werden soll, zu conserviren. Wie glücklich und ruhig ging es nachEinrichtung des Septennats her, als die drei monarchischen Parteien sich noch Freundschafr, Opserfteudigkeit und Solidarität ihrer Interessen heuchelten. Das wurde freilich bald anders, der legitimistische Prätendent konnte es nicht unterlassen, von Zeit zu Zeit durch Wort und Schrist mit der bekannten Ungeschicklichkeit aus der Vergangenheit hervorzutreten; die Agitationen der Bonapartisten wurden in gewohnter Weise rücksichtsloser und srccher; die Orleamsten lagen'schlauer Weise aus der Lauer, einen Prinzen von Geblüt in die Vice-Präsidentschaft der provisorisch-republikanischen Staatsform einzuschmuggeln; es geschah viel leicht nicht gern, doch jede der monarchischen Parteien hat bereits vom Mar schall Mac Mahon ihre Rüge erhalten, weil die Partei-Agitation dazu ange- than erschien, das von der Nationalversammlung eingesetzte Septennat zu erschüttern.
Nach gewöhnlicher Berechnung kann der Marschall-Präsident nicht mehr mit den Legitimisten und Bonapartisten pactiren; die republikanische Idee gehört auch nicht zu seinen Lieblingsideen und so muß er auch die Linke perhor- resciren. Mer und wo sind die Anhänger der Orleans? Die Enkel und Vettern des Bürgerkönigs erblicken das Heil Frankreichs natürlich auch darin, daß ihr Prätendent den Thron seines Großvaters einnimmt, im Ucbrigen sind sie auf Verlangen zeitweise auch verkappte Republikaner, zum Feuereifer der Bonapartisten sind die Orleanisten zu feige, zu den nutzlosen Bloßstellungen, denen die Legitimisten zum Opfer fallen, zu schlau.
Das gegenwärtige Cabinet vertritt im Ganzen und Großen den politischen Standpunkr des rechten Ccntrums und der Marschall-Präsident har da seine hauptsächlichste Stütze gesucht und gesunden. Durch das agitatorische Treiben der extremen Parteien sind die französischen Centrumsleute, rechtes und linkes Centrum, schon wiederholt auf eine Annäherung hingewiesen worden. Die beiden Centren haben so mancherlei geistige Berührungspunkte; und wenn die äußerste Rechte als abstoßender Pol wirkt, so sucht das rechte Centrum Füh lung nach Links und umgekehrt das linke Centrum nach Rechts. Gerade jetzt wird in Frankreich viel von einer Fusion der beiden Centren gesprochen, sie wollen sich einigen, in der Einbildung, das Septennat zu stützen. Nach einiger Vereinigung des rechten und linken Centrums als Regierungspartei müßte der Mann des Septennats abermals eine Frontveränderung und zwar eine sehr bedeutsame durchmachen, die das Todesurtheil für das gegenwärtige Ministerium wäre. Das geistig überlegene linke Centrum würde sich nur auf kurze Zeit damit begnügen, einige Portefeuilles inne zu haben; die treuen Anhänger Thiers', die Herren Dusaure, Pörin, L6on Sah, Waddington gehören zum linken Centrum. Würde nun die siebenjährige Präsidentschaft mit einem Cabinet ä la Thiers das Septennat stützen können? Wir glauben nicht, eine Fusion der beiden Centren ist gleichbedeutend mit dem Untergang deS Septennats, vielleicht auch mit der Auflösung der jetzigen Nationalversammlung und endlichen Errichtung der Republik.
Deutjc(j fanö.
