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C. Anders : April 1871 Heilung. gabii»d«i
Beilage zu Ar. 89 des Gießener Anzeigers, politischer Theil.
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Barcelona, 15. April. Die Carlisten-Bande
geht, reist am 20. d. von Brindisi ab.
eintreffen soll. Die wird in ihrem ganzen und die kleine Flotte
Paris, 15. April. Der außerordentliche Regierungs - Commissar, Coutre-Admiral Ribourt, der in besonderer Mission nach Neu-Caledonien ab-
flficn.
E^airo, 17. April, Morgens. Die deutsche Expedition in die lybische Wüste unter Gerhard Rohlfs ist heute hierher zurückgekehrt.
Deutkölanö.
Mainz, 15. April. Das hiesige Großh. Palais wird zur Aufnahme hoher Gäste in Bereitschaft gesetzt. Gegen Ende kommenden Monats wird der Großherzog Aufenthalt hier nehmen, um dann den Kaiser, welcher von Ems oder Wiesbaden herüber kommen wird, zu empfangen. Ob der Kaiser von Rußland ebenfalls einen vorübergehenden Besuch abstatten wird, scheint noch unentschieden. Der Herzog üoh Edinburgh mit seiner jungen Gemahlin dürfte auf seiner Reise in sein künftiges Land (Coburg-Gotha) seine hohen Verwandten
lagen der Negierung, theils nach den Anträgen der Commission an. Ein zu § 11 vom Abg. Weber gestelltes Amendement, wonach Ausgewanderte, gleichviel in welchem Lebensjahre sie auswanderten, bis zum 31. Lebensjahre zur Heeres-Dienst-Leistung herangezogen werden können, wurde nnt 176 gegen 155 Stimmen angenommen. Ein von Hauck zu § 20 gestellter Antrag betreffs zweijähriger Zurückstellung eventuell Ueberweisung zur Ersatzreserve von Can- didaten der Theologie und des Rabbinats wurde abgelehnt. Nächste Sitzung morgen.
Berlin, 16. April. Die „Prov.-Corresp." schreibt: „Das Befinden des Reichskanzlers Fürsten Bismarck hat sich so weit gebessert, daß derselbe im Laufe der letzten Wochen niehrfach Vorträge entgegennehmen und in mündliche Verhandlungen über die wichtigsten Reichsgeschäfte eintreten konnte. Doch if die körperliche Schwäche, namentlich die Schwäche der Füße, noch so groß, daß er den größten Theil des Tages an das Bett gefesselt ist und auf Wochen hinaus genöthigt sein dürfte, das Zimmer zu hüten."
Gnesen, 17. April. Der Domherr und stellvertretende Official Woy- ciechowski wurde heute verhaftet und zur Verbüßung einer einjährigen Gefäng- nißstrafe nach Vromberg abgeführt.
Pofen, 15. April. Die Nachricht von der Amtsentsetzung des Erzbischofs Ledochowski wurde hier von der ganzen polnischen Bevölkerung mit größter Theilnahmlosigkeit ausgenommen.
Pofen, 17. April. Von der sofortigen Abführung Woyciechowski's in das Bromberger Gerichts-Gefängniß ist auf dessen Bitte mit Zustimmung des Gerichts Abstand genommen. Die Abführung erfolgt erst Montag.
Kassel, 16. April. In dem im Kreise Fritzlar belegenen Orte Bal Horn bauen die Vilmarianer bereits ein eigenes Bethaus, das demnächst von dem abgesetzten Pfarrer Saul als „altniederhessisches" Gotteshaus eingeweiht werden soll. Die Negierung erkennt die neue Secte natürlich nicht eher an, als bis die Mitglieder den Bestimmungen des Gesetzes vom 14. Mai v. Js. Genüge geleistet haben.
Konstanz, 12. April. Die hiesige altkatholische Gemeinde zählte 22 Erst-Communicanten. Der kirchliche Act ist heute vor sich gegangen. Pfarrer Hosemann wird von answärtigen Altkatholiken so stark in Anspruch genommen, daß er die halbe Zeit auf Reisen zubringt. Wie wir vernehmen, winkt ihm eine Erleichterung, da die Anstellung eines zweiten Geistlichen beschlossene Sache ist. Derselbe wird in Bälde sein Amt antreten. (Schw. M.)
ßeflecreidj.
