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ertheilt, diese Herren im Vetretungsfalle sofort zu verhaften.
— Das „Journal de Genöve" bezeichnet in Folge eingezogencr Eckuiidi- gnng die Nachricht, die Stadt Genf beabsichtige, die vom Herzog Karl von Braunschweig bei seiner Flucht mitgenommenen, dem Staate zugehörigen Kost« barkeiten (Onyx-Vafe, Siegel der Maria Stuart rc. rc) an Braunschweig zurückzuerstatten, als jeder Begründung entbehrend.
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9Äabtib, 20. Februar. Die Carlisten haben Vinaroz, an der Eisen bahn lind der Küste zwischen Tortosa und Castellon de la Plana, nacb sechs: stündigem Kampfe genommen und die 200 Mann der Besatzung zu Gefangener gemacht. Man schreibt die Eroberung dem Verrathe eines Sergeanten zu, der dem Feinde das Thor Calig überlieferte. Die Carlisten unter Santes in der Provinz Valencia werden von verschiedenen Truppenabtheilungcn eifrig verfolgt.
Moriones steht in Castro Urdiales; seine Avantgarde zwischen Önton und Somorrostro. Das schlechte Wetter dauert fort.
werden in der zweiten Fastenwochc — die erste beginnt nächsten Montag nach England abreisen.
L o k a l - R v t i z.
Gießen, 24. Februar. Gestern Mittag erschoß sich in Wiescck ein schon bejahrlcr I Weisibindermeister. Neber das Motiv herrscht noch Dunkel.
erschienen.
Kassel, 21. Februar. Von den bekannten Juliprotest gegen das
Reiches deutscher Nation beehrt. Richard Löwcnherz, von Heinrich VI. gefangen gehalten. n schien vor einem deutschen Reichstags im Hagenau bt keinen .Qricg des Vl
oder 18. Jahrhunderts zwischen Frankreich und Deutschland, in welchem die Stadt Hagena nicht den traurigen Vorzug genossen hätte, mehrmals belagert, erobert, verbrannt, gevlüntir: entvölkert zu werden. Die stolzen Stadtherrcn, die sieben Klöster, der kriegerische 91 Del, ct berühmten Buchdrucker und Schriftsteller, die Oberhoheit über Wasier und Wald int (5lfap, das ist in Kriegen und Umwälzungen untergegangen. Was noch vorhanden war an Kraft un: Edelsinn, hat im Jahre 1 «*71 für Frankreich optirt. sDiese Liebenswürdigkeit trifft zugleich tr H2 Bürger Hagenau'S, welche für Herrn Hartmann gestimmt haben. Denn auch sie habe' nicht für Frankreich optirt und gehören somit nacb der Äst. Rat zu dem „traurigen Rest*, je in Hagenau zurückgeblieben tst. Daran ändert auch das Folgende nichts.] Wir reden von te- bedeutenden Familien. Die gute Bourgeoisie klebt um ihrer Interessen nnficn am Boden, ’* fristet daselbst ein Dasein ohne Ordnung, ohne politische Führung, ohne sittliche Sclbstäntigkklt Damit wollen wir nun freilich nicht sagen, daß Hagenau heutzutage gänzlich ebne hervorragend«! Männer «st. Vielmehr giebt es dort recht fähige Leute, aber die große Menge hat kein ständniß für große Dinge. Die Fragen der Landwirthscbaft, des Handels, des Hopfengeschaft^ drängen alles Ucbrige in den Hintergrund. Die französische Krappfärberci ist im Sinken K- griffen, und der Hopfen ist teutonischer Race! Der Hovfen ist das sociale Capital DtutM lands; er regiert dort die Herzen und die Köpfe. Im Bocke des Äambrmus ersäufen I« all' ihre Streitigkeiten, all' ihre Klagen! Und die Autonomisten von Hagenau möchten cbea gern die ersten Hopfenhändler des Deutschen Reiches werden!" . .
