines Vaters erhol- !ttn Er stebe auf dem Boden der Union mit vollem Herzen und werde Alle, ob'd^r"Geistliche Nw.Hejeni 'die sich auf düsen Boden stellen, mit offenen Armen empfangen. Er werde
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nom 20. 3uli bi* 20. September) bis jum 15. nächsten Monats ohne Kosten hierher bezahlt werden können.
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obrr^ Weiterungen zu gewähren."
5. „Ablehnung ber Anträge auf Einführung irgend einer I äußeren Kirchenzucht gegenüber Personen, welche nach Einfubriing I der obligatorischen Eivilehe ihre Ehe nicht kirchlich einiegnen lasten.' I Die vorstehenden drei Anträge wurden ihres inneren Zusammenhangs I wegen gleichzeitig der Berathnng unterzogen, und wie folgt begründet: ;
9 9?em 1. Januar 1876 an tritt das Reichszesetz über bie Eivilehe tm ganzen deutsches Reiche in Kraft. In verschiedenen kirchlichen Greinen und Eonferenien unb Synoden, in lutherischen, reformtrten unb umrten Kreisen lernt sich eine gcwiste mehr oder minder große Aufregung darüber, wie man fid) die,em Gesetze gegenüber in Zukunft zn verhalten habe. A-U)e geistlichen und Sy.wdalkre.se lasten sich in ihrem Verhalten diesem Gesetze gegenüber in drei ^"^Erfte^Vruppe hat sich vorzugsweise in Hannover und im Königreich Sachsen gezeigt — die evangelische Kircheii'Cvnfcrenz tu Eisenach hat 'hr jungst
Ausdruck gegeben darin, daß sie beschloß, „es solle m Zukunft bei der Kopulation von Ehepaaren, welche sckon civililer getraut seien, \o 9^al,rn werten, daß bie Leute alS nock gar nicht copuUrt! angeredet werden solltem Mit anderen Worten, auf streng confefsioneller Leite ist man der Ansicht, daß .ur Gültigkeit einer wirklich heiligen, christlichen Ehe unbedingt nolhwend'g feien die kirchlichen Apparate, kirchlichen Proclamationen und kirch.iche Sinseg^ nUl<18 Em« ^rve'i^ Gruppe hat sich minder entschieden in Opposition zu stellen a,inckt dem Reichsgesetz gegenüber, immerhin aber soll da der Kirche eine ge wisse Selbstständigkeit bewahrt werden, indem man sich bestrebt, em foflenanntei kirchliche^ Ehereckt neben dem Ehereckt des Staates herzustellen. Die „$r • L et Goiifereni" oder bester Herr Lirector Schwabe hat in einer Versamm' luna geradem den Antrag auf ein neues kirchliches Eherecht gestellt und wird derselbe auch zur Erörterung kommen, wie dies sckon auf den Dekanats,ynoden
Bcrli», 29. November. In der heutigen Sitzung der General-Svnode referirte Graf Stolberg über die dem Präsidium gestern vom Kaiser ertheilte unnötbia längere Audienz unb tbeilte den Wortlaut der von ibm gehaltenen Ansprache
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g,n. ».Ute erjna^gnet b«t W'«.,'Xa t"e Spulamn wirb-twas zu tbun. was nicht aus b-r U-b,r,-ugung unb ans bem G-Wt„.n
auf die kiicklick Ordnung versteht sich dies von selbst, v komme am wenigsten in christlichen, religiösen Dingen. Der Kai,er schloß
ab" D«ch d-''hi-r Äd °°hl ber 8ntrag unter 3. genüg,nb Ü--sNi.^d-m^.g-nswm.sch-, daß bas Werk gelinge unb bie Thnob- in Frieden rechtfertigt erschinen.
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Di. »„chiaa. D..m»a°... ni,ch.»»-m.i.».
Nertretunq. bn^iB zusammenfasten, daß er sagt: „Meine Herren, copuliren öie ja Nicht,
(Fortsetzung.) ohne sick vorher verlässigt zu haben, baß die Eiviltrauung auch wirklich voll«
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auch an den betreffenden Personen Dies ober JencS auszusetzen fein, so kann a vielleicht der Geistliche in tactvoller Weise den feierlichen Act benutzen, beileibe» in's Gemütb zu reden; aber sie deswegen zurückzuweisen, dazu hat er kein Reckt." Welcke Folgen würden denn auch- eine derartige Zurückweisung haben 4. B. in unserer Stadt? Nur die, daß nicht einzelne und Dutzende, sondern Hunderte von Eheleuten, in der Annahme, daß ihnen vielleicht Aehn» Ische- gkschehkn könne, die kircklicke Einsegnung gar nicht mehr sacken werden. Deswegen nach unserem vierten Anträge ^Verpsticktung der Geistlichen. jedem bürgerlich getrauten Paare die von ihm gewünschte kirchliche Trauung ohne
b" S$i"uitt. ®ruWe ,,igt fitb ba bauptsäcklich. wo s.ith.t schon bi-Sivil- -b- rinatfübrt war, wi- i B. in Rb-ind-ss-n. Dort bat inan b« «nsord-rung.
ftcb schlüssig ju mach-n üb-r -in u“nb'tVbarälf "„"tb«lttn' «ntwort Sr Mas. b-s «ats-rs nut. In l-gt-r-r
«Mit; bi. 8r«g« «“f “"»«•'feit ,w.t,bankt d.r ffaifrr für b,r von brm Präsibinm ausg-brvckt-n G-flnnungrn unb innig abg.s!»t Man I-itJini in dm gta«I>ch-i> Z V W « , » blt aud) ti, s-inig-n (nm. T.r Ikaisrr hoff-, bie Synobr w-rb-
M-nsch-nalt-m, bs» brr ®ti(Hiibe nad) fird)^li^nm ® D-r Geist- bi- arbeiten in gtieben roübringen ; -s komm- barauf an, baß dl- Kirch- auf
W-m. -. recht--. Grm.be ft'-he- bl-.b-; rrjb.r «aifer) J.be b™ ®runb, _b^ «tau-
,Ct,wa koäerchun wallt",'würbe er sich jufolge rechtlicher Bestimmung ^°""W.i?'so°lt"denn^'ii'^irchlich-S Eb-grseß mb-n bim ^'^«g^ß-twaroch ieftimmn? <5tna, welche V-rwanbtschastSgrabe nach den sui-s Buch.rn Most, brn m Tage noch G-lluiig haben sollen oder nicht? Dd-r ob Ebebrechern, „nwürbigrn P-rsouen, bie lm Ehebruch gelebt dabrn unb nun »ach «ng
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