Gießener Anzeiger
Anzeige- und Z<mtsbtal! für den Kreis Hießen
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Brünn, 27. Juli. Tie gestrigen commissionellen Verhandlungen be-
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nommen und die Berathung des Marine-Budgets beendigt. Duval verlangt
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wäbrend die Weber begehrten, sämmtlich wieder ausgenommen zu werden
, der im amerikanischen Unabhängickeits Kriege französischen Un-
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alle Jene, welche die Fabrikanten nicht mebr beschäftigen können, weil sie mittlerweile Landw'bereicn eingerichtet haben. Otto Bauer, bei dem noch die mci- stcn Handwebestüble in Gang waren, hat allein 60 Stüble abgebrochen und in ter alten Tiichnowitzer Zuckerfabrik eure Filiale errichtet. Ueberbaupt haben sich die Fabrikanten durch Wiederankn.üpfung der seit 1870 theilweise unterbrochenen Verbindungen mit den Lohnwcbern und Factoreien auf deni flachen Lande geholfen. (Pr.)
Wildbad Gastein, 29. Juli. Das Befinden er. Majestät des Kaisers ist ein sehr gutes. Heute findet in der Schweizerhütte (im Gastcimr Thale) ein Diner statt.
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Paris, 28. Juli. Dem „Univers" wird aus München mitgetbeilt, daß die Leitung ter katholischen Partei ans Jörg's Händen in die deS CanonicuS Molitor ans der Speyerer Diöcese, „eines Redners von sehr großen Gaben", übergehen weide.
— Der Marschall Leboeuf, der sich gegenwärtig in Bailleul. im Depar- liment der Orne, aufhält, kehrte gestern aus Argentan nach seiner Residenz zurück,, als plötzlich das an seinem Wagen emgcspannte Pferd scheu wurde und jcklußUch nmwarf. Ter Marschall ist schwer verletzt worden, doch sollen seine Wunden nicht lebensgefährlich sein.
Paris, 28. Juli. Bekanntlich wurde das „Univers" vor einiger Zeit zu 4000 Frcs. Geldstrafe verurtheilr, weil eS alle Katholiken aufgkfordert hatte, bei einem Kramwaarenhändler des Faubourg Saint Germain, der des Sonntags seinen Laden auflasie, nichts mehr zu kaufen. Tas „Univers" hatte Berufung eingelegt, die Obergerichte bestätigten aber das erste Urtheil und das iiltratuontane Blatt bringt beute dasielbe an der Spitze seiner Spalten.
Paris, 28. Juli. Laut „Univers hat der Papst an den Erzbischof von Neapel, Cardinal Riario Sforza, ein Schreiben gerichtet, worin die Secte, deren Haupt der Apostat Panelli sei, welcher eine national-italienische katholische Kirche gründen will, feierlichst verdammt und mit dem Bannflüche belegt wird.
— Der Graf von Paris wurde bei seinem Besuche des landwirthschaft- lichen Festes von Envermeu bei Tieppe mit großartigen Ehrenbezeigungen empfangen. Estancelin, der Präsident des Festes, der Maire des Ortes und der Unterpräfckt von Tieppe, der sich m großer Uniform eingefunden, empfingen ihn und führten ihn m der Ausstellung herum. Während seiner Anwesenheit spielte die Gemeindemusik und donnerten die Kanonen ohne Aufhören.
Paris, 29. Juli. Der „Agence Havas" wird aus Bern telegraphirt, daß die gegen die strikenden Arbeiter bei Göschenen aufgebotenen Truppen auf erstere Feuer gegeben haben. Zwei Arbeiter wurden getödtet, mehrere verwundet und die Stickenden auseinandergetrieben.
Paris, 29. Juli. Die Kaiserin von Oesterreich kommt erst am 31. d. Mts. durch Paris. — Der französische Botschafter in Wien, der Prinz
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Bern, 29. Juli. Laut dem „Handels-Courier" ist ein Strike sämmt- lid)CT 2000 Gott Hard tunnel-Arbeiter bei Göschenen ausgcbrochen. Die Aibeiter fordern Entlastung von der Alimentationspflicht aus dem Favre'schcn Depot und Lohnerhöhung.
