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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessm.

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Paris, 15. November. Innerhalb der bonapartistischen Partei geben sich Tendenzen kund, die leicht zu einer Spaltung führen können. Die ge­mäßigteren Bonapartiften zeigen sich mehr und mehr bereit, dem persönlichen Septennium sich aufrichtig anzuschlichen; sie handeln und reden wie die abge- kühlten Legitimisten, die sich gedulden, ihrenRon" noch sechs Jahre warten zu lassen. Die -,n große Jugend und Unerfahrenheit des kaiserlichen Prinzen rechtfertigt den Anschluß dieser gemäßigten Bonaparristen an daS Septennium; einer ihrer Führer ist Herr Paul de Casjagnac. Seit einiger Zeit schon zeigt dieser Chefredakteur desPays' weniger Eifer wie früher. für seinen kaiser­lichen Prinzen die Krone zu beanspruchen; er räth zu temporisiren und sich mit dem Septennium des Marschalls Mac Mabon zu verständigen. Im Uebri- gen gibt es unter den Bonapartiften eine Gruppe, die immer große Bedürfnisse gehabt haben, und diese fangen an zu merken, daß es gerathener sein dürfte, sich das Septennium nutzbar zu machen, als auf ein fernes und problematisches drittes Kaiserreich zu warten. Zu diesen gehört auch Herr Paul de Caflagnac. Sein Organ fährt fort, die Orleamften auf'S Heftigste zu bekämpfen, jedoch mehr zum Portheile der Septennalisten, als zu dem'der reinen Bonapartisten. Diese Haltung hat Herrn Rouber gereizt, und es könnte leicht zu einem eben

Wmmung geprüft und diese Frage dahin beantwortet worden, daß nach der verllegenden Fassung dann der Staat das Fehlende zuzuschießen habe. Die abweichende Ansicht der Negierung und Kammer über diesen wichtigen Punkt, »mal wenn sie erst zur Zeit der Kammcrdebatte kund geworden wäre, würde wahrscheinlich daö Scheitern des ganzen Geschäftes herbeigeführt haben; wäre aber dasselbe nicht gescheitert, so würden die Begründer und später die Ver- üiitung der Gesellschaft sich sehr gehütet haben, in ihrem Prospect, im Text der Actten uiib Coupons und in einer Reihe von öffentlich und privatim cr- meilten Erläuterungen die Garantie als eine unbedingte zu behandeln und zu erklären. Sonst würde, abgesehen von der sie dann treffenden privatrechtlichen Verantwortlichkeit, denselben mit Recht nachgesagt werden können, daß von ihnen das wahre Verhältnißtodtgeschwiegen" und stattdessen einegroße Unwahrheit" ausgestreut, als vonBörsenschwindlern" ein großer Jrrthum absichtlich verbreitet worden sei. Solch' eine auffallende Erklärung ist aber zur Zeit der Conccssion und lange nachher bis etwa erst fünf Jahre später nicht gegeben worden; im Gegentheil: damals bestärkte noch nach der Concessionsertheilung die Negierung durch Zuerkennung der pupillarischen Sicherheit und durch ihre Signatur der Aktien die in diesen und deren Cou- pms zum Ausdruck gekommene Auffassung von der Unbedingtheit der Garantie. -A ist selbstredend, daß in Ermangelung derselben die Zusicherung der Con-

(öat. Ich kann Mir nicht versagen, Sie zu beauftragen, dem General-Poft­director und allen Beamten der. Post-Verwaltung, welche durch umsichtige Gcschäftsleitung wie durch unermüdete freie Pflichterfüllung zu diesen erfreulichen Erfolgen mitgewirkt haben, Meine besondere Anerkennung auszusprechen. Berlin, den 2. November 1874. (gez.) Wilhel m."

