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Deutschen Reiches beherbergt, so erzählt die Tribüne, befindet sich auch ein solcher Streber Diesenigen, welche vor einigen Jahren zwischen 2 und 3 Uyr Nachmittags die Letpzigerftraße passirten, trafen an einer bestimmten Stelle einen nicht mehr jungen Mann mit buschigem

ichwarzem Bart, welcher, die Augen nach allen Seiten umherwersend, lange Zeit »or einem Hause auf- und abging. An dem Schaufenster eines dort befindlichen Buchhändlerladens fand sich nämlich die photographische Abbildung eines Pocals, welchen laut Unterschrift Herr Chevalier N. N. von einem landwirthschaftlichen Verein wegen seiner großen Verdienste um die Land- wirthschaft des Kreises erhalten halte, und daneben stand eine Photographie des Herrn Chevalier, welche das Portrait des räthselhaften SpazirgänzerS zeigte. Seit jener Entveckung sind 10 Jahre vcrganaen; wir haben inzwischen so manche komische Anekvote über die Sucht des Herrn Chevalier, sich auf irgend welche Weise vor seinen Mitmenschen auszuzetchnen eine Sucht, welche im Jahre la-H so weit gegangen sein soll, daß er sich Visitenkarten mit der Inschrift

morgen, 17. Juni.

Darmstadt, 17. Juni. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 33

Allerhöchste Verordnung vom 13. Juni 1874, betreffend die Aus- Gesetzes über die Städte-Ordnung für das Großherzogthum

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Berlin, 16. Juni. Nicht nur in der Provinz, sondern auch in der großstädtischen

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Darmstadt, 17. Juni. Bei der Ersatzwahl für den verstorbenen Hoff­mann wurde der fortschrittliche Handelskammer-Präsident, Franz Weber, mit 35 Stimmen zum Abgeordneten gewählt. Sein conscrvativ liberaler Gegen- Candidat Buchner erhtelt 24 Stimmen.

Berlin, 16. Juni. Der BnndeSrath genehmigte in seiner heutigen

Die jüngst erschienene Nr. 5 vom ,Dattcrid)* begrüßt zuerst Pnnqsten das .liebliche- Fest, bespricht sodann mit dem ihr eigentümlichen Humor die brennendm Fragen 4. armstadt I, beleuchtet den .bolidische" Horizont und bringt, nach einer Krink der Leichen Verbrennung re. auS Frau Bennelbächer's scharfem Mund, allerlei dem Leben entnommenen Schnurren und «nek. dcten. Von Persönlichkeiten aus Darmstadt s Vergangenheit zeigt sie uns in Bild und Tert den dicken .Monreck-, die .Mehllohre-, den .Sckrwanzklebba* und den -Schröpsa^- Sine jrde Nr. vom -I'attericM kostet 6 Kreuzer, und erpedirt die Derlagsbandlug, CL W. Vr6ft in Darmstadt, gegen Sinsendung dieses Preise« (in Briefmarken), die gewünschte Nummer franro.

Allerhöchste Veroduung vom 15. Juni 1874 betreffend die Aus- des Gesetzes über die Landgemeinde - Ordnung für daS Großherzog-