Wien, 16. April. Der „Volksfrennd" vernimmt, daß Seitens der römischen Curie ein energischer Protest gegen die durch die preußische Negierung verfügte Absetzung des Erzbischofs Ledochowski bevorstehe.
Frankreich.
London, 15. April. Die Ankunft des Kaisers von Rußland wird auf den 15. Mai erwartet und die Königin wird daher dieses Mal ihre übliche Frühlingsreise nach Schottland aufgeben.
— Da die Hauptschwierigkeit in Bengalen nicht sowohl die Beschaffung der Nahrungsmittel, als vielmehr deren Beförderung und Vertheilung ist, so hat der energische Marquis v. Salisbury, als Minister für Indien, Befehl zum Bau einer Flotte von zehn Dampfern und fünf Barken gegeben. Bei denselben ist in's Auge zu fassen, daß sie bis nach Indien zu transportiren sind und dort auf kleinen, seichten Flüffen zur Verwendung kommen. Möglichst geringer Tiefgang war daher wesentlich, und die Schiffe müssen so beschaffen sein, daß sie hier auseinander genommen, transportirt und an Ort und Stelle wieder leicht zusammengefügt werden können. Sie werden in London und Liverpool gebaut und sollen alle gegen Ende dieses Monats fertig sein. Ein Dampfer wurde schon in der kurzen Zeit von 29 Tagen vollendet, und jetzt sind schon mehrere vom Stapel gelassen, untersucht und für gut befunden worden. Die fünf Barken sollen je 60 Tonnen Getraide, die zehn Dampfer je 27 Tonnen befördern können. Jeder Dampfer ist 90 Fuß lang, 18 F"ß breit, 5y2 Fuß tief und hat, wenn belastet, 3 Fuß Tiefgang. Der erste Probedampfer fuhr mit einer Geschwindigkeit von 14 Kilometer die Stunde. Das große Dampfschiff Duk of Buccleuch wird die Flotte durch den Suez- Canal nach Calcutta bringen, wo sie zu Anfang Juni ' "
Noch, furchtbar wie sie schon jetzt auf Unzählige drückt, Grimme in den Monaten Juni bis September wüthen, uiin und wird viel Gutes stiften. x
Barcelona, 15. April. Die Carlisten - Bande des Pfarrers Prades ist in einem Treffen mit den Negierungs-Truppen geschlagen worden.
Madrid, 16. April. Admiral Topete reist heute Abend nach Santander zurück. Das Einvernehmen im Ministerium ist vollkommen wieder hergestellt.
Lormier, begleiten ihn. Nochesort und Genoffen haben Sydney verlaffcn. Der „Laternenmann" ist mit O. Pain nach New-Pork abgegangen, und Jourde, Grandihle, sowie Bellwre, sind nach San Francisco unterwegs.
Heute vor acht Tagen fand die erste Wallfahrt nach Lourdes statt. An der Spitze der Pilger stand der Bischof von Tarbes, Msgr. Langenieux, der die Gläubigen seiner Diöcese dorthin geleitete. Derselbe war kürzlich in iRom und hatte mehrere päpstliche BreveS zu Gunsten von Lourdes erhalten, wo bekanntlich die Jungfrau Maria vor mehreren Jahren zwei Hirteukmdern »erschienen sein soll. Das eine derselben erhebt die Kirche zum Range einer sBasilika, das andere verehrt der bekannten Grotte das Portrait des Papstes in Mosaik, das dritte verleiht dem Pater Sempä, Obersten und Grand-Peni-
, ................J" von Rom und den
^itel eines apostolischen Missionars, und das vierte gibt dem Pfarrer von Lourdes, dem Abbo Peyramale, den Titel eines apostolischen Pronotars ad instar parlicipantium.
— Die Corresp. „Havas" meldet: „Der Hauszins steht als eine drohende Gestalt für viele Haushaltungen vor der Thür. Viele reiche Hausbesitzer baben kleinen Miethern angezeigt, daß sie auf die Hälfte des Zinses verzichteten. Andere Miether erhalten durch Vermittlung des Polizeipräffcten ihre Miethe bezahlt, welchen sehr viele reiche Leute bei Gelegenheit des Quartalwechsels zu dieser Unterstützung veranlaßt hatten."
— Wie verlautet, werden in dem lateinischen Viertel gegenwärtig Nach- sorschungen gehalten, um die Verstecke von Waffen und Kriegsgeräthen zu entdecken, welche daselbst noch aus den Zeiten der Commune vorhanden sein sollen.
