Güter des katholischen KleruS den verlangenden Händen Ältlicher Gerichte entzogen worden sind. Aber die Angelegenheit soll in ein System gebracht werden , damit die Oberhirten gleichmäßig zu verfahren im Stande sind, wenn eines Tages ein Decret die Confiscation der Güter ausspricht. Das Martyrium der Geldstrafen, welches abermals ein Bischof angetreten, scheint außerdem im Vatican eine Lösung zu verlangen. Ob die Peterspfennige gezählt werden, um die Strafgelder zu bezahlen, oder ob die katholische Christenheit ausqefordert werden soll, ihr Scherflein bcizutragen, um die beiden preußischen Bischöfe aus dem Gefängnisse zu befreien, darüber verlaiitet liichlö Nähere-. Jedenfalls ist man im ultramontanen Lager dahin gekommen, den deutsche»'. Staatsmann mit Richelieu sagen zu lassen, daß cs nur zwei Möglichkeiten giebt, mit seinen Gegnern fertig zu werden: man müsse sie versöhnen oder vernichten. Tie Klerikalen nehmen den letzteren Fall an und deshalb suchen sie bei Zeiten ihre Güter zu retten.
Berlin, 11. März. Der Reichstag beschäftigte sich heute mit Wahl- Prüfungen und Petitionen von geringem Interesse. In der morgen stattfindm- den Sitzung gelangt der Antrag ans Haft-Entlassung Bebel's und Liebknccht's, sowie die Strand-Ordnung, zur Berathung. — Die „Nat.-Ztg." hört, daß der Kaiser heute das Civilche-Gesch vollzogen habe.
Berlin, 12. März. Der Reichstag lehnte den Antrag auf Entlassung Liebknecht'- und Bebel's aus der Haft ab, nachdem der Abgeordnete Meyer auf die der Entlassung entgegenstehende Bestimmung der Reichsverfassung hingewiesen hatte. Für den Antrag stimmten die Socialisten und die Abgeordneten Wiggers, Banks und Träger.
Ostrowo, 11. März. Das Posener Appellationsgericht hat das wiederholte Gesuch des Erzbischofs Ledochowski nm Genehmigung der Zulassung eines Dieners zur Assistenz des Caplans bei der Messe abgelehnt.
Braunsberg, 11. März. Der Secretär des Bischofs Dr. Weitzen miller war heute vor den Untersuchungsrichter geladen worden, um über die Ernennungs - Decrete widerrechtlich angestellter Geistlichen Auskunft zu geben. Derselbe verweigerte die Auskunft und wurde wegen Zcugniß- Verweigerung verhaftet.
Constanz, 12. März. Das Schwurgericht hat den Oberamtsrichter Beck von Heidelberg und vier Mitangeklagte Zeitungs-Verleger von der Anklage wegen Herabwürdigung der katholischen Kirche, begangen in dem sogenannten „Scheuerpurzcl-Artikel", freigesprochen.
üeslerreich.
Wien, 11. März. Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Specialdebatte über den Gesetzentwurf, betr. die Regelung der äußern Rechtsverhältnisse der katholischen Kirche, fort. Ein Amendement auf Vereidigung der Bischöfe bei ihrem Amts-Antritte wurde abgelehnt, nachdem der Cultusininister dagegen gesprochen hatte.
Pesth, 11. März. Der Kaiser hat heute Franz Deak im Hotel „Zur Königin von England" einen Besuch abgestattel.
öchmelz.
Bern, 12. März. Die Versteigerung der Ligue d'Jt ilie ist auf den 16. März anberaumt worden.
Jcan&reicö.
Bayonne,Hl2 März. General Morioncs ist seines Coininandos ent-
Die einst so furchtbar hock, O Herr, befrei' un8 doch!
Don Pa nies, Points und Corners,
Don Acticn-Wässern'n, Don Tief Schell 8 Garantien Und gleichen Sauerei n, Don Sage’s St. Paul common. Und von der Cliquen Joch Und andren Wall Street Fancies, O Herr, befrei' uns doch!
— Aus L e Mans schreibt man: Unsere sonst so rubige Stadt wurde diese Woch« plötzlich NacktS aus dem Scklafe geweckt. Die Carmeliterinnen lauteren nämlich Sturm. Der ganze Stadttheil war in Aufregung, und der Klostergärtner und dre Pförtnerin bebaupteten, sie hätten vier oder fünf Männer auf den Tackern gesehen. Bei genauer Unlerfucbung fand man, daß der ganze Lärm von etlichen Katern hrrrübrte, die sich um die Gunst ter Älcitcrfage bewarben. Nachdem die erste Aufregung gelegt war, brachte diese Geschichte in und außerhalb des Klosters die größte Heiterkeit hervor Ter Pförtnerin jedoch wurde anempfohlen, bei fünf? tiger Katzen brautschau das Sturmläuten bleiben zu lassen.
