Oesterreich.
Vermischtes.
Versailles, 23. Juni. In der Nationalversammlung kam heute nicht- — Der durch die Korrespondenz der „Times*
Fra' fliamtlii r r.-ßMcul^ feiten MN0B,n
! Ület««
SÄ rf’; S’»- NK i* t*f m W, Nn* l«4»B fl m 8runn Eit inMfl " - hü 6UTb<nt n% nad) tut USt du !dai
™ — , <j — — • • wvH|*»vmiviii ver«
t JJijn glaubt allgemein, Mac Mahon werde nach der vorauszusetzen» den Verwerfung ter verschiedenen constitutionellen Anträge mit einer Botschaft hervortreten, in ter er die Organisgiion ter Gewalten gemäß dem Votum vom 20. November fordern würde. - Morgen findet in Versailles ein Banket ;ur Gedenkfeier der Geburt deS republikanisch.n Generals Hoche statt. Die Festrede wird Gambetta hallen.
Deutschland.
Darmstadt, 24. Juni. Die Schwester des Kaisers Alexander, Herzogin Maria v. Leuchtenberg, ist gestern Abend zum Besuche in Jugenheim an- gekommen. Morgen Vormittag werden daselbst der Herzog und die Herzogin von Edinburgh erwartet.
Berlin, 24. Juni. Die „Prov.-Corresp.", die Mainzer Katholiken- Versammlnng besprechend, schreibt: Wenn die Versammlung als ein Vorzeichen für die Haltung der Bischöfe tu Fulda gelten dürfe, so sei ein weiterer Kampf unvermeidlich, in welchem der Staat die ihm zustehenden gesetzlichen Mittel und Waffen mit unbedingter Energie anwenden werde, um den Widerstand eines kirchlich-politischen Nadicalismus wirksam zu brechen und damit dem künftigen Frieden zwischen Staat und Kirche erst Bürgschaften zu sichern.
Berlin, 24. Juni. Die „Post" hört, daß das Kriegsgericht zur Entscheidung der Angelegenheit des Capitäns zur See, Werner, denselben zu einer Ärreststrase verurthcilt habe.
Coblenz, 23. Juni. Der Landtags-Abgeordnete Graf Schmiesing- Kerssenbrock wurde wegen der bei der Katholiken-Versammlung in Zell gehaltenen Rede vom hiesigen Zuchtpolizeigericht zu einem Monat Gesänqniß verurtheilt. D
Fulda, 23. Juni. Bis heute Abend 7 Uhr sind bereits fast sämmtliche Theiluehmer an der Bischofs Conferenz eingetroffen. Die Dauer der Conferen; ist jedenfalls drei Lage.
Fulda, 24 Juni. Sämmtliche preußische Bischöfe, auch die von Paderborn, Mainz und Freiburg, sind hier einzelroffen. Die Diöcesen Köln, Posen und Trier sind durch Abgesaudte vertreten. Die erste Conferenz beginnt heute Vormittag 9 Uhr.
Frankreich.
Lokal- 9t otiz.
Gießen, 25. Juni. Zwei Brüder mähten gestern in der Wiesecker Aue Leugra«. Dem einen entmachte die Sen,e und fuhr dem nebenstehenden Bruder derart in bie Beine, daß der. verbunden'" -usammensank. Der Verwundete wurde nach Wiejeck gebracht und dort o . — 7n9Im Sonntag Abend wurde ein Schreinergeselle von hier bei Rodhetm von zwei Kerlen angefafien und derart zusammengehauen, daß er für tobt auf dem Plane liegen blieb. Spater zum Bewußtsein gelangt, fchleppte sich der M.ßhanoelte nach Rodheim und machte zeige. Die dortige Polizei entdeckte bald die Uebelthater und inhaftirte dieielben sofort
Paris, 23. Juni. Die Mitglieder der ehemaligen Neuner Commission, welche mit den Arbeiten zur Herstellung der Monarchie beschäftigt war, sind wieder zusammengetreten, um betreffs der Enthüllungen der „Times" über die damaligen Verhandlungen, welche man dein Herzog Audiffret-PaSquier zuschreibt, zu berathen.
zT .. 18. Juni Heute Nacht vom 17. auf den 18. wurde in zwei Elasten
fltolte De\?een?^\aU ungebrochen und die Darm befindlichen
6 "s beraubt. Daß der Dl.b mit den Lokalitäten sehr vertraut sein mußte, J- Umstande hervor, daß er nur die Pulte derjenigen Elasten erbrach, in denen
'ich wirklich Geld vorfand. Nachdem er sich außer der klingenden Münze noch einige Bücher an^eignet hatte, schrieb er diese Worte an die Schultafel: „Ich heiße B. N. und bin 16 ^tzr alt , und entfernte sich. In dem jungen Schinderhannes muthmaßt man einen Realichüler. Der saubere Bursche mußte um in das Schulzimmer zu gelangen, ein ziemlich Hobes Gitter übersteigen und einige Fensterscheiben eindrücken.