Berlin, 15. November. Die Akademie der Wissenschaften hat jetzt 11 bis 12,000 Thlr. zur Verfügung, für die sie ausgezeichnete Gelehrte berufen kann, die ohne weitere Verpflichtung in Berlin für ihre Wissenschaft loben kön- neu. Denn ein großer Gelehrter kann ja vielleicht zu einem Lehramte bei der Universität weder Lust noch Beruf haben. Die Einrichtung ist e.Iso eine sehr dankenswerthe. Hätten wir nur eine deutsche Akademie mit ähnlichen Fonds für ausgezeichnete deutsche Schriftsteller! Die Akademie hat den berühmten

Bankgesetz wieder ausgenommen. Lasker spricht in zweistündiger Rede für Er­richtung einer Reichsbank, die alle Reichskassen in sich vereinigen und, wie die Bank von England, alle Fonds umfassen müsse. Am Reichstage begegne die Errichtung einer Reichsbank keinen Schwierigkeiten; ein Bankgesetz bedürfe zwar bei dem Aufgehen der preußischen Bank in eine Reichsbank der Genehmi­gung des preußischen Landtags , in einer kurzen Nach-Sessiou des Reichstags körme aber ein neues Bankgesetz perfect gemacht werden. Richter (Hagen) spricht für die Vorlage; derselbe weist die Behauptung Lasker's zurück, daß von ihm (Richter) aus politischen Gründen eine Einwirkung auf die Erhöhung des Bank-Disconts versucht worden sei; ein solcher Versuch sei von ihm weder bei der französischen Kriegscontribution noch sonst jemals gemacht. Nachdem noch Schröder (Lippstadt) für die Vorlage und Sonnemann für die Reichs­bank gesprochen, wird die Weiterberathung des Gesetzes auf morgen vertagt

Frankreich.

Paris, 15. November. Heute fand in der Kirche St. Augustin eine feierliche Messe zu Ehren des Namenstages'der Ex-Kaiserin statt. Alle vor­nehmen Imperialisten, auch Rouher, waren zuzegen. (Nach Berichten aus Chiselhurst wurde das Fest dort gar nicht gefeiert.)

Der Depnttrte Vautrain, welcher Präsident und Mitglied deS Pariser Gemeinderaths ist, erklärt in einem öffentlichen Schreiben, daß er bei den Gemeindewablen vom 20 d. keine Candidatur mehr anuehme.

Vision auch zwischen den Contrahenten Staat und Gesellschaft in dem ein ne gelten muß, welchen den gemeinverständlichen Worten jeder Unbefangene beilegen wird. Bei der Hessischen LudwigSbahn tritt dieser Sinn darum un- zroeideutiger hervor, weil der irrelcitende Umstand einer allerdings zu anderem Ziorck eingcführten Maximalziffer wegsällt:der Staat garanttrt der Hessischen jiidwigs'Eisenbahn-Gesellschaft einen Reinertrag von jährlich fl. 35000 für ](Dc geographische Meile der k. Bahnen" und es sollendie an dam Rein- alrage von durchschnittlich fl. 35000 per Meile der rc Linien etwa fehlenden keträge angewiesen werden." Wer könnte da zweifeln, daß, wenn die Bahnen 3er Meile fl. 40000 ertragen und fl. 42000 gekostet hätten, der Staat 2000 + fl. 35000 fl. 37000 zuzuschießen habe? Hält man sich gegen­wärtig, daß bei der Garantie für die Oberhessischen Bahnen dre Maximal- imme von fl. 9940013/4 nachweisbar nur das Anwachsen der Zinsenlast durch Privritäten-Zinsen verhüten, nicht aber eine Grenze des Staatszuschusses bilden M, so ist hier das Verhältniß ganz das nämliche: der Staat hat soviel zu- ^schießen, daß auf das Anlagekapital als Reinertrag des Betriebes 3V2 Pro- (tat Zinsen bezahlt werden. Wir schließen mit den Worten deS Abg. Dli­ns ut in der Sitzung vom 25. März 1868:bei Vertragsverhältnissen m Ndsachen sieht man Äug' in's Äug' und nimmt an, daß Jeder seine Dortbeile erfeainen und wahren muß, ansonsten nur selbstverschuldete Nachwehcn eintreten."

Darmstadt, 17. November. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben _ . w

Meist Allerhöchster Entschließung vom 10. 1. Mts. den Großb Fiscalanwalk sso entschiedenen Bruche zwischen ihm und Herrn Paul de Cassagnac kommen, der Provinz Oberhessen, Justizrath Carl Trapp, in den Ruhestand zu versetzen!wie zwischen dem Prinzen Jerome Napoleon und dem kaiserlichen Prinzen; da mb demselben hierbei das^ Ritterkreuz erster Classe des Verdienst-Ordens Phi ein solcher Bruch aber sehr verderblich sein könnte, so suchen bereits verschiedene lippÄ des Großmüthigen zu verleihen geruht. ^Notabilitäten der Partei eine Vermittlung anzubahnen.

