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Pr«s tnrrrdjabrig 1 fl. 12 fr. nu: Brmgerlohn. Durch dir Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr.
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Expedition: Lanzleibrrg, L,t. B. Nr. 1.
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Mnzeige- und Mmtsölatt für den Kreis Liessen.
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m , Gießen, am 18. Juli 1874.
Betreffend: Die im Jahre 1874 stattfindenden Hebungen der Großherzoglichen (25.) Division, insbesondere Abschätzung der babti oor- kommenden Flurbeschädigungen.
Das Wrostheristzilche Kreisanlt Giehen
an die Großher^oglichkn Bürgermeistereien des Kreises.
In der Zeit vom 29. August bis einschließlich 2. September wird das Brigade-Exerciren der 49. Infanterie-Brigade südlich von Gießen am sogenannten Seltersberg abgehalten werden und vom 4. bis einschließlich 16. September l. I. werden die Detachements- und Divisions-Uebungen bei Gießen, Grünberg, Hlingen, Schotten und Friedberg stattfindeu.
'Zur möglichsten Vermeidung von Flurbeschädi^ungen in Folge der Truppenübungen empfiehlt es sich, die Aecker noch vor Beginn der Uebungen thunlichst abznerndten unb diejenigen Grundstücke, welche während der Uebungen noch mit Früchten bestanden fein werden, durch Anbringen von Strohwischen ((1)011 von Weitem erkenntlich zu machen.
Sodann wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß Flurbeschädigungen, welche durch das Zuschauerpublikum bewirkt werden, aus MilitärfondsZnicht vergütet werden können und daß es daher Sache der Ortspolizeibehörde wie auch der Flurbesitzer selbst ist, die Zuschauer von dem Betreten der mit Früchten bestandenen Aecker abzuhalten-
Sie wollen dieses intzJhreu Gemeinden auf ortsübliche Weise zur allgemeinen Kenntniß bringen und sich selbst danach bemessen resp. das Polizeipersonal geeignet instruiren.
i des Familien
v. Röder.
Ausnahme vti ohnervonWkn ige für Personal- falls auf Namm liess für hichr L8 Kreuzer, full, haben nur unv Personal- it alle Andern, iahen.
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politischer Th eil.
Deutschianb.
Darmstadt, 20. Juli. Der Finanzausschuß der ersten Kammer will die von der Regierung geforderten 18 Kreis - Schulinspectoren nur gegen die Zusicherung bewilligen, daß künftig eine Verminderung der Stellen eintrete Der von der zweiten Kammer angenommene Antrag Heinzerling's: daß mehrere Kinder derselben Eltern, die das nämliche Gymnasium oder dieselbe Realschule besuchen, für ein zweites Kind nur drei Viertel, für ein drittes und folgende nur die Hälfte des Schulgeldes bezahlen, wurde von dem Ausschuß der ersten Kammer abgelehnt. Die im Nachtrags-Budget enthaltene Mehrsorderung für dos Medicinalwesen, im Betrage von 8665 fl., beantragt der Ausschuß der ersten Kammer, ohne die Beschränkung zu verwilligen, daß obiger Betrag nur für die Amtsdauer gegenwärtiger Stellen-Jnhaber verwendet werde.
Darmstadt, 20. Juli Das Preisrichter - Colleg für das Landesdenk mal empfiehlt einstimmig zur Ausführung den Entwurf von August Herzig in Dresden. Den ersten Preis erhielt Hermann Schubert in Dresden, den zwei ten Robert Diez in Dresden. Viele Belobungen.
Berlin, 20. Juli. Ein würdiger Concurrent des „Bayerischen Vater land"'ist die unter dem Motto: „Treu gegen König, Volk und Vaterland" erscheinende „Amberger Volkszeitung." Ihre Artikel über das Attentat wetteifern an Rohheit mit dem Stärksten, was die Sigl und Consorten je geliefert haben. Sie beginnen (am 16. Juli) mit folgenden Worten: „Das Attentat auf Bismarck ist in der „„saueren Gurkenzeit"" doch wieder einmal ein pikan
Kissingen, 20. Juli. Gestern und heute ist kein Bulletin über das Befinden des Fürsten Bismarck erschienen. Dem Vernehmen nach schreitet die Besserung des Gesundheits-Ziistaudes des Fürsten in erfreulich.r Weise fort. Derselbe empfing heute den 'Staatsanwalt v. Tesiendors.