Butzbach. Aus Dem etwas über eine Stunde von hier entfernten, durch die lieblichsten Waldpfade anher verbundenen Gipfel des Haus berg es ist vor einem Jahre aus Mitteln, welche man '"Butzbach und der Umgegend aufgebracht, ein Thurm erbaut worben, welcher Die ganje vortreffliche RunDschau einerseits in Die fruchtbare Wetterau unD andererseits in das waldige Lahngebiet völlig erschließt. Die Besucher des Hausberges, theilweise aus weiter Ferne, haben sich seitdem bedeutend vermehrt. Jndeß nickt allein die vorzüglichen landschaftlichen Neue, fonDern aud?bie in seltener Welse erhaltenen Reste eines den Gipfel einstmals krönenden Boll.' werkö, wahrscheinlich römischen Ursprungs, pflegen die Besucher anzuziehen. «ls ein dreifacher IKmg?0. umschließen jene Reste Den Gipfelpunkt und zeigen sich besonders aus der einen Leite noch in bedeutender Höhe. Gegenüber Der auf mehrfache an Den Seiten Dee Berges gemachte tfunDe sich stutzenden Ansicht, nach welcher jene Werke von Den Römern herrührten macht sich anDerc Behauptung neueroings geltenD, daß ste, entgegengestellt der ganz nahen Psahlgrabenlinie uno Dem römischen Waffenplatze an Der Stelle des heutigen Butzbach, ein germanischer Vertheioigungö unD Angriffspunkt gewesen fein müßten, wofür Der Umstand spreche, Daß sic sich in Die Linie DeS Pfablgrabens gar nicht elnreihen ließen. — So legt 'ich Denn der Haus berg Den Fachgelehrten als eine Nuß gegenüber, daran Die Zähne zu versuchen
Das in Butzbach zur Erbauung und Erhaltung des Hausberglhurms gebildete Som.ts bat aus Den Nachmittag Des kommenden Sonmags (28. Juni) zur Jahresfeier der Thurm weihe Einladung ergehen lasten. Man sieht, da auch für einige Erfrischung auf dem B"ge gesorgt sein wirb, zahlreichem Besucke entgegen.
Saarburg, 16. Juni. Heute Mittag gegen 12 Uhr wurde der katholische Pfarrer Bonard von Hof, welcher für Frankreich optirt, die Option aufrechterhalten hatte unD in Folge dessen semeS Amtes entsetzt war, als er eben im Begriffe stand, mit dem Schnellzuge nach Frankreich zu fahren, aus dem Eoupe des Zuges durch den diesigen Polizeieommissar wegen Zergehens gegen $ 13 u (Kanzelparagraph) de» Strafgesetzbuches anettrt und dem mit demselben Zuge hier angcfcmmcncn kaiserlichen Ober Proeurator und Unter'uchungsnchter vcrgeführt. Rach winer Vernehmung wegen einer noch nachträglich abgehaltenen Predigt, in welcher er in den oyentlicken Frieden gefährdender ©ene angereijt hatte, und nach dem Verhör ter Beugen mürbe fern Transport in das Bezirksgefängniß zu Zabern beschlosten. Mit dem Schnellzuge um / Uhr ilbendS würbe er durch einen Gendarmen dorthin abgeführt.
» er. ?T V f P.b/0 ‘ 16‘ ^dni- 2" dem Höninger Broich versanken gestern zwei beim
*°n « n Manner aus Widdishoven. Vater unb Sohn, und wurden nach mühe«
voller nrbeit als Leichen herausgezogen. In Hemmerden erlag gestern em Brauknecht, welcher Sage vorher in bie Braupfanne gestürzt war, »einen Brandwunden.