Darmstadt, Die „Darmst. Ztg." enthält einen längeren, anscheinend osficiösen Artikel gegen den jüngsten Hirtenbrief des Bischofs von Mainz, in welchem sich derselbe als Thema „die gemeinsame Schule" gewählt hatte. An seinem Schlusie sagt der Artikel: „Der Herr Bischof spricht den Eltern gegenüber die Erwartung aus, daß sie bemüht sein werden, alle Pflichten einer guten christlichen Erziehung um so mehr zu erfüllen, je mehr die Gefahren zunehmen, denen der religiöse Sinn der Jugend ausgesetzt sei. Dem Wunsche, daß sich die Eltern eine gute christliche Erziehung ihrer Kinder recht angelegen sein lasten möchten, können wir nur aus vollem Herzen beipflichten, der daran geknüpften Hindeutung, daß durch das neue Schulgesetz sich die Gefahren für den religiösen Sinn der Jugend mehren, müssen wir nach den obigen Ausführungen ganz entschieden widersprechen. Wir hegen im Gegentheil die feste Zuversicht, daß die Bestimmungen des neuen Schulgesetzes, wenn sie richtig zur Ausführung gelangen, zur Hebung des Volksschulwesens wesentlich beitragen und sicher auch einer wahrhaft religiös-sittlichen Bildung der Jugend nur förderlich sein werden. Wir sind deshalb auch der sicheren Hoffnung, daß der weit überwiegende Theil der Bevölkerung des Landes die wohlthätigen Absichten des neuen Gesetzes richtig würdigen und durch bereitwilliges Entgegenkommen die Ausführung erleichtern wird. Um so mehr ist auf der andern Seite zu bedauern, daß in der oben von uns erörterten Weise unternommen wurde, gegen ein von der Regierung in der besten Absicht vorgelegtes, inmittelst von beiden Ständekammern gutgeheißcnes Gesetz von vornen herein Mißtrauen und Uumuth zu erregen, und daß dies von einer Seite aus geschehen tst, die es unseres Dafürhaltens als eine ihrer wesentlichen Aufgaben betrachten müßte, nachdrücklichst dahin zu wirken, daß den Gesetzen Achtung gezollt und völliger Gehorsam geleistet wird."
Berlin, (6. März. Ueber das Befinden des Reichskanzlers Fürsten Bismarck verlautet Folgendes: Der Fürst hat heute Nachmittag bis 5 Uhr gut geschlafen. Die Schmerzen sind wesentlich beruhigt und zeigen sich die ersten Erscheinungen wiederkchrender Kraft im Pulse.
Frankfurt, 17. März. Von den 65 jungen Leuten, welche sich vorige Woche zttr Ablegung des Examens behufs Erlangung der Berechtigung zum Einjährig-Freiwilligen.Dienst gemeldet, haben nur 21 bestanden.
Oesterreich.
Wien, 17. März. In der heutigen Sitzung des Herrenhauseö überreichten die fast vollzählig erschienenen Kirchenfürften ein Schriftstück deS Inhalts, daß sie an der im Jahre 1868 ausgesprochenen Ueberzeugung von dem Rechtsbestand des Concordates festhielten lind an den Verhandlungen deS Herrenhauses so lange theilnehmen würden, als cs nicht in die Specialberathung über die confessionellen Gesetze einginge. Das Haus nahm das Schriftstück zur Kenntnlh. In dem Ausschnffe für die Gesetze haben die Verfaffungstreuen die Majorität.
Wien, 17. März. Das Abgeordnetenhaus setzte die Debatte über die confessiouelle Vorlage fort. Cultusminister Dr. Stremayr entwickelt die Grund- sätze der Regierungs-Vorlage betreffs Bedeckung der Bedürfnisse des katholischen Cnltus und hebt namentlich hervor, daß die Lage des niederen Klerus ver
bessert werden solle, wozu der Episcopat durch freiwillige Beisteuer bisher nicht- Namenswerthes geleistet habe. Nachdem der Minister des Innern auf die gestrige Rede Hohenwart's in gemäßigter Weise replicirt und dessen Idee einer Art allgemeinen Versassuugs - Concordats als politisches Ideal bezeichnet hatte, beschloß das Haus mit allen gegen 38 Stimmen, in die Specialdebatte einzutreten.
Pesth, 17. März. „Lloyd" meldet, daß die confessionellen Gesetze nicht zum Gegenstände von Auseinandersetzungen bei der Curie gemacht werden sollen. Der Kaiser habe das Handschreiben des Papstes dem Ministerium des Äeußern mitgetheilt.
Schweiz.
Bern, 17. März. Der Große Rath des bisher antirevisionistischen Cantons Appenzell - Außerrhoden erklärte sich einstimmig für die Annahme der Bundes-Revision.
(EiiQlunö.
London, 17. März. Gras Münster übergab gestern bei einem zu dem Zwecke speciell veranstalteten Diner dem englischen Protestanten - Comitö die Berliner Dank-Adresse. Herr Murray bezeichnete den Sympathieen - Austausch als ein Unterpfand des ferneren vereinten Vorgehens beider Völker zur Förderung der bürgerlichen und religiösen Freiheit.
