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viertrljährig 1 fL 12 fr. «i! Vrtngerlohn. Durch die Post bezogen vtertel^ährig 1 ft 29 k.

Gießener Aiyeiger.

Erscheint täglich, E Aus­nahme SormtagS.

Expedition: Lanzletbera, . B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Areis Liessen.

Nr. 13, Freitag den 16. Januar Z8-Ä.

Amtlicher Theie

Betreffend: Die Versorgung der Militärpersonen durch Uebertragung von Civilstellen. Gießen, am 14. Januar 1874.

Das KrvHitzkrzigliche Kreisem! Gießen

an die Großherzoqlichen Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme derjenigen zu Staufenberg.

Wir erinnern Sie an die Erledigung unserer Auflage vom 8. December 1873 Nr. 293 des Anzeigeblattes vom 15. December 1873 binnen 10 Tagen.

v. Röder.

m Krausse.

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Md Lied an den Europa, Potpourri nbi) n. 21. (205) autzbmschen sucht

L- Keil, Niuaibäiim.

für Am.

e ^as Zuschneiöcn imb Taminkleidmi erlernen Ltzlich eintreten bei iahe Rothenberger, Lindenplatz.__________

nra'imtn non Bildern In te Minen, sowie in leforflt jil billigen Preisen [, P. Ritsert^ goher, Wallthor 156. igcpapicr kauft lenberfler, Neuenweg 1^-^ solider, fahrkundiger sogleich ei»treten bei )örr, am Marktplatz.

) k m e r k u n g e n.

, Om Äijsionsfest.

Äf^lt6tebta*

Polizeiliche Bekanntmachung.

Sliif dem zwischen dem Hallse des Herrn Lehrers Jung und der Wieseck angelegten neuen Wege darf von nun an kein Schutt mehr abaeladen werden bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe.

Gießen, den 14. Januar 1873. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen.

Nover.

politischer T h e i l.

selben abzuhelfen.

(Fortsetzung folgt.)

Deulfcöfanh.

Gietzen, 15. Januar

(Fortsetzung der Antrittsrede aus Nr. 11 dieses Blattes.)

mehrerer Pfründen, ertheilte Ablässe für diejenigen, welche Geld nach Nom zu vorgeblichen frommen Anstalten schickten, machte die Mönche mit unerhörten Privilegien, Exemtionen rc. gegen allen Gerichtszwang ihrer Ordinarien sicher. So wurden göttliche und menschliche Gesetze äusser Acht gelassen, um nur das Privatinteresse zu befördern.

War es demnach ein Wunder, wenn Deutschland, das so oft vergeblich um eine Reformation am Haupt und Gliedern gefleht hatte, endlich dieses Un­fuges müde wurde und ein grosser Theil desselben sich von dem Gehorsame des Pabstes frey machte. Die grosse Revolution in Neligionssachen im sech- zehendeu Jahrhunderte, wie es Schmidt (s. Geschichte der Deutschen. Ulmer Ausgabe IV. Band S. 616) behauptet, würde wahrscheinlich nicht erfolgt seyn, wenn mau demjenigen Winke, den die Constanzer und Basler Concilien in ver­schiedenen Stücken gegeben, gefolgt, auf demjenigen, was sie augeordnet, fort­gebaut und in dem nähmlichen Maaße der Reformation fortgeschritten wäre. Allein Rom fand dieses für seinen Zustand nicht zuträglich, mußte es aber auch mit seinem empfindlichen Schaden erfahren, daß es nun zum ersteumahle von seiner Politick verlassen war. Die schönsten Provinzen Germaniens rissen das päbstliche Schild ab, formten sich eine eigene kirchliche Regierungsform, flam unabhängig vom römischen Hofe, schlossen vcste Bündnisse, ihre neue Freyheit strenge zu behaupten, selbe sogar mit ihrem Blute zu versiegeln. Dieser einmahl rege gewordene Reformationsgeist 'breitete sich auch in die be­nachbarten Reiche aus. Eugland, Schweden, Dänemark, Helvetien und Bel­gien sagten dem Pabste den Gehorsam auf und liessen sich von den neuen Re­formatoren das Evangelium"predigen. So verlohr die römische Curie auf einmahl tausende der reichhaltigsten Quellen seiner Einkünfte, ihr Reich wurde ausserordentlich geschmälert, ihr Ansehen fiel ganz. Noch blieb zwar ein grosser Theil der Deutschen unter dem alten Gehorsame. Man ließ es von dieser Seite mit blossen Klagen und Einreichung hundertfältiger Beschwerden bewen­den, und so mißlich die Lage für Nom war, that es doch nichts, um den-

p. ... - flv . ----------- ----- "**ö**r Ovv.ö v..v.yv.....uP»v. Darmstadt, 14. Januar. Der vor Kurzem imFrkftr. Journ." ent-

