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1 st. 29 fr.

Erscheint täglich, «! äh*- nähme Sonntags

Expedition: Lanzletbrrg, Lit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.

Nr. 21 Montag Leu 26. Jllnrin 5555.

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Amtlicher Theil.

Gießen, am 22. Januar 1874.

Betreffend: Die Taubftummen-Statistik im Grotzher;ogthum Hessen.

Vas Grsß Herr» gliche Kreis ami Li ei! es

an die Schulvorstände zu Allendorf a d. Lahn, Alt-Änseck, Beuern, Burkhardsstlden, Ettingshausen, Gardenteich, Gießen (Kath.), Hattenrod, Hausen, Heuchelheim, Lang-Göns, Reiskirchen, Watzenborn und Wieseck.

Wir erinnern Sie an Einsendung der in rubricirtem Betreff jährlich an uns zu erstattenden Berichte.

v. Röder.

Gießen, am 24. Januar 1874.

B etre ff end: Die Ausführung des Gesetzes vom 26. November 1872, die Gehalte der Volksschullebrer betreffend, hier vorläufige Gewährung von Besoldungszuschüssen aus Gemcindcmitteln für 1874.

Das Großherzogliche Kreisaml Gießen

SN die Großherssglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Zufolge Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 6. l. Mts. weisen wir Sie hiermit an, die den Lehrern nach unserem Ausschreiben vom 25. September v. I. (Amtsblatt ohne Nr.) zukommenden Gehaltsbezüge, insoweit die Gemeindekaffen hierfür aufzukommen haben, vorbehaltlich demnächsti- ger definitiver Abrechnung, in so lange auch pro 1874 zur Auszahlung anzuweisen, bis 'Ihnen auf Grund der in Revision begriffenen Besoldungen anderweite Verfügung hierüber zugeht.

v. Röder,

politischer Theis.

und vielfach lähmenden Einfluß auf den Gang der parlamentarischen Thätig-

Das geschlossene Auftreten der ultramontanen Partei in ganz Deutsch­land, das rüctsichlslose Hineinzichen aller Dolkskreise in den Kampf der römi­schen Kirche gegen die Staatsgewalt wird ein ebenso geschlossenes und entschie-

keil zu übln vermag; während andererseits die künftige nationale Mehrheit selbst vermöge ihrer erheblich veränderten Zusammensetzung auch bei wesentlicher Ucbcreü.stimmung über die Ziele der Reichspolitik doch in Betreff der Mittel und Wege zur Erreichung derselben eine volle Verständigung nicht immer ebenso sicher in Aussicht stellt, wie es seither der Fall war.

Aber so sehr hierdurch die parlamentarischen Aufgaben im künftigen Reichstage für die Regierung und für die nationale Partei erschwert sein mögen, so werden doch gerade die Erfahrungen, welche bei den Wahlen ge­macht worden sind, unfehlbar dazu beitragen, das gemeinsame Band, welches alle wahrhaft Nationalgtsinuten verknüpft, zu stärken und zu befestigen.

nur dann zum Segen des Volkes gereichen, wenn dem Genüsse des Rechtes auch das Bewußtsein der damit verbundenen Pflicht und Verantworlichkeit

entsprich!.

Der nächste Reichstag wird hoffentlich einen weiteren Fortschritt in der politischen Erziehung und Entwickelung des deutschen Volkes reifen lassen, indem das Bewußtsein der politischen Verantwortung in dem Verhalten der Parteien immer mehr zur Geltung gelangt und dieselben immer entschiedener auf die Erfordernisse des praktischen Staatslebens und auf die Nothwcndigkeit eines

Wir benachrichtigen Sie hiermit, daß Se. Königl. Hoheit der Groß' Herzog mittelst Allerhöchster Entschließung vom 15. d. Mts. den Bischof Dr. Joseph Hubert Reinkens als katholischen Bischof anzuerkennen geruht haben. An diese Anerkennung knüpfen sich die nachstehenden Folgen:

1) das Recht des Bischofs, im Gebiete des Großherzogthums bezüglich der Alikatholiken alle kirchlichen 'zicte vornehmen und alle jene Rechte üben zu dürfen, welche nach dem katholischen Kirchenrechte, wie es bis zu den vaticani- schen Beschlüssen galt und soweit es vom Staate anerkannt war, bischöfliche Acte sind, nach Maßgabe der am 12. September 1873 zu Constanz angenom­menen Synodal- und Gemeinde - Ordnung und innerhalb der Grenzen der Staatsgesetze;

2) der volle Schutz, der im Reichsstrafgesetzbuch § 166168 den aner­kannten Kirchen gewährt wird;