London, 17. März. Wie verlautet, statteten der Herzog und die Herzogin von Edinburgh heute der Kaiserin Eugcnie in Chiselhurst einen Besuch ab.
Chiselhurst, 16. März. Die Feier der Volljährigkeits-Erklärung deS kaiserlichen Prinzen sand unter sehr zahlreicher Betheiliguug statt. Allein an französische Gäste waren ztlm Empfang in Camden House mehrere Tausend Eintrittskarten ailsgegebeu. Alls die Beglückwünschungs-Rede des Herzogs v. Padua dankte der Prinz demselben für das dem Kaiser bewahrte treue Andenken und bemerkte, daß trotz des durch die loyale Haltung des Marschall-Präsidenten hervorgerufenen Vertrauens sich die öffentliche Meinung für eine Berufung an bas Volk ausgesprochen habe, und erklärte sodann seine Bereitwilligkeit, sich den Entscheidungen des Landes zu unterwerfen, möge sie der gegenwärtigen Regierung günstig sein oder der Name Napoleon wiederum nunmehr zum achten Male aus der Wahl-Urne hervorgehen.
Türkei.
Konstantinopel, 16. März. Der Sultan verlieh dem deutschen Gesandten Eichmann den Großcordon des Osmanie - Ordens, eine bis jetzt den Botschaftern vorbehaltene Auszeichnung.
Lokal- Notiz.
Gießen, 18. März. Gestern Abend gegen 6 Uhr verunglückten 5 Arbeiter auf ta Lahnhütte durch Einstürzen der Giebelwand des Gießhauses. Dieselben wurden zum Theil sebr schwer verletzt in die Klinik verbracht.
Verrutschtes.
— (Modern.) Schmachtend im goldenen Abenddämmerlichte saß Er am Fenster mit Ihr. Er blickte in Ihre Augen und schwärmerisch und schweigend schaute sie auf zu dem hoffnungsreichen Jüngling. Da öffnet sich leise die Thür, daS jüngste Schwesterchen tritt ein und sagt mit glockenheller Stimme: „Mariechen, Du hast Anna's Gebiß auS Versehen genommen! Anna will ausgehen. Du möchtest ihr doch ihre Zähne schicken."
Lauterbach, 16. März. Die seit vorigem Jahr stattgefundene Vermehrung der hie'i ! gen Viehmärkte Hai bereits den Beweis geliefert, daß durch dieselbe einem wirklichen Bedürfni» j entsprochen wurde. Es laßt sich mit Bestimmtheit annehmen, daß sich der Verkehr mit jedem Jahre lebhafter gestalten wird und es ist daher Zweck dieser Zeilen auf den nächsten Monts: ; Den 23. d. M stattfindenden Vieh- und Krämer-Markt noch besonders aufmerfjor zu machen.
Zürich, 9. Marz. Die „92. Z. Z." schreibt: Die auf morgen in den St. Pele: । ausgeschriebene zweite Versammlung deS »LeichenverbrennungSvereint^ nimmt noch großartiger« i Dimensionen an, alS die erste. Die 2000 Billete, welche auSgetheilt werden konnten, roarer. biS heute Mittag vollständig vergriffen, und ununterbrochen dauert Die Nachfrage fort, so da' anzunehmen ist, daß selbst Räumlichkeiten, welche 5000 Personen faßten, kaum genügten. Ihr dem Publikum möglichst gerecht zu werden, sollen die verschiedenen Voten im Drucke erscheinen I und zu billigem Preise abgegeben werden.
Vandsburg, 5. März Unser Nachbarstädtchen Mroezen ist jüngst der Schauplaz eineS „eigenthümlichen Verbrechens" gewesen. Der Dortige Arzt wohnte eben einer Sitzung dce landwirthschaftlichen Vereins bei, als die Frau des ortsansässigen BarbierS erscheint unv ifcr bittet, zu ihrem kranken Kinde zu kommen. Der pflichttreue Mann xöaert nicht, sondern begtebt sich in die Wohnung deS BarbierS, untersucht daß Kind, und setzt sieh an Den Tisch, um dem selben etwas zu verschreiben. In diesem Augenblick überfallt die Frau, welche vorher heimlick die Thüre verriegelt hatte, den Arzt mit einem Topf kochendem WafferS, indem sie ihn am'(breit „Du hast meinen ersten Mann mit kaltem Wasser umgebracht, ich aber werde Dich mit heißen umbringen." Der arme Doetor, über und über bebrüht, kommt kaum zur Besinnung, als r sieht, daß die Furie eine Axt ergriffen hat, um mit derselben ihr Mordwerk zu vollenden, (fr fällt ihr in den Arm und eS gelingt ihm, ihr die Axt zu entreißen, aber flugS hat sie etm glühende Feuerzange bei der Hand, mit Der sie auf ihr Opfer zuspringt und demselben mehrer« erhebliche Verletzungen beibringt. Es entspinnt sich jetzt ein Ringkampf, wobei beide Kämpfender zu Boden stürzen. Dem Doctor gelingt es, daS wüthende löeib festzuhalten und er ruft je| um Beistand, um sie unschädlich zu machen ; aber ehe Jemand herbei kommt, schlägt die Megär« dem Unglücklichen noch einice Zähne aus. DaS Wcib ist verhaftet ; eS wäre beinahe Volksjosw an derselben verübt worden. Der hiesige Arzt ist telegraphisch nach Mroezen berufen worden um seinen schwer verletzten Eollegen zu behandeln.
— Folgenden praktischen Rath für angehende Familienväter ertheilt ein amerikanische: Farmer, welcher unzählige schlaflose Nächte wegen eines schreienden KindeS bingebrautbt d-t Sobald der Schreihals erwacht, setzt man ihn im Bette aufrecht auf, unterstützt ibn mit Kisten wenn er noch nicht allein sitzen kann. Dann beschmiert man seine Finger mit steifem Syr>: und giebt ihm ein halbe- Dutzend Federn in die Hand. Das Kind w,rd dann ganz still sttz" und Die Federn von einer Hand absuchen, welche an der anderen wieder festkleben, uno wiri diese- so lange fortsetzen, bis es darüber in Schlaf fällt. Prob«tum cet!
Frankfurt, 13. März ES ist ein traurige- Zeichen zunehmender Entsittlichung, wen» man gestern auS dem Munde des Präsidenten der Strafkammer erfahren mußte, daß schon setz: biS zum Juni alle Termine für die correctioneHen Sitzungen besetzt sind Keine Sitzung ver geht, ohne daß nicht 14 —18 Fälle, Darunter viele höchst grauer Art, abgeurtheilt werden, w» die Angeklagten, weit entfernt davon, ein Geständniß abzulegen und so mildernd auf Die Straf? zu wirken, im Gegentheil eine beispiellose Frechheit in Wort und Miene an den Tag legen Die Vergehen gegen daS Eigenthum nehmen Dabei stet- die erste Stelle ein; ihnen folgen bi* jemgen, welche sich gegen Die Diener Der öffentlichen Ordnung richten und unter die iRubn? BeleiDigung und Widerstand fallen, wobei seit Anfang d. I. weniger die Nachtwächter als du Schutzleute unter der brutalen Gewalt zu leiden hatten. In den 16 Sitzungen, welche frit Beginn D. I abgehalten und wozu 411 Zeugen geladen waren, wurden allein 108 Anklage»
ss ps fBW‘”
Vit W. Jtti» jgircbntt
Ertfötr,
Kichc
begniB«r Mi
xrenten tu c erben, un' antad?t ri? D
gebaute in Lckmign oinge ton ten nnfttrn öfTjmmfr itütlilÜ tr in nächsten IW(-
Prori Uri Lori LMtrzuqtS hsfck in hit iriicben jnw 3<rien, Üb' $i «inet lopptlvijlol! eatm der 6 jungt M-m temjiUplog1 gnieinNltl iutbte, (total hri«, eint 8 Sag« traten, Trauerrand gefunden, w geliebten zu Bann ttwroe tirfte in vier «ihitil Die 1
•clgenten Mal schöpft Die ll b viel ili n Zimmer, sm iald finden, alle Rosen, ttue Wurzeln
-(S Mt; ick hl Lasche ein 6 »n mehrere j
9
Hc
l $0t s»
Hol im Gik § Moni - von in dem fiilnci §flr bfstnllich 5er
MN
Bau-
Nabel 2urd) __ mit 4' 2089 Nabel
Zusan i<T6tr tzhau i •tßtn ooi "Uunggsris
^^dherzo
Moi auf J
S« ta
6i*n, ta


