Wärter zu ernennen; am 19. März dem evang. Pfarrer zu Biebelnheim, Carl Fitting, die erste evang. Pfarrstelle zu Alzey, am 23. Marz dem Schullehrer zu Ober-Eisenhauseu, Jacob Won,er, die evang. Sckulstelle zu Okarben und dem Schulamtsaspiranten Heinrich Seip. aus Büßfeld die evang. Schulstelle daselbst zu übertragen und am 1. April" die Hof-Laquaien Ludwig Desor und Johannes Heinrich Rausch zu Leib-Laquaien zu ernennen.
Am 27. März wurde dem Emil Groß aus Wimpfen im Thal das Patent als Geometer der ersten Classe für die Kreise Heppenheim und Wimpfen ertheilt.
Berlin, 11. April. In der heutigen Fractionssitzung der National-Liberalen theilte der Vorsitzende mit, daß die Zustimmung der Reichsregierung zu einer Feststellung der von ihr verlangten Präsenz-Ziffer auf 7 Jahre^erfolgen wird, wenn die Bestimmung des § 42 des Militär-Gesetzes, wonach die Officiere von den Communalstenern befreit werden, wicderhergestellt wird. Die Fraction beschloß mit allen gegen eine Stimme, die Befreiung der Officiere von der Communal- steuer anzunehmen. Man rechnet für die Annahme der Militarvorlage in dieser Fassung nunmehr auf circa 220 Stimmen. Am Montag beginnt die Plenar- berathung des Militär-Gesetzes, wobei die officielle Erklärung der Regierung erfolgen wird.
Berlin, 11. April. Der Bundesrath hielt heute Vormittag unterm Vorsitz des Staatsministers Delbrück eine Plenarsitzung, in welcher Letzterer die Geneigtheit Preußens zur Annahme des Compromiß - Vorschlages in der gemeldeten Form mitlheilte. Die übrigen Bevollmächtigten nahmen die Mittheilung ad referendum entgegen und werden sofort Instructionen einholen
Berlin, 11. April. Den in der heutigen Sitzung der national-liberalen Reichstags-Fraction beschlossenen Compromiß wird Bennigsen im Plenum M Reichstag- beantragen. Die Conservaliven und Freiconservativen stimmen dem Ausgleich zu, unterschreiben aber nicht. Was die Fortschrittspartei anbe- trifft, so erwartet man die Zustimmung von ungefähr zwölf Mitgliedern derselben.
Berlin, 11. April. Der Reichstag erledigte sämmtliche auf der Tagesordnung stehende Wahl-Prüfungen und erklärte alle gedachten Wahlen für gültig. Sodann wurde die Vorlage der Regierung über Abänderung des Artikels 15 des Münz-Gesetzes in erster und zweiter Lesung angenommen unter Ablehnung des vom Staatsminister Delbrück bekämpften Lenz'schen Antrags, wonach die österreichischen Thalcrstücke wie die deutschen eingelöst werden sollen, nur daß die Einlösungsfrist auf 14 Tage und die Bekanntmachungsfrist auf einen Monat herabgesetzt wird. Das Haus vertagt sich darauf, nachdem ein Nachtrags-Etat zum Reichs-Etat pro 1874 die erste Lesung passirt hat. Nächste Sitzung Montag. Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung des Militär-Gesetzes.
Berlin, 11. April. Der „National-Ztg." zufolge ist bei dem Com- promisse der Militär-Gesetz-Frage Seitens der Regierung den sonstigen Abänderungs-Vorschlägen der Militär-Commission mit der Maßgabe zugestimmt worden, daß allein bezüglich der Communal-Besteuerung der Militärpersonen keine Bestimmung getroffen werde, sondern die Regelung der ganzen Frage der künftigen Reichsgesetzgebung Vorbehalten bleibe.
— Der „Reichs-Anz." publicirt die Ernennung des Kriegsgerichts-Directors Lang in Hanau zum Director des Stadtgerichts in Frankfurt a. M. mit dem Titel „Präsident."
München, 10. April. Das Kultusministerium veröffentlicht heute das Rechtsgutachten der betr. Commission über die Frage der Anerkennung des Bischofs Rcinkens als katholischen Bischofs. Das Gutachten geht in der Hauptsache dahin, daß die bayerische Regierung nicht ermächtigt ist, den Bischof mit den begehrten rechtlichen Folgen im Verwaltungswege anzuerkennen, daß es dazu vielmehr eines Gesetzes, und zwar eines Verfassungs-Gesetzes, bedürfe.
Oesterreich.
Wien, 10. April. Das Herrenhaus trat heute in die Debatte über den consessionellen Gesetz-Entwurf ein. Sämmtliche Kirchcnfürsten waren anwesend. Die Minorität der Commission beantragte Uebergang zur Tagesordnung. In der General-Debatte sprachen gegen den Gesetz-Entwurf die Cardi- näle Rauscher, Tarnoczy, Schwarzenberg und die Fürstbischöfe Gaffer und Wiery; dafür sprachen Tschnabuschnigg, Arneth, Nellmann und Höfler. Die General-Debatte wird morgen fortgesetzt.