Hamburg, 1. März. Das Berl. Fremdbl. berichtet: „Ter hier bestehende Verein für Leichenverbrennung wirb demnächst eine große Volksversammlung veranstalten. Daß die Idee immer mehr Nachahmung gewinnt, mag aus dem Umstande erhellen, daß aus den verschiedensten Orten Zustimmungs-Adressen anlangen und die Bildung ähnlicher Vereine im Anschluß an Hamburg beabsichtigt wirb; nämlich von Köln, Hainichen, Bonn, Breslau, Nordhausen, Schleswig, Dresden, Frankfurt a. M., Eger, Sheffield, Rheda, Kolberg, Zürich und Franklin (im Staate Missouri) ’o wie auch London. Die Anzeichen beuten darauf hin, baß sich das religiöse Gefühl den sanitären Bestrebungen unterorbnen werde."
— Am 26. Februar trat Theodor Wachtel »n Stettin als Gast in der Rolle des peitsckenknallcnven Postillons von Lonjnmeau auf. Es war daS 840fte Mal, daß er überdaupt den Chapelou sang. Dabei ereignete sich aber Folgendes. Als der Sänger zu der Hoboho-Arie die Peitsche in die Hand nahm, fand er bieselbe mit einigen festen Ertra knoten versehen und zu den bekannten Knalleffectcn unbrauchbar gemacht. Große theatraliiche Kunstpause. Der Postillon trat in die Coulisie und knüpfte eine tadellose Reiervescknur an den Peitschenstiel, trat dann wieder vor, hielt an das vcrehrungswürdigc Publikum eine kleine Rede, welche die Unterbrechung als einen ihm gespielten Schabernack kennzeichnete, und vollbrachte nun fein Paradestück. Brausender Beifall und mehrmaliger Hervorruf war sein Lohn. Das überraschte Publikum hatte keine Ahnung, daß der „Unfall" durchaus keine „böswillige Mampulauon böswilliger Hände", sondern ein auch schon anderswo in Seene gesetzter theatralischer Knaileffect war.
Dom Taunus. Der Caplan K. zu K. trug neulich den Schulkindern im Communi- eanten-Unterricht vor: „Wenn Bismarck auch so schlecht wäre wie der Teufel, so fei er doch nicht so mächtig wie derselbe. Würden auch Bischöfe und Priester von jenem eingeiperrt, so bestehe die katholische Kirche dennoch fort" re. Ten Kindern aber wurde sofort die Verwarnung erlheilt, den Eltern hiervon etwas zu sagen. — Derselbe Caplan laS jüngst verickiedene Artikel der „Germania" zur Erbauung der Gläubigen in der Kirche vor. Hierbei äußerte er unter Anderem: „Wenn ein Jude in Rumänien sich beleidigt glaube, so schreie die ganze liberale Presse; die unbarmherzige Verfolgung der Katholiken werde aber von derselben gebilligt." — Der Pfarrer B. in T. trug seinen Pfarrkindern auf der Kanzel vor: „Die Liberalen erkennen keine zehn Gebote mehr an, bloß das siebente Gebot: Du sollst nicht stehlen, weil sie nämlich nicht bestohlen sein wollen. Alle Leute, welche mit den Liberalen geben, haben entweder Geld von denselben bekommen oder wollen noch Geld haben. Ich muß mich in Acht nehmen, es könnte in meiner Gemeinde ein Judas sein; es giebt einen Paragraphen, wonach der Geistliche nichts predigen darf als vom Leiden Christi." In der Schule erzählte dieser Geistliche den Kindern: „Die Regierung wolle alle Leute evangelisch machen, in vier Jahren sei er nicht mehr da, dann bekämen sie auch keinen anderen Pfarrer mehr." Einen Bürger von S fragte jener Pfarrer am letzten Wahltage: „Wißt Ihr auch, wer der Teufel ist? Ei, d.r Lehrer!" (De: Lehrerstand hat hier überhaupt bei den letzten Wahlen an vielen Orten gegen die Wühlereim der Geistlichen Front gemacht.) (Rh. K.)
Marvejols (Lozere), 8. März. Es war Diebmarkt und zugleich einer der bedeutendsten des ganzen Jahres. Plötzlich bemächtigte sich, in demselben Augenblicke, als eine große Taubens^aar über den Marktplatz flog, der Ochsen, Rinder, Kühe und Kälber eine Panik unb stob das Vieh in allen Richtungen auseinander. Durch das Geschrei der Menge wurden fit wie toll und rasten durch die ganze Stadt, überall Tod und Verwundungen bringend. Zwölf Schwerverwundete wurden in daS Spital gebracht, mehrere Frauenspersonen gaben kein LebenS Zeichen mehr von sich Die Zahl der in Privathäusern untergebrachten Personen ist sehr groß, konnte aber noch nicht festgesiellt werden. Der Anblick der Straßen war schrecklich anzustben. Männer, Weiber, Kinder flüchteten sich nack allen Seiten, in wilder Hast sich überstürzend, ivährcnd das Dich wüthend gemacht, sogar sich selbst untereinander angriff und verwundete.
hoben worben. Auf feiner Durchreise und) Madrid traf derselbe Moutaq in Santander ein. Marschall Serrano hat den Befehl und die Leitnng der Operationen übernommen, die indessen bnrd) schlechtes Wetter noch verzögert werden. Don Carlos hat Tolosa am Samstag verlassen, um nach Biscaya znrückznkeyren.
