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inmittelst die nöthigen Ermittelungen beendigt sind, auch die Auszahlung der für 1^73 zur Ergänzung der Pfarrgehalte auf 1000 fl. erforderlichen weiteren Beträte in der Kürze erfolgen wird. (Darmst. Ztg.)

Berlin, 19. März. Eine den Truppentheilen der Armee neuerdings zugegangcue Allerhöchste Cabinetsordre bringt die Verfügung in Erinnerung, daß bei der Behandlung von Untergebenen jede körperliche Mißhandlung auf das Strengste zu vermeiden ist.

Berlin, 20. März. Die Militär-Commijfion des Reichstages beendete

Bundesregierungen unannehmbar sei. Die §§ 2, 3 und 4 wurden nach Beschlüssen der ersten Lesung angenommen, ebenso das Uebrige.

Berlin, 20. März. Die Mittheilung derPall - Mall-Gazette",

Lokal» Notiz.

(Hießen, 23. März. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag, zwischen 11 und 12 Uhr, brach in der Räucherkammer eines hiesigen Schweinemetzgers und Wirchs in der Wallchor» jkafje Feuer aus, welches schon größere Dimensionen angenommen und die Nachbarschaft mit erstickenden Fettdämpfen überzogen hatte, als es glücklicherweiie von einem Gaste entdeckt wurde. Eine Stunde später uno bei dem reichlichen Nahrungsmaterial für das Feuer hätte bei den eng zusammenhängenden Gebäuden ein großes Brandunglück entstehen können. Es soll dieser Fall schon öftere vorgekommen sein und wäre eine Revision der bett. Feuerung der Räucherkammer sowie etwas mehr Vorsicht sehr am Platze.

unter l'.bhaster Befürwortung des Finanz- und des Handelsministers entschie­den, oaß den nothleidendeu PrivatElsenbahnen ihre finanziellen Reconstructio­nen u..d ihre Weiterentwickelung von Slaatswegen thunlichst erleichtert und nach Umständen der Lage bei überwiegend öffentlichem Interesse auch durch tem­poräre Staatsbeihülfen, beispielsweise Vorschüsse und zeitweise Zinsgarantien, Unterstützung gewährt werde.

Berlin, 21. März. Reichstag. Auf eine Interpellation des Fürsten von Hohenlohe-Langenburg wegen Außer-Courssetzung der österreichischen Thaler erklärt der Staatsminister Delbrück, Dienstag antworten zu wollen. Ein vom Abg. Sonncmann eingebrachter Antrag um Sistirung des Strafverfahrens gegen drn Abg. Most (Chemnitz) für die Dauer der Session wurde an-

Berlin, 20. März. DieBörs.-Ztg." will wifien,

endigung der nöthigen Feststellungen die Weisung an die Hauptstaatskasie er- angenommen. Nach dem Entwurf soll der Effectwbestand der Armee um 5000 gangen, an eine größere Anzahl evangelischer und katholischer Geistlichen, deren Mann herabgesetzt werden.

Pfarrgehalt den Betrag von 800 fl. nicht erreicht, die zur Ergänzung der Ge- ~

Pesth, 21. März. DerLloyd" dementirt die Wiener Meldung einer Anfrage bei der österreichischen Creditanstalt wegen Begebung einer leihe von 75 Millionen; es seien blos auf Wiener Zeitungs-Nachrichten über die Norhwendigkeit der Ausnahnie einer neuen Anleihe in den nächsten Mo­naten von ausländischen Häusern Anfragen nach Wien und Pesth gerichtet worden.

halte aus den Betrag von 800 fl. nöthigen Beträge für 1873 auszahlen zu lassen, und ist diese Auszahlung vor Kurzem erfolgt. Hiernach scheint bei eini­gen Geistlichen die Befürchtung erregt worden zu sein, als ob für 1873 wei­tere Zuschüsse ans Staatsmitteln zu den Pfarrgehalten nicht erfolgen sollten, beziehungsweise, als ob es nicht in der Absicht läge, nach Maßgabe des im vorigen Monat von beiden Kammern der Stände gefaßten weiteren Beschlusses, die sämmtlichen unter 1000 fi. betragenden Pfarrgehalte für 1873 durch Zu­schüsse aus Staatsmitteln bis zu dem Betrage von 1000 fl. zu erhöhen. Wir können versichern, daß diese Befürchtung unbegründet ist, und daß, nachdem

Die Regierung hat das FlibustierschissEdgar Stuart" mit Be schlag belegt.

die Eine Gasthoflawine. Fremder Da hab 'ich mir das Oberleder meines Stiefels ein den ,vcni9 aufgeschlitzt; schicken Sie ihn sogleich zum Schuster, daß er den kleinen Schnitt durch ein Paar Stiche wieder verschließt.

genommen.