Wien, 11 April. Das Herrenhaus setzte in Anwesenheit der Kirchcnfürsten und bei dichtbesetzten Galerien die General - Debatte über das erste der consessionellen Gesetze fort. Gegen die Vorlage sprachen Fürstbischof Stepisch- negg, Czartoryskt, und nachdem der Schluß der General-Debatte angenommen war, als Generalreduer Graf Leo Thun. Für die Vorlage traten ein: Hye, Hartig, Fürst Anton Auersperg und als Generalredner Baron Lichtenfels. Der Schluß der Sitzung erfolgte, nachdem der letztgenannte Redner ohnmächtig zusammengebrochen war und aus dem Sitzungssaal hatte getragen werden muffen. Nächste Sitzung Montag.
/rankretctz.
Paris, 9. April. Auch der Correspondent der „R^publique Fran^aise", der seine Weisheit „von der Elbe" datirt, schildert das deutsche Volk als erschlafft und gleichgültig. „Niemals vielleicht seit den neuen Einrichtungen", schreibt er, „bat sich das Volk so theilnahmlos gegen das gezeigt, was im Reichstag und auf politischem Gebiete vorgeht. Kaum ein Viertel der eingeschriebenen Wähler ging zur Wahl, in mailchen Kreisen wählten kaum zwei, ja, sogar nur ein Procent." Es muß den Franzosen wunderbar zu Muthe werden, wenn sie lesen, wie außerordentlich schnell die deutsche Herrlichkeit zu Ende geht!
— Gestern wurde, wie „Dien Public" mittheilt, Thiers eine goldene Medaille Namens der in Peru ansässigen Franzosen überreicht.
Paris, 10. April Eine Regierungs-Note im „Journal officiell" meldet : Rochefort und die übrigen entwichenen Gefangenen flohen auf einem englischen Schiffe nach Australien, während der Gouverneur von Caledonicn auf einer Jnspectionsreise abwesend war. Eine strenge militärgerichtliche Untersuchung ist sofort angeordnet worden. Seitens des Marine-Ministers wird ein höherer Officier mit umfaffenden Vollmachten am 14. April ?.bgesandt werden
Bayonne, 10. April. Pfarrer Santa Cruz ist gestern nach Belgien abgereist.
Spanien
Madrid, 11. April. Die Regierungetruppen haben bis zum 9. April 50 Geschütze in die Verschanzungen von Älbanto gebracht. Neue Truppenverstärkungen verließen Miranda und rückten nach Santander ab.
England.
London, 11. April. Nachrichten von Cap Coastcastle den 19. März zufolge bat der König der Aschantis den vom General Wolseley entworfenen Friedens-Vertrag unterzeichnet und baben die Abgesandten des Königs denjel» ben ratificirt. — Der Marquis Clanricarde, Mitglied des Oberhauses, ist gestorben.
Türkei.
Konstantinopel, 10. April. Die Haffunisten haben dem Vertreter der Regierung die Schlüffe! der Heilands-Kirche übergeben.
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New - Nork, 10. April. Hunderte der angesehensten Deutschen berei» teten dem aus seiner hiesigen Stellung scheidenden deutschen Generalconsul Rösing ein glänzendes Abschiedsfest, an welchem der E;-Gouverneur und der Mayor der Stadt Theil nehmen.
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Penang, 10. April. Die Holländer haben mehrere atschinesische Häfen für den Handel geöffnet erklärt.
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Melbourne, 10. April. Henri Rochefort und seine Genoffen haben ihre Abreise nach Europa auf morgen festgesetzt.
Literarisches.
Das so eben erschienene zwölfte Heft von „Illustrirte Welt" (Stuttgart, Verlag von Eduard Hallberger) hat nachstehenden mannigfaltigen und interessanten Inhalt:
Text:
Der Landammann vom Montavon. Historische Erzählung von Robert Byr.
Richard Wagner. Skizze von S. St.
Kaukasische Skizzen. Von E. von Petersburg. I Friedensrichter.
Albumblatt. An ein kleine- Kind. Gedicht von Marie Henry.
Cousine Agnes. Novelle von Carlott. Fortsetzung.
Aus Wissenschaft und Leben. Der Purvur und sein« Geschichte. Don M. B.
Unsere Bilder. — Charade. — Bilderriithsel. — Schach. — Kleine Korrespondenz.
Illustrationen:
Kinder vom Schneesturm überrascht. Origtnalzeichnung von Gustav Bartsch. Cola di Rienzi.
Eine Marktscene bei den Aschantis.
Richard Wagner.
Der Kunsthändler auf dem Lande.
Ein spanischer Freiwilliger.
Die Lappen aus der Newa.
Was man aus Liebe thut. Neun humoristische Bilder von Gustav Lucke.
Dienstag den 14. April im
Club-Saal:
Großes Gxtra Goncert
von der Kapelle des 2. Großh. Hess. Jnf.-Reg. Nr. 116, unter Leitung des Kapellmeisters C. Krausse und geschätzter Mitwirkung der
Großh. Kammersängerin Frau IjOtlisC Jaide aus Darmstadt.
Prograin m.
I. Theil.
1. Simphonie Nr. 5 (C-moll.) von Beethoven.
Allegro con brio.
Andante con moto.
Scherzo und Finale Allegro (ein Satz.)
II. Theil.
2. Arie aus „Orpheus" von ......Gluck,
vorgetragen von Fran L. Jaide.
3. Finale a. d. Op. „Loreley" von . Mendelssohn.
4. Arie a. d. O. „Semiramis" von . . . Rossini, vorgetragen von Fr. L. Jaide.
5. Ouvertüre zu „Rosamunde" von . . . Schubert.
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