Lokal-Notiz.
®ie»cn, la. Juli. Heute NackmUtag ivurtc von Herrn Turnlebrer Nübsamen ein die Lösckappaiate zur richtigen Stelle gelangen und wenn sie zu wirken beginnen, muß eft d* u Kn X)On Jahren an der Bärrn sehen Bleiche aus der Lahn gezogen, nachdem es sckonlso bedeutende Wasiermasse in den vom Feuer ergriffenen Raum geschleudert werden, baß tut^
im Keime zu ersticken, wenn nickt der undurchdringliche Rauch, der gewöbnlicke Berrälbn eines Feuers, namentlich da, wo große Massen von Waarenvorrathen auigebäusr sind, wies Lager, Fabrik und Schiffsräumen, es unmöglich machte unverzüglich den eigentlichen Herd res Feuers aufzusucken und dann letzteres mit Erfolg zu bekämpfen. Es vergebt kostbare Zeit eie
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® er Lin, 12. Juli. In Folge der von Herrn Bernhard Loeb erfolgten D?cnfne»*’i-1 ladungen zur Anschauung der Versuche mit der in dieser Zeitung bereits erwähnten Pa trat Gasspritze harte sich gestern bei Stralau ein sehr zablreiches Publikum eingefunden. Zi Behörden von Berlin und vielen Städten aus der Umgegend batten idre Vertreter geia'tt Unter den Anwesenden befand sick der Präsident von Sckellwik im Auftrage des landnnnb schaftlicken Ministeriums; an die Vertreter der Prefie, der Industrie und des Kaufmannstartd schloß sich fine große Menge von Schaulustigen, welche von der Polizeimannickaft nicht au)<r bald der gezogenen Schranke gehalten werden konnte. E» war daher überaus schwierig, über das Wesen der ürsindung genau zu orientiren. Die Versuche geschahen mit Patent gassp ritzen und dem Patent-Rauch-Apparat (Svstem Loeb Fabrik Sckaffer Budenberg, in Buckau-Magdeburg). Die Erfindung lst keineswegs neu, sondern seit Iabret bekannt und «»ngeführt, und lehnt sich überhaupt an die Erfindungen der neueren Ftuerleich apparatc. Rauchhaube und Ertmeteur (Gasspritze). Zum allgemeinen Verstandniß dürfte fftt zutbeilen sein: In recht vielen Fallen würde es em Leichtes sein, im Entstehen entdeckte Brand«
flrierfjcnüiiii).
♦Itbcn. Auf Korfu ist es bei den Deputirteuwahleu zu schweren Ex- cessen gekommen. Den Anlaß gaben, wie Oie „Triester Ztg." meldet, mehrere betrunkene Soldaten der Garnison, welche ruhige Personen ohne ®rimb an- fielen und selbst einige Geivölbe plünderten. Als am anderen Tage einige andere lLoldaten auögingeu, um ihre gewöhnlichen Einkäufe zu machen, wurden sie von der noch immer aufgeregten Menge angegriffen. Bald darauf erschien eine Truppenabtheilung, es kam zum Kampfe, die Truppen schossen unter die Menge und es gab -loDte und Verwundete. Die türkische Regierung hat bereits ein Kriegsschiff zum Schutz ihrer in Korfu lebenden Unter'thanen abgesendet. Die Wahlen sind bis in den nächsten Monat verschoben.
flmerifta.
Aus New-Aork, 9. Iuli^ meldet ein Telegramm, daß die Truppen der Vereinigten Staaten in dem Territorium Wyoming ein Gefecht mit dem indianischen Stamme der Sioux gehabt haben. Diese verloren 53 Todte und Verwundete, wahrend der Verlust der Truppen in nur drei Todten bestand.
Italien.
