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tteti Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.
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Lodectirt Härten.
Darmstadt, 31. Mar. Ee. Königl. Hoheit der Großherzog haben llergnädigft geruht: am 20 Mai den ordentlichen Professor in der juristischen
AuS Nassau, 26. Mai, wird der „St V.-Ztg." geschrieben: Gened'ar- merie und Telegraph sind dermalen eifrig bemüht, den in der vorigen Woche aus seiner JnternirungS-Station Biedenkopf entwichenen Priester Zimmer, geborenen Rheingauer und wiederholt maigesehlich bestraften Pfarr-Verwalter von Haintgen tm Amte Usingen, ausfindig zu machen und auf's Neue zu verhaften. Zimmer war im siebenten Monate in Biedenkopf internirt und neuerdings mit sechs Wochen Gefängniß bestraft worden. Er dürfte sich wohl dem Auslande zugewandt haben.
Facultät der Landes-Universität, Geh. Justizrath Ur. Friedrich Wilhelm Herrn ann Wasierschleben, zum Kanzler der LandeS-Universität Gießen zu ernennen.
Berlin, 31. Mai. Fürst BlSmarck ist gestern Abend von Friedrichsruhe hierher zurückgekehrt und machte alsbald dem König von Schweden Besuch.
Kl. f C. Berlin, 31. Mai. Die Börse war heute ganz geschäft-los, die Eourse ohne VariaNon.
Kl f. C. Berlin, 31. Mai. Der Bundesratb erklärte sich in seiner Plenarsitzung am Sonnabend mit dem Abschluß von Uebereinkünsien mit Ocster- reich«U»'.g.irn und Belgien über gegenseitigen Markenschub einverstanden und genehmigte die Ausschußaniräge wegen Prägung von Goldmünzen auf Privak- rcchnu' g und wegen Außercourssetzung der süddeutschen ^-Guldenftücke.
Berlin, 31. Mai. Tas AbgeordnrtenhauS nahm in dritter Lesung die fünf kleineren Gesetz-Vorlagen an, welche am Samstag die zweite Lesung vassi'ten, und erledigte dann in zweiter Lesung zwei andere Entwürfe ohne allgemeines Interesse, sowie den Rechenschaftsbericht über die außerordentliche Staatsschulden-Tilgunz. Das Gesetz über den RechtSzustand des Herzogs von Arcnberg - Meppen wurde in der vom Herrenhause beschlosienen Fasiung angenommen, ebenso wurde der Gesetzentwurf, betr. die Wiederaufhebung der Beschlagnahme des Vermögens des Kurfürsten von Hesien, in erster und zweiter Lesung angenommen, nachdem der Justizminister für die Vorlage elngetreten und em Antrag Virchow's auf Verweisung an die Budget-Commission abgelehnt war. .
Fulda, 28. Mai. Auf heute Nachmittag sind verschiedene Damen hiesiger Stadt vor daS königl. Polizeiamt geladen, da letzteres in Erfahrung gebracht haben will, daß dieselben unbefugter Weise für die gesperrten Geistlichen
Lesterreich.
Wie«, 30. Mai. Heute Vormittag hat die feierliche Eröffnung deS Donau-Durchstichs durch den Kaiser stattgefunden. Der Minister des Innern, Laffer, hielt eine Anrede an den Kaiser. Jn seiner Erwiderung nahm Letzterer Deranlaffung, der Hoffnung- Ausdruck zu geben, daß Industrie, Handel und
Oeulfdjlanö.
