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fcrfte vtrrteljährig 1 fL 12 fr. mit Bringsrlohn. Durch die Post bezogen vterleljährig 1 st- 29 K.
Gießener Anzeiger.
Erscheint täglich, mit Au», nab— Montag».
Expeditio... Lanzleiberg, SHL B. Rr. 1.
Mnzeige- und Mmtsökalt für den Kreis Hiessen.
H'e». 244. Dienstag den 20. Oktober isiT.
Amtlicher Theik
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politischer Theil.
Bekannt nr a ch u n g, die Neinigung der Lchornsteine betreffend.
«AEstandene Zweifel zu.beseitigen, werden folgende für die Stadt Gießen erlassene Vorschriften wiederholt bekannt gemacht:
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fieber Hälne^bSchlosser ^Schm^^Gas"^ ^lrikb "ih?es' 'Gewer tu s 'stär te Feuerung 'nöthi'g'bab7n,^wn' SäcnL^krbmm Seifen-
nn^hpr (MrBbf ßipm,rk® a/troi.^c u,‘b huisichtllch ihrer Kuchemchornsteine und dergleichen, sollen alle vier oder sechs Wochen gefegt werden wenn
nach her Große des Gewerbes derselben eine öftere Reinigung der Schornsteine als die gewöhnliche, nöthig ist. u ' rocnn
mu mr./o» cn§crk 1- ?' kkis chen Kam i ne find in den für die gewöhnlichen Kamine vorgeschriebenen Terminen von dem sich darin anhäufenden flockiaen Wh&p Kugel zu remigcn^ Der sich dann anhäurende Älanzrug dagegen kann nut durch Ausbrennen weggeschafft werden Dics-z gM?ed? f - des
Jahr wenigstens einmal, sogleich nach dem Ausbrennen mutz das Kamin mit Bülste und Kugel gereinigt werden B 0 jcpiepr jeoe j
4) D,e Kaminfeger haben folgende Gebühren in Anspruch zu nehmen:
u. für die Reinigung eines einstöckigen Schornsteins 4 fr.
b. für jedes Stockwerk, durch welches der Schornstein weiter läuft, einen Kreuzer mehr. Bet gebrochenen Dächern wird der bewohnte Theil als Stockwezk, und
... . , bei Klichenschornsteinen wird das Stockwerk, in welchem die .Küche befindlich ist, als besonderer Stock berechnet.
C' undR-nüg-n S8en" a?D ‘ ®“,fU Kugel werden die oben bemerkte.. Gebühren, und für das Ausbrennen
d. das zum Anzünden der Röhren beim Ausbrennen erforderliche Brenn,naterial haben die Hausbewohner zu stellen.
Besondere Trinkgelder für die Gesellen und Reujahrsgeschenke dürfen nicht gefordert werden.
Rach dem oben Bemerkten ist also für die Reinigung zu zahlen:
wenn der Schornstein ein Stockwerk hoch ist 4 fr.
wenn er zwei Stockwerk hoch ist 5 fr.
wenn er drei Stockwerk hoch ist 6 fr.
und wenn er vier Stockwerk hoch ist 7 fr. ’
Für das Ausbrennen und Reinigen der russischen Schornsteine das Doppelte des Fegellohns.
Benützen die Bewohner mehrerer Stockwerke ein Kamin gemeinschaftlich, so theilen sie sich in die hier berechneten Gebühren
g. . D'e so oft wiederkehrenden Streitigkeiten zwischen Kaminfeger und Hausbewohnern müßten faßt ganz anfhören, wenn letztere das Anzeigeblatt, in welchem diese Äorschnftin abgedruckt find, aufbewahren und wenn ste sich die Tage, an welchen der Kaminfeger gifegt Hal. aufschreiben würden. 4 J n Olc,e
ließen, den 13. Octbr. 1874. GroßherzogUche Polizei - Verwaltung der Provinzial - Hauptstadt Gießen.
_____________ Rover.
Deutschland.
Berlin, 16. October. Wie die „Kreuz-Ztg." erfährt, hat die gestrige wiederholte Haussuchung im hiesigen Arnim'schen Palais hauptsächlich einer Remise gegolten, in welcher Möbel imb Kisten mit dem Grafen Harry Arnim gehörigen, ans Paris hieher transportirtcn Gegenständen meist noch nnausgc- packt ansbewahrt gewesen, imb wurden 14 solcher Kisten in Beschlag genommen und nach dem Gerichtslocal gebracht. Die Remise wird polizeilich bewacht.
Berlin, 16. October. In den hiesigen politischen Kreisen wird die Nachricht, der Papst habe an Kaiser Wilhelm betreffs der Einkerkerung der Bischöfe geschrieben, entschieden dementirt.
