Gießener Anzeiger
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen
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Montag neu 13. April
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IutcI) eine logische Würdigung unserer gemeinsamen Interessen auferlegt. Aber tiefe Neutralität ist nur ein Mittel, ja, ein Mittel, uns dem wahren Ziele unse-, irr Politik zu nähern, das einzige Mittel, unsere Rüstungen zu vervollständigen,
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ehe wir in der Lage sind, uns zu verteidigen. Indem wir indeß unsere i 6. Dienstnachrichten. Le- König!. Hoheit der Großherzog haben aller- Hintralität proclamiren, haben wir indeß keinen Augenblick verloren, uns mit gnädigst geruht: am 1. Januar den Peter Reiß von Dicbnrg zum Hofsaal-
Jtalien in Verbindu g zu setzen wegen der Vermittlung, zu welcher der Kaiser Napoleon uns freundlichst die Initiative überlassen hat. Werden die neuen Grundlagen, welche Sie uns soeben übermitteln, den Zweck erreichen, den die französische Negierung im Ange hatte? Mit andere« Worten, werden sie von Preußen für unannehmbar erachtet werden? Das kümmert uns wenig, und ich habe Ihnen schon telegraphirt: Wir nehmen diese Grundlagen an, wenn Italien sie als Ausgangspunkt einer vereinigten Action annimmt. In demselben Telegramm habe ich Ihnen von der Räumung Noms gesprochen, einer Frage, die unseres Bedeiikens nicht in der Schwebe gelassen, sondern sofort gelöst werden muß. Die September-Convention, darüber täusche man sich nicht, paßt nicht mehr in die gegenwärtige Lage. Wir können den heil. Vater nicht dem unwirksamen Schutze seiner eigenen Truppen aussetzen. An dem Tage, da die Franzosen aus dem Kirchenstaate abziehen, müssen die Italiener in denselben von Rechtswegen und mit Zustimmung Oesterreichs und Frankreichs einziehen. Niemals werden die Italiener mit Leib und Seele auf unserer Seite sein, wenn wir sie nicht von ihrem römischen Dorn befreien. Und, offen gesagt, ist eö nicht besser, den heil. Vater unter den Schutz der italienischen Armee, als den Garibaldischen Anschlägen preisgegeben zu wiffen? Frankreich würde, indem es uns die Ehre überließe, die römische Frage zn lösen, uns die Aufgabe, zu der es uns in Florenz die Initiative abgetreten hat, wesentlich erleichtern'. Noch mehr, es würde mit einem solchen Akte von unbestreitbarem Liberalismus seinem Feinde eine Waffe entziehen und einen Damm anfrichten gegen jenes Aufschäumen des Tentonismus, welches Preußen, die protestantische Macht pur cxcellence, in Deutschland hervorgerusen hat und das wir wegen seiner ansteckenden Kraft doppelt fürchten. Es ist erfreulich, daß die Rückkehr des Grasen Vimercati mit der Ankunft des Fürsten Latour d'Auvergne zusammen- fallen wird.
(gez.) 23 e n ft
Diese Note fügt der „Temps" hiuzu, ist der französischen Regierung nicht am 23. Juli 1 70, sondern am 24. Juli mitgetheilt worden.
Unsers Dedüukens vernrtheilt dieses Aktenstück den Grafen Beust und die Regierung Napoleou's zugleich. Der Erstere entwickelt darin seine ganze Zweideutigkeit, mit der er es so herrlich weit gebracht hat, und von dem französischen Cabuut ivar es ein grenzenloser Leichtsinn, nach dieser Mittheilung noch an die Möglichkeit einer französischen Allianz zu glauben und den freundschaftlichen Wink bezüglich Rußlands unbeachtet zu lassen. Napoleon war mit Blindheit geschlagen und Beust war ein in seinem eigenen Netze gefangener Jntriguant.
sihreu lasten, uns nicht eines engherzigen Egoismus zu zeihen; wir denken an ihn ebenso viel, wie an uns.
Gebietet nicht das Interesse Frankreichs, wie das unsrige, darauf hiuzu- frirfen, daß das zwischen zwei Partnern eingeleitete Spül sich nicht zu schnell ßomplicire? Wir glauben aber zu wissen , daß, wenn wir iu's Feld rückten, Rußland uns auf der Stelle folgen würde, Rußland, welches uns nicht nur 1» Galizien, sondern auch am Pruth und au der unteren Donau bedroht. Rußland zu neutralisireu, es hinzuziehen, bis es der vorgerückten Jahreszeit Agcn nicht mehr daran denken könnte, seine Truppen zu concentriren, Alles zu tnn iciben, was sein Mißtrauen wecken oder ihm einen Vorwand zur Einmischung geben könnte, das muß für den Augenblick das ostensible Ziel unserer jein. Man möge sich in Paris nicht tänschen: die Neutralität Ruß- tnds hängt von der unserigen ab. Je mehr diese Neutralität wohlwollend für Preußen auftritt, um so mehr wird die unserige sich sympathisch für Frauk- •Ttifb zeigen können. Wie ich in unseren Besprechungen vom vergangenen Jahre "imier zu verstehen gegeben habe, können wir nicht vergessen, daß unsere zehn Millionen Deutsche in dem gegenwärtigen Kriege nicht ein Duell zwischen Kaukreich und Preußen, sondern den Anfang eines nationalen Kampfes er- littn Wir können uns ferner nicht verhehlen, daß die Ungarn, wenn sie zu Hm größten Opfern bereit sind, sobald es gilt, den Kaiserstaat gegen Rußland zi> vertheidigen, sich zurückhaltender zeigen werden, sobald eS gelten wird, ihr Slul und ihr Geld hrrzugeben, um für Oesterreich seine Stellung in Deutschland wiederzuerobern.