Darmstadt, 30. Mai. Der mit der Aufrichtung der Verfasiung der evangelischen Kirche des GroßderzogthumS Hesien betretene Weg, die Entwickelung der evangelischen Landeskirche in die richten Bahncn zu leiten, scheint mehr Erfolg zu haben, als vielleicht Viele erwartet haben mögen Bei der vollen Freiheit der Wahlen der Kirchen-Vorstände, aus denen durch die Drcanats- Synoden aufstcigend die Landessynode hcrvorgegangen ist, hatte man von manchen Seiten, namentlich der starr lutherischen, eine mehr radicale Färbung der ganzen Synode erwartet. Diese Furcht, soweit sie etwa bestanden hat, ist, wie schon bei der Wahl der vorbereitenden Synode, so auch schließlich bei der Labl der ersten ordentlichen Synode beseitigt worden. Wer die vielen grauen Häupter gesehen hat, der wird, obgleich es nicht an jüngeren .Kräften fehlt, kein extremes Vorgehen in irgend einem Punkte erwarten. Zwischen der sog. Rechten (8 Lutheraner) und, (wenn man diese parlamentarischen Ausdrücke auf die Svnode übertragen darf) der sog. Linken, etwa 11, die in der Richtung des Protestanten-Vereins wirken dürften, steht eine große Mittelpartei (27), mehr oder weniger der Richtung der Friedberger Conferenz zugehörig, so daß diese wie schon in der vorbereitenden Synode zweifellos die Beschlüsse beherrscht. An diesem Verhältnisie ändern auch die vom Großherzoge ernannten Mitglieder (7) der Nieder - Wöllstädter Conferenz, zu denen auch Professor Köllner von Gießen gehört, natürlich nichts, um so weniger, als diese Conferenz notorisch ebenso mit der sog. Mittelpartei, als der lutherischen Bekenntniß - Partei Fühlung bat. Es ehrt aber die Synode, daß sie, soviel irgend möglich, bei der Wahl der AuSschüsie bedacht gewesen ist, keine Richtung ganz auszuschließen.
jeweiliger vermeidlich, je umvichtiger der Gegenstand des Streikes ist, der von besten Seiten mit selbstsüchtiger Hartnäckigkeit auf die Spitze getrieben wird. Do». Cabinet Buffet - Dufaure, obwohl im Allgemeinen die Principien des richten CentrumS vertretend, ist doch m sich nicht einig, forrdern rcpräfentirt zwei verschiedene Richtungen, die sich in jenen beiden Namen verkörpern. Herr Buffet, der Minister des Innern, ist clerical und monarchistisch, der Groß siktzelbewahrer Dufaure dagegen ist freisinnig und obwohl jem RepublikamSmus noch sehr jungen Datums und gleich dem deS Herrn Thiers nur das Product später Erfahrung ist, so tritt er doch ebenso ehrlich als entschiedeir für die jetzige Verfasiung ein. Beide Herrerr werden natürlich von den Parteien, zu denen sie neigen, täglich weiter gekrilben und einander mehr und mehr ent» fremdet. Die Geschichte des Cab'netS Buffet.- Dufaure besteht einzig ans *den Differenzeii dieser beiden hervorragendsten Minister, deren jeder im Conseil feine Anhänger und seine Gegner hat. Jndeß war cS bisher regelmäßig Herr Dufaure, der, Dank feiner Ruhe und Vorsicht, über den heftiger», schnell zum Extrem gre'senden Herrn Buffet trinmphirtc und ferne Anschauungen, wenn auch medrficirt, zur Gelturrg brachte. Was den gegenwärtigen Streit über Dcpar- tementswaklen nach Listen-Scrutiniuin oder Eirrzclwahlen nach Arrondissements anbetnfir, so wird die Majorität der Dreißiger Conrmrssion — 22 Mitglieder ton 30 — voraussichtlich ebenso entschieden an dem ersteren WahlmoduS fest-
halten, wie das Ministerium sich für den zweiten eugagirt. „Das Minifte- num", sagten wir und gebrauchten dabei die Redeweise deS Herrn Buffet und seiner Offieiösen; in der That ist eS Herr Buffet allein, welcher sich daraus capricirt, eirtgegen der jetzigen Parlaments-Majorrtät die Arrondissementswahleu durchzusetzen, während seine Collegen vielmehr geneigt swd, sich in dieser Frage neutral zu verhalten und die Entscheidung der Assemblee zu überlasten. Herr Buffet indcß versäumt keine Gelegenheit, seine Collegen mit sich zu identificiren und für seine Anschauungen dieser Frage solidarisch zu erklären, und da die Übrigen Minister die Krisis nicht überstürzen und den Vicepräsidenten des Cabi nets'nicht deSavourren mögen, so ist ihre Stellung mit der deS Herrn Büffel gefährdet. An