— AuS dem Innviertel wird der Lmzer Tagesp. geschrieben: Der vüraermeister tOnmTU9beTt?in® m‘t e,n,m Müller eine Wette em, baß er in höchst eigener Perfon gegen - cm Bf erd des Letztem im Rennen Sieger werde. Die Wette aur.e angenommen uno Sonntag, Den 14. Ium, RackmittagS, versammelte sich eine große Menschenm.nge auf Dem Rennplätze I iDeld>eT ganz in Der Räbe des bürgermeifterlicken Hauses, welches ein Wirtbsbaus ist sich be« i fanb, um mit eigenen Augen zu sehen, ob bie erste Person Der GememDe mit einem Roß eon- II cuwiren fami. Ter Muller spannte sein Pferd vor ein Wagerl und Der Heer Bürgermeister I er»®ien m Hemd und Hose, mH bloßem Kopf uno Füßen. Das Zeichen zum Beginne wurde ! m ? CLm.fn -Huß gegeben, unD die edlen Renner setzten sich in Bewegung Die Länge Der I
rote Bahn betrug ungefähr 500 Schritte, und neeb auf halber Bahn hatte Der Bürgermeister alle s Ehaneen Des Sieges für sich. Von Dort ab rückte ihm jedoch Der Müller immer näher über- j
, »ff
L3II8j mit
iMrenbcn [ ^.J'^'oncniD At.i
btn ;
_ N
kJ«
Erntti
; w,t6n'. btn
^Äkij
tzksondti
Lcl
3125) 3” jtichntien @t trag vollzogt!
Julius am 1.1 .Louis
Irttni u führ: bä1 alltr Acl btr sutht i'inc allei -ikßm, btr Srotzhtrzo,
M
Zu btr HL Äuflaze btr Tixemä $am'2ikjer: ^ttourbiHtlei cMltx-.'Äboi biütttn unb sklljchastm Lr^nzilligs aflen Mel §tstr-Bchi limmenilellii DJ1. -usl^e W tum $rei
Ärtu^er bo 2ai!ti, lni ^öniq ___Mo
Pesth, 23. Juni Unterhaus. Der Ministerpräsident ersuckt, daS Ctvilehe-Elaborat der Commission von der Tagesordnting abzu.etzen, indem eine bezügliche Gesetzvorlage in der nächsten Session eingebr'?.ä)t werden' soll. Das Haus beschließt nach längerer, von der linken Seite heftig geführter Debatte dem Wunsche der Regierung gemäß mit 158 gegen 108 Stimmen.
(kuglanü.
London, 24. Juni. Die Bewohner der Stadt Ryde aus der Insel Wight haben beschloßen tym deutschen Kronprinzen - Paar, dqs im Lause deS Sommers zu einem Bade-Aufenthalt hier cintreffen wird, einen festlichen Em. pfang zu bereiten.
-^cr ^ecrelär des landivirthschafllichen Arbeitervereins bezeichnet als Zroeck des Vereins außer Erhöhung der Löhne auch die Erlangung des Wahl, rechts und eines Antheils an den Bodenerträgniffen.
byanifii
Santander, 22. Juni, Abends. Die Carlisten wurden durch die Regterungs-Truppen bei Tarespounce, Lenda und Santcoloma überfallen und erlitte» dabet beträchtliche Verluste an Mannschaft und Kriegs-Material.
Vrlrcelona, 24. Juni. Eine 2500 Mann starke Abtheilung Carlisten unter den Befehlen von Mora und den Psarrern Flix und Prades griff Bel- nuiiitjfcci Tarragona) an. Die Garnison ergab sich, um die Jnbrandsetzuna vermeiden. Tie Carlisten forderten eine Contribution von OOüu Douros iind führten zur Sicherheit derselben Geiüeln mit. Bei dem Rückmärsche in s Gebirge stießen sie mit Jägern von Rens zusammen und ver- loren 20 Mann.
Zukunft Frankreichs eine maßgebende Bedeutung in Anspruch nehmen: die Im- plattsten und Republikaner. Dank den unbegreiflichen Fehlern des Regiments von größerem JntVreffe v^r. - vic ^orreivonoenr oer xi
Broglic s ist «n- große Anzahl der früheren napoleonijchen Maires theils auf hcroorgerufcne Zwnchenfall hat bit Uneinizk.it nnter den Eo^ervaiiven ihren Stellen belasten, thetls, roo sie bereits entlasten waren, wieder angestellt größert. Man glaubt allgemein 7^ worden. Dadurch ist es möglich geworden, daß, nachdeni, kaum vier Jahre seit dem Tage von Sedan verflossen sind, bereits wieder die Imperialisten im ganzen Lande einen kaum glaublichen Einfluß besitzen. Andere Fehler der Regierung thun das Ihrige, diesen Einfluß nicht zu ersticken und es liegt mithin die Gefahr nahe, daß bei dem bevorstehenden Entschcidungskampf die napoleonische Partei Siegerin bleiben wird und das um so mehr, als die Partei der energischen Republikaner keine eigentlichen Führer hat, die Männer des Sep-
teunats aber mit jedem Tage mehr ihre Negierungsunfähigkeit beweisen, während die Imperialisten in einer Schule groß geworden sind, die sie gelehrt hak, den praktischen Verhältnissen Rechnung zu tragen und die gegebenen Thatsachen für ihren Zweck auszubeuten.
