Ausgabe 
14.4.1874
 
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GieKemr Anzcigtr

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.

Uv. 83.

Ticnstng dm 14. April

Gießen, am 10. April 1874.

Betreffend: Den Hausirhandel mit Arzneien und Geheimmitteln.

Gießen, am 10. April 1874.

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Dle sammtlichen Bischöfe des preußischen Staats sind bereits zu mehr oder weniger hohen Geldstrafen verurtheilt worden; vun chueii uai sich hcfeii Strafen gutwillig unterworfen, deshalb mußten bei alten bereits Pfän­dungen vorgenommen werden, und bei dreien, Erzbischof Ledochowski von Po,en- Alesen, Bischof Dr. Eberbard von Trier und Erzbischof Melcherö von Köln mußten d^e erkannten Geldstrafen in Freiheitsstrafen umgewandelt und die ge­nannten Prälaten demgemäß verhaftet werden. Die übrigen preußi|chen Bischöfe lvcrden zweifellos in kürzerer oder längerer Frist das Schicksal der genannten theilen. Gegen den Erzbischof Ledochowski wurde auf Grund der vorliegen- rcu Thatsachen das Abjetzungsvei sichren vor dem kirchlichen Gerichtshof ein geleitet, und seine Absetzung ist ebenfalls nur noch eine Frage der Zeit; auch nach dieser Richtung wird Graf Ledochowski nicht allein bleiben, sondern nur den Neigen eröffnen, seine übrigen Amtsbrüder werden ihm der Reihe nach folgen.

äCtreffCnb: für 6fer di- W°h, her Einschätzungs-Commissionen

an die Großherzostlichen Bürgermeistereien und die Gendarmerie deö Kreises

36r Augenmerk zu richten und vorkommenden Falls geeignet einznschreiteu und uns hierüber Vorlage zu machen. " ' f UlU l9c 3l,U)i crhandlungcn

_______________________ v. Röder. '

Ischen Reiches.

mark 30,000

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10.000 0,000 5,000 4M0

a 3,000 ä 2,000 ä 1,000

ieren, Maschinen u. r> ferloosungsbeslimrounrfl

ird auf Verlangen jede*

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Demnach wird in nicht allzu langer Zeit, da an einen Rückzug der Staatsgewalt nicht zu denken ist, das katholische Volk Preußens ohne Ober- jitten sein; das ordentliche bischöfliche Kirchenregiment wird durch ein außer­ordentliches ersetzt werden müssen. Dabei wird aber der Kampf nicht stehen bleiben; der größte Theil der Pfarreien in Preußen wird frei von den Bischöfen Ergeben, und selbst bei den Pfarreien landesherrlichen Patronates erfolgt die Mitwirkung des Staates nur in der kanonischen Form der Präsentation, nicht! viehr wie früher in der Form der staatlichen Verleihung; also auch hier ist! bischöfliche Mitwirkung zur Pfarrbesetzung nicht

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an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises, mit Ausnahme der Bürgermeisterei Gieße»

lebet suSuT"n°ch^erwirk^stl'"^°''Ctben' wt[de »ut 3«t der Wahl volle 30 Jahre alt sind und deren Staatsbürgerrechr

Kießen, 4 l°"ach -°e Gemeinden des Kreises

lasten und das darüber a.tf^omn.eueProtokollbllmen 8 Tagen eiusinden? ' ®'e b°" G-melnderath versammeln, die Wahl vornehmen

_______________ v. R ö d e r.

preußische V'pizcvpat und die StaatSgervnlt. . In der Thal - die Perspective auf das zertrümmerte katholische Kirchcn- Vor wenigen Tagen ist der dritte der preußischen Kirchenfürsten verhaftet Enväauna S Dinae°"'^ *,T tLcfet'*fi mLb fotbert 3" "nstester

werben, und es ist nur noch eine Frage der Zeit, daß die sämmtlichen Diöce- « a? 9 o T 9t T ®eI6n Manner, bic dem Staate principiell das sm Preußens verwaist und ihre Bischöfe in den Gefängnissen interniN lemiy ättZ kkt innc^a,b. ,cine£i Territoriums nicht

werden. Die Sachlage gestaltet sich ernster und ernster, nnd es dürfte bc8.:®urcb IbrB^r eit be/nntmm^ ba6]^al(,pt' !"'b verzweifeln fast an der halb tvohl angezetgt sein, einen orientirenden Rück- und Umblick in der Ent-'inäe w , n' »» , sUnternommenen. Um so mehr -st es angezeigt, die Sach- mcklung des Kampfes zwischen der römischen Kirche und der Staatsgewalt in f 9 'be Inh mnh,r n/pfro "an V°" 92e.Ucm »" *)rüfen ll,lb die Rechts- Preußen zu thuu. a 'lu3e !?,c l. 11,10 tolcocr auf s Ernsteste zu erwägen.

