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rechts; Herr Decazes hat denselben einstweilen so entschieden, daß er seine Mit­wirkung geliehen hat; der Bischof bestreitet ihm das Recht dazu, und es bleibt erst abznwarten, wie die Beiden sich weiter auseinandersetzen werden. Kommt es zur Executionssrage, so würden wir persönlich uns freuen, wenn auf die Wünsche der französischen Negierung möglichste Rücksicht genommen würde. In jedem Fall ist die Sache ein neuer Grund, die baldige Erledigung der Grenz­frage zu erstreben.

Pari- , 21. April. LautMoniteur" wird das Urtheil des Zaber- ner Gerichts gegen den Bischof von Nancy nicht vor 14 Tagen verkündigt werden, während welcher Zeit die Frage betreffs der neuen Abgrenzung der Grenzdiöcesen entschieden sein werde.

Die osficiösePresse" versichert, Broglie werde, falls das Rundschrei­ben Depeyre's in der Donnerstags - Sitzung des ständigen Ausschuffes zur Sprache komme, sich darauf beschränken, zu erwidern, daß das Circular vom Ministcrrathe berathen, vom Staatsoberhaupte gebilligt worden sei und die Regierung ihre Vollmachten nicht überschritten habe, als sie es an den General« Procurator richtete.

Pari-, 22. April. Von gut unterrichteter Seite wird versichert, daß Gras Chanlbord darauf verzichtet haöe, im nächsten Monat nach Frankreich zu kommen.

Am Sonntag fand ein Banket der Actionäre der Nizza-Cunco-Eisen- bahn-Gesellschaft statt, wobei der Deputirte des Departements der See-Alpen, Piccon, eine italienische Rede hielt und enthusiastisch den Augenblick als nahe bevorstehend darstellte, welcher Nizza,die Italiens Unabhängigkeit geopferte Iphigenie", seinem wahren Vaterlande zurückgeben würde- In der hiesigen Presse erregte diese Rede die größte Sensation

Nachrichten von der spanischen Grenze zufolge hat der carliftische Commandant von Guipuzcoa die Städte San Sebastian, Renteria und Jrun in Blokade-Zustand erklärt und Jeden, welcher Lebensmittel dahin führe, mit Todesstrafe bedroht.

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Haag, 22. April. Eine osficielle Depesche aus Atschin vom 17. April meldet: Eine starke Patrouille recognoscirte eine 1500 Schritt südlich vom Kraton belegene feindliche Position, mußte sich jedoch vor dem Feuer des Fein­des zurückziehen. Nach dem Eintreffen von Verstärkungen wurde ein Angriff auf die Position versucht, jedoch mit einem Verlust von 8 Torten und 9 Ver­wundeten zurückgewiesen. Drei Staaten der Westküste unterzeichneten eine Acte, worin sie die holländische Oberhoheit anerkennen.

(EnflCanö.

Loudon, 21. April. Ein Berichterstatter derDaily News" telegra- phirt aus Kalkutta vom 18. April, daß er mit der Untersuchung des Zustan­des der von der Hungersnoth am meisten bedrohten Bezirke zu Ende gekommen. Seiner Meinung nach ist es der Regierung gelungen, das ultramontaue Werk zu Ende zu bringen gerade noch zur rechten Zeit, da die Noth bereits einen hohen Grad erreicht hatte. Lord Northbrook's Schweigen über die Reißein- käufe, welche die Regierung gemacht hatte, trugen viel dazu bei, den Trans­port und hauptsächlich auch die Organisation von Hülfscomites zu verzögern. Ehe die Regierung helfend eingreifen konnte, waren die Leiden der Bevölkerung sehr groß, insbesondere in den Unter-Divisionen Durbangah und Ramnuggur. Die Sterblichkeit war dort eine sehr große, und es ist geradezu lächerlich, wenn man die Behauptung aufstellt, daß nicht mehr als 12 Todesfälle vorge­kommen seien. An eine genaue Statistik über dieselben barf nicht gedacht wer­den ; lim so mehr als durch die Drohung, die Beamten für die einzelnen To­desfälle verantwortlich machen zu wollen, dem System der Vertuschung geradezu in die Hände gearbeitet wird. Der Berichterstatter glaubt jedoch, daß das Schlimmste überstanden und die leider au spät organisirte Hülfe im Stande sein werde, dem Unglück die Spitze zu bieten, vorausgesetzt, daß sie kräftig genug, um auch außergewöhnlichen Ansprüchen im Nothfalle Genüge leisten zu köimen. Er schätzt die Zahl der Hülfsbedürfrigen in den von ihm bereisten Districten auf 3 Millionen, welche während dreier Monate auf die Hülfe der Regierung angewiesen seien.