Basel, 29. Juli. Tie „Baseler Nackr." melden aus Göschenen: Die 2000 stickenden Arbeiter verhindern bewaffnet den Zugang zum Tunnel. Favre verlangte bewaffnete Unterstützung. Die Negierung hat eine Compagnie Infanterie aufgeboten.
Bern, 30. Juli. Don den Gotthardtunnel-Arbeitern bei Göschenen sind keine weiteren Ruhestörungen verübt worden; jedoch erfolgte ein noch größeres Truppenaufgebot.
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Mainz, 29. Juli Das Bischofs-Jubiläum bat einige intercstante Episoden ausznzeigen. Bei der Beglückwünschung des Tomcapitele, der Profesto- ' reu des Seminars und der Geistlichkeit des Stadt - Tecanates bezeichnete der ' Sprecher derselben, Toni - Tee n Dr. Heinrich, der vorsichtige orthodoxe Pro- ! fissor der Togmatik, den Bischof als eine „von Gott durch eine ganz außer- ' ordentliche Vorsehung glschenkte Gabe, woran der Finger Gottes zu erkennen sei." Tie Bemirknng dlstelbcn Redners, daß Das, was in fünfundzwanzig l Jahren im Grifte gesäct, durch Glauben und Liebe erbaut wurde, über Nacht durch den weltlichen Arm zerstört werden könne, fanden in der Tai.krede des Bischofs folgende Erwiderung: „Unter All'M, was meiner Seele einen schnei- dmdkn Sck n erz bereitet, kenne ich lickts Bittereres, als einerseits die Gefahren, welche meine Anstalten bedrohen, in denen der Klerus herangebildet wird 1 — auf der anderen Seite ist das priesterliche Wirken in der Schule so gefährdet und wird Vieles zerstört, was dazu b. stimmt ist, unsere geliebte Jugend ' vor G«fahren zu schützen. Diese Gedanken wurden noch einmal mit „unaussprechlichem Schmerz und „namenlosem Herzweh" wiederholt und schließlich : auf die „Gnade gehofft, die ihm dieses Kreuz tragen helfen werde zum Heil der ibm anvn trauten Seelen."
Berlin, 29. Juli. Ter Bischof von Ermeland hat dem Ober-Präsidenten die Erklärung abgegeben, daß er sich entschlostcn habe, zur Ausführung des Gesetzes vom 20. Juni d. I. über die Vermögens-Verwaltung der katholische Kirchengimeinden mitzuwirken und die durch dieses Gesetz den bischöflichen Behörden beigclegtcn Rechte anszuüben.
Berlin, 29. Juli. Tie Zustände des russischen Grenzverkehrs bilden dcn Gegenstand unausgesetzter Klagen der deutschen Geschäftsleute, welche mit Rnßla d in Verb udung stehen, weil sie die Regelmäßigkeit und Sicherheit der Geschäft an der Grenze stark beeinträchtigen. Jetzt hat das Reichskanzler- Amt, wie die „Posener Zeitung" meldet, auf dcssallsige Gesuche erwicdert, daß cs Fürsorge treffen werde, eine möglichst schnelle Bekanntmachung derjenigen Verordnungen, welche die riissische Regierung betreffs der Einfuhrbedingnn gen Ui'd des Zolltarifs erlaffen hat, durch den „Reichs-Anzeiger" zu bewirken.
Berlin, 29 Juli. Gegenüber der Mittheilung verschiedener Blätter, die Fianziskaner ui Fulda beabsichtigten im Herzogthum Sachsen-Meiningen eine Niederlassung zu gründen und die Negierung von Meiningen habe auf dcsfallsigc Ai.frage zustimmend geantwortet, erklärt heute der „SraatS-Anzciger" für das Herzog!. Ministerium diese Mikthcilung für irrig, da Meiningen weder von einer solchen Anfrage, noch von einem bezüglichen Bescheid irgend etwas bekannt sei.
Frankfurt, 30. Juli. Die Redactcure der „Franks. Zeitung" haben, getreu ihrem Principe, die Nennung der Verfaffer der incriminirten Artikel ihres Blattes bis heute Mittag 12 Uhr nickt vollzogen, weshalb nun die ihnen aiigedrobten Folgen eintreten.