— Aus Le Mans wird gemeldet: „Die Civilbegräbnisse haben in letzter Zeit so überhand genommen, daß der Maire sich veranlaßt sah, eine Verordnung zu erlassen, welche derjenigen des Lyoner Präfecten so ziemlich gleich kommt: Die Begräbnisse müssen den kürzesten Weg gehen; die Redner müssen Tags zuvor eingeschrieben werden und es darf nur eine gewisse Anzahl Personen den Begräbnissen beiwohnen. Diese Maßregel hat in den republikanischen Kreisen von.Paris viel böses Blut gemacht."
PariH, 16. April. Es heißt, die Kaiserin sei am Freitag und Samstag in Paris bei Nouher, Nue Elysne, gewesen und habe mehrere Personen, darunter Jörome David, besucht.
— Bischof Dupauloup befindet sich in Nom; er hat von dem fusionisti- schen Comitv, an dessen Spitze Falloux steht, den Auftrag, bei dem Papst einen neuen Versuch zu machen, daß dieser bei dem Grafen Chambord zu Gunsten der dreifarbigen Fahne sich verwende.
— Der Generalrath von Corsica konnte am 14. d. wieder keine Sitzung halten, weil die Bonapartisten sich wiederum nicht eingefunden hatten.
Broglie ist gestern Abend schon aus dem Eure - Departement zurückgekommen.
— Die „Presse" bestätigt, daß die fremde Presse unter das Regime gestellt werden soll, welches vom Kaiserreich angewandt und damals von Broglie und seinen Freunden so scharf angegriffen wurde.
(Engfanö.
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hier begrüßen. — Prinz Ludwig von Hessen hat gestern hier in seiner Eigenschaft als Commandeur der hessischen Division die Jnspection der zuletzt einge- , , ... ______ ______ ,v
treteuen Mannschaften bezüglich ihrer Ausbildung vorgcnommeu. Sic erstreckte tencier'von Lourdes, die Vollmachten^ der Henkers sich auf drei Bataillone des 117. Regiments und einen Theil des gleichfalls " ""
hier garnisonirenden 1. Bataillons des 116. Regiments, deren Leistungen in den Turnübungen, dem Parade- und Gefechtsdienst. Se. Hoheit äußerte sich sehr anerkennend über die Truppen und deren Führung.
Berlin, 15. April. Der Schluß der Reichstags-Arbeiten wird, wie wir hören, schon am 22. d. Mts. erfolgen können, da nur die wichtigsten Vorlagen, z. B. das Preß- und Kirchendiener-Gesetz, erledigt werden sollen; der Verwaltungsbericht über Elsaß-Lothringen dürfte erst in der nächsten Herbst Session bei der Berathung des Etats zur Verhandlung gelangen.
— Dr. Max Jordan, bisher Director des städtischen Museums zu Leipzig und seit einiger Zeit auch Doceut der Kunstgeschichte an der Leipziger Universität , hat nach Mittheilung der „Schles. Pr." einen Ruf als Director der Berliner National-Gallerie erhalten und wird demselben Folge leisten.
Berlin, 15. April. Auch hier ist ein Verein für die Leichenverbrennung in der Gründung begriffen. Die „Kreuz-Ztg." ist darüber sehr unwirsch; sie spricht von „religiösen Gegengründen" und man könnte neugierig sein, etwas von diesen zu erfahren, zumal da ein frommer auglicauischer Bischof geradezu erklärt hat, daß der Negierung religiöse Bedenken nicht entgegengestellt werden können. Vorläufig führt sie nur ein altes Kirchenlied an, in dem es heißt: „Dem Leib ein Räumlein gönn' bei seiner Eltern Grab!" Das wird künftig weit leichter fein, wenn wir die Urnen der Unsrigen in Columbarien zusammenstellen, und der altchristliche Ausdruck, daß der Mensch zu Asche werden soll, wird künftig weit besser passen. Dem Bedenken, daß künftig leichter Verbrechen begangen werden, weil keine Leichen-Ausgrabungen stattfinden könnten, ist am besten dadurch abgeholsen, daß eine strenge Todtenschau abgehalten wird Bis jetzt verfährt man in sehr bedenklichen Fällen bei uns in Deutschland weit leicht fertiger und gleichgültiger als in England.
Berlin, 16. April. Der Reichstag nahm in der heute stattgehabten zweiten Lesung des Militärgesetzes die 9 bis 30 A theils nach den Vor-


