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Gießener Anzeiger

Anzeige- und Amtsblatt jur den Kreis Kiessm

Sonntag den 15. November

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«rodpreife vom 11 bis 20. November 1874

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hieller Beihülfe zum Mordversuche gegen Frau Zenker in Glückstadt am hicsi-

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LMe, der es wage, sich den Altkatholikeu anzuschließen, da diese bereits der ewi- Krn Verdammuiß anheimgefallen seien; ferner warnte er vor demSchwind- Cti", der nichts für sich habe, als seine Kenntnisse.

Werden denn die römischen Bischöfe nicht bald einsehen, daß es auch für sie von Vortheil sein muß, wenn die Geistlichen eine bessere Bildung

Ganzen mit in den Proceß ziehen wollen, so hätten die Anklageschrift und die Verhandlungen alle jene Mittel und Wege der Vergiftung und Aufreizung des katholischen Volkes in ihrem großen Zusammenhänge in Betracht gezogen. Die Untersuchung hat sich jedoch davon völlig fern gehalten und auf die unmittel­bar vorliegenden Thatsachen beschränkt."

Berlin, 13 November. Die Arnim'sche Wohnung wird seit gestern Abend auf's Strengste von Beamten der Criminalpolizei bewacht; jeder Besuch ist untersagt.

Berlin, 13. November. Graf Arnim war heute Vormittag noch unter amtlicher Bewachung im Palais Arnim. Gerichts-Phvsikus Professor Liman erklärte seinen Zustand für lebensgefährlich.

Berlin, 13. November. Ueber die gestrige Verhaftung des Grafen Arnim wird aus bester Quelle noch gemeldet, daß von der Ueberführung nach dem Stadtvoigtei - Gefängnisse wegen des Gutachtens des Gerichts-Arztes Ab- stand^geuommen wurde. Dasselbe unterliegt augenblicklich der Rathskammer des Stadtgerichts zur weiteren Beschlußfassung.

Berlin, 13. November. Die national-liberale Partei berieth heute über die Stellung der Fraction zum Bankgesetz und beschloß, unbedingt auf der Errichtung einer Reichsbank zu bestehen und die Bankgesetzvorlage an eine Commission zur Umarbeitung unter Aufnahme von Bestimmungen über Errich­tung einer Reichsbauk in das Gesetz zu überweisen.

Dresden, 12. November. DasDreSd. Journ." schreibt:In neue­ster Zeit ist von dem Ministerium des Innern in zwei Fällen die nachgesuchte Erlaubniß zur Verbrennung von menschlichen Leichnamen ausnahmsweise ertheilt

«n Stadtgerichte beantragt- Beschluß über den Antrag, der sich eventuell auf die Nichtanzeige des verbrecherischen Vorhabens stützt, ist noch nicht gefaßt. Juftizrath Vogel ist in Folge einer telegraphisch ergangenen Weisung vorgestern »och Berlin abgereist.

Die verehrlichcn Mitglieder des Spar- und Leihkasse-VereiuS Gießen weroen zu der

Montag den !<> d. M., Nachmittags 3 Uhr,

Bureauzimmer des Unterzeichneten stattsindenden Hauptversammlung eingeladen.

Tagesordnung:

1) Erstattung des Rechenschaftsberichts für 1873,

2) Ersatzwahlen des Ausschusses,

3) Berathung und Beschlußfassung über die Gesuche des Rechners und Cassedieners um Besoldungszulage, 4) Desgleichen über die Gesuche von Unterstützungen.

Gießen, den 4. November 1874.

Der Director der Spar- und Leihkasse zu Gießen: H a b e r k o r n.

üesterrelch.

Wien, 12. November. Abgeordnetenhaus. Der Handelsminister legt eine Convention mit Rußland zum Schutze der Handels-Marken vor. Der Cultusmin'.ster beantwortet eine Interpellation, indem er die bisherigen Durch­führungs-Verordnungen zu den confessionellen Gesetzen erörtert. Die Vermögens- Erhebungen zur Fixirung des Beitrages zum Religionsfonds seien eingeleitet, jetoch wegen des massenhaften Materials die Vorerhebungen noch nicht be­endigt. Tie Religionsfonds-Beiträge würden im Budget als Nachtrag auf­geführt werden. Bei fortgesetzter Berathung des Actien- Gesetzes wird eine Bestimmung zum Schutze der Minoritäten (die Wahl von Minoritäts-Mitgliedern in den Aufsichtsrath) mit 128 gegen 92 Stimmen angenommen.

Wien, 13. November. Ein Telegramm derTagespresse" aus Dro- hobycz meldet: Seit vorgestern ist in den Stebuiker Salinen ein hesriqer Brand ausgebrochen, wodurch 6 mit Salz gefüllte Magazine eingeäschert wur-

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Verdächtigungen wie die obigen ohne jedes Gegengewicht aufgenommen und ge­glaubt werden. Hierin liegt eines der wirksamsten Mittel der Macht des Ultramontanismus lind zur erfolgreichen Bekämpfung desselben kann das Augen­merk und die gemeinsame Thätigkeit aller Vaterlandsfreunde nicht entschieden genug auf diesen Punkt gerichtet werden. In einem Nachtrag wird dann nach­gewiesen, daß der Würzburger Proceß keiueswegs, wie dieGermania" be­hauptet, eine Anklage gegen den Ultramontanismus habe begründen sollen: Hätte man in Würzburg wirklich die Wirksamkeit des Ultramontanismus im

Erscheint täglich, mit «i* Wontag#.

