Drew vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr.
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Erscheint fnglid), mit AuS- nahmr MontagS.
Expedition: Lanzletberg, Lit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Aiessen.
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Mittwoch den'29. Juli
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Gießen, am 24. Juli 1874.
Betreffend: Abgabe von Thierschutzgeboten an die Volksschulen des Kreis >3 Gießen.
an die srimmttichrn Lchulvvrständr des Kreises.
Da bis jetzt nur wenige von Ihnen dafür Sorge getragen haben, daß die Thierschntzgebote auf unserem Bureau in Empfang genommen werden, so bringen wir unser Ausschreiben vom 24. v. M. (in Nr. 144 und 145 des Gießener Anzeigers) hiermit in Erinnerung.
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zur Kenntniß tt herzoglichen Km
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Nr. 131.
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Deutschland.
Darmstadt, 25. Juli. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 38 enthält:
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, be- treffend die Außcrcourssetzung der Zweiguldenstücke süddeutscher Währung.
2. Lerzeichltiß der Vorlesungen, welche ans der Großherzoglich Hessischen Ludewigs Universität zu Gießen im Winterhalbjahre 1874/75 gehalten und am 2. November ihren Anfang nehmen werden.
3. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die fünfte evang. Schulstelle zu Mainz mit einem Anfangögchalt von 750 fl. jährlich ; die evang. Schulstelle zu Allertshausen, im Kreise Gießen, mit einem jährlichen Gehalt von 400 fl.
Berlin, 25. Juli. Anläßlich vieler Neclamationen ist chic Reihe von Eisenbahn-Verwaltungen aufgefordert worben, die für Beförderung von Roh- producten, Erden rc. bestehenden Special-Tarife von der Tarif-Erhöhung thuu- lichst auszuschließen.
Berlin, 25. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." bespricht die Unterstützung der Carlisten Seitens Frankreichs und erinnert daran, daß im Jahre 1870 Frankreich wegen der nicht vorhandenen, mir vermeintlichen Einmischung Preußens in spanische Angelegenheiten den Krieg begann. Dasselbe Blatt vernimmt, das bei der Insel Wight stationirende deutsche Geschwader werde die Bestimmung erhalten, einige Zeit an der spanischen Nordküste zu kreuzen.
Posen, 25. Juli. Der „Kuryer Poznanski" meldet aus Gnesen: Der ausgewiesene Kanonikus Korytkowsky ist zwangsweise von dort entfernt worden, weil er dem Ausweisungs-Befehle nicht Folge leistete.
Posen, 27. Juli. Zur Verbüßung der gegen ihn erkannten fünfvierteljährigen Gefängnißstrafe ist Weihbischof Janisczewski heute Vormittag um 10 Uhr verhaftet und abgeführt worden. Der Bestimmungsort ist noch unbekannt.
den angestellte Untersuchung an der spanischen Grenze habe ergeben, daß die Waffenlieferungen an die Carlisten auf dem neutralen Gewässer der Bidassoa vor sich gehen, ohne französisches Gebiet zu berühren. (Die Bidassoa, in Navarra entspringend und in den biscayischen Meerbusen sich ergießend, bildet an ihrer Mündung die Grenze zwischen. Spanien und Frankreich.)
Morgen werden die Berichte über die Auflösung der Kammer einge- reicht. Die Berathung soll sofort stattfinden. Man glaubt vielfach, daß der Antrag durchgehen werde, da eine gewiffe Anzahl von Mitgliedern, die vorgestern gegen die Dringlichkeit stimmten, sich für die Auflösung erklärt. Es könnte sich jedoch ereignen, daß die Vonapartisten, die für die Dringlichkeit stimmten, wieder abfallen. Zum wenigsteii spricht sich das „Pays" heute für die Vertagung aus. Durch Annahme der Auflösung würde die Krisis indessen nicht beseitigt sein, da, falls sie ausgesprochen wird, vor dem endgültigen Aus- cinandergchen der Kammer die Organisation seiner Gewalten, namentlich das Auflösungsrecht, erzwingen will.
Versailles, 25. Juli. In der Nationalversammlung wurde heute das Marine-Budget Lerathen. Der Marine-Minister sagt: So weit die durch dos Budget gewährten Mittel es erlaubten, werde die Regierung dafür sorgen, daß die Regierung auf der Höhe ihrer Mission bleibe. „Wenn die Armee der rechte Arm Frankreichs ist, so ist die Marine der linke Arm Frankreichs und Frankreich bedarf seiner beiden Arme." Mehrere Artikel des Marine-Vndgets werden genehmigt.
Belgien.
Brüssel, 27. Juli. Die Eröffnung des kriegsrechtlichen Eongresses erfolgte heute Mittag um 1 Uhr. Minister Graf Aspremont-Lynden stellte die Delegirten einander vor und zog sich dann zurück. Es ist kein Stenograph zugelassen Die Delegirten Englands und Frankreichs sind gegenwärtig.