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Nom, 11. März. Der Papst ernannte den Cardinal Monaco La Valetta zum Pläfektcn der Congrcgalion „Propaganda" und den Monsignore Jacobini zum Nuntius in Wien an Stelle des Monsignore Falcinelli-Antoniacci.
B v r s e n b c r i ch t e.
Frankfurt a. M., 12. März. Unter dem Einflüsse der Nachrichten, welche über die Bilanz ter Kreditanstalt verlauten, verkehrte die heutige Börse für Creditaelien in matterer Tendenz als gestern und wurde letztere von Berlin, wie von Wien durch gleichfalls niedrigere Course seeundirt. Creditaelien büßten wiederum mehr alS 3 fl. gegen ihren gestrigen Cours ein, indem sic mit 246</. eröffneten und mit 245 , schlossen. In fester Haltung hingegen ven blieben Staatsbahuaetien, auf bessere Einnahmemelbungen, mit 337« .. Lombarden lagen matt und vernachlässigt zu 158-3 4 und 159. Oesterr. Bahnen gingen fast durckgebends niedriger alldem Verkehre hervor. Galizier sind besser. Don deuticken Bahnen zeigten sich alte 'Bayer. Ostbahn in Folge ihreö günstigen IahreSerträgnisseS gesucht. Pfälzer Nordbalm und Hessische LudwigSdahn höher. Oberbesien matter. Staatsfonds fest. Ruisi'che FondS in guter Nachfrage. Französische Rente wurde zu 5 ,0'0 höherem Cour,e umgesttzl. Prioritäten beliebt Banken warm
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12. März 1874
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mehr ober iveniger offerirt. Württ. Dercinsbauk und Nürnberger Dereinsbank höher. Do« Loosen waren Triester 50-fl. Loose zu 71 gesucht. Meininger Prämien-Pfandbriefe fest. 1*'ö4n matter. Von Wechseln Amsterdam und London schwächer, Wien gesucht.
Chnpman's Iron Mountain, Atlantic Pacific preferr’d, Boston, Hartford und Eric was dazu gehört,
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Soni.tug den 15 Mä rz. '^corg Werdg u>n Lindenplatz, Ehrisiian Laupus i auf dem Seltern weg und Heinrich Roll in der Neusladr.
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Gicsicn, 13. März. Wie wir au8 guter Quelle vernommen, werden seit gestern Vormittag zwei Schüler einer hiesigen Schule vermißt. Die Uriacke des Verschwindens ist noch nicht aufgeklärt. Wir möchten die Behörden der umliegenden Orte hierauf gefälligst aufmerksam machen.
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— 2Qcr nur zu lesen versteht, der finbet überall etwas Juteresiantes — sogar in der Kreuzzeitung. Allerdings muß man sich dann bis in die Anuoueenspalteu verirren. Da finden wir in der gestrigen Abendnummer folgendes Inserat:
Bitte.
Ein junger recht armer Mensch im hiesigen Kirchspiel, welcher Lehrer werden will und sechs lebendige Geschwister aber fein Klavier bat, braucht ganz nothweudig zu Ostern ein solches, ©em jetziges ist ein geborgter Zabel und wird mit Stricken zusammengehalten, rechts ruhen alle Tasten, links klingtS ivie Trommelschlag. Sollte dem Leser dieser Zeilen ein noeb brauchbares überschüssiges zu Hause im Wege stehen und er auch Derpackungs- und Transportkosten bis Salzwedel gewähren wollen, fo wird derselbe um Gotieswillen gebeten, eS in natura an den Kaufmann I. 6. Sckeer daselbst zu senden, von wo aus die weitere Ucbcrmittclung der Unter zeichnete besorgen würde.
Kommet zu Hanf,
Psalter und Harfe wach auf, Lastet die Musieam hören.
Alteu-Salzwedel bei Salzwedel, 6 März 1874.
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Der Pastor Hesselbarth.
.. „ ~ ötn neuer Ehoral! An der Aekimbörse in New:York ist wenig zu thun und Die Provisionen der Makler lasten viel zu wünschen übrig. Wahrscheinlich um den Zorn des e s ^Esanfttgen, wurde kürzlich von den versammelten Maklern trotz dcS heiligen Pro Vorsitzenden ein fromme« Lied mit großer Andacht abgesuugen. Der Tert des Liedes, bovt allgemein bekannten Choral „Don Grönland'S eis'gen Bergen» ent
nommen ist, lautet in Deutscher Übersetzung:
5ü t, öötr. F. bl. E. H. 337 Loml)Är<t. Bahn 159*3 Ludwigsh. Bexbach — Max bahn 120.
Bayer. Ostbahn 1103,4 Rhtfin-Nahi-bahn-Act. — liös«, Ludwigsb.-Aol. 1381
, jlloll. fl. 10 St. 9 45 47 1
[20 Frankenit. 9 22 23',,
^Engl. S«iver. 11 50 52 ’JImper. 9 39— 41 ;l' dlar in <i-Jd 2 25 26
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