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DeutfcfilniiD gegenüberstellt. In Bezug auf die von der ultramvntanen Presse ausgestreutcn

Verdächtigungen sagt das genannte Blatt: ES giebt weite Bezirke in unserem

Darmstavr, 12. November, Nach derMain-Ztg." hat der Staats-Vaterlande, in welchen absolut keine andere Stimme, als die der grassesten anu>alt die Einleitung einer Untersuchung gegen Dr Jochheim ivegen intellec- ultramontanen Demagogie an die Bevölkerung heraudringt, uno in welchen

erhalten?

Berlin, 12. November. Der General-Postdirector Dr. Stephan machte nm Sonntag eine Probefahrt auf der Niederschlesisch-Märkischen Bahn, um einen neu construirten Eisenbahn-Doppelwagen zu prüfen, welcher künftig in btn Posteisenbahn-Betrieb eingestellt werden soll. Wie dieVolks-Ztg." hört, foa der neue Doppelwagen auf der Fahrt allen in postdienstlicher Beziehung V machenden Anforderungen vollständig entsprochen haben.

Berlin, 12. November. DieProv.-Corresp.^ enthält einen Artikel : gui Charakteristik der Ultramontanen", in welchem sie die gehässigen Partei- btsckmldigungen der ultramontanen Blätter aus Anlaß des Kullmann'schen Pro- ct|Je$, die darauf hinauslaufen, daß das Verbrechen eigentlich gar^nicht erwiesen sei, Revue passiren läßt und ihnen einige Stimmen rational gesinnter Blätter

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gekommenen Gesetzes-Entwurf, betr. die religiösen Orden und ordensähnlichen i 6cngregationen wurde die Bestimmung, daß die bestehenden Anstalten dieser Bit keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen dürfen, gestrichen, dagegen der -Gesetzes-Entwurf im Ganzen mit 18 gegen 13 Stimmen angenommen. Ein Untrag des Fürsten zu Isenburg-Birstein, beide Gesetzes-Entwürfe als Aban- (leimig der Verfassung zu betrachten, wurde abgelehnt.

Schließlich wurden die Gesetzes - Entwürfe, betr. das Vesteueruugsreebt lei Kirchen und Religions-Gemeinschaften, betr. die Revision der Bestimmungen iki die Versetzung der Civilbeamten in den Ruhestand, betr. die Sterbquar- tle der Civilbeamten, berr. die polizeiliche Aufsicht über Zuzüge und Wegzüge, linb zwar die drei letztgenannten in vollkommener Uebereinsiimmung mit der zivciten Kammer angenommen

Die nächste Sitzung findet morgen Vormittag 9 Uhr statt.

Offenbach, 11. November. Es wäre wohl ein unpassendes Untere Ahmen, den altkatholischen Bischof Neinkens mit dem römisch - katholischen Harrer Stumpf vergleichen zu wollen, aber was Beide in unserer Stadt ge- Mrt haben, das dürfen wir einer Betrachtung unterziehen. Herr Bischof Stein- laß, der besonders betonte, daß der Altkatholicismus der Friede zwischen

lg, Selteisvez sihle mein too6l= ^topfiten, r- FiWch «be »rtifel |t

'OG, fomie klein!

Kirche und Staat, aber auch die Eintracht zwischen den verschiedenen Con- fij'lonen sei, predigte Versöhnung und Liebe gegen den Nächsten, lehrte in der Lchule die Kinder, wie sie die wahre Religion daran erkennen sollten, daß sie fern Menschen duldsam gegen andere Ansichten, liebevoll gegen jeden Menschen niache. Herr Pfarrer Stumpf dagegen kennt nur einealleinseligmachende" o ........ ...................

Kirche, die jede andere Ansichten mit Feuer und Schwert verfolgt. In deMjworden. ^Es ist dies geschehen, um'die gewünschte Geleg^nhett zur^"Anstellung Gttesdienst am vergangenen Sonntag drohte er jedem mit ^dem Pfuhl der i wissenschaftlicher Forschungen zu bieten. Wie uns mitgetheilt worden ist, besteht aber die Absicht, hinkünftig eine gleiche Erlaubniß nicht weiter zu ertheilen."

Ullvlnl Darmstadt / 13. November. Die erste Kammer der Stände erledigte Wächst in ihrer heutigen (25.) Sitzung den Rest des Gesetzes-Entwurfs, die jnsMen bis ' Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betr., und nahm den ganzen Ge- M 2lM üHü se^es-Entwurf mit 20 gegen 11 Stimmen an. In dem alsdann zur Berathung

neette * nach eigener Erklärung der Backer:

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