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Anzeige- und Mnisölatl für den Areis Hiessen.

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Wietzener Anzeiger

Derselbe erscheint vom 1. Juli an in den Vormittagsstunden täglich, mit Ausnahme Montags, und kostet für die Abonnenten in der Stadt Gießen vierteljährlich nur L ff. 12 fr., frei in'S Haus geliefert.

Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch Im III. Ouartal 1874 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen.

Für alle außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige Abonnementspreis 1 fl. 29 kr. incl. Postaufschlags. Dieselben können nur bei der Post oder den Landpostboten abonniren.

DerGießener Anzeiger" erfreut sich seit seines sechsmaligen Erscheinens per Woche einer stets wachsenden Theilnahme des Pnbliknnis und ist die Redaction bemüht gewesen, allen billigen Anforderungen gereckt zu werden. Die Folge davon war eine Vermehrung der Auflage um fast 1500 Exemplare, so daß derselbe jetzt in 3500 Exemplaren täglich erscheint. Daß bei einer so großen Auflage des Blattes alle Insertionen die weiteste Verbreitung finden und somit die dafür anfgewendeten Kosten den lohnendsten Erfolg haben, bedarf wohl keiner weiteren Auseinandersetzung. Wir können somit den Gießener Anzeiger" getrost dem inserirenden Publikum als dasjenige Blatt empfehlen, in welchem ihre Anzeigen die meiste Beachtung finden dürften.

Damit wir nun in den Stand gesetzt sind, die Auflage des Zlattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger abonniren wollen, dies sofort bei der ihnen zunächst ; legenen Postanstalt oder den Lanvpostboten zu thun, da wir uns sonst nicht verbindlich machen können, vollständige Exemplare zu liefern. Die Redaktion.

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Gießen, am 24. Juni 1874.

Betreffend: Abgabe von Thierschutzgcboten an die Volksschulen des Kreises

Daö Großherzogliche Kreiöamt Gießen

an die sämmtlichen Schulvorstände des Kreises.

Von dem Vorstand des Thierschutzvereins für das Großherzozthum Hessen sind uns für die sämmtlichen Schulen des KreisesThierfchutz Gebote4* mitgetheilt worden, mit der Bestimmung, daß dieselben in den Schulen aufgehängt werden, um schon frühzeitig auf das empfängliche Gemütb des Kindes im Sinne des Vereins einzuwirken.

Indem wir Ihnen hiervon Kenntniß geben, empfehlen wir Ihnen mit nächster sicherer Gelegenheit,^ die fürtJhre Schulen bestimmten Exemplare aus unserem Bureau abholen zu lasten.

v. Röder.

politischer Th eil.

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Balancirsystem, auf welches er seine Regierung basirte, hielt doch nicht so lange

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der Julirevolutton antrat, steht die Familie der Orleans in dem Ruf großer erblicher Schlauheit, gerade wie die Bourbonen in dem außergewöhnlicher Be­schränktheit. Louis Philipp, des Guillotinirten Sohn, befestigte diesen Ruf, als er, der bis zur Restauration in Europa heimathlos umherirr e, 1830 den Thron Frankreichs bestieg, allein auch er war mehr schlau als klug und das

Auge faßt, diese kleinliche, nur auf den directen Nutzen gerichtete Klugheit, er- we.st sich oft für den, welcher sie besitzt, als verhängnißvoll. Seit der Zeit aber, und besonders als jein Sohn Louis Philipp die Erbschaft Carl X. und

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Gefundene Gegenstände:

Ein mehrklingiges Taschenmesser mit Perlmutplättchen, 1 kleines Messerchen mit 2 Klingen, 1 kleines Messerchen (altes) mit 1 Klinge, 1 großer und 1 kleiner Schlüssel (zusammengebunden), 1 großer Schlüssel, 1 Farbzeichen C., 1 Strickzeug, 1 goldener Uhrschlüssel, l weißes Taschentuch, 1 grüne Knabenmütze, 1 Sack mit halbem Wärmstein, die Hälfte eines Zwickers, 1 Portemonnaie mit 51 fr., 1 -Llickscheerchen, 1 Hanstuch gez. 8. 1'., 1 Moirveschürze, 1 Federmesser mit Spalter von Knochen, 1 große Drahtzange, 1 Portemonnaie mit 18 kr-, 1 Bcutclchen mit 15'/r fr.