sous-lieulenant de la gardc nationale anfertigen ließ, gehört, und wir haben auch er ahrrn, daß ihn nichts von seiner Ehrsucht heilen kann- Er hat in dieser Beziehung schon so manche Enttäuschung erfahren ', oft glaubte er am Ziele seiner Wünsche angelanzt zu fein, ja, als ihm endlich die ersehnte Kunde von einem Orden kam, mußte er zu seinem Schmerze büren, daß nicht er, sondern sein Bruder, der vor einigen Jabren »erstorbene Commerztenrath, den Orden erhielt. Hopfen und Malz war verloren, und nun gar sein Schmerz, als sein Bruoer die dritte Classe des Ordens erhielt!Was thut denn eigentlich Jemand mit dem Orden dritter Elaste, wenn er schon die vierte hat?" fragte er mit einem höhnischen Lächeln und erhielt prompt die Antwort:Er borgt ihn seinem Bruder bei feierlichen Gelegenheiten zum Tragen. Lor mehreren Jahren erhielt er den obenerwähnten Pocal, weil er sich für die Einbürgerung eines Gewächses in der Provinz bemüht hat. Das ist aber schon lange her, und seine Seele dürstete nach einem neuen Becher, indeß keiner der vielen landwirthschaftlicken Vereine und Ausstellungen wollte sich seiner erbarmen. Da entschloß er sich zu einem entscheidenden Coup; er entschloß sich, ein G.'lvopfer zu bringen, um jetzt auf der landwirthschaftlichen Ausstellung zu Bremen endlich einen Ehrenpreis zu ergattern, und wir sind überzeugt, daß sich diesmal fein Name unter den Prämiirten befinden wird. Unser Chevalier hat sehr schlau operirr, und wir möchten nur wissen, wer ihm die geniale Idee zu bie-em Manöver angegeben hat Er hat nämlich ganz einfach 25 Thalcr genommen, ist damit zu einem Gold und Silberarbeiter gegangen und hat einen silbernen Pocal gekauft. Diesen Pocal hat unter Ritter sehr sorgsam emgevackt und an das (Somite der internationalen landwirthschaftlichen Ausstellung nach Bremen mit einem Begleit schreiben geschickt, in dem er das (Sornitz bittet, diesen Pocal als Prämie demjenigen zu geben, welcher sich in der Ausstellung der von ihm besonders in Protection genommenen Pstanze aus- zeichnet. Das Jntereste, welches der Ehevalier aufs Neue für die Cultur jener Pstanze an den Tag legt, ist gewiß anerkennenswerth, und wie uns genaue Kenner dieser Cuirur versichern, ist Hundert gegen E'ns zu wetten, daß sich unter sämmtlichen Ausstellern nur em einziger bennbet, welcher alle gestellten Bedingungen erfüllt, und dieser einzige de. Herr Chevalier ist, welcher so seinen selbst bezahlten Becher als Ehrengeschenk erhalten wird.

Das DampfschiffGöthe", Capitän Wilson, »en der Adler-Linie am 2. dieses Monats von New Aork abgegangen, ist nach einer Reiie von 9 Tagen 2 Stunden am 12. dieses Monats Morgens 8 Uhr, in Plvrnoulh angekernmen, und bat nach Landung der Vereinigten Staaten Pest und der für England bestimmten Passagiere, die Rene via Cherbourg nach Hamburg fongesetzt.

: Dasselbe überbringt: litt Pasiagiere, 13 Briefsäcke, volle Ladung und Contanten.

Das der Deutschen Transatlantischen DampfschifffahNs - Gesellschaft (Adler Vinte) in Hamburg gehörende Pest - DamvfschiffHerder-, Capitän Fischer, trat am 11. Juni feine zweite diesjährige Reife mit 36 Cajüts« und 233 Zwischendecks Passagieren, sowie Post und i Labung von Hamburg direct ohne Zwischenhäfen anzulaufen nach New-A^k an.

i Das der Deutschen Transatlantischen Damvfschifffabrts Gesellschaft (rklex Linie) , in Hamburg gehörende Post - DampfschiffLessing", Capitän Toosbuy, am 28. Mai von hier abgegangen, ist nack einer Reise von 12 Tagen 17 Stunden von Cuxhaven, und 10 Tage»

1 15 Stunden von Lizard am 10. Juni 10 Uhr Vormittag« wohlbehalten in New - Pork an»

Plenarsitzung die Entwürfe uer Strasproceß und Civilproceß-Ordnung des Gerichtsverfaffnngs.Gesetzes nach den Anträgen deS Justiz Än-schusies unter Ab­lehnung der von Einzel Regierungen gestellten Abänderungs-Anträge und nahm den bereits gemeldeten Antrag Preußens betreffs Einrichtung von Polizei- Gerichten an.

Posen, 16. Juni. DerPos. Ztg." wird aus Gnesen gemeldet: Das Metropolitan-Capitel lehnte, mit Ausnahme des Tomberrn Dulinski, die Wahl eines Capitel-Bicars ab. Außer der Consistonal-Kaffe und dem Seminar-Ge- bäude sind die Fonds des fad). Hospitals mit Beschlag belegt worden. Letz­teres , sowie die bisher unter barmherzigen Schwestern stehende Waisen-Anstalt wurden unter die Aussicht des Regierungs - Commiffärs gestellt. Die Lorenz- Kirche wurde geschloffen, da kein Geistlicher die Vertretung des früheren Psar-

Vormittag 10 Uhr nach Eoblcnz gefahren, um der Kaiserin Augusta einen 3nferatm jeden Inhalts, als Empfehlungsanzcigen, Kauf- und Perkaufaesuche. Gegenbesuch zu machen. Stellenaesuche, Familiennachrichten u. s. w. alS besonders zuverlässig zu empfehlen.