Rom, 12. Juli. In Florenz sind Freitag Nacht Ruhestörungen vorgckommen, ähnlicher Art wie in mehreren ober- und mittelitalienischen Städten, doch ohne Gewalsamkeiten, wie sie anderer Orten vorgekommen sind. Das Volk versammelte sich vor dem Municipalpalast und verlangte Herabsetzung des Brodpreises. Es scheint fast, als ob ein gewisser Zusammenhang in diesen Demonstrationen an verschiedenen Orten bestände; möglicher Weise liegen ihnen kommunistische Aufwiegelungen zu Grunde.
Spanien.
Aus Tolosa, 4. Juli, meldet der I. N. zeichnende Correspondent der „Neuen^Pr. Ztg." Folgendes über den von den Carlisten erschossenen Hauptmann Schmidt:
Schmidt war im Hauptquartier des Marschalls Concha anwesend, zuerst in Lodosa, darauf in Lerin. Am 25 v. Mts., beim Beginn der Feindseligkeiten, ging er ohne jede Legitimation in der Absicht, sich zu orientiren, vor, und benutzte zur Bequemlichkeit das Anerbieten eines spanischen Officiers, welcher den Vorposten Munition zuführte, sich auf einen seiner Wagen zu setzen; seine Absicht war, am Abend zurückzukehren, um über das Gesehene und Geschehene zu berichten. Ain Ziele angelangt, ging er die Vorposten-Linie entlang ; seine große Kurzsichtigkeit muß ihn zu weit haben vordringen lassen, — kurz, bei Villatuerta. das damals im Bereiche der (artistischen Vorposten lag, ward er überrascht und gefangen genommen. Widerstand war unmöglich, ohne Waffe, völlig isolirt, war er schon da verloren gewesen. Die Vorposten veranlaßten seine Beförderung iu's Hauptquartier — wegen Beginn der Feindseligkeiten war ein sofortiges Verhör unmögllch — und seine Einschließung uothwendig. Der Verlauf Der Gefechte ist bekannt, — Die Besiegten, durch und durch verzweifelt unO entmuthigt, zündeten in ihrer Wuth Abarzuza und andere Dorfschaften an; viele wurden noch im Begriff dieser Thal gefangen. Die schiver heimzesuchten Bauern verlangten Schutz und Bestrafung der Schul- digen beim General Dorregaray. Die Gefechte waren beendigt; 182 Gefangene, der Bcaildstisrung für schuldig befunden, wurden zum Tode verurtheilr. Mit ihnen kam der Hauptmann Schmidt in's Verhör, seiner beschworenen Aussage, er sei unschuldig und nur als Berichterstatter dort, wurde nicht geglaubt, man verlangte Legitimation; seine Bitte, piii Gepäck aus Lerin durch Parlamentäre holen zn lassen, wurde aiigeschlageu, die Aussage auderer Gefangenen, daß der Verstorbene immer beim Hauptquartier Coucha's und daß er preußischer Artillerie-Hauptmann sei, ließ seine Schuld in Den Augen Der fanatisirten Richter, deren Präses Der Admiral Vinalet war, immer mehr und mehr hervor- treteu; kurz, er in Gemeinschaft der sämmtlichen Gefangenen, wurde zum Tode verurtheilt.
Der Correspondent fügt noch hinzu: „Diese Thatsache, sowohl der der Tod des Hauptmanns Schmidt, wie der der Soldaten, stempelt Die ganze Kriegführung der Carlisteii, die ans dem besten Wege war, sich in der Welt Anerkennung zu verschaffen, wieder zii dem, was sie im Anfänge des Entstehens war — zu einem Aufstande fanatischer Katholiken unter Anführung entarteter Pfaffen."
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Cardinal-Bischof zum Bischöfe gesalbt wurde, hat heute seinen feierlichen Ein- mehrere Male untergetaucht war. Es dürfte dies eine Warnung für manche eitern fein ih, zug gehalten. Der Präfekt, sowie die übrigen Spitzen der Civil- und Militär- Äleincn "'cht unbewacht am Wasier sick umhertummeln zu laßen.
behörden geleiteten Se. bischöfliche Gnaden unter Kirchenqeläute und Kanonen- "LJ” tein Garten am Steigbaus campirt eben ein hiesiger (hr
■ ' * - - ff" mit mehreren kleinen Kindern, das jüngste ton einem Iabre, unter freiem Himme.