Die Eigenthümer werden aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder später zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden.

Gießen, den 24. Juni 1874. Großherzogliche Polizei - Verwaltung der Provinzial - Hauptstadt Gießen.

Nover.

der Verbannung. Sein liebenswürdiger Sohn liebenswürdig, wenn man bem. verdammt war.

Ruf, den er als Kronprinz hatte, trauen darf, denn diesen Ruf zu bewähren,- Mittlerweile vollzieht sich in diesem Augenblicke in Frankreich eine Par- . fand er keine Gelegenheit, der vielversprechende Herzog von Orleans wardcheizersetzung, eine Umbildung der einander gegenüberstehenden Gruppen, welche das Opfer eines Unfalls und so sind heute nur die jüngeren Sprossen der auch die Orleanisteu berühren dürfte und nun wirds sich zeigen, ob der jün- schlauen Familie übrig, die bisher gar wenig gethan haben, um den Ruf ihres gere Nachwucks der Familie dem Ruf betreiben entsprechen wird oder nicht.

Hauses aufrecht zu erhalten, die bisher weder klug, noch auch nur schlau ge- Wir haben oft hervorgehoben, daß es zwei Parteien sind, die für die

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Die Orleans. k handelt haben. In dieser Beziehung möchte ihnen noch am Ehesten die Fusion

Wenn dem Gründer des aus dem Stamm der Bviirbonen herausgewack |mit ^en Legitimisten zu vergeben sein. Wenn Frankreich dem Ahn der Bour- senen Zweiges einer orleanistischen Dynastie, seine notorische Scklauheit unt bonen wohl eine Messe wenh erschien, so mochte es seinen spätem Eltkeln wohl Falschheit, seine Zweizüngigkeit gegen den gekrönten Victor Louis XVI. nicht al,ct) auf kin wenig Falschheit nicht ankommen, bei deren gelungener Anwendung viel nützte, wenn er schließlich doch der Schreckensherrschaft zum Opfer fiel, ,1^11 geringerer Lohn zu erwarten stand, als eine Königskrone. Heinrich V. ist ucc t jv iunÖC wenn Philipp Egalitö seine Gleichheit kinderlos und es läßt sich nicht leugnen, daß. wenn hier überhaupt von Rech-

mit so viel anderen Opfern jener Tage auf der Guillotine bekräftigte. wo er7en auf den Thron die Rede fein kann, die des Grafen Chambord doch ein um einen Kopf kleiner gemacht wurde, so trägt wahrlich seine Klugheit wel'.ig rechtmäßiger sind, als die von Louis Philipps Enkeln. Die Fusion ! hieran keine Schuld. Aber diese Klugheit, die nur das Nächstliegende in's hatte daher, immer vorn Standpunkt der Orleanisteu selbst gesprochen, eine r r- f e* - *-c v;- - " - - ; c -" - - gewisse Berechtigung für sich. Daß sie keinen Erfolg batte, findet seinen Grund

in der ungewöhnlichen Beschränktheit des Grafen Chambord. die in solcher Ausdehnung selbst bei dem Erben eines entarteten Geschlechtes, wie das bour- jbouische, in Staunen setzen muß. Von da an schwankten die Prinzen aus dem Hause Orleans haltlos hin und her, ohne Plan, ohne bestimmte Absicht als die, auf alle Fälle bei der Hand zu sein, wenn sich die Möglichkeit ergeben würde, den Julithron in Frankreich wieder aufzurichten. Sie haben bisher nicht viel Ge­legenheit gehabt, sick Hervorzuthun und außer von ihrer Anwesenheit bei ver­schiedenen Festlichkeiten in den Salons des Marschall-Präsidenten und seiner

Stich, daß er dahin gekommen wäre, sein Haupt als König zum letzten Schlum- W man nicht viel von diesen seltsamen Nepublikanern gehört,

Mite mcr niederzulegen. Der Bürgerkönig, welcher das politische Schaukelsystem Partei in der Legislative, wie im Lande von ^ag zu Tag schwächer wurde

6 jca(fi jwar nicht erfunden, aber zu hoher Vollkommenheit ausgebildet hat, starb in uud Angesichts dieses Mangels an Thatkraft und Einsicht ihrer Häupter zur

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