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst Allerhöchster Eut-l Paris, 16. Novemb.r. LautBien Public" wird behauptet, der Graf tließung vom 15. l. Mt-8. den Großh. General Secretär bci der Centralstelle ^von Pans und der Herzog von Äumale hätten jeder 6 Millionen auf ihre ür die Gewerbe und den Landes - Gewerbverein, Geheimen Regierungsrath,Güter beim Credlt Foncier ausgenommen. Wenn die Thatsache richtig ist, Miz Fink, zum Ministerialrath in dem Ministerium der Finanzen zu ernen- meint das angeführte Blatt, so wäre die Confiscation derart hvpothecirter ntll geruht. Güter unmöglich.Glaubt man in der Familie Orleans an eine Rückkehr des

Berlin, 15. November. Der Kaiser hat an den Reichskanzler folgenden Kaiserreiches ?" fragt das genannte Blatt.

Aaß gerichtet:Ich habe von den Ergebnissen der Reichs- Postverwaltunz DieLiberts" tbeilt mit, daß in Rochefort das Kanonenboot .,le Dard" wäh rend der Jahre 1870 bis 1872 aus dem Mir überreichten Bericht mit ausgerüstet werde, das für die Ueberwachung der Bidasoa bestimmt sei. Zu Im lebhaftesten Interesse Kenntniß genommen und mit großer Befriedigung diesem Dampfer würde sich nochle Congre" gesellen und beide unter den Lie Überraschenden Resultate ersehen, zu denen der Postverkehr sich aufgeschwungen Oberbefehl des Commandanten derOriflamme" zu stehen kommen.

Deutlet) raub.

i Aus «Oberhefsen, 18. Nov. XIII. Von den beiden Dingen, dcß einerseits eine Mmimalrente zugesichert worden, andererseits eine bestimmte Zulchußsumme nicht überschritten werden sollte, ist das eine oder das andere m.möglich, sobald der übersehene Fall eines DeficitS des Betricbes eintritt. Jiddjcr Coutrahcnt wird den Schaden tragen müssen? Gewiß hätte den Conccssionären der Oberhessischcn Eisenbahngesellschaft von der eigenthümlichen Vocstellling, welche sich über das Garantieverhältniß in der Kammerdebatte kuadgicbt, Mitthellung gemacht und mit ähnlicher Deutlichkeit, wie man in der Sitzung vom 5. October gethan, ihnen erklärt werden müssen: was wir Garantie nennen, soll keine wirkliche Garantie sein, und wenn wir von Rein ertrag sprechen, so verstehen wir darunter keinen bestimmten Reinertrag, son- iPhysiker" Kirchhoff für 5500 Tblr. Gehalt für Berlin gewonnen Der Unter« bern wir wollen nur einen limitirten Zuschuß voraussetzungsweise leisten, da-Sichts-Minister oder der Finanz-Minister, wir wissen das nicht so genau, hat mit aus demselben ein nach den Umständen veränderlicher Betrag auf bieiben ausschließlichen Besitz des Herrn Mchhoff der Akademie wieder abgejagt, Aktien ausgetheilt werden könne. Wäre in diesem Sinne eine Erklärung, ja -indem die Universität einen Beitrag zum Gehalte lieferte, wofür dann der be- wär< überhaupt nur eine Andeutung von Uuüberjchreitbarkeit des Zuschusses Irühmte Gelehrte zugleich Universitäts-Professor wird. 'Kirchhoff hat, wie gesagt, gelben worden, so würde die ganze Sachlage eine andere gewesen sein. Die-angenommen. Es "ist kein Geheimniß, daß er etwas verstimmt gegen die ba- Cknicessionäre hatten, wie wir aus eignem Wissen bezeugen können, jene kriti-'dische Regierung ist, die seine Mathematiker, die er zu seinen Arbeiten hinzu- jlhe Frage nicht übersehen; bei ihnen war mit Rücksicht darauf, wie es sich'zuzwhen pflegte, nicht in Heidelberg festgehalten hat.

verhalte, wenn es an Deckung der Betriebskosten fehlen sollte, die Concessions- Berlin, 17. November. Reichstag. Nachdem das Markenschutz-Gesetz in desinitiver Schlußabstimmung angenommen ist, wird die Debatte über das