Vom Rhein, 29. Juli. Roch unmittelbar vor dem Jubiläum des Bischofs v. Keiteler ist diesem eine Festgabe geworden, die ganz danach ange- than ist, das Fest zu überdauern. Es ist eine Broschüre, betitelt: „Freiherr v. Kettelcr und die übrigen Bischöfe der Minorilät als Märtyrer der Ueber zeiigiing, Freuiiden der Wahrheit bei Gelegenheit des 2bjährigen Jubiläums des Bischofs von Mainz gewidmet vom Verein zur Unterstützung der katholi scheu Reform-Bewegung in Mainz" und verlegt in Mainz bei C. G. Kunze Nachfolger, welche in schlagendster Weise durch die eigenen Erklärungen ter ferner Zeit oppositionellen Bischöfe nackweist, in welchen Gegensatz sic sich durch ihre sklavische Unterwerfung unter die Befehle Roms mit ihrer früheren Uiberzeugiing gesetzt haben. Tie Oucllcn-Zeugniffe sind alle als Belege m einem Anhänge abgedruckt.
Verhandlung blieb daher resu'ltatlos, aber für den Verlauf des Strikes nicht darauf vom Minister ter auswärtigen Angelegenheiten Auskunft über die Ver- maßgebend. Ueberhaupt werden die commissionellen Verhandlungen nicht weiter zöger, ng ui Erledigung der Ers itz-Ansprüche der französischen Regierung wegen fortgesetzt, weil dieselben zur Erzielung eines Emverständniffes zwischen Fabn- des Schadens, der im arnerckanischeii^Unabhäng^kelts Kriege französischen Unkanten und solchen Webern, die ernstlich gewillt sind, zur Arbeit zurückzukehren,'terthanen z gefügt worten. Herzog Tecazes erklärt, die übrigen Regierungen nicht mehr nötbig; die Zahl der noch Strikenden dürfte kaum 400 betragen, befänden sich Amerika gegenüber bezüglich ihrer Entschädigungs-Ansprüche in darunter die Arrangeure des Strikes, dann die alten, weniger leistungsfähigen keiner befferen Lage. Die Ursache lrege in gesetzgeberischen Lckwierigkeiten, die Leute, deren sich die Fabrikanten anläßlich des Strikes entledigten, schließlich der Präsident Grant im Conzreffe bisher vergeblich bemüht gewesen sei, zu be-
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Napoleon und der regierende Fürst von Liechtenstein sind hier angekommen.
Wien, 30. Juli. Die Mittheilung eines hiesigen Blattes, daß diej — Heute Morgen fand m den Kirchen St Paul und St. Louis Got- Pforte dem Vernehmen nach einen Protest oder eine Verwahrung gegen angeb- tesdienst für die Opfer der Revolution von 1830 statt. In der ersteren ver- lickc in Dalmatien und Croatien veranstaltcre öffentliche Sammlungen für tie sammelten sich die Anhänger, in der letzteren die Gegner dieser Revolution. Aufständischen in der Herzegowina in Aussicht gestellt hätte, wird von dem — Der Papst hat an den Bischof Tupanloup ein Breve gerichtet, um ,Telegr. Corresp.-Burcau" unter dem Hinweis auf den Umstand, daß thatsäch- ihu wegen seines erfolgreichen Eintretens für das Universitäts - Unterr chtögewtz lich solche Sammlungen nicht statlfinden dürfen, für gänzlich unbegründet zu beloben und die Hoffnung auszusprechen, der Bischof werde den endgültigen Sieg für die große Sache, deren tapferer Vertheidiger er sei, erringen.
Versailles, 29. Juli. Die National - Versammlung nahm heute die trafenUbriken Engel und Skutetzky. Beide waren geneigt' für den Rest Wahlen der Mitglieder der Permanenz-Commission vor. Gewählt wurden die der Wintersaison Zugeständniffe bezüglich der Accorde zu machen, erstere wollte gestern durch Vereinbarung der parlamentarischen Fractionen bezeichneten Mit- jedoch von den noch strikenden Webern blos 20, letztere nur 12 aufnehmen, glieder. Sodann wurde das Goetz über die Zucker-Zölle ohne Debatte ange-


