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Berlin, 19. Oct. Sicherem Vernehmen nach ist die Meldung auswärtiger Blätter, daß die spanische Negierung mit Berliner Bankiers wegen der Placirung einer Anleihe unterhandle, vollständig unbegründet. Die Anleihe wird wahrscheinlich in London placirt werden.
Baden-Baden, 19. Oct. Kaiser Wilhelm ist heute Nachmittag 5 Uhr mittelst Extrazug nach Berlin abgereist, woselbst er morgen früh 8i/2 Uhr eintrifft. Der Großherzog und die Großherzogin fuhren bis Karlsruhe mit. Am Bahnhofe waren Prinz Alexander von Heffen, die Herzogin von Hamilton und sonstige Fürstlichkeiten zur Begrüßung anwesend.
Darmstadt, 19. Oct. Die Stadtverordneten - Versammlung hat in heutiger Sitzung einen der Führer des Protestanten - Vereins, den Advocaten Albrecht Ohly, zum Bürgermeister von Darmstadt erwählt.
Agram, 19 Oct. Der Banus von Kroatien eröffnete im Namen des Kaisers die neue croatische Universität und installirte deren Rector. Die zahlreich anwesenden Vertreter in- und ausländischer Hochschulen hielten Begrüßungs-Reden in verschiedenen Sprachen. Abends ist Festbanket und Beleuchtung der Stadt.
London, 19. Oct. Der „Times" zufolge wird Rumänien den Handelsvertrag mit Oesterreich ohne zuvorige Zustimmung der Pforte abschlicßeu.
Bayonne, 19. Oct. Der spanische Cousul hat Kraft der Consular- ertrage zwischen Frankreich und Spanien, da der Capirän das Schiff ver- laffen hat, von der „Niöve" Besitz ergriffen. Die „Niüve" ist gestern nach Spanien abgegmigcn. Die Carlisten, deren Jnternirung der spanische Consul verlangt hat, werden nach Ortschaften jenseits der Loire, deren Wahl ihnen freistebt, gebracht, falls sie den angewiesenen Aufenthaltsort vcrlaffen und aus französischem Gebiet ansgewiesen werden.
Eingesandt.
In der Sonntagsnummer dieses Btattes findet sich auf der Tagesordnung für die am 22. d. M. stattfindende Berathung der Gemeinde - Vertreter ein Gegenstand, der Veranlassung' b'l»tct, der kiesigen Bürgerschaft Einiges zur Erwägung zu aeben, wir meinen „die Gründung
.einer dritten evang. Pfarrsteüe.- ES ist nicht unsere Absicht, über diesen Gegenstand selbst eine Polemik zu führen, denn unsere« Wisiens ,st Vie Gründung einer drillen Pfarrstelle eine bereit- ausgemachte Sache, und da- Bedürfnis danach muß also wohl borhandrn sein. Wenn aber dem Bedürfmß auf diese Weise abgeholfen. wenn den baten seitherigen Geistlichen durch Anstellung eines dritten ausreichend Hilfe geboten wird, so ist dadurch auch der letzte Halt gefallen für eine Einrichtung, die sich überhaupt längst als unnöthig erwiesen bat, allo abgejchafft wer- den sollte, für die Einrichtung nämlich, daß an jeder der drei hiesigen Schulgruppen die erste Stelle durch einen Theologen als sogenannten Milprediger beseht ist. Wir sagen, das Institut der Milprediger ist unnöthig geworden, hier durch demnächstige Anstellung eine« dritten Geist- liehen, in größeren Städten überhaupt aber, weil das Bedürfnis Lehrer für fremde, insbesondere klassische Sprache zu haben, der besseren Schuleinrichtungen wegen nicht mehr vorhanden ist und für den Unterricht in modernen Sprachen bekanntlich hier wie anderwärts besondere Fachlehrer und ^Lehrerinnen angestellt werden. Niemand aber wird behaupten wollen, daß der übrige Unterricht besser aufgehoben sei in den Händen eines Theologen als in denen eines tüchtigen Elementarlehrers, namentlich wenn man noch berücksichtigt, daß solche Stellen von Theologen selbst in der Regel nur alS Ucbergangsstcllen ins Pfarramt betrachtet und benutzt werden. In allen größeren Städten unseres Landes, mit Ausnahme^ Darmstadt und Gießen, hat man darum längst die Mitpredigerstellen eingehen lasten, so in Offenbach, Worms, Mainz, wo jedem streb- samen Lehrer die Möglichkeit geboten ist, auch an eine Oberklaste vorzurücken, wozu hier in Gießen selbst der ausgeztichnelste Lehrer unter den jetzigen Verhältnistcn nie gelangen kann.