— Die Heff. Morg. Ztg. erzählt wunderbare Dinge von dem Landrath des reift Eschwege, Groß. Derselbe lebt im Conflict mit dem Bürgermeister Brandau zu Schemmern und als sie nenlid) in Streit geriethen, stieß der Landrath den Bürgermeister mit solcher v'ctra gegen die Brust, daß dieser gegen den Schreibtisch de8 daneben arblitcnden Kreis-Set-retor taumelte und zu Boden gefallen wäre, wenn er sich nicht bter festgchaltcn hätte. Daraus e* zweiter Stoß auf die Brust und Schlag auf den Leib und die vor die-en gehaltenen •V*" stark genug, um dem Getroffenen Schmerz tu verursachen. Dann ließ der Landralh Gendarmen kommen und durch diesen den Bürgermeister B. ins Gefängniß abführm,
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unterzeichnet haben, waren bereits zwei znrückgetrcten nnb hatten „nach erlangter besserer Ueberzcugung" ihre vollständige Unterwerfung angezeigt. Diesen Beidell ist jetzt der Pfarrer Klöffler in Wolfhagen, einer der Intelligentesten unter den Protestpastoren, llachgesolgt. Derselbe wurde daher wieder in fein Amt eingesetzt. Als Vierter wird möglicher Weise noch der Pfarrer Roux in Schnellerode folgen, welcher die bereits kürzlich pnblicirte „Oeffentliche Erkla rung" der Renitenten zn unterzeichnen sich weigerte.
Straßburg, 21. Februar. Das „Elsässer Journal" erfahrt, daß die Straßburger Wähler eine Protestation gegen die Erklärung des Bischofs Räß Uliterzeichnen; ein Gleiches wurde aus Wangenheim gemeldet Die nachträglichen Einzelheiten über die Mittwochs - Sitzung hätten die Aufregung der Ge müther noch vermehrt. Das „Elsässer Journal" ist sachlich mit Deutsch unzu frieden, aber peinlich berührt von der Haltung eines Theiles der deutschen Presse, protestirt auch gegen den dem Abg. Deutsch vom Reichstag gemachten Empfang. Die bischöfliche Erklärung, gegen die Pougnet allein protestirt, bleibe eine Thalsache von außerordentlicher Tragweite. Lauth und Deutsch sind hier angekommen.
Luglauv.
London, 23. Februar. „Standard" meldet: Der Friedens-Vertrag dem König der Aschantis ist unterzeichnet.
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JcniuirncQ.
PariÄ, 23. Februar. Die „Agence Havas" bementirt auf das Ent schiedenste das Gerücht von monarchischen Nestanrationsversuchen.
Bayonne, 23. Februar. Bon gut unterrichteter Seite wird gemeldet, die Carlisten hätten Portugalete wieder geräumt.
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Schweiz.
Bern, 18. Februar.. In Seignelegicr haben es die Ultramontanen letzten Sonntag so arg getricven, daß das ganze Bataillon Scharfschützen, wcl ches sich noch im Jnra befindet, am Montag dorthin verlegt worden ist. Auch der Regierungs-Commissär Kuhn hat sich an Ort und Stelle begeben. Als Sendlinge der nach Frankreich geflüchteten renitenten Pfarrer kommen jetzt ihre Collegcn aus den französischen Grenzorten nach dem Jnra, um statt ihrer römischen Gottesdienst zu halten und die Bevölkerung im Namen des unfehlbaren
Gerichtshofs für kirchliche Angelegenheiten vom 12. Mai, des Gesetzes über die Grenzen des Rechts zum Gebrauche kirchlicher Straf- und Znchtmittel vom 13. Mai, des Gesetzes, betr. den Austritt aus der Kirche, vom 14. Mai v. I."
Dieser Antrag ist ein „alter", obschon kein „couservativer" Bekannter. Es ist ja wörtlich das Attentat der Ultramontanen im Hause der Abgeordneten auf die Staatsgesetze vom Mai v. I. Was dort der Trias Mallinckrodt- Windthorst-Reichensperger recht war, das ist den Hochconsero.itiven des Herren hauseS nicht mehr wie billig. Ein umgekehrter „Wolf im Schafspelz!" Da mißtraue man sich noch einmal, ob es eine unbewiesene Behauptung sei, daß die Crüme der preußischen Ritterschast dem Papstthum die Pferde ausspannt und nun selber die römische Karre zieht!