Resident gicbt es Leute, welche den Ehrgeiz haben, bei allen Thier- und landwirthschaftlichen Ausstellungen genannt zu werden und en tous ras ihre Anstrengungen auf ein Ehrendiplom oder einen Ehrenbecher richten. Unter den vielen komischen Personen, welche die Hauptstadt des

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auch die Justizbeamten dieser Strömung folgen, man muffe daher mit den Jrnnfirpfffi

allgemeinen Verhältniffen rechnen und sich, wie es mit den Gehalten geschehen , tiuiiaiciuj.

werbe, auch bezüglich de. Pensionen dem Reichsgesetz anjchließen. Schröder ParzH, 15. Juni. Gestern, wo der Tag desSacre coeur- in Paris rechtfertigt nochmals seinen Antrag aus Herabgehen auf 40 pCt. nach den gefeiert wird, fanden wieder zahlreiche Procefsionen statt. In der Madelaine

ersten fünf Dienstjahren. Möllinger bringt einen Antrag, wonach mir 40 pCt. ging dieselbe mit großem Prunk vor sich. Die Zipfel der Baldachins^ wurden

angesangen und bis zu 100 pCt ' gegangen wird, em. Wolz will, wie man von vier Mitgliedern der Kirchensabrik, darunter der Marquis d'Audiffret und

ja alles, was von Preußen komme, ohne weiteres als gut annehme, auch die der Deputirtc Lezazneur, gehalten. Die Processiou der Kirche St. Thomas

dortigen'Pensionkgesetze acceptirt haben. Man muffe auch an die Steuerzahler d'Aquin begab sich wieder in den Hof des Artillerie Museums, wo man einen beiden und sieht voraus, daß bie Steuerzettel 1876 bedeutend höher lauten wür Altar errichtet hatte, an dessen vier Ecken vier Mitrailleusen und vier Mörser den. Er stimmt für den Antrag, der am wenigsten bewilligen will. Welcker ausgesahreu waren. Das Militär war mit seiner Musik, wie sich von selbst erklärt sich gegen den Antrag Möllinger's. Greim hält es für unbillig, daß versteht, zur Processiou commaudirt. Weil auf einem Jahrmarkt zu Lune- Beamte, die das Unglück haben, sich schon in den ersten zehn Jahren pensioni ville ein Diorama Bilder gezeigt hat, auf welchen die Marter-Executionen der ren müssen zu laffeu, mit so ganz geringen, für die nöthigsten LebenSbedürs- Inquisitionen zum Haarsträuben des Publikums veraugenscheinlicht sind, schlägt niffe nicht auürelchenvcu Beträgen zu pensioniren. Die Lehrer würden früher dasUnivers" heute großen Lärm und fordert vom Cultus Ministerium ein angestellt und seien daher die Verhältniffe dieser nicht maßgebend für die an- strenges Verbot solcher Schaustellungen.

deren Beamten. Die Sache habe aber auch eine politische Seite, bei uns sei Paris, 16. Juni. Der französische Gesandte in London, Herzog das Recht der Beamten auf ihre Stellungen nicht sestgestellt; bei der Macht, v. La Rochefoucauld, hat seine Demission gegeben.

welche die Regierung, die ja wechseln könne, in der Hand habe, tolle man die /wITnilh

politische Unabhängigkeit der Beamten wenigstens dadurch schützen, daß man UUI Ue

ihnen einen annehmbaren Ruhegehalt sichere. Dernburg schließt sich dem An- Haag, 16. Juni. Der über Penang eingegangenen amtlichen Meldung trag Schröder'S an und zieht Möllinger den von ihm gestellten zurück. Mini- des Eommandanten in Atschin, Obersten Peel, zufolge griffen am 10. d. Mts. sterialrath v. Starck erklärt sich gegen den Antrag Schröder'S. Es würde eine zahlreiche atschinesischc Truppen die holländischen Verschanzungen, namentlich große Verantwortlichkeit sein, auf solche Anträge ohne weiteres einzuzehen. Er bei Blangoe, an. Der Angriff wurde nach heftigem Kampfe, bei dem die will die academisch gebildeten Beamten nicht nach geringeren Verhältnissen pen- Atschinesen zahlreiche Verluste hatten, zurückgewiesen. Der Gesundheitszustand sionirt wissen, als die Lehrer. Auch die von Heuizerliug beantragte Rückwir- der holländischen Truppen wird als wenig besriedigenb bezeichnet.