Ostrowo, 20. März. Der Erzbischof Ledochowski hat das Erscheinen zu dem am 15. April augesetzten Termin zur Beantwortung der Anklage dem Gerichtshof für kirchliche Angelegenheiten in Berlin abgelehnt.

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Der Weichenwächter der französischen Nordbahn, Joseph Hazard, sollte vor einigen Tagen um bald sieben Uhr Morgens dem von Paris nach Lille und weiter verkehrenden Nacbt- zuge den Wechsel stellen, als er sein Töchterchen etwa 50 Meter vor dem Wechsel auf den Schienen spielen sah; gleichzeitig hörte er in der Feme das Rasteln des Zuges. Hastig schrie er dem Kinde zu, zu ihm zu kommen. Dieses aber, nichts ahnend, sprang lustig auf den L>chlenen herum und rief:Du fängst mich nicht! Du fängst mich nicht!" Im nächsten Augenblicke erschienen aus dem Nebel die zwei rothen Signal Laternen der Loeomotive. Der Wärter schloß eine Secunde die Augen. Ein Gedanke durchfuhr sein Gehirn - den Wechsel nickt zu stellen, um sein Kind zn retten. Aber dann mußte eine entsetzliche Entgleisung de» ZugeS die Folge fein. Er verwarf diesen. Gedanken, rief dem Kinde mit erlöschender Stimme ju:Lege Dich nieder!" und stellte den Wechsel. Der Zug donnerte unmittelbar danach vor» über, der Wärter aber fiel in Ohnmacht. Als er wieder zu sich kam, saß sein Töchterchen wohlbehalten neben ihm; es batte sich, im letzten Augenblicke die Gefahr begreifend, zwischen den Säuenen platt niedergelegt und der Zug war über das Kind hinmeggefahrcn, ohne es zu beschädigen. Die Bahn-Gesellschaft hat dem wackeren Weichensteller eine'Belohnung zukommen

Stuttgart, 15. März. Eine große Schandtbar, welche in der vorletzten Nacht in ter königlichen Grabeapelle auf dem Rothenberg begangen worden ist, bildet seit gestern da» Tagesgespräch und bat die größte Entrüstung hervergeruken. Diese Capelle, in rein griechiichem Stille, von König Wilhelm feiner ersten Gemahlin,' der Königin Katharina, geb. Großfürstin von Rußland, gewidmet, wurde an der Stelle der Ruinen der alten Stammburg des Hauie» Würtemberg durch den Hofbaumeister Salueci gebaut und 1824 vollendet, in welchem Jahre d" Leiche der verewigten Königin Katharina dahin gekrackt und von König Wilhelm zugleich bestimmt wurde, daß dereinst auch feine Leiche dort' ihre letzte Ruhestätte an der Seite feiner Gemahlin finden solle, welcher Bestimmung 40 Jahre später, im Jahre 1864, entsprochen wurde. Da diese Capelle dem griechischen Eultus geweiht und lange Iabre hindurch die einziae griechische Capelle m Süddeutschlanb war, wurde sie von der russischen Kaiserfamilie mit reichen Stiftungen von Kostbarkeiten, die sich auf den griechischen Cultus beziehen, bedacht. Dieselben bestände« hauptsächlich in einer Prachtbibel mit massiv goldenen Deckeln, mik Brillanten und Perlen geschmückt sie hat 12 Pfund an Gewicht und wurde auf 80,000 Silberrubel an Werth geschätzt; russische Heiligenbilder in goldenen oder silbernen und vergoldeten Rahmen, reich mit Perlen und Edelsteinen verziert, hingen an den Wanden; zwei goldene örucinre verschiedener <Örofje, reich mit Edelsteinen besetzt, silberne Altar- und Abenlunablgefäße schmückten den Altar. Silberne Hängelampen schwebten an der Decke, und ein Modell der ItaakSkirche von Silber und vergoldet diente zur Erinnerung an St. Petersburg. Jetzt sind in ter vorletzten Natt nun die vorerwähnten Kostbarkeiten, mehrere Hunderttausende von Gulden an Werth, von frechen Tempelräubem und Grabschändern gestohlen worden, die sich mittels Aufsprengen des Schlösse» den Eingang verschafft batten. Auf andere Weise wäre in das massive, mit eisernen Iberen verschlossene Gebäude nicht cunubringcn gewesen, da auch die Schlösser nach einem früheren ähnlichen, aber entdeckten Verbrechen so abgeändert werten waren, daß man mittel- Nach­schlüsseln oder Breckei'en ni.bt mehr binemgclar.qen konnte. Unsere Polizei ist in voller Tbätigkeit, den Verbrechern auf die Spur zu kommen.