ein Zurückweichen der parlamentarischen Majorität scheint man, wie gesagt, nicht zu denken, indeß ist die Linke selbst nicht wenig in Verlegen beit wegen der Conseguenzen. Jn der That, was soll geschehen, wenn das gejammte Cabinet, nachdem es in der Wahlfrage unterlegen, seine Entlastung gibt? Der „loyale Soldat" Mac Mabon ist alles Andere, nur kein Freund ter Republik, deren Präsident er sich nennt. Die persönlichen Anschauungen und Sttmpathieen des Marschalls sind zu bekannt, um annehnieir zu lasten, daß er mit wahrhaften Republikanern regieren möchte. Von dem Freunde des Her- zogs v. Broglie, von dem Gemahl der sehr bigotten Frau Marschallin, wäre baS zu viel verlangt. Und doch, was bliebe ihm Anderes übrig als der Rück tritt ober — der Staatsstreich? Das sagen sich auch die Republikaner, denen tor ihrer eigenen Größe zu bangen beginnt. Wäre eS nicht der Staatsstreich im Stvl des zweiten December, so vielleicht der parlamentarische Ltaalsstreick, (lue verstärkte Wiederholung deö 24. Mai. Denn Herren der Situation sind die vereinigten Gruppen der Linken gegenwärlig. doch nur Dank der Unter» stützung der äußersten Rechten und der unzuverlässigen Elemente, welche die Grenze zwischen beiden Centren unsicher machen. Eine so unnatürliche Majo- ntät ist viel leichter zu sprengen, als sie gebildet worden. Es bedürfte nur einer bindenden Erklärung der Regierung zu Gunsten des moiiarchischen Prin- cips, und sie hätte die gesammte Reckte einschließlich der Bouapanisten und ter Gruppe (Ballon, aus ihrer Seite. Der Termin für die Auflösung der Nationalversammlung ist noch nicht festgesetzt, wohl aber sind die Nachwahlen und damit für die Linke die Möglichkeit der Recrutirung beseitigt. Es liegt also nur an dem Präsidenten und die Republikaner sind in der Assemblee wieder unterdrück!. Dauernde Zustände wären damit freilich weniger als beute geschaffen, denn die Sieger würden sofort unter einander wegen des Namens und der Fahne der Monarchie in Streit geratben. Das Land steht also jedenfalls vor einer wichtigen Entscheidung, welche die tiefgehendsten Erschütterungen im Gefolge haben kann. Noch ist die Kluft, die sich zwischen der Regierung und der auaenblicklicken Majorität anfgethan, zu schließen; dock bedurfte es dazu des Opfermuthes eines Curtius. Wird Herr Buffet ritterlich genug fein, jein Portefeuille in diesen Abgrund zu werfen und allein aus dem Cabinet austckei- den? Der Widerspruch, in dem er sich mit der Mehrzahl seiner Collegen thatsäcklich befindet, die Ruhe seines Vaterlandes und der Friede Europas ver> langen gebieterisch dieses Opfer. Wird er es bringen? Wird " die letzte Möglichkeit ergreifen, das jetzige gemäßigte und bei der Linken beliebte Cadi» net, dem nur ein weit radikaleres oder ein ganz reactionäres Ministerium cei Kampfes folgen könnte, am Ruder zu belassen? Herrn Buffet's Platz wäre noch durch ein Mitglied deS linken Centrums, durch Männer wie Casimir Pener
P o (i t i f cf) e r Theil.
t)cr Din^e in Frankreich. oder Grüvy auszufüllen, für das ganze Cabinet fände sich unter den Fraktionen
Kl. f. C. Die neuesten Vorgänge in der sranzösifchen Nationalvcrsamni Centrums kein Ersatz. Von Herrn Buffets Patriotisniiis hängt gegen- Inna brutru auf einen ie»»rstehn,bkn r-bi<alen Umschwnnn in der inneren PolitikjwSrlig die Sidjerbeit Frankreichs ab. Denn darüber kann kein Zireisei jem, Frankreichs hin. Die strenqc Discipiin. der sich die Republckaner unterworfen. |M die Republik für die Erhaltung des Fnedene unerläßlich ist. Die Monar- retbundcii mit der Mäßigung, welche die Radikalen feil einiger Zerr zur Lchau 4« würde sich, wenn sie ohne Mrkgifr käme, nicht halten können^. >bre »ue= |,Len, hat in der Asscmbläe eine Majorität bergestcllt, deren Tendenzen in k-uer müßten Revanche und Gloire fein, aber was sie bei dem «Neben nach offenem Wideifpruch mit beut gegenwärtigen Eabiuct stehe». Ein Eouflict und diejem Hochzeitsschmuck erlangen würbe, wäre ohne Zweifel nur btt Niederlage nut Eabtnelskrisis, wenn nicht eine totale, fo doch eine partielle, fchemen nm- und die Invasion.