Die Aufhebung des Institus der Mitprediger empfiehlt sich aber noch aus einem weiteren Grunde, dadurch nämlich, daß ein Milprediger der Stadt auf jeder Gehaltsstufe 200 fl. mehr kostet als ein seminaristisch gebildeter Lehrer. Es könnten also an den betreffenden drei Stellen 600 fl jährlich gespart werden, was einen beträchtlichen Theil der neu zu schaffenden Besoldung des dritten Pfarrers ausmachen würde.
Gerade in diesem Augenblick sollte die angeregte Frage ernstlich in Erwägung gezogen werden. Eine der drei Mitpredigerstellen ist zwar mit einem Theologen besetzt, da derselbe aber nicht als Mitprediger, sondern nur alS Lehrer anerkannt wird, so ist hier faktisch schon eine Aenderung cingetrelen; die zweite ist durch Versetzung des seitherigen Inhabers in diesen Tagen vacant geworden, und es bliebe bann nur noch eine übrig, die hoffentlich auch bald durch einen seminaristisch gebildeten Lehrer besetzt werden könnte.
Die Stadt, welche die Besoldungen der Mitprediger wie aller übrigen Lehrer zu bezahlen bat, muß sicherlich auch berechtigt sein, in dieser Angelegenheit ein Wort mitzureden und Wünsche zur Geltung zu bringen, die bei dem gegenwärtigen Theologenmangel umsomehr Aussicht auf Nealisirung haben können.
Wir möchten die Beherzigung unseres Vorschlags allen hiesigen Einwohnern, insbesondere den Vertretern der Stadt auf s Angelegentlichste empfehlen.
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mit den Veränderungen können vom 25. d. M- ab bei unserer Di ucksacbenverwaltung, sowie durch sämmtliche Stationen und Haltestellen, bezogen werden.
Gießen, den 18. Oct. 1874.
Die Direction.
Versteigerungen.
Holzversteigerung im Gießener Stadtwalde.
Montag den 26 Octbr. 1874, von Vormittags 9 Uhr an,
" Ehren gestern B Frendenschichn t ' Plane unseres (tti-s inL Der Herzog t.i 'hme und EinGi.i chleuuigt, bainit la )cr Welt erblicke, lröstmutter hattet ivr Stelle zu sei» c Värteriunen Mir einmal herbeigest:- und musste tae jt Kaiserin von RchL lau hieher, erst 5’ 1 Enkel. Es begltii iusky und Wolke!-' ©alavin.
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zusehen und können gegen portofreie Einsendung von 7*/2 Sgr. pr. Exemplar von derselben bezogen werden.
Caffel, am 3. Octbr. 1874.
Königliche Direction der Main-Weser-Bahn.
t.Uflirig Lang,
Marktstraße i Wetteraaffe) Nr. 25
foü in dem Gießener Stadtwalde Districten Stolrennioraen und Nehschlag nachverzeich- netesHo lz öffentlich versteigert werden, als:
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10300 Wellen „ Reisholz,
360 „ Dornen ,
1225 Nadel-Stangen mit 1,27 Cubwtr.
Die Zusammenkunft ist auf dem Rödger Vicinalweg an den Ochsenwiesen.
Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Februar 1875 gestattet
Gießen, am 20. October 1874.
Großherzogliche Bürgermeisterei G'eßen.
I. E. d. B.-St.: Der erste Beigeordnete:
Felsing
Vcsondcre Bekaiintmachunstcn.
!i?bel hessische Eisenbahnen.
5109) Mit dem 1. November d. I. tre teil folgende unbedeutende Aenderungen unseres seitherigen Fahrv'anes, welcher im übrigen nnoeränbei t bleibt, im Kraft :
I. auf dcr 2inic Gicftcn-Fulda.
Zug 3 wird statt 835 Vorm um 83' $orni. neu Gießen abfahren
Zug 7 fährt statt 4" Nachm. um 450 Nachm. von Gießen und trifft statt 9 0 Nachm um 935 in Fulda ein.
2. auf dcr Linie Kicßcn-Gclnhauscn.
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