3n W e tz l a r wurde am letzten Montag der verstorbene KreisgerichtSrath Schumann (Katholik) ohne priesterliche Segnung und ohne bas übliche Glockengeläute beerdigt; weil der­selbe, wenn auch nicht Altkatholik, so dock cmungetreuer" Sohn der Kirche war, versagten ihm die Diener der christlichen Liebe (!) das kirchliche Begräbmß Die Theilnahme war eine t x .. o r < 3 cvn-fi- zr. r /. . . bedeutende und Kreisgerichtsdireetor Stelzer widmete dem verstorbenen tüchtigen Colleqen am

heute die zweite Lesung des Militär-Gesetzes. § 1 wurde mit 22 gegen 6 Grabe einen kurzen Nachruf.

Stimmen abgelehnt. Mit demselben Stimm-Verhältniß wurde der von Bethusy- Wetzlar, 20. März. Gestern Nachmittag brach in einer Scheune in Dutenhofen Feuer Huc emgebrachte Antrag, die Ziffer der Frieoenspräsenz auf 384,000 zu nor au8 f ^?e,ü>c-n un!L obJ7c Stccf eine* ab.

- - - - ° --- - - 0 grontfurt, 14. T?arj_ Gestern Abend wurde der Raubmörder Völker, dessen Identität

Riga, 13. März. Die Rig. Z. erzählt:Die unter vielen unserer Damen noch immer herrschende Geschmacklosigkeit, die liederliche Haartour der pariser Demimonde zu ccpiren,

tfioffanö.

Haag, 21. März. Einer officiellen Depesche aus Atschin zufolge ist die Lage der Dinge unverändert. Es lfieß, der Feind habe drrimal den Ent­schluß gefaßt, einen allgemeinen Angriff zu machen, habe denselben aber auf Betreiben der Häuptlinge aufgegeben. Der Widerstand der Feinde ist ein pas­siver, dieselben sollen im Innern fortfahrcn, sich zu verstärken und zu ccncen- triren. Der Radja Bandaras hat den Holländern seine Dienste angeboten. Tie Arbeiten zur Befestigung des Kraton schreiten fort. General Van Swie- ten hält es für zweckmäßig, daß Groß-Atschin zum Freihafen erklärt werde.

Frankreich.

Paris, 19. März. Heute fand ein langer Miliisterrath statt, in wel­chen! Z)iac Mahon seiner üblen Laune über die ganze ihn anwidernde Lage freien Lauf ließ. Der Marschall ist besonders aufgebracht, daß Broglie nicht clitschloffener gegen die Rede Eazenovede Pradine's protestirt hat, und gab die Absicht kund, deshalb eine Botschaft an die Kammer zu richten, um sein Sep- tennium selbst zu bekräftigen. Es scheint, die Minister mußten znstimmen, denn derFran^ais" kündigt an, der Ministerrarh habe beschlossen, daß der Mar­schall cm Schreiben an Buffet richten werde, worin er die Sprache Broglie'v in Betreff seiner siebenjährigen Herrschaft guthcißt und keine andere Ausleauna zulasse.

Der gestrige 18. März, Jahrestag des Ausbruchs des communisti- schen Aufstandes, ist in ganz Frankreich ohne die geringste Rnbcstörnng vorüber- gEFangen. In Paris hatten die Bebörden Vorfichtsmaßregeln ergriffen; von Dfficieren befebligte starke Reiterpatrouillen durchstreiften die ganze Nacht bin durch die Stadt. Alle Wachtposten waren verstärkt.

~ Der Herzog von Padua ist wegen Theilnahme an der Chiselhurster ^sallsabrt seiner Stelle als Bürgermeister von Bonrton d'Aulnav entsekt worden.

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nunn, abg-l-hnt. Der Kricgsmunstcr erklärte im Laufe der Verhandlung, daß nunm-h^ v°°ständ!g SÄiXS

die Vorlage ohne § 1, also ohne jede Fixirnng der Friedens-Ziffer für m r c ' .