In dieser Gefahr muß, um wieder vom Standpunkt der Orleanisten aus zu sprechen, von Seiten der Anhänger dieser in der jetzigen Nationalversamm lung numerisch nicht unbedeutenden Partei etwas Entscheidendes geschehen, um die Möglichkeit späterer Erfolge nicht ein für alle Mal zu gefährden. Mit allen Kräften muß die Partei eine Fusion mit den Republikanern erstreben, so unnatürlich an und für sich eine solche Verbindung auch sein mag. Aber die Imperialisten sind die gemeinsamen Feinde beider Parteien und ihnen vorerst die Spitze zu bieten, welchen Zweck auch die verschiedenen Theiluehmer einer solchen Corporation verfolgen mögen, ist die erste und dringendste Aufgabe derselben. Wenn die Orleanisten nicht die Einsicht in die Lage der Dinge haben, welche die Voraussetzung dieser Handlungsweise bildet, wenn sie nicht den Muth haben, sich in's Unvermeidliche zu fügen, so geben sie damit freiwillig jede Aussicht für die Zukunft auf. Freilich bleibt es fraglich, ob sie auch durch eiu gemeiuschaftliches Haudelu mit der republikauischeu Partei große Chauceu geroiuuen, aber sie würden dadurch immerhin die Möglichkeit späterer Erfolge gegen die Gewißheit des Mißerfolges eititauscheu. Wir wagen kaum hinzuzu- setzen, daß auch die Rücksicht auf das Vaterland die Priuzen aus dem Hause Orleans und deren Anhänger auf diesen Weg verweist, denn wir haben eine sehr geringe Meinung von dem Patriotismus dieser Prinzen, wie denn anch dies stete Bemühen nach einer fttoiie das sicherste Mittel ist, eine patriotische Gesiimung unmöglich zu machen, und das persönliche Interesse überall als entscheidendes Motiv in die Wagschale zu werfen. Aber das persönliche Interesse ist es diesmal, das eine patriotische Handlungsweise gebieterisch fordert, und jetzt wird cs sich zeigen, ob die Urenkel Philipps Egalitö und die Enkel des „Bürgerkönigs ■ die Erben der Klugheit sind, welche mau ihren Vorfahren zu- schricb, ob sie die Hand dazu bieten, mit den ehrlichen Republikanern gemeut- schaftliche Sache zu machen gegen die gefahrdrohende Stellung der Imperialisten.
Der Dreißiger-Ausschuß hielt eine äußerst stürmische Sitzung. Ches | uelong verlangte einfache Organisation der Gewalten des Marschalls. Dnfaure erwiderte hrftig, der Ausschuß sei beauftragt, die Republik zu organisiren. Tarteron, Erzrovalist, trat für den Antrag des Herzogs La Rochefoucauld ein und verlangte, daß über die Verfassung durch Verhandlung zwischen König und Verjammlnug nach Rückkehr des Königs beschlossen werde. Ventavou (gemäßigke Rechte) erwidert, durch den Beschluß von 20. November v. I. sei die Monar chie für sieben Jahre ausgeschlossen; man müsse den gegenwärtigen Zustand organisiren und das Revisionsrecht anfstellen. aber auf andere Weise als Casimir Perier es wolle. Der Ausschuß gelangte zu keinem Beschlüsse. Der Be richterstatter wird ivahrschenilich nicht vor einer Woche ernannt.
— Der „Tenipö'', das Hauptorgan des linken Centrums, erklärt Veränderungen des Perier'schen Antrages für unannehmbar, da der Antrag er vorliege, die einzig mögliche Lösung darstelle.
__ ' i ö i s-.cjo. iui iicy. oen von oo iuaic lym jeoom Der Müller immer näher über» , S, Bonaparttsten beschlossen, für die dritte Berathung des Gemeinde- bc,t< ,bn- unb al» ück Der Käufer bum Vorfahren «n Dee Müllers Wagen anbänqen wollte |U (ttmmen, falls die Regierung cs verlange. Auch die qauie Wiift' ,n-ecn b,m’etlmn mtt bearbeitet, baß er gern losließ, woraus er
beschloß, für die dritte Berathung zu stimmen. ' ' 5 1ST Belustigung Des Publikums Das Glnckzewicht verlor und wenigstens zehn SckrNre auf Dem
' * tauche Die Strage entlang rutschte, woDurch er sich Hände unb Füße berart be'ckäDigte Daß