kung von Gehaltserhöhungen auf die Pensiouirung sei unannehmbar. Rach ver- (FiinCnnh

schievenen von Greim, Heinzerling, Muiisterialdirector v. Starck. Dernburg

gemachten Bemerkungen erklärt sich Edinger gegen den Antrag Schröder'S, den Queenstown, 16. Juni. Rochefort ist hier eingetroffen und nach jetzigen Beamten seien ihre Peusionsgehalte zugesichert. Dumont als Bericht- Dublin weiter gereist. Eine zahlreich versammelte Volksmenge vor dem Hotel erstatter erklärt sich im Allgemeinen für geringe Pensionsjätze für junge, und und Bahnhof rief:Nieder mit Rochefort!" für hohe für ältere Beamten. Die Neichsverhaltniffe paßten nicht für unser

Land; wir seien selbstständig und sollten wir aus der Reichsgesetzgebung nur öDimiffl

herübernchmen, was für uns paffe. Wolle man die dortigen Pensionen, jo Barcelona, 16. Juni. Ein Angriff des Carlisten-Führers Saballs müffe man auch die dortigen Gehalte bezahlen; für bas in dem Reichsbeamten- allf esiw Abtheilnng Regierungs - Truppen unter Gixols würbe vollständig zu- gesetz geltende Prinzip fehlten bei uns die Voraussetzungen. Der Antrag - * - < Schröder's werde auf der einen.ringe, auf der anderen zu hohe

Pensionsgehalte ergeben. Die Regierungsvorlage und der Ausschußantrag träfen das Richtige und bitte er um die Annahme derselben. Der Antrag Heinzerling's sei nicht zu empfehlen. Die Gerechtigkeit verlange eine Berück­sichtigung der Beamten, b.e Herabsetzung der Anfangspensionen auf 40 pCt werbe keine große Erleichterung der Finanzen verursachen. Ministerialpräsident wünscht Zurückoerweisung der Anträge an den Ausschuß, damit sich vielleicht eine Verstänbigtiug erzielen lasse. Dernburg schließt sich dem an, wogegen die Herren Dumont, Küchler erklären, der Ausschuß würde bei seinen Anträgen beharren. Schröder erklärt die Verschiedenheit der Ansichten des Ausschusses da durch, daß er und Dernburg nicht bei den Beralhungen zugegen gewesen seien. Die Kammer beschließt, die' Verhandlung über den Antrag abzubrechen und morgen fortzusetzen. Eine Vorlage der Regierung über eine Gehaltsaufbesse­rung der Bediensteten der Main-Neckarbahn um ein sechstel ihrer Gehalte, wozu eine Summe von etwa 21,000 st. erforderlich ist, wird genehmigt. Eme Vorlage der Regierung und em Antrag verschiedener Kammermitglieder beab­sichtigt eine Erhöhung der Pensionen für Wittwen und Waisen und werden die im Ganzen der Regierungsvorlage zustimmenden Anträge des AuSjchusses^nach einer kurzen Debatte, in der namentlich Dernburg sich für die niederen Forst- bedienstete verwendet, einstimmig angenommen, mit dem Zusatz, daß die seit herige Bestimmung, wonach im Fall der Wiederverehelichunz em abermaliges Eintrittsgeld bezahlt werden mußte, in Wegfall kommt. Die Regierung bringt den Entwurf eineS Berggesetzes ein Der Präsident macht den Vorschlag, einen besonderen Ausschuß für die angekündigten Kirchengesetze zu wghlen. Dumont will bie Vorlage abgewartet haben, Greim und Dernburg sprechen für die Wahl eines besonderen Ausschusses. Goldmann kann nicht einsehen, warum man bas Gesetz nicht dem i-odteu Ausschuß zuweisen solle. Die Kammer be­schließt, einen besonderen Ausschuß zu wählen, der aus 8 Milgl'.edern bestehen soll. Die Wahl fällt auf die Herren v. Wedekind (Darmstadt), George, Küch­ler, Oechsner, Stüber, Landmann, Schröder und Heinzerling. Nächste Sitzung