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New - Aork, 22. April. Eine bedeutende Ukbersckwemmung in Loui­siana hat die Felder von l 1 Gemeinden, die vorzugsweise Baumwolle bauen, und von 14 Gemeinden, die Zucker cultiviren, unter Waffer gesetzt. Durch die Ueberschwemniung sind 250,000 Acres Baumwollpflanzungeu, 100,000 Acres Getraide und 500,000 Acres Zuckerfelder zerstört. Der Schaden, der den Ge­meinde,' von Louisiana durch die Zerstörung erwächst, ist sehr beträchtlich. 25,000 Personen sind vollkommen ruinirt, sehr viele sind sogar aller Lebens­mittel entblößt. Die diesjährige Erndte ist vollständig zerstört. Der Con- greß hat bewilligt, daß für die nothleidenden Armen Nationen vertheilt werden.

dann braucht 6r ja nur zum Fenster hinauS zu sehen! Adieu! Damit ritt der König davon und der Reserveschafttopf Hane da« Nachsehen!

Wien, 16. April. Da» Unwetter, welche- Dienstaa Abends und Nachts sich über Wien entlud, war wahrhaft mörderisch. Die ersten Aprilwochen find, wie e» tm Lclktmunde beißt, die Flitterwochen der Sparen: fie versammeln sich bei ihren Shefesten tn Gärten iu Tausenden. So wurde denn auch der Esterhazy Garten in Mariahtlf von den befiederten Humoristen der Luft massenhaft besucht. Gestern früh war der Garten em Leichenfeld, besäet von den durch den Hagel erschlagenen Sparen, die haufenweise Herumlagen. Der Park blieb deßhalb und sonstiger Verwüstungen wegen m den Lormuragostundrn gesperrt, und als t\t Opfer deS Wetter« gezählt wurden, ergab sich, daß es zweitausend sechshundert waren.

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Laudwirthschaftlicdes

(Mitgetheilt von der höheren landwitthschafilichen Lehranstalt in Worms.)

Lelkuchellverfalschung. Die erhöhte Wichtigkeit, welche miUL und Fle.ichproductio» in neuerer Zeit gewonnen Haden, macht natürlich auch die Verwendung von »raftfuttermitteli in größerem Umfange nothwendig. Der starke Absah, den diese in Folge dessen gefunden baden, hat eine ziemlich allgemein verbreitete Verfälschung ms Leben gerufen,' auf die wiederholt hiw zuweisen um so wichtiger ist, als man sein theures Geld da nicht nur für em Nahrungsmittel ausgiebt, das an und für sich wenig Werth besitzt, sondern oft geradezu die Gesundheit ter Thiere in hohem Grade gefährdet. Besonder« sind es die Oelkuchen, denen der Landwind «eine specieüe Aufmerksamkeit zuzuwenden hat

Zu den nachtheiligstcn Beimengungen gehören die Senfarten, die wir gewöhnlich in den importirten, indischen Rapskuchen vorfinden, welche deßhalb nur mit äußerster Vorsicht verfüttert werden dürfen, da mehrfache Fälle »orgekommen sind, daß damit gefütterte Thiere erkrankten und starben. So theili z. B. Profe,,or Völck-r in London mit, daß manche dieser Rapskuchen soviel Senf enthalten, daß ein Kuchen schon hinretcke, um das Leben eines jungen Maß- ochsen in Gefahr zu bringen.

Bei dieser Gelegenheit dürfen wir nicht Unterlasten, abermal« darauf aufmerksam za machen, daß oft schimmlige Oelkuchen, die in diesem Zustande ganz unverkäuflich sind, zerkleinert und auf's Neue gepreßt werben, um lbnen da« Au-schcn unverdorbener Waare zu geben, wäb» Ttnt im Grunde genommen, die Wirkung derselben noch ebenso nachtheilig ist wie zuvor und beiondcrs die Verfütterung derselben an trächtige Thiere entschieden unterlassen werden muß, da Fehlgeburten die häufige Folge sind. Da« beste Erkennung-mittel für dergleichen verdorbene Waare ist die Loupe, mit der die Pilzfäden im Innern der Kuchen deutlich wahrgenommen werden können und die deßhalb zu dieser, wie auch zu andern Untersuchungen bei keinem Land wirth fehlen sollte. Jede Verfälschung sofort zu erkennen, hält natürlich schwer und ist hier auch der Raum nicht dazu, die einzelnen Kennzeichen der Reihe nach aufzuführen. Viel ist jedoch schon gewonnen, wenn nur die Aufmerksamkeit der Lanbwirthe einmal auf den Gegenstand gelenkt ist. Darauf sollte wenigstens gesehen werden, daß man womöglich nur hellfarbige Raps« kuchen verwendet, da man damit zugleich auch eine Garantie hat, daß sie nicht zu heiß gepreßt wurden.