Obdachlosigkeit ist die Uriache. Dürfte sich für die Armen nicht ein befferes A vl verickane, tasten.
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donner durch die prachtvoll geschmückte Stadt zur Kathedrale, wo er feierlich von dem Bischossstuhle Besitz nahm Msgr Perraud verdankt seine Ernennung besonderer Huld, da bis jetzt noch kein Doctor der Sorbonne einen Bischofsstuhl so leicht erhalten konnte, und namentlich war Msgr. Perraud Doctor der Sarbonne."
Paris, 14. Juli. Aus Lille, 12. Juli, meldet die Corresp. „Havas": „Der Ex Pfarrer und Condottiere, Santa Cruz, führt hier ein gar beschauliches Leben und würde kein Mensch, der das kleine, dicke, untersetzte, gut- müthig dreinschauende Männlein sicht, glauben, daß dies der berüchtigte Santa Cruz sei. Alle Monate begibt sich Santa Crnz auf das Central-Polizeibürcau, um seinen Sold entgegenzunehmen, den ihm die Regierung ausgesetzt hat. Im Uebrigen lebt er keineswegs in schlechten Verhältnissen, denn er empfängt von seiner Familie reichliche Geldsendungen."
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Amsterdam, 12. Juli. Im Priester-Seminar zu Warmond bei Leyden ist ein Prophet erschienen in der Person eines I. de Bruyn, der seine Weissagungen in der Zeitschrift „Onze Wachter" veröffentlicht. Er prophezciht nichts Geringeres, als daß der Kaiser von Deutschland von „den Männern der Fortschrittspartei und von den Altkatholiken" gestürzt werden würde. Man sollte diesem verrückten Seminaristen allstündlich einen Eimer eiskaltes Wasser über den Schädel stürzen.
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Vermischtes.
Darmstadt. Es wird uns ein komischer Streitfall mitgetheilt, den i»ir uninr g"hrten Lesern nicht vorenthalten wollen. Ein im östlichen Stadtviertel belegenes gavf. « Ofengeschäft hat sich zum Transport seiner Waaren ein EielSsuhnverk angeschafft und fübri t* edle Zugthier den sonst ganz ehrbaren Ramen „Fritz.- An einem der letzten Tage erklärt r.t\ der mit dem Fuhrwerk zurückkehrenbe Häfnerbursche protestirenb, daß er den ^Fritz- nickt wein die Stadt führe, denn ein gewishr Hr. M., den sein Beruf oft durch die dortige €n:< führt, nehme immer vor ihnen ehrerbietig den Hut eb, mit dem Gruß „Guten Tag «tut Herren.» Die Sache wurde tndeß glücklicher Weise verglicken, so dap ein Präjudizfall nich daraus erwachsen ist
Tetegiaphische Depeschen.