Als das Schulaufsichtsgesetz vorlag. da beschönigte das Junkerthum seinen Widerstand damit, daß es von der Regierung im Dunkeln gelassen worden, dieweil nicht jeder Minister mit jedem der Herren unter vier Augen die Ma terie verhandelt und sich jeder einzelnen Stimme pflichtschuldigst vergewissert habe. 9hm, dieser Patriarch eines Vorwands hat sich seither überlebt. An der wünschenswcrthen Klärung der Verhältnisse fehlt es nicht: Herr v. Mallinckrodt und Herr v. Le Coq, Herr Wiudthorst und Graf zur Lippe, Herr Reichensperger und Herr v. Uhden sind einander vorgestellt. Die Verhandlungen im Hause der Abgeordneten haben den betr. Antrag der Römlinge zur Genüge illustrirt. Und nun setzt die Elite des preußischen Herrenhauses ihre Namen darunter. Damit ist Notorität erlangt für die Handlangerdienste, welche die preußischen Feudalen der römischen Tonsurpartei leisten.
Es ist gut, daß die Spreu sich selbst absondert. Aber es hat nichts Ueberraschendes. In dem alten Kampf der Welfen und Ghibellinen, der Hohenstaufen und der Päpste stand der richtige Junker immer als Widerpart des deutschen Königthums. Er hat die gehörige Ahnenreihe; in dirccter Abkunft stammt er von jenem Heinrich dem Löwen, dem gewaltigen Mitglied des deu'.- scheu Herrenhauses, dessen Prätensionen an dem Felsen der Autorität seines Königs und Herrn zerschellten. Dieses große Junkerthum entartete mit bin Jahrhunderten zu der Gestalt eines Quitzow. Der Epigone des Quitzow ist aber hent zu Tage eine koulische Figur, die auf das Theater gehört, nicht ans die Weltbühne. Mallinckrodt ist sein Stichwort; dann tritt er aus den Coii- lissen hervor mit 9ir. 64 der Drucksachen dis Herrenhauses."
Köln, 21, Februar. Der Erzbischof Melchers wurde heute wegen gesetzwidriger Anstellung von Geistlichen in zwei Fällen weiter zu je 200 Thlrn. oder je zwei Monaten Gefängniß, und ferner wegen einer jüngst vollzogenen Amtsübertragung nach dem ersten gegen ihn gefällten Urtheil zu 1000 Thlrn., eventuell 10 Monaten Gefängniß verurtheilt.
Bonn, 21. Februar. Die „Unbrauchbarmachung der Kirchhof-Kapelle" und „Hinausstoßung der 20,000 Katholiken" ist heute Vormittag durch den Bischof Neinkens ausgeführt worden. Jnfallibilistischer Mob hatte den Weg Von der Kirchhofmauer bis zur Kapelle dicht besetzt und ließ es an Verwünschungen und Drohungen nicht fehlen. Im Angesicht der aufgebotenen Polizeimacht hielt er jedoch mit Thätlichkeiten zurück. Auch fand eine Störung des Gottesdienstes der Altkatholiken nicht statt.
<§oblenz, 22. Februar. Caplan Lehnen von hier stand kürzlich vor der Strafkammer des Kreisgerichts zu 9temvieb unter der Anklage, im vergangenen Jahre auf einer Katholiken-Versammlung zu Vallendar in einer Rede den Fürsten Bismarck dadurch beleidigt zu haben, daß er behauptete, Bismarck habe vor Ausbruch des preußisch-österreichischen Krieges deutsches Land an Frank reich versprochen. Der Angeklagte wurde für überführt erklärt und zu sechs Wochen Gefängnißstrafe verurtheilt. Gegen dieses Urtheil hatte der Angeklagte sowohl als die Staatsbehörde Berufung eingelegt, und gestern kam die Sache in der Appell-Instanz in Ehrenbreitstein zur Verhandlung. Das Gericht ver- urtheilte den Caplan Lehnen in eine Gefängnißstrafe von drei Monaten; gegen dieses Urtheil will derselbe indeß die 9hchtigkeitS-Veschwerde beim Obertribunal einlegen.