Bei dieser Gelegenheit wollen wir nicht unterlasten, darauf hinzuweisen, daß nach btn Mittheilungen Professor Anderson s im letzten Jahre eine Dcsterung eingelreten sein soll, ta absichtliche Verfälschungen von Oelkuchen in geringerem Umfange zu seiner Kenntniß famrr dleußerst wichtig ist dabei, daß der geringe Werth vieler Oelkuchenproben seinen Grund cann hatte, daß der ursprüngliche Lein oder Rap« mit Unkrautsamen stark verunreinigt war. Die Schuld würde hier also auf die Landwirlhe selbst wieder zurückfallen und hätten fie da ecr Allem bei sich selbst mit der Besterung anzufangen.

Verunreinigung des Kleesamens mit Flachsskide. Der Futterbau auf den Feldern gewinnt immer mehr an Bedeutung und besonder« ist e« hier der Klee, von dem ta« Gedeihen unseres ViehstandeS zum großen Theile abhangt. Um so betrübender ist es deßhalb, wahrzu nehmen, wie die obengenannte, so verderbliche Schmarotzerpflanze von Jahr zu Jahr an lut brdtung gewinnt und bald in allen Theilen unsere« Vaterlandes festen Boden gewonnen baden wird. Unzählige Mittel sind schon dagegen in Anwendung gebracht worvcn, ohne daß der Erfolg bi« jetzt ein durchgreifender gewesen wäre. Auch greifen alle diese Mittel, wenigsten» theilweise, die Sache am verkehrten Ende an; denn was nützt e«, die Kleeseibe gegen den Herb-: hin unterdrückt zu haben, wenn an den betreffenden Stellen den ganzen Sommer über nicbtt gewonnen werden konnte und nun das Feld zum Umbrechen bestimmt ist? Bei der AuSwabl deS Samens müsten die Augen offen gehalten werden, damit nicht seidehaltiger Samen zur Aussaat kommt.' Wer Unkraut säet, wird Unkraut ernten! 6« bat hier der Landwirth um so vorsichtiger zu sein, als gewistenlose Händler genug giebt, die so verunreinigten Samen al« reine Waare verkaufen, trotzdem ihnen bas Gegentheil bekannt ist. Freilich, nicht jeder Landwirth besitzt Zeit und Kenntnisse genug, um einen Samen auf Reinheit untersuchen zu können Dafür haben wir aber unsere Versuchsstationen, deren wichtige Bedeutung der deutsche Vant wirth, der in dieser Beziehung von allen Landwirthen der Welt am günstigsten gestellt ist, noA lange nicht in ihrem ganzen Umfange erkannt hat Ist die von einem Einzelnen benitbigtt Kleesamenmenqe »erbältnißmäßlg zu gering, so vereinigen sich mehrere zu gemeinschaftliche.: Bezug und sichern sich, durch Untersuchenlaffen einer Probe auf Reinheit, Keimfähigkeit re., gegen nachherigen bedeutenden materiellen Schaden und eine ganze Reihe von Verdrießlichkeiten Am erfolgreichsten erweisen sich hier, wie auch beim Bezug von künstlichem Dünger und anterr Materialien die Eonsumvereine, denen zur Hebung der Landwirthichast und zur Förderung tct materiellen Wohl« der Landwirthe noch eine große Zukunft bevorstebt.