München, 14. Juli. Abgeordnetenkammer. Freytag verliest eineIi terpellation wegen einer Mittheilung der „AUg. Zeitung" bezüglich der Crklö rnng der Regierung von Schwaben und Reuburg, daß der Firmungsreise tu Bischofs Reinkcns nach Kempten Seitens der Regierung nicht entgegengetreta werde, und fragt an, ob der Cnltnsminister die gleiche Auffassung habe kerpellant findet dieses im Widerspruche mit der Entscheidung des oberstq Gerichtshofes, daß Rcinkens nickt als Bischof a 11311erLniien fei. Der Cultut rninister erklärt, diese Frage sei schon oft behandelt worden. Der Erzbischil von München habe schon 1872 ersucht, die Firmungs-Reise des damaligen Ul rechter Erzbischofs nicht zu gestatten und habe nach der geschehenen Reise Beschwerde gegen die Gestattung eingegeben. Die damals von der Regieri!r- angegebenen Gründe beständen auch heute noch. Die Regierung könne ei« solche Firmungs-Reise weder erlauben noch verhindern. Sie sei nicht verpflichtet ja nicht einmal berechtigt, den weltlichen Arm der Kirche in den Conflict leihen, der durch ein in Mißachtung des königlichen Placets proclamirtes neud Dogma entstanden sei. Zwischen dem damaligen Utrechter Erzbischof Loos uni Dem Bischof Reinkens bestehe für Die Regierung kein Unterschied und erfabn Die Frage deshalb auch gleiche Behandlung. Bei der Entscheidung, daß Rci» kens für Bayern nicht als Bischof anerkannt wurde, habe eS fick um h bischöfliche Jurisdiction gehandelt, welche allerdings nicht bewilligt werd» könnte. Weshalb er (der Minister) nun aber den Regierungs-Präsidenten vci Schwaben und Reuburg die unveränderte Stellung Der Staatsregwrung zu tc. Angelegenheit auf Befragen nicht mittheilen sollte, vermöge er nicht elnzusebeit
Paderborn, 14. Juli. Der Bischof Martin ist wegen Richt Besctzii^ von sechs Pfarreien im Kreise Brilon neuerdings zu 18,000 Thlr. Geldstrait unb außerdem noch zu einigen kleineren Strafen verurtheilt worden. Ob sei- frommer Verehrer auch diese Summe für ihn bezahlen wird?
Kissingen, 14 Juli. Gestern wurde Der in Schweinfurt verhaftete Der Mitschuld an Dem Attentat verdächtige Geistliche auf Die hiesige Frohnfch ei'.igcbracht.
Ischl, 14. Juli. Der Kaiser Wilhelm und Franz Joseph trafen heut! Nachmittag 23/4 Uhr hier ein. Kronprinz Rudolf in preußischer Uniform, bi- Ober-Hofmeister Fürst Hohenlohe und Ropcsa sammt Gefolge erwarteten bi? Majestäten im Hotel „Elisabeth", welches mit Blumen und Fahnen gefchniü^ war. Kaiser Wilhelm wurde vom Kaiser von Oesterreich, vom Kronprinz« Rudolf und dem Gefolge in seine Appartements geleitet- Eine ungemein greß! Volksmenge harrte der Ankunft der Monarchen seit Stunden in der Unigtbii :. des Hotels und deii angrenzenden Straßen.
Versailles, 14. Juli. Die Rationalversammlnng verwarf beute c geheimer Abstimmung die Erhöhung der Salzsteuer mit 362 gegen 256 Stim meiu Es ist noch unbekannt, ob der junge Finanzminister seine Demissior geben wird.
Nom, 14. Juli. Der Ministerpräsident sandte heute Rarnenö der gierung ein Telegramm an den Fürsten Bismarck, in welchem er das Atteilt« beklagt iiild den Fürsten zu seiner Rettung beglückwünscht. — Als Vertreis Italiens bei dem Brüsseler Congreß werben der Gesandte Blanc und Obetj Lanza fuugiren.
Santander, 14. Juli. DaS Hauptquartier Zabala's ist noch-in 310110. General Moriones hat sich in Folge unter den Truppen auSgebroct» nee Krankheiten mehr gegen den Ebroflaß ziirückgezogen. Die Wiederausuab« der Operationen ist vor drei Wochen unmöglich. Ein carlistisches Hauptcord nebst Dem carlistischen Generalstab ist in BiScava eingerückt. Die Schifffabt auf dem Rervioufl iß ist durch die Carlisteu ernstlich bedroht.
Ischl, 15. Juli. Kaiser Franz Joseph hat heute Morgens dem dcu scheu Stiller einen halbstündigen Besuch abgestattet.
Straßburg, 15. Juli. Die „Straßburger Zeitung" meldet, t: durch kaiserliche Verordnung das Metzer S)andelsgencht mit dem 1. Octeb d- I- aufgehoben und die Function desselben dem Dortigen Landgericht übr tragen ist.
Braunschweig, 15. Juli. Durch herzogliche Verordnung wird t Reichsmark-Rechuung im Herzogthum Braunschweig mit dem I Januar 187 eiugeführt.