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In Beantwortung einer
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Madrid, 26. Juli. Der „Jmparcial" enthält einen Artikel, in wel-
Spanien müsse, heißt es in diesem Artikel, seine Interessen und Sympathieen
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London, 27. Juli. Die „Times" bespricht die Interpellation Russells, betreffend die Unterstützung der Carlisten Seitens Frankreichs, und erklärt: Die Anerkennung der spanischen Regierung, nicht eine Intervention sei das Ziel der englischen Politik. Die „Times" spricht die Hoffnung aus, Mac Mahon werde künftig eine dem Völkerrechte mehr entsprechende Haltung beobachten, und fordert den Staatssecretär des Aeußern auf, die mit den Carlisten sympathisircnden Engländer auf ihre aus der Begünstigung der Carlisten resul- tirende Verantwortlichkeit hinznweisen.
Spanien.
London, 25. Juli. Der General Horsford wird England auf dem Brüsseler Congreß vertreten.
London, 25. Juli. Sitzung des Oberhauses. £, ~ v
Interpellation Russel'S erklärt Lord Derby, Spanien habe bisher keine Intervention Englands bet Frankreich wegen angeblich den Carlisten von Frankreich geleisteter Unterstützungen verlangt; die britische Regierung habe darum bei der französischen Regierung dieserhalb keine Vorstellungen erheben können. Bezüglich der Anerkennung der gegenwärtigen Regierung Spaniens sei es die Ansicht des Ministeriums, dieselbe müsse durch gemeinsames Vorgehen sämmtlicher Großmächte herbeigeführt werden, jedoch erst, wenn die spanische Regierung sich dauernd befestigt hat.
London, 26. Juli Die „Pall Mall Gazette" meldet: Die Krankheit des Prinzen Leopold hat einen beunruhigenden Charakter angenommen. — March, ^ecretär im auswärtigen Amte, wurde zum diplomatischen, Major Hall zum militärischen Secretär des englischen Vertreters auf dem Brüsseler Congreß ernannt.
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Karlsruhe, 25. Juli. Das heutige „Gesetzblatt" pnblicirt eine Verordnung, durch welche die Reichsmark-Rechnung mit dem 1. Januar 1875 in Baden eingcführt wird. — Die deutsche Kaiserin ist heute Nachmittag auf i Schloß Mainau angekommen.
Baden-Baden, 27. Juli. Der Journalistentag beschloß in seiner zweiten Generalversammlung , einstimmig die Gründung einer Journalisten-Ge- ■ nosscuschaft -zunächst zu Zwecken der Alters-Versorgung, ferner die Einleitung I von Maßnahmen gegen unbefugten und gewerbsmäßigen Nachdruck.
Oesterreich.
i Vbien, 25. Juli. Eonsulats-Berichte aus Kreta signalisiren die Absen- g dring einer Sturm-Petition der griechischen Bevölkerung an den Sultan, worin unter der Drohung mit Aufstand die Verlegung der Hauptstadt, griechische Gerichts-Vorsitzer und Kaimakams nnd die Einziehung der Kupfermünzen, verlangt werde.
Frankreich.
Paris, 25. Juli. Eine Depesche von carlistischer Seite ans Bayonne meldet, daß 12 neue Geschütze und 200 Kisten mit Munition für die Carlisten ausgeschifft worden sind.
Paris, 26. Juli. Der „Soir" sucht darzuthun, daß die französischen Grenz-Behörden den Carlisten gegenüber ihre Schuldigkeit gethan hätten. Die Waffen-Zufuhr erfolge auf dem für neutral geltenden Bidassoa ohne Berührung fianzöfifchen Gebietes.
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Paris, 26. Juli. Die große Wallfahrt sämmtlicher katholischen Gesellenvereine in Paris sand heute in der Klosterkirche der aus Deutschland verbannten Lazaristen unter Absingung des bekannten Herzjesulicdes statt. Der Kapuziner Flavien hielt „eine den Umständen angemessene Predigt"; Abends , *v. ^Uu. ...
patten die Zweigvereine in Localen Lustbarkeiten. Es sind also ' die ehemals chem Frankreich wegen Begünstigung der Carlisten sehr heftig angegriffen wird, deutschen Lazaristen, welche die Kundgebung gegen Deutschland leiten. ......‘~v, vvl‘t ... ' ' I ' " c T, _ T
In Mont^limard im Rhoncthalc haben die zahlreichen Arbeiterinnen von Frankreich trennen und anderweite, mit den Anforderungen der Civilisation der dortigen Seiden- und Foulardssabriken am 22. d. die Arbeit eingestellt ^verträglichere, der Freiheit und Wohlfahrt Spaniens förderlichere Allianzen alle Fabriken stehen still. Auf der Promenade fanden lärmende Züsammenrot- aufsuchen, wenn Frankreich in der bisherigen Haltung gegenüber Spanien be- tiingen statt. Die Municipalität mußte Gensd'armerie und Militär ausbieten, harren sollte.
um die Tumultuantinnen zur Ruhe zu bringen. Madrid, 26. Juli. Gerüchtweise verlautet, die Carlisten hätten bei
Paris, 26. Juli. Der „Soir" sagt, die von den französischen Behör- Olot 73 Douaniers und 105 Soldaten erschossen.