Cmt|)air6, die Nuntien siengen von neuem an, allen Unfug in Deutschland zu'haltenen Nachricht, daß in dem Ministerium der Justiz ein Gesetz über die

litick dasselbe zu entkräften suchten, hatte noch Männer an seinem Ruder, die alis Urvatters Herrmanns Blute entsprossen, mit ihm Redlichkeit, Treue, Be» ständigkeit, Entschlossenheit und die diese nothwendig begleitenden Tugenden geerbt hatten, gegen Privatvortheile blind waren, nur das allgemeine Beste der deutschen Kirche und das in dasselbe verwebte Wohl des deutschen Staats- cörpers vor Augen hatten, nichts unternahmen, wodurch dasselbe nicht erzielt werden könnte. Allein ihre Zahl war zu geringe, als daß sie gegen die größere siegen konnte. Aeneas Sylvius drang mit seinen Jntriguen durch. Es ent­stand der Wiener Vergleich, sonst das Aschaffenburger Concordat genannt Deutschlands Kirche ward wieder für Rom zinsbar, nur einige Basler Decrete foölcn für sie noch wirksam bleiben; aber auch diese suchte man ihr in der Folge zu entreissen. (Siehe meine Abhandlung: lieber die Fundamentalgesetze her deutsch-catholischen Kirche im Verhältnisse zum römischen Stuhle. Ein Nachtrag zur Spittlerischeu Geschichte. Frankfurt uud Leipzig bey Tobias Goebhardt 1791. gr. 8.)

So vorteilhaft nun dieser Wiener Vergleich für Nom war, so sah man doch bald ein , wie wenig es ihm Ernst war, denselben zu halten. Es wollte nur Zeit gewinnen, um alles auf die alte Heerstraffe zurückzuführen. Aeneas, der nun auf der politischen Schaubühne sogar, als Pabst unter dem Nahmen Puts II., erscheint, der zuvor den Vergleich, zum größten Nachtheile der deut­schen Kircheufreyheit, geschlossen hatte, von dem man, nach den Regeln der Rechtschaffenheit, die genaueste Beobachtung des neuen Concordates erwarten mußte, ließ nun seine wahren Gesinnungen blicken, zeigte offenbar, wie falsch er zeither mit Deutschland gehandelt hatte, machte die offenbarsten Eingriffe in die Rechte, welche man der deutschen Nation durch den kaum eingegangenen Vergleich gewährt hatte, betrug sich so, als wenn er gar nicht an die Con­cordaten gebunden wäre.

Aeneas, der Urheber und Stifter dieser neuen Vergleichspuncte, zu deren Annahme die deutschen Fürsten nur durch List gebracht werden konnten, war ' alfo auch der Erste, der sie nicht hielt. Die meisten der folgenden Päbfte traten in seine Fußstapfen. Deutschland, dem geschworue Treue immer heilig war, hielt genau, was es versprochen hatte; war aber auch nur einmahl ein schein für das Gegeutheil da, so schrien die Römer laut über Eingriffe in ihre durch die Concordaten erworbene Rechte, indeß Deutschland Jene, die man W täglidj römischer Seits wagte, geduldig ertragen mußte. Die römischen

treiben. Sie machten die Vettelmönche zu ihren Gehilfen, und die heiligen Caubneu wurden mit Füssen getreten, oder höchstens nur in denjenigen Puncten

<_ n r Ci r r t t !gehalten, welche den römischen Maximen günstig waren; Religion, Gottes-

Deutschlands erste Gesandtschaft beym Pabste Eugen handelte nach deut- dienst, Sittenlehre wurden nach der abergläubischen Askese dieser Männer ge- Icheu Grundsätzen und zeigte den ganzen Adel deutscher Gradheit, Aufrichtig- formt, das Volk mit erdichteten Wundern getäuscht," dem Aberglaubeu Altäre kett und Beständigkeit. Die zweyte Gesandtschaft ward schon nach italiänischen Errichtet So mußte alles in Ignoranz, Sittenlosigkeit und audächtelnde Manieren geleitet, man schloß Frieden nut Rom, beugte sich wieder unter dem Schwärmerei) dahinsinken, damit Rom freye Hände in "Ausübung neuer Usnr- ®5?rfam, legte sich von neuem die Ketteri-ax. Eugen versprach zwar Kationen behielt. So konnte schon Pius II. deu ersten deutschen Erzbischof de'u Deutschen durch feierliche Bullen sehr vieles; bedung sich aber gleich einen.'und Churfürsten, den biedern Diether von Maynz absetzen, weil er zu deutsch Ersatz au3, Den tl)m bie Deutschen für die gemachten Aufopferungen leisten'war, als daß er sich etwas von seiner Würde vergeben mochte: So regierte Uuter des falschen Aeneas Leitung wurde dieser Ersatz zwischen demlRom wieder alle Wahlen tu Deutschland und suchte von neuem Deutschlands ^^cicolaus und Friederich in einem besondern Vergleiche zu Wieu sojBischöffe mit Excommunicationeu zu schrecken, wenn sie ihre Rechte wahren reichlich bestimmt, daß die kaum erruugeue Kirchenfreyheit fast gänzlich wiederkwollten: So konnte Rom sich zum allgemeinen Richterstuhle erheben, und die verlohren giciig. Die durch römisches Gold bestochenen maynzer Räthe hatten«Bischöffe mußten sroh seyn, wenn sie Über ihre eigene Untergebene noch, als chon ihren Herrn zur pabstlicheu Parthey gebracht, dieser warb andere Mit-iluckces delegaü apostolici, richten durften. Um sich gegen den niedern Clerus filrsten des Reichs, und da emmahl der erste Churfürst mit einem grossen An-jund das Volk gefällig zu machen, dispensirte die römische Curie in allem, auch hange für deu Pabst gewonnen war, so traten endlich die meisten Fürsten dann, wenn man keine Ursache beybringen konnte, nahm alle Appellationen an, Er;aber nie alle. Deutschland, so sehr auch Interesse, Falschheit und Po-gestattete den durch so viele Concilien und Kirchengesetze verdammten Besitz