Sßdfbtllßtöll, 20. März. Der Senat hat einen Gesetzentwurf b. VJTt.c in C.na- hiesigen Kaffeeqcsellichaft köstlich ilUirrrirt.

treffend die Bewilligung von 28 Mill. Doll, für die Revraanisation der Arm,'' aU'f' n : -nmwwclpcter ftueirt bat und kurz vor dem Erscheinen der Gäste

<vu aruut,nett äemadt- Worten war, musterte die Damen mit erstaunten Blicken, schlich sich fort, holte

2if am b (Chnörfterei wslrizcrung I IfAfine finb | bi, br. @roj li) ju btto I X'll'U Sf5 l

- - .. (Nach einer Stunde.)

auswärtige Amt in Berlin habe die Angaben desHon" über die Unterredung Schusterbub (zum Portier): Da ist ein geflickter Stiefel auf Nr. 6, kostet 1 Groschen.

Jokai's mit dem Reichskanzler dementiren lassen, entbehrt dem Vernehmen Portier (zum Hausknecht): Da ist ein Stiefel auf Nr. 6; habe 9 Kreuzer dafür aus-

nach jeder Begründung. Jener Bericht ist weder in officieller, noch in officiös>r dec dEt! ,

Weise Gegenstand irgend einer Besprechung gewesen. Zahrn S Ö 6 r): ,R "" ®cfel auf 9!t' 61 15 Kreuzer auSg-leg,!

Berlin, 20. März. DieNordd. Nllg. Ztg." meldet über das Be- Kellner (zum Fremden): Hier ist der ausgebesserte Stiefel! Kostet 30 Kreuzer; habe es finden des Reichskanzlers: derselbe habe wiederum gut geschlafen, die Schmer- ,d)on bezahlt!

zen seien gering und die Kräfte in guter Zunahme. Gleichwohl werde die!ustcr-^^6ie' toa8 ^at bcr ®ticr'cl 3^ncn gekostet?

R-convalesc-Nj voraussiäulich keine schnelle sein. «Bitten, 17. röäq. «B bereits bejahrter Bahnwärter, weicher schon 24 Jahre lan«

der Kaiser hatte sein Amt mit großer Pflichttreue verwaltet hat, wollte, nachoem er abgelöst war, vorgestern Abend über die Bahnstrecke zu seiner Wohnung gehen. Um einem ©ülerjug auszuweicken, trat er m das zweite Geleise, wurde aber fast in demselben Augenblicke von dem von Dortmund kommenden Personenzuge erfaßt und zermalmt. Ein paar Stunden nachher kommt sein Sohn ebensallö Bahnwärter, über die Strecke, findet mehrere Stücke eine« menschlichen Körpers, und sicht, als er nähere Untersuchung anstellt, den zermalmten Leichnam seines eigenen Vaters.

Der Hann. Cour, schreibt:Allen Lesern ultramontaner Blätter ist bekannt, mit welchem Ingrimm und welcher Ausdauer dieselben auf die Freimaurer schimpfen und den Bund derselben wieder und immer wieder als eine Verschwörung gegen die Kirche, das bbrüten: H)um und die Religion, als die Quelle aller Verfolgung und Maßregelung des römischen Katholiclömus, als Urheber und Förderer aller anticlcricalcn Pläne, kurz, ungefähr als den leibhaftigen Antichrist darstellen. Ob sie wohl wissen, die Herren Sigl und Majunke,^ was das Bolletim official do Grande Oriente Lusitano Unido", daS Organ des Großorientö von von Portugal, weiß i In der Iulinummcr des vorigen Jahres begegnen wir der interessanten Nachricht, daß in Folge der Verbammungsurtheile, welche vom Vatikan wiederholt gegen die Freimaurer und ihre Tendenzen ausgesprochen worden sind, eine Loge in Sieilien sich ver anlaßt gesehen hat, mitzutheilen, daß sie vor einigen Iahrzebenden den Bruder Johann Mastai Ferclti jetzt Papst Pio Nono in ihre Gemeinschaft ausgenommen hat. Diesem Document ist ein Ponrait des abtrünnigen Bruders in maureriscker Bekleidung beigefügt."

Essen, 13. März. Nach einer Mitteilung der königl. Eisenbahn - Commission haben auf den Bergisch-Märkischen Eisenbahnstrecken an den Tagen vom 9. bis 22. Februar täglich durchschnittlich 3560 offene Güterwagen müßig gestanden.

Dem Bildbauer v. Bandel, dem Erbauer des Herrmanns-Denkmals, ist zur Voll­endung desselben von dem Kaiser ein Credit von 9000 Thalern bewilligt worden. Damit sind hoffentlich die letzten finanziellen Schwierigkeiten beseitigt und die Fertigstellung des großartigen Monuments, dem der Künstler seit Iahrzehenoen seine Kraft gewidmet hat, in die nächste »Zu­kunft gerückt.

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