Berlin, 17. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt über die italienische Reise des Kaisers, dieselbe sei in Folge des unbedingten ärztlichen Ausspruches sehr ungern anfgeschoben worden. Der Kaiser werde hoffentlich während des Winters Ruhe und Befestigung der neu gekräftigten Gesundheit finden, welche ihm gestatte, im nächsten Jahre seinen Reisewunjch auszuführen, bei dem es sich nicht blos um eine willkommene Courtoisie zwischen den Höfen, sondern zugleich um eine Wiederbegrüßung der nahe befreundeten Monarchen imb um eine erneute Dethätigung der auf den Sympathien und Interessen^beider Reiche beruhenden Empfindungen und Bestrebungen handle. — Dasselbe Blatt schreibt betreffs der Riedersetzung einer Commission zur Berathung der organisatorischen Justiz-Gesetze: Die verbündeten Regierungen seien zwar nicht geneigt, über die geschäftliche Behandlnng der Justiz-Gesetze bestimmte Vorschläge zu machen, aber bereit, allen auf gründliche und erfolgreiche Berathung hmausgehenden Anträgen gerne entgegenzukommen. — lieber die Eröffnung des Reichstags sei noch keine Entscheidung getroffen und eine solche erst am Au- sänge der nächsten Woche zu erwarten. — Das Blatt bezeichnet die Darstellung ber „Vossischen Zeitung" vom 13. d. Mts. über die Differenzen zwischen dem Fürsten Bismarck und dem Grafen Arnim als ungenau und unvollständig imb behält sich eine Berichtigung resp. Vervollständigung bis nach erfolgtem Rich- terspruche vor.
Berlin, 17. October. Bei der letzten Haussuchung im Gräflich Arnun'- schen Palais wurden, wie man uns mittheilt, die mit Beschlag belegten Kisten, welche daselbst in einer Remise standen, unter Beisein von Mitgliedern der Familie geöffnet. Die Criminalpolizei hatte ihr Hauptaugenmerk auf Scriptu- ren gerichtet, deren sich viele in den Kisten zerstreut gefunden haben sollen. Die Special-Nachjnchung ging und geht im Criminalgerichts Gebäude^ weiter vor sich und zwar unter Zuziehung Zeines Familienmitgliedes, dem ein Verzeich- niß aller derjenigen Gegenstände zugestellt wird, welche das Gericht znrückbe- halten hat. Es sind Schränke aus der Wohnung des Grasen nach dem Molkenmarkte übergeführt worden, weil die Annahme besteht, daß in denselben geheime Schubfächer vorhanden seien. Da in der Regel bei Haussuchungen alle Gegenstände mit Beschlag belegt werden, die nur entfernt einen Verdacht anf-
kommen lasten, oder zu Aufschlüssen irgendwie geeignet scheinen, so steht von vornherein fest, daß ein großer Theil der vom Gericht mitgenommenen Papiere der Familie des Grafen binnen Kurzem wieder zugestellt werden wird, nachdem das gesammie Vorgefundene Material eine Sichtung und Prüfiing erfahren hat. Die Haussuchung bringt es mit sich, daß zur Feststttlung der Thatsachen selbst Briese privater Statur, also etwa auch solche des Grafen an seine Gemahlin wie an andere ihm nahestehende Personen auf das Sorgfältigste durchgesehen '^rden. (Berl. Tagebl.)
München, 16. October. Bei den hiesigen protestantischen Frauen wird, wie der „Karlsr. Ztg." geschrieben wird, eine Adresse an die Königin- Mutter colportirt, worin ber hohen Frau der tiefste Schmerz der protestantischen Familien wegen ihres Glaubenswechsels in ziemlich sreimüthiger Weise ausgesprochen werden soll.
Straßburg, 17. October. Die „Straßb. Ztg.'- bestätigt, der Reichskanzler beabsichtige, dem Kaiser Vorschläge zu unterbreiten, nach welchen künftig Gesetzentwürfe für das Reichsland einschließlich des Haushaltsetats des Landes einem aus Mitgliedern der Bezirkstage zu bildenden Landesausschuß zur gutachtlichen Berathung vorgelegt werden sollen. Die Versammlung würde sich ferner über Verwaltnngsmaßregeln von allgemeiner Bedeutung gutachtlich zu äußern haben.
/cankreich.
Paris, 15. Oct ober. Die Jesuiten können den Moment nicht mehr abwarten, wo Deutschland und Rußland sich zum Besten des Papstes und der Jesuiten in die Haare gerathen. Tas „Univers" ist bekanntlich tief eingeweiht ui Bismarck's und Gortschakowas Plane, und so ist es denn auch heute im Stande, zu melden, daß die Beziehungen zwischen den Cabinetten von Berlin und Petersburg so gespannt seien, daß sie ernstliche Bedenken in — Rußland einflößten! Weshalb aber? Run, Bismarck hat Rußland aufs Korn genommen , „um ihm die Herrschaft über die Ostsee zu entreißen und das deutsche maritime Kaiserthum zu gründen." Bismarck hat die italienischen und spanischen Zwischenfälle nur hervorgerufen, um von seinen wirklichen Planen abzulenken; er benutzt Italien, Spanien und sogar die Schweiz, um Frankreich im Falle eines Krieges mit Rußland in Schach zu halten. In Voraussicht der event. Feindseligkeiten soll Rußland entschlossen sein, im Frühjahre 250,000 Mann nii die lüthauische Grenze zu schicken; die Vorbereitungen zu den Rüstungen sollen bereits angefangen haben. Dies ein Pröbchen der Nachrichten aus dem Lager^ der Römlinge; in ihnen spiegeln sich die Bosheiten wie die Bestrebungen und Hoffnungen dieser edlen Schaar ab. Ja, freilich, wenn der Kaiser von Rußland mit der schwarzen Cohorte gemeinschaftliche Sache machte und ihr die Kastanien ans der heißen Asche holte, das wäre ein Gaudium! Und wie Iwürden die Polen über diesen russischen Kreuzzug jauchzen! Daß aber solche Albernheiten mit ernstem Gesichte vom „Univers" vorgebracht werden, ist ein neuer Beweis, wie wenig die jetzigen Jesuiten und ihre Genoffen des alten