3) die Berechtigung des Bischoss, mit Genehmigung der Regierung alt l'vm'7' 77' .....777'' v-,-/--..--

katholische Pfarreien zu errichten, die Anerkennung der nach Maßgabe der im! Vorgehen aller nationalen PaUnen zur Sicherung der Staatsinteressen Großhe^ogthum bestehenden Vorschriften anzustellenden Pfarrer und somit! gegenüberden geistlichen Heirschaftsgelusten, zur Sicherstellung der Gewissen deren Recht, für die Angehörigen ihrer Gemeinden auch die kirchlichen (Staiv-|$cßen Verwaltung nach sich ziehen.

desbücher zu führen; ! Je entschiedener überdies hervortritt, daß die ultramontanen Bestrebungen

4) Nichterhebung des Competenz-Conflicts, falls die Altkatholiken, wie Abgen die Politik des Deutschen Rciches ihre Stütze auch in verwandten Be­ste sich Vorbehalten, wegen Mltgebrauchs der katholischen Pfarrkirchen und des strebungen unserer Feinde außerhalb Deutschlands finden, desto mehr werden katholischen Kirchenvermögens gerichtliche Klage erheben; Klle reichsfteuudlicheu Parteien fest znsammenstehen, um die Grundlagen der ein-

5) die Entbindung aller Attkatholiken von der Verpflichtung, zu den Kir-'Zeitlichen delltschen Macht in allen Richtungen zu befestigen und vor jeder Er­chenumlagen der die vaticanischen Beschlüsse anerkennenden Katholiken bei- schütterung zu wahren. Nicht minder wird Vas unerwartet kräftige Hervortre- zutrageu. !ten der social-demokratischen Partei bei den jüngsten Wahlen dazu helfen, daß

Indem wir Ihnen hiervon Kenntniß geben, beauftragen wir Sie, mit: diejenigen Parteien, welche mit ihren Ueberzeugungen auf dem Boden der Rücksicht auf pos. 5 zu veranlassen, daß diejenigen Personen, welche sich bei jetzigen socialen Ordnung stehen, sich fister aneinander schließen und mit der Ihnen oder bei den Großh. Bürgermeistern als Altkatholiken erklären werden,! Regierung zlisannnenwirken, um Staat und Gesellschaft vor dem Anwachsen der ans den Listen der Umlagcpflichtigen für römisch-katholische Kirchenzwecke üon ll'ner ^eitc drohenden Gefahren zu schützen.

strichen werden. j Es ist nickt zu verkennen, daß der Verlauf der letzten Wahlen in weiten

Mainz, 24. Januar, 9 Uhr Abends. Moufang's Wahl ist als sicher Kreisen als ein Mahnruf zu größerem Ernst in Erfüllung der politischen Pflich- zu betrachten, da derselbe am hiesigen Orte bis zur Stunde bereits eine Ma- ten gewirkt hat. In der That können die Einrichtungen im Deutschen Reiche, jorität von 1700 Stimmen zählt, die ausstehenden Landbezirke aber das Resul- welche auf der weitesten Gewährung und Ausdehnung politischer Rechte beruhen, tat uickr andern können. Die Social-Demokraten stimmten für Moufang

Berlin, 23. Januar. Gelegentlich der Erwähnung des Antwortschreibens des Kaisers auf das Glückwunschschreiben des Bischofs Reinkens sagt die Germania," nachdem sie manches Andere verkniffen hat:Schließlich müssen wir bemerken, daß uns bis jetzt von einer kaiserlichen Antwort auf die Neujahrs glückwünsche der römisch-katholischen Bischöfe des Landes, die in gewoynter loyaler Weise auch in diesem Jahre Sr. Majestät gewidmet worden sind, nichts bekannt geworden ist."

Berlin, 23. Januar. DieProv.-Corresp." schreibt mit Bezug aus

Deutlet) üinö. das Resultat der Reichstagswahlen: Die Regierung darf hiernach bestimmt

. m hoffen, für die Durchführung ihrer höchsten und entscheidenden Aufgaben an

Olesten, 24. Januar. Aus Anlaß der von ^r. Königl. Hoheit dem und für sich auch in dem neuen Reichstage eine sichere und bereitwillige Stütze Großherzog erfolgten Anerkennung des Bischofs Reinkens hat Großherzogliches'zu finden. Nur wird man sich von vornherein nicht verhehlen dürfen, daß eine Ministerium des-Innern folgendes Ausschreibcn an die Großherzoglicheu Kreis-.fc.st aus^s Doppelte gcstiegene Zahl der grundsätzlichen Gegner einen größeren finiter erlassen: , 1 c , c <. <