Saarbrücken, 19. Juli. Die Kunde von dem Attentat aus das Leben des Fürsten Reichskanzler wurde von der hiesigen Bevölkerung allgemein mit um so größerem Abscheu aufgenommen, als ihr noch immerfort ad oculos de- monstrirt wird, wie wenig wählerisch die Ultramontanen in den Mitteln sind, wenn es gilt, ihre Zwecke zu erreichen. Es werden nämlich hier noch immer Gefangene eliigebracht, welche sich zur Folie für den Namborner Märtyrer gebrauchen ließen und nun rn's Gefäugniß wandern müssen. Es ist ein unsäglich trauriger Anblick, diese Leute — es sind viele Familienväter darunter, deren Weiber und Kinder nun vielleicht gar hungern und darben müssen! — geschlossen durch die Straßen führen sehen und denken zu müssen, daß sie lediglich Opfer ihrer einfältigen „Frömmigkeit" sind und für ihre Hochwürden die Suppe ansesjen. — Dem Pastor Alt zu Furschweiler, welcher sich, gleich seinem in St. Wendel als Kaplan fungireuden Bruder, ebenfalls an der Märtyrer-Posse beteiligte — er schloß sich dem Zuge, welchen er an der. Chaussee erwartete, an und ging mit bis St. Wendel — ist laut Verfügung der königl. Regierung vom 11. d. Mts. die Bezirks- und Schulinspection entzogen und dem Bürgermeister Woyth übertragen worden; eine sehr heilsame Maßregel. Die in Folge des St. Wendeler Scandals hier gebildete Localabtheilung des deutschen Vereins für die Rheinprovinz hat gestern Abend eine Bürgerversamm-
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entschieden der Zumnthung, deutschredende Mitglieder heranzuziehen und das
lung einberufen, welche die Absendung einer Beglückwünschungsadresje an den Fürsten Reichskanzler anläßlich seiner wunderbaren Errettung aus Mörderhand einstimmig beschloß. Ebenso ist in St. Wendel aus heute Nachmittag zum gleichen Zwecke eine öffentliche Versammlung einberufen worden; die Anregung ging dort ebenfalls von den Angehörigen des deutschen Vereins für die Rhein- provlnz aus; es sind deren in St. Wendel schon 170 Mann. — Endlich hat auch der hiesige Stadtrath der altkatholischen Gemeinde an der Saar einen Jahresbeitrag zu deren Cultuskosten gewährt; derselbe beträgt 200 Thaler und wird vorläufig während der nächsten drei Jahre ausbezahlt.
(N. Frkstr. Pr.)
Metz. Soeben erfahren wir aus amtlicher Quelle, daß das hiesige Handelsgericht mit dem 1. October aushört zu sungiren und alle vor dasselbe
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। tes Fressen für die „„Reptilien"" und liberalen „„Sau — — Hirten"" !" 1 Nach einigen Sätzen voll ähnlicher Ausdrücke folgen Excerpte aus gleichgesinnten Blättern, wie das „Bayerische Vaterland", das Wiener „Vaterland", vor Allem aber aus der „Frankfurter Zeitung", welche für das ultramontane Win- kelblatt zur Zeit die oberste Autorität zu sein scheint! Auch die „Amberger Volkszeitung" kommt in Nr. 161 zu dem Schluß: „Wir sind jetzt schon in der ' Lage, Momente anzusühren, welche die Vermuthung nahe legen, daß es sich in Kissingen nicht um ein Attentat auf den Reichskanzler, sondern um ein Attentat auf die Ultramontanen gehandelt habe und noch handle", während sie sich in Nr. 160 noch dagegen verwahrt, daß man die Handlung eines Narren zum Komplott einer ganzen Partei ausbausche.
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Berlin, 20. Juli. Wie inan der „Germania" aus Anclam meldet,'Handelsgericht mit dem 1. Öctober aufhört zu sungiren und alle vor dasselbe erhielt der dortige gesperrte Pfarrer Stephan am verflossenen Samstag eine gehörenden Klagen, sowie die von ihm auszuübenden Befugniffe aus das hiesige Aufforderung des Landraths v. Oertzen, das Pfarrhaus spätestens innerhalb Landgericht übergehen. Nach officiöser Mittheilung wurde diese längst ersehnte, vier Wocben zu verlassen, widrigenfalls er nach Ablauf dieser Frist die Ex-ja, zur Nothwendigkeit für die Deutschen in Metz gewordene Maßregel dadurch Mission zu gewärtigen habe. Begründet wird diese Maßregel durch einen ge- veranlaßt, daß das Handelsgericht, trotz der vor einem Jahre erfolgten Vermaß den Maigesetzen von 1873 und den bezüglichen Declarationen von 1874 mehrung seiner Mitglieder, seine Geschäfte nicht zu erledigen vermochte Un- erfolgten Auftrag des Oberpräsidenten, „das dortige katholische Pfarrvermögen, geachtet vermehrter Sitzungen verminderten sich die auf 500 bis 600 sich insbesondere das katholische Pfarrhaus, mit Beschlag zu belegen." Der Land- belaufenden Rückstände kaum merklich, und erst in letzter Zeit, als das Gericht rath ersucht schließlich den Pfarrer um Anzeige des Tages, an welchem er das auf die Folgen der Geschästsverzögerung ernstlich hingewiesen wurde, verschwan- Hans zu verlaffen gedenke, damit er bann das Pfarrhaus in Besitz nehmen den über 300 Sachen von der Rolle, aber nicht durch Urtheilssprechung, son- fbnne. bern burch einfache Streichung. (! 1) Tas bürste freilich kein vernünftiger
Berlin, 20. Juli. Am Sonnabend Abend haben auf telegraphische Mensch eine Erledigung nennen, sondern nur eine Verschlimmerung des Ukbels. Weisung aus Kissingen Haussuchungen bei dem Geschäftsführer des Mainzer Dieses Hegt indeß noch tiefer. Das Handelsgericht besteht aus Männern, die Katholikenvereins, Legationsrath v. Kehler, in dessen Wohnung und in seinem: angeblich oder wirklich kein Deutsch verstehen. Alle Acten^ alle Verhandlungen Arbeitszimmer im Radziwill'schen Palais, sowie bei dem Redactenr der „Ger- und Entscheidungen wurden ausschließlich in französischer Sprache abgefaßt, ge- mania", Cremer, in Abwesenheit der beiden Genannten stattgefunden. Bei führt und verfaßt, selbst wenn sie in Sachen von Deutschen beider Parteien Ersterem sind gegen 80 Schriftstücke, bei Letzterem nur einige Piecen in Be- vvrkamen, wovon keiner Französisch ^^stand^ Die Herren widerstanden^ arich schlag genommen. ( 'c £ £ w. L - f- • <-— —