Schutz der Saaten gegen Krähen. Wohl die mnsten Landwirtbe haben in Mein Beziehung schon unangenehme Erfahrungen gemacht und manche, sonst mit größter Sorgfalt aui> geführte Saat ist der Krähen wegen mißlungen. Die meisten der bi« jetzt bekannten Mittel, die den Thieren die Körner ungenießbar machen sollen, haben sich al« mehr oder weniger n folglos bewiesen. Am sichersten war immer noch die Bewachung einer Saat unter Anwevbuog von Schießwaffen, freilich ein theurer Schutz, wenn man wollte, daß er von «ßrfolg btglrim sei. So erwähnte jüngst ein befreundeter Gutsbesitzer, daß ihn die Abhaltung der Krähen von einem Felde auf 15 Tbaler zu stehen gekommen sei. Ein sichere« und einfache« Mittel soll, »sch den Erfahrungen engliscker Farmer, Theer fein. Zu diesem Zwecke wird eine mäßige Cuennüt desselben mit etwa« heißem Waffer verdünnt und narb dem Erkalten nut dem Samen vermischt. Um zu vermeiden, daß die Körner aneinander haften, werden sie mit Aube, Kalk oder dgl. tüchtig durcheinander gearbeitet und dann ausgesäet Man hat so gleichjeiNg neeb den Vortbeil einer guten Samendüngnng. Es ist durchau« nicht nothwendig, daß dKt derartigen Präpcnaticn gleich die Aussaat folgt, man bat Beispiele, daß der Same »och 6 Monate »o aufbewahrt werden mußte, ohne baß deßbalb inne Keimfähigkeit im GerinßßM Roth gelitten hätte.

F r i s ch d ä di t r j u Gieße».

Sonntaa den 26. April D- Rühl am Markt, I. Vogt in der Wallthor- strafie und Chr Lampus auf dem Seitenweg.

Vermischte-.

Am Alexanderplatze in Berlin, zwischen der neuen Königs« und der Landsberger­straße, steht ein Hau«, daS jedem Dorüberaebenden auffällt. Im Volke ist es unter dem Rainen das Hau« mit den 99 Schafsköpfen" bekannt. Seine Gerichte ist so curios wie sein Nam>. Der alte Fritz hatte einem in der Landsbergerstraße wohnenden Bürger ein hübsches Häuschen geschenkt und der Nachbar de« Glücklichen sab die« mit neidischen Au len an. Sein Dichten und Trachten ging nach einer ähnlichen königlichen Gnade. Nicht daß er « gerade nöthia gehabt * hatte, nein, der Mann hatte Geld, e« war ihm bloß um die Ehre zu tbun. Da machte er nun reiche Schenkungen an die Armen und tbat sich so hervor, daß der König auf den Edlen aufmerksam werden sollte. Und richtig, der opferfreudige Mann erhielt vom König die Erlaubniß, sich eine Gnade auszubitten, und er bat um ein Hau«. Wenige Monate zogen vorüber und ein schöne« Hau« stand da und der glückliche Besitzer zog ein. Glücklich? nein, da« war er nicht, die Statuen am Hause des Nachbar« ließen ihn vor Neid nicht schlafen. Al« einmal der alte Fritz vorüberritt und ihn fragte: Ist Er nun zufrieden? antwortete er: Ja, aber wenn doch Majestät mein Haus auch wie das des Nachbar- mit Statuen und Frescobilde.n schmücken wollten! Soll Er haben! sagte der König, ritt davon und nahm sich vor, den Nimmersatt mit seiner Eitelkeit zu strafen. Er ließ daher das Haus nut steinernen Sinnbildern zieren, und zwar mit 99 Schassköpsen. (Etwa 15 davon sind noch beule vorhanden.) Man denke sich den Schrecken de« armen ManncS, der, als der König zum zweiten Mal vordeirttt, diesem unter Zittern und Zagen sein Leid klagte und sich über den Svott böser Nachbarn beklagte, welche den sonderbaren Hausschmuck als Anspielung auf den Besitzer betrachteten. Aber Er hat ja nur seinen Willen gehabt! Ach, Majestät, freilich, indessen die Schafsköpfe. Nun, allerdings es sind nur 99, aber wenn Er eine runde Zahl und da- Hundert voll haben will,'

1671) Die Mineralwaffer-Handlunq von Chnil Fischbach, S^lterSweg, empfiehlt nachverzeichnete Sorten in stets ftischer Füllung:

2ldelheidsquelle, LudwigSbrunnen,

Appollinarisbrunnen, Marienbader Kreuz-

Carlsbader Mühl- und brunnen.

Dchlofibrunnen, Crmfcr Keffel- und Krän- chesbrunnen, F^rchinger, Friedrichshaller Bitter- waffer,

Salzhausener,

Salzschlirser Bonisacius« brunnen,

Schwalbacher Stahl- und Weinbrunnen,

Schwalheimer,

Homburger Elisabethen- Selterser (Naffau), brunnen, Wildunger,

Kissinger Rakoczv, (karlsbader Salz, Karlsbader Sprudelseise, b'inser

Pastillen, Soda- und Selterwaffer.

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