Kaifev-lautern, 23 Februar. In der heutigen Sitzung des Zucht Polizeigerichts, in welcher die Sache der Eheleute Martin aus Kusel gegen den Speyerer Bischof (Anklage wegen Verleumdung) zur Verhandlung stand, wurde von der Staatsanwaltschaft das Schuldig beantragt, das Urtheil von dem Gerichte indeß auf den 3. März d. I. vertagt. Der Bischof war nicht
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Petersburg, 17. Februar. Die Toaste, welche bei der vorgestriger Hoftafel zwischen den beiden Kaisern gewechselt wurden, hatten nach teni „Regier -Anz." folgenden Wortlaut. Der Kaiser Alexander sprach : „Ich trinke auf die Gesundheit Meines Freundes, des Kaisers Franz Joseph, den in unfern Mitte zu sehen wir uns freuen. In der Freundschaft, die Uns Beide mit bein Kaiser Wilhelm und der Königin Virtoria verbindet, erblicke ich die sicherstk Bürgschaft für den Frieden in Europa, der von Allen so sehr gewünscht wirk und für Alle so nothwendig ist." Hierauf erwiderte der Kaiser von Oesterreich, König von Ungar i: „Erfüllt von Dankbarkeit für den freundschaftlichen Empfang, den Ich hier gefilnden, theile Ich aufrichtig die Ueberzeugungen mit Gefühle, die so eben von Meinem erhabenen Freunde ausgesprochen worben sind, und trinke auf die Gesundheit Sr. Majestät des Kaisers, Ihrer Majestät der Kaiserin und des ganzen kaiserlichen Hauses. Möge Gottes Segen über ihnen walten l" ]
— Wie „Grashdanin" meldet, wird der Kaiser Alexander im April f« ine I Tochter in London besuchen, hierauf zur Vermählung der Großfürstin rd Konstantinowna nach Stuttgart reifen und dann zur Cur nach Ems gehen. Das neuvermahlte Paar, der Herzog von Edinburgh und seine Gemahlin,
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—r Der Times wird aus Philadelphia gemeldet: Die Todtensckau der siamesische'. I pvillingc crgtebt, daß keinerlei anatomische Ursache vorliegt, welche zu dem Glauben veranlaße I könnte, eine Trennung hätte den Tob zur Folge baden müssen. Das Band enthielt vir I membranösc Säcke, Fortsetzungen des Bauchfelles. Die Säcke befanden sich in solch einer La^i I daß sie durch einen Schnitt im Centrum hätten getbeilr werben können. Solch cm Ltnschnu I wäre zwar gefährlich, aber nicht nothwendig tödtlich gewesen. Mehrere Unterleibsorgane laß“ I den Säcken sehr nahe, ragten aber nicht in diese hinein.
— Dem variscr Blatte Affemblve Nationale, legitimistisch - ultramontaner Richtung, tn: I nimmt die Straßb. Z. folgende französische Liebenswürdigkeiten gegen die liberalen Elsässer un:c 6ct Überschrift: „Die Wahlen in Hagenau": „Einer unserer elsässischen Berichterstatter bi
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zeugt uns seinen Schmerz und sein (^-staunen über oicAbstimmung in Hagenau. 900 Stimirr für Herrn Nessel, den autonomistischen Bürgermeister dieser Stabt! sHcrr Nestel erhielt in et Stadt Hagenau 991 Stimmen gegen. 4*2, die auf den ultramontanen Candtdatcn sitler Akhnlich in Bischweiler 686 gegen 115 Stimmen., Das ist zu viel für Bürger, welche ter ersten Besten gegenüber mit ihrer Vaterlandsliebe zu prahlen pflegten! Sie verdienen, auf tiri ihren neuen Liebhabern überlassen zu werden! Aber wir rvollen nicht die Einzclnbeitm de Strafe mittheilen, welche Ihr entrüsteter Landömann über sie verhängen möchte, wir wolle- vielmehr für die Parteigänger des Herrn Nessel mildernde Uniständc geltend machen. Hagena. I war einst eine berühmte und ansehnliche Stabt. Als Sih der kaiserlichen Landvogtei der zeh: I freien Reichsstädte des Elsaß wurde sie oft durch den Besuch der Kaiser des heiligen römischer
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blldunfl und Anstellung der Geistlichen vom 11. Mai, des Gesetzes Noms nicht zur Ruhe kommen zu lasten. Die Berner Negierung hat Ordre über die kirchliche Dieciplinargewalt und die Errichtung des königlichen ertheilt, diese Herren im Betrelungsfalle sofort zu verhaften.
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