Die bisherigen Couflicte der römischen Kircheufürsten mit der Staatsae- , . ,, - . ,.v.a tcrvya°cn faP durchweg ihren Grund in dem obengenannten Gesek vom

einer von ihnen hat sich 11. Mal lb73, die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betr., speciell in " 6tt aIfn b 'J nn= ben §^ 1 und 15 dcs genannten Gesetzes. Mil der äußersten Hartnäckigkeit werden d,c,e Pa>-agraphen von den römischen Kirchenfürsten nicht befolgt ; die nothwendige Consequeiij davon sind die Bestrafungen an Geld, im Nickteinbrin- gungsfall ,n Gesangmß umzuwandeln, Richtigkeit der bischöflicherseits vorqe- nommeuen Besetzungen, Absetzinig der bestraften Bischöfe, somit Verwaisung der Dtocesen und weiterhin der Gemeinden, und damit Zertrümmerung des ganzen katholllchen Kirchenwesens. °

.... m^tcu *nnc ,n diesem welterschütternden Proceß Das katbo-

»Iche Deutschland wiederhallt von wüthenden Weherufcn über die verfolgte 5k,rche; die Bilchofe werden als Märtyrer dieser verfolgten Kirche qlorifiUrt dürckülbt dw Fhd enfo 9ÖttIit'r ^°beit ""3eben i eine wüste Agitation b ^b be,lt,rf)el1 Lande von den Alpen bis zitr Ostsee vom Rhein bis zur Wechsel; im kleinsten Alpendorfe wie in den lachenden Städte" am Rhein n,r"K'lrM l^fn ®T'bcn von P°ü" treibt der Priester seine gläubige £ 'b »rn>a^LUrn^m b0J ä",Totef}iren gegen dieVerfolgung der Kirche"; überall erfüllen die Diener des göttlichen Wortes die ihnen auvertrauten Gläu­bigen m,t fanatilchem Hasse gegen dieheidnische" Staatsgewalt; in Presie und Parlamenten wird das Feuer dieses wüsten Brandes mit vielfach bewundcrns- .. ... ... werther ^wtitositat geschürt; die Kirchen und Capellen sind erfüllt von der , , - /If0 V1"lfl -9en Ntuge, welche um dieverfolgte Kirche Christ." klagt und betet i

Md aber .um ± Karreten lBtttgaiigend Processtonen werden angeordnet, und schon in die Gemüthe;

K,o .,r äm ^veil l*on mi Widerspruch nut dem Gesetz vom II. Maiider Kinder wird der Same dcs Salles aeaen die HEriafeit aevllanrt Die :/3 ubcT. blc Vorbildung und Anstellung der Geistlichen, als rechtlich un- Farben, mit denen wir malen sind schwär,^ die Geaensätzc haben sich bereits > nid)( mehr3nnrh f' Mitwir-zu furchtbarer Schärfe entwickelt , und doch ist nicht die liitfernteste Hoffnung

Aig uveryaupt Nicht mehr vorhanden sein, und somit ist cs nur eine Frage!zu einer Besterung der Lage gegeben - die äiistände werden täglich ernster Wer­der Zeit, daß auch sammtliche Pfarreien der preußischen Diöcesen verwaist sein den, nnd kein Ende ist abn,sehen S) I et-

»erben ; das ganze katholische Kirchenwesen in Preußen wird auf diese Weise Wer vor Gott und der Weltgeschichte die Verantwortlichkeit für diese bH !ieU9:b0I"e" w'rd der Segen der Kirche zum Eintritt Zustände wird tragen müssen , über i-en wird - mit Schaudern muß man if ®Eb'n' den Brautteuten der Segen zur Eingehung des Ebestandes, dentdaran denken - cm furchtbares Gericht ergehen. B

ane" ®Iällbiden w-rden die der Kirche anvertrau-. Wir haben oben ten Grund der jetzigen schweren Zeit darin gefunden tu. Heilsmittel entzogen sein. !daß die römischen Kirchenfürsten sich b=n 1 und 15^d>s Gesetzes v°m