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Gießmcr Aiycigcr.
Lrsibetnt täglich, mit Hui- nähme Sonntags
Expedition: Lanzletberg, Lit. B. Rr. 1
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.
9ft». 61. Frcitug ocn 13. März
Amtlicher Th ei (.
Bekanntmachun g.
Die Prüfung der Ackerbauschule zu Friedberg soll Mittwoch den 1. AprilZ dieses Jahres, Vormittags 8 Uhr beginnend, im Saale des Hotel Trapp zu Friedberg stattfinden.
Wir erlauben uns, die Eltern unserer Schüler, die Mitglieder des landwirthschaftlichen Vereins und alle Freunde der Anstalt zu diesem Act ergcbenst eiuzuladen.
Friedberg, am 6. März 1874. Das Curatorium der Ackerbauschule des landw. Provinzialvereins für Oberhessen.
Trapp, Lindeck, Haas.
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politischer Theis.
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Vorstand.
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Vorstand.
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sich denken kann, in sehr übler Stimmung darüber, daß ihnen das mit schwerer
Politik stellen sie sich doch als Gesetze von welthistorischer, priucipiell entscheidender Bedeutung dar; ihre Sanction durch Fürst und Volk vollzieht den Bruch mit jener Verkirchlichnng des Staatslebens, an welcher das Jahrtausend christlich germanischer Geschichte gekrankt hat. Die Absicht ist die, die Kirche auf ihr natürliches Gebiet des Gewissens zu beschränken, ihre unnatürlichen
schaffen wissen will, so wie die gewappnete Pallas Athene einst dem Haupte gierung mit dem eingeschlagcnen Wege, auf welchem es, wie wir oben ausge- des göttlichen Vaters entsprang, mögen die von der österreichischen Negierung führt, kein Zurück, nur ein Vorwärts giebt, wohlüberlegter fester Ernst ist. vorgelegten und jetzt in Wien zur Debatte stehenden Kirchengesetze sich kaum Es heißt in jenen Reden: die Regierung dürfe nickt gestatten, daß die Diener behaupten; ihre Lücken und Mängel sind zu offenbar. Aber in der praktischen Gottes zu Mandataren der staatsrechtlichen Opposition werden; der Kirche müsse es unmöglich gemacht werden, daß sie in das für sie unantastbare Recht
und unberechtigten Einwirkungen auf das staatliche Leben zu verurtheilen uub | jedem Mißbrauche der Religion zu politischen Mißbräuchen vorzubeugen. Diese! Absicht ist ganz klar ausgesprochen und wenn die Einzelbcstimmungen zur ftric--1 ten Durchführung nicht ausreichen, so bleibt das von nur nebensächlicher! Bedeutung.
Es drängt sich hier fast gewaltsam das Beispiel des Kampfes auf, den wir bei uns zu Hause mit einer übergreifenden Hierarchie geführt und noch führen. Die Maigesetze ließen der bischöflichen Omnipotenz Raum genug, um sch das Wesentliche ihres alten Einflusses auch für die Zukunft zu sickern. Aber, in geistigem oder richtiger geistlichem Hochmuthe unfähig, den aufgestellten Rcchtsstandpunkt zu respectiren, stemmten sie sich trotzig gegen die Gesetzes- mauer, von der sie meinten, daß sie von ihrem Angriffe zusammcnbrechen
Deutschland.
Berlin, 10. März. Der Artikel des „Journal des Debats" über die Petersburger Entrevuc kommt wirklich, wie die Franzosen etwas derb sagen, als Senf nach dem Diner etwas sehr spät, wobei man einige gegen Deutschland gerichtete unfreundliche Winke, mit welchen sich der Verfasser nicht recht herauswagt, auf sich beruhen lassen kann. Jedenfalls aber ist doch diese Anerkennung Seitens eines französischen Blattes, daß die letzte Kaiser-Begegnung die Allianz der nordischen Mächte im Interesse des Weltfriedens und der Auf- rechthaltung des Besitzstandes im Orient befestigt hat, correcter, offener, wahrheitsliebender als manche Phantasiestücke deutscher Zeitungen. Diese rächen sich jetzt für die Dementis, welche sie von allen Seiten erfahren haben, durch allerlei unwürdige Angriffe gegen die Blätter und deren Mitarbeiter, die jenes Treiben nicht unterstützen wollten. Tie Erfindungen werden dadurch um keine Linie wahrer.
Berlin, 10. März. Die Socialdemokraten in Sachsen sind, wie man
des Staates übergreife. Und vor Allem, die Negierung werde sich in der Ausführung des Gesetzes nicht lau erweisen, sondern demselben mit Energie Achtung verschaffen. Diese Versicherungen verleihen der Montags-Sitzung des Abgeord» netcuhauses die Hauptbedeutung. Erst in zweiter Linie ist herauszuhebcn, daß in derselben Sitzung bei namentlicher Abstimmung die kirchen-politische Vorlage mit 224 gegen 71 Stimmen, also mit mehr denn Dreiviertel-Majorität angenommen wurden.
Das Interesse concentrirt stch nur auf die begonnene Spceial-Discusston des Entwurfes. Die Gefahr liegt hier darin, daß das Haus die in der Generaldebatte angenommene Vorlage im Uebereifer der Art amcndiren werde, daß in dieser Form das Gesetz die kaiserliche Sanction nicht erlangte. Die Angelegenheit bliebe dann bis zu einem noch nicht abzusehenden Zeitpunkte unaus- getragen. Nom aber oder der Papst — dies dem Fürsten Bismarck von dem Ungar Jockai in den Mund gelegte Wort trifft schon zu — ist augenblicklich der ärgste Ruhestörer Europas.
müßte. So erst ward die Legislative durch die Bischöfe selber gedrängt, hinter der ersten Mauer eine zweite und dritte anschließende zu errichten, und jetzt sind die Opponenten eben daran, ihre Trotzköpfe an dem festen einheitlichen Walle zu zerschellen. Auf diesem indirectem Wege sind wir denn nun zu einem harmonischen Abschlüsse der einschläglichen Gesetzgebung gelangt, wie wir es von vornherein gar nicht als Regierungsvorlage fordern durften, da die widerstreitenden Einflüsse, wie sie ja auch bei uns unläugbar gar mächtig walten, so scharfes Vorgehen nicht geduldet, d. h. die Reform der kirchen-politischen Gesetzgebung überhaupt unmöglich gemacht hätten.
Richt , anders stellt sich die Sache jetzt in Oesterreich. Auch dort handelt es sich zunächst um Vorlageii, welche die ausgesprochene Intention des Gesetzgebers mir in beschränktem Maße verwirklichen. Wenn indessen das Gesetz Rechtskraft erlangt, gleicht es jenem weitmaschigen, aber festem Netze, aus welchem das kleine bescheidene Thierchen leicht entschlüpfen mag, während der aufgeblähte Hochmuth sich selber noch schärfer verstrickt, bis er ganz in die Gewalt des Jägers fällt. In den Bischöfen Oesterreichs lebt derselbe Geist, wie in denen des Deutschen Reiches; sind sie doch alle Kinder Roms. Es ist daