Ausgabe 
17.7.1874
 
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Kullmann gegen Pfingsten 14 Tage in Berlin verweilte,

schlag gegen den Fürsten Bismarck auszuführen.

ern war. Glückwunsch-Telegramme

Ocfleireid).

, ,, Ischl, 15. 311IL Nach dem gestrigen Tliier gab die Kaiserin Elisa- bcth dem Deu,scheu Kaiser tas Verspreche», auf der Rückrciie von der In d ÜJigbt Die Deutsche Kaisern, in Baden-Baden oder Coblenz ru besuchen was von Dem Deutschen Kaiser sofort telegraphisch der Kaiserin Äugusta bekannt ae- geben wurde. 0 ö

Kisstngen, 15. Juli. Durch weitere Erhebungen ist festgestellt, daß steu in den Weg trat. Derselbe wurde aeller» hier

ann aeaen Pfiuasten 14 Taae in Berlin verweilte, um seinen Mordan- fnrt eiugebracht Im Verhör gab er au, daß er Geistliches nud a^ Lolche"» DerRat.-Ztg." schreibt man:" Kiss luge n, 13. Juli, Nachmittag, jcha»e7 wollen ^W-tt'ere t^dbeahe,

4 Uhr. Unter dem Eindrücke der unerhörten Frevelthat, dw sich soeben ... mau, daß der Attentäter mehrere Helfershelfer habt denn Zeuaeu ^-«n aus unserem sonst ,° ruh.gen Badeorte vollzogen hat, ergäbe ,d) meine an Sie daß mehrere Individuen versuchte» den Meuchelmörder aus de» V äud .. der gesandten Telegramme, indem ich nnch zunächst darauf beichranke, da. b,s jetzt ihn Fassenden loszureißen. Fürst Bwmarck telegraphiNe nach dem Allen ak sei durch direete Berichte von Augenzeugen, zu denen auch ich zum Tbeil gehört gleich selbst an den Kaiser Wilbelm der ,,, k m at » 10

habe. Festgestellte Ihnen mitzutheileu. Um Ihren Leser./ zunächst eine An- tats .n München Gast d^s König"v-^Ba» " <Utcn=

schauung von den örtlichen Verhältnissen zu geben, führe ich an, daß Fürst,hat es förmlich geregnet.

Bismarck auf dem jenseitigen Ufer der Saale in dem zu rechter Hand der' Brücke über dieselbe belegenen Hause des Dr. Diruff Wohnung genommen hat. Der Brücke zunächst beft> det sich eine Restauration von Braun, ein Garten, in dem zur Mittagsstunde lin zahlreiches Publikum zu speisen pflegt; daran schließt sich ein Hotel garni, das demselben Besitzer gehört. Reben diesem liegt das Haus des Dr. Diruff, dessen erste Etage Fürst Bismarck bewohnt. Auf der andern Seite des Diruff'schen Hauses befindet sich gleichfalls ein Hotel garni (von Holzmann), das zu Mittag von Gästen zahlreich besucht wird.

Gr. Hem. 5° 0 Obi.

Uberbesden

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Bayer. 5^

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Oest. Creditact 242 >,

Galizien

Oeetr. 1854r

L 8. 1061 m. S.

Pari» Wien ditto ditto

Dienunte

yörsriinatiirichHu.

16. Juli 1874

Arnnteidam Augsburg

Bremen Brüssel Hamburg Leipzig

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Actieiie

Frankf. Bank 147 , Frankl. Vereiua-Kaese 85* Dartnst. BankacL 370 Rheinische Hyp.-Bank^ Wien Bankactien 1036

So ist der Ort d^s Atteutas um £ii Mittagsstunde stark belebt und, da der Kanzler um diese Zeit sich zu Wagen nach der Saline zu begeben pflegt, findet sich jetzt regelmäßig sogar ein außergewöhnlich großes Publikum em, um den berühmten vielverehrten Mann zu sehen. So war auch heute ein zahlreiches Publikum versammelt, als Fürst Bismarck um lJ/2 Uhr an der Südseite des Diruff'schen Gartens den königlichen Wagen bestieg, während ein Badediener neben dem Kutscher auf dem Bocke Platz nahm. Als die Equipage aus dem Gartenwege in die beschriebene Hauptstraße einbiegen wollte, bewegte sich (wie mir der königlich bayerische Kutscher Schmidt, der Führer des Wagens, mir theilt) ein mit einem Nocke, wie ihn die katholischen Geistlichen zu tragen pflegen, bekleideter Mann vor dem Wagen her. so daß der Kutscher gezwungen war, langsam zu fahren und den Mann anzuruftn, der sich erst nach mehr­maligem Zuruf bequemte, ans dem Wege zu gehen- Während dieser Zeit war der Wagen bis an die oben erwähnte Braun'sche Restauration gelangt, und in diesem Augenblicke wurde aus nächster Rähe eine Pistole auf den Fürsten ab- gefeuert Der Kutscher, fast starr vor Schrecken, hatte doch die Geistes­gegenwart sich umzukehren, er sieht den Fürsten anscheinend unversehrt, will also weiter fahren und wendet sich den Pferden zu, da bemerkt er den Mörder, der, das Pistol fortwerfend, in der aus den Restaurationen und Häusern in Folge des Schusses herbeigeströmten Menschenmenge verschwinden wollte. Mit einem kräftigen Peitschenschlage fuhr der Kutscher dem Mörder nun über das Gesicht und gleichzeitig packte ein Badegast (der Hofschauspieler Lederer aus Darmstadt) denselben bei der Kehle. Umsonst bot der Mörder alle Mittel auf, sich seiner Festnahme zu entziehen (die Hand des Lederer trägt verschiedene Bißwunden), die Menschenmenge hielt ihn fest, man packte ihn an allen Theilen deS Körpers und fast hätte man ihn in Stücke geriffen, so groß war die Ent­rüstung über die verübte Frevelthat. Der Fürst selbst war Gottlob! ziemlich unverletzt geblieben, eine leichte Streifung an dem Knöchel des rechten Hand­gelenks war die einzige sichtbare Folge des Mordversuchs. Fürst Bismarck trat unter das erregte Publikum und suchte es zu beruhigen, indem er hinzu­fügte,man solle den Menschen dem Gesetze überlassen."

Baden 4*/,u 0 ObL e. E. L. - Dealern Silberrente 68'/, Papierrente 64

Aciien.

50/o öetr. F. SL E. B. 329 >/, Lombard. Bahn 143 Ludwigen. Bexbach 185

Max bahn

Bayer. Ustbahn 1107,, Khein-Nabebabn-AcL Hedh. Ludwignb.-Aet. 136'/,

Preuss. 4,% Oblig. Frankf 3' 2U 0 Oblig. 90*

AnieheiiNlooNe»

Darmstädter fl. 50Loose . 25 .

Kurb. 40 Thir. uuom 72 4 Nassau 25 fl. 46

Braunschweiger 23 3U o Oldenburg, a 4<)Thlr 401 , 4u,0 bayr. Pram.-Anl. 116-1 9 4U/O badische Luuae 114' $ Badische fl. 35 Loose 72

Amerik. Bonds 188lr 1O33 $

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. 1885r 102« 4

. 1887r 103

CeCeßrnpljifcfjc Dcprfcfjcn.

Pose», 16. 3uli. Der L»ndrach des Luker Kreises übermittelte bcn Vicar Warmmski der Verfügung der Regierung, welche ihn bei Vermeidung polizeilicher Zwangsmittel zum Verlassen deS Wohnorts binnen drei Tagen aiifforderte und ihm den Aufenthalt in den Kreisen Buk, Samter und Posen untersagte.

Dourg-Madame, 15. Juli. Saballs, welcher eine Zeit lang bei Aja, drei Kilometer von Puigcerda, gelegen hatte, hat eine Bewegung gegen Ribas ausgefüh'-t, um andere Carlisten-Führer gegen republikanische Hi'lfstrnp- pen zu nnterstützen.

Chicago, 15. Juli, Rachmittags. Die Feuersbrunst wurde um Mit­ternacht bei der Straße Vanburen bewältigt. Ueber 20 Hänsermertel sind zerstört, 4 Feuerwehrleute umgekommen.

Madrid, 16. Juli. Dem Vernemhmen nach steht eine Cabinets Krisis bevor und heißt es, der Minister-Präsident Zabala und der Zinanzminister Ea- macho würden zurücktreten. Die Carlisten concentriren ihre Streitkräfte um Bilbao.

Paris, 16. Juli. DasJournal offiliel" meldet: Rach der gestrigen Sitzung der National Versammlung hat der Finanzminister Magne seine De. Mission gegeben, derselbe wird indeß auf den Wunsch des Marschall-Präsidenten Die laufenden Geschäfte bis zu seiner Entsetzung fortführen.

Wien, 16. Juli. Die internationale Samtäts-Conferenz berieih den Commissions-Antrag betreffs Aushebung der Quarantäne. Mehrere Delegirte befürworteten lebhaft die Beibehaltung der See Quarantäne. Schließlich wurde der Antrag des italienischen Vertreters angenommen, wonach die Eommission iivchmals die Gegengründe gegen Aufhebung der Quarantäne eingehend er­wägen soll.

Ischl, 16. Juli. Fürst Milan von Serbien ist gestern Abend hier an­gekommen.

Nom, 16. Juli. DemFanfulla" und derLiberia" zufolge über- sandte der König von Italien dem Fürsten Bismarck telegraphisch seine Glück­wünsche, welche Fürst Bismarck unter dem Aiisdruck der Dankbarkeit für die Gefühle des Königs beantwortete.

München, 16. Juli. Von einer Anzahl der geachretsten hiesigen Bür- ger, daruiiter die Vorstände beider Gemeinde-Collegien, wird heute eine Ad reffe aufgelegt, worin der tiessten Entrüstung über das an dem Fürsten Bismarck verübte ruchlose Attentat und zugleich der Freude Ausdruck gegeben wird, daß die Vorsehung den schmachvollen Plan nicht hat gelingen lassen. Die Bürger werden aufgefordert, die Adresse, welche bis zum 21. d. M. aufliegt, zu unter- schreiben.

Stuttgart, 16 Juli. Der Gemeinderath und der Bürger-Ausschuß der Stadt beschloß heute einstimmig, eine telegraphische Glückwunsch Adresse an den Fürsten Bismarck zu erlassen.

Nachdem man die Gewißheit erlangt hatte, daß ein gnädiges Geschick den Kanzler vor dem Schlimmsten bewahrt hatte und der Schrecken der An­wesenden sich gelegt, umringte Alles den Fürsten. Jeder wollte seine Theil- nahme atissprechen, eine unbeschreibliche Verwirrung trat ein, und allmälig gelang eS, dem Fürsten eine Bahn zu brechen, auf der es ihm möglich wurde, seine Wohnung zu erreichen. Während dieser Zeit wurde der Mörder von einer Zahl von Badegästen mehr fortgeschleift als transportirt und nach dem Stadtgefängniß gebracht. Er gab an, ein Böttchergeselle Kullmann aus Magdeburg zu sein, und erwiderte auf alle weiteren Fragen nur,er habe die Unthat aus freiem Antriebe gethan." Er ist ein junger Mensch von circa 19 bis 20 Jahren vom rohesten Aussehen, der mir indessen doch zugleich den Ein­druck eines verschmitzten Menschen und eines abgefeimten Verbrechers machte; nach einem Fanatiker sieht er nicht aus. In der Aufregung neigten deshalb auch Alle der Annahme zu, daß er zu dem Verbrechen gedungen sein möchte; mit welchem Rechte, will ich nicht untersuchen; aber auffällig ist jedenfalls das Zusammentreffen der That mit der Anfangs erwähnten Persönlichkeit im Prie­sterrock. Trotz der durch den Vorfall natürlich hervorgerufenen starken geistigen Erregung konnte Fürst Bismarck, den rechten Arm in einer Binde tragend, sich bereits gegen 3 Uhr in das Landgericht begeben; er hatte gewünscht, den Ver­brecher selbst zu sehen und zu sprechen. Der Inhalt dieser Unterredung, wie das bisherige Resultat der sofort eingeleiteten Untersuchung entzieht sich selbst­verständlich vorerst der Qeffenllichkeit. Die an dem Mörder vorgenommene Durchsuchung seiner Person hatangeblich" einen Zettel von feinem Papier ausfinden lasten, auf dem sich die mit eleganter Handschrift geschriebenen Worte im Hause mit Aufschrift Dr. Diruff jun." finden sollen. Durch die Straßen und vor dem q^ause des Fürsten wogt, während ich dies schreibe, eine erregte Menschenmenge. Zu wiederholten Malen mußte sich der Fürst dem immer und immer wieder mit begeisterten Jubelrufen nach ihm verlangenden Publikum zeigen. Alle stimmen in dem Wunsche überein, daß die Frevelthalt auf das weitere Befinden des Fürsten keinen nachtheiligen Einfluß habe.

Kisstngen, 15. Juli Den gestrigen Tag verbrachte Fürst Bismarck in stiller Zurückgezogenheit; auf den Rath der Aerzte wurde Riemand empfan­gen außer Abends der Regierungs-Präsident Graf Luxburg; auch die Salinen hat er gestern nicht besucht. Auch beute hielt er sich zurückgezogen und ohne Begleitung, wie früher wohl, geht der Fürst nickt mehr aus. Gestern war der Unterarm etwas geschwollen, doch heute hat dies nachgelassen. Auch der jüngste Sohn des Fürsten ist gestern angekommen. Heute Morgen nm 9 Ubr fand ein Dankgottesdienst in der katholischen Kircke statt, auf beute Abend ist! ein solcher in der Synagoge angeordnet. Der Attentäter bat sich als Ultra- montaner erklärt. Ein Loblied auf den Papst trug er bei sick, aber keinen Heller Geld. Während des Transportes soll er zu dem Polizisten gesagt haben, es stünden übrigens noch Viele hinter ihm. Er verneinte vor Gericht entschieden, daß er gedungen sei. Er ist 21 Jahre alt, 8 Tage außer Arbeit und hat, seiner Angabe nach, die Nacht vor dem Attentat im Walde geschlafen. In seiner einläufigen Pistole behauptet er drei Kugeln gehabt zu haben; drei Kugeln wurden noch bei ihm vorgefunden Ein Geistlicher wurde der Mitschuld u» verdächtigt, indem derselbe im entscheidenden Augenblicke dem Wagen des Für- Oa

Frankreich.

Paris, 14. Juli. Der Kriegsminister General de Cissey hat angeord- net, daß die Umwallung von Belfort erweitert werde. Die Foubourgs France Montbeliard und Fourneau werden in Zukunft von der militärischen Servi­tute befreit.

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