Unter diesen Umständen ist uns das Wort: Neutralität, welches wir Mk ohne Bedauern aussprechen, durch eine gebieterische Nothwendigkeit und
DeutfcfiCanb.
Darmstadt, 9. April. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 20 enthält:
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, betreffend die Außer - Courssetzung der Landesgoldmünzen und der landesgesetzlich den inländischen Münzen gleichgestellten ausländischen Goldmünzen.
2. Uebersicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Jahr 1874 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den Gemeinde» des Kreises Worms.
3. Uebersicht der für das Jahr 1874 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal-Bedürfuisse v- den Gemeinden des Kreises Oppenheim.
4. Bekanntmachnng, betreffend die Vertheilung der Preise im philologischen Seminar zu Gießen. Von een für Fleiß und gute Fortschritte im philologischen ^Seminar ausgesetzten Preisen ist der erste Preis aus dem Rechnungsjahr 1873 dem stud. phitol. Otto Zimmermann aus Darmstadt zuerkannt worden.
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Lehrer-Conferenz.
««'»S ,5^'/^°''Donnerstag den 16. April, Nachmittags i1/? Uhr, Lehrerconferenz für den Bezirk Groß-Linden zn Garbeuteich T-reitaa den
Diauhöen, SÄ17- April, Nachmittags P/2 Uhr, für den Bezirk Groß-Buseck zu Groß-Buseck. 6 T<lß DCU
1 Wim, ol Groß-Buseck, den 10. April 1874. Der Vorsitzende:
Wd)ait,$)iabtUh Strack.
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5. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. !Se. König!. Hoheit ter Großherzog haben -llerguädigst geruht: am 19. März (bcm tioniglid) Großbritannischen Viceconsnl zu Guatemala, Francis Charles Sarg, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maje- v v stät dem König von Württemberg verliehenen Ritterkreuzes des Friedrichsordens
»jne uns einem plötzlichen Angriffe, sei es Preußens oder Rnßlants, auszu- zu ertheilen.
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'Ureffmi0?1 Depesche des Grafen Beust im „TempS."
isschwindel und A Der Pariser „Temps" erhält Von einem Gewähre mann, in welchen er
Diese WundWtWVertrauen setzt, den Text einer in dem bekannten Streite zwischen dem n Menschheit bch°- Heizog v. Gramont und dem Grafen Beust mehrfach erwähnten, aber bis setzt rn^mnrtfrhl'M-. 011 Oeffentlichkeit gelangten Deptsche des letzteren Staatsmannes. Der w Herzog v. Gramont hatte dieses Aktenstück als ein „sehr vollständiges und sehr inchsenen undÄfotai atiöführliches" bezeichnet, jedoch hinzugefügt, daß ihm die Mittheilung desselben in feinem ganzen Umfange „weder z itgemäß noch gerechtfertigt" erschiene. Mari lhlr-5 Sgr., 2 W wirb sehen, in wieweit der Text des Aktenstücks dieser Charaklerisilk entspricht, c. 15 (Sy., U N Dosselbe lautet:
^Tassen®raf Deust (in den Fürsten Metternich, Botschafter
8Tassen9Thir. ' in Paris.
Tassen 1 THIr. Wien, den 20. Juli 1870.
du Barry L Coro Graf Vitzthum hat unserem erhabeneli Herrn den mündlichen Auftrag, >rÄö"ieLI|.d,111t lvtld>lin ihm der Kaiser Napoleon zu betrauen geruht hat, auügerichtet. ?r 11 ijC’ffc kaiserlichen Porte, sowie die Aufklärungen, mir denen der' Herzog v. Gramont sie zu begleiten so freundlich war, haben jede Möglichkeit eines Mißverständnisses beseitigt, zu welchem das Uuvermilthete dieses plötzlichen llruges hätte Veranlassung geben können. Wollen Sie also Sr. Majestät und Tero Ministern wiederholen, daß wir, den Versprechen getreu, wie solche in dm vergangenes Jahr zwischen den beiden Souveränen ausgetaufckten Briefen niedergelegt sind, die Sache Frankreichs als die nnserige betrachteii und zn dem Erfolg seiner Waffen in den Grenzen der Möglichkeit beitragen werden. Diese Grenzen sind bestimmt einerseits durch unsere inneren Schwierigkeiten, andererseits durch politische Erwägungen von der höchsten Wichtigkeit. Ich dill Ihnen namentlich von den letzteren sprechen. Was auch ter General Semi) sagen mag, wir glauben zu wissen, daß Rußland an seiner Allianz mit »lkußen fcsthält, so zwar, daß in gewissen Eventualitäten die Einmischungen her moskowitifchen Armeen nicht als wahrscheinlich, sondern als sicher angesehen Werben muß Von diesen Eventualitäten muß diejenige, welche uns angeht, ' Ws auch in erster Reihe beschäftigen. Wenn wir indeß dieser Sorge mit aller ter Offenheit Raum geben, die man sich unter guten Bundesgenossen schuldig iß, glauben wir dock, der Kaiser Napoleon werde uns die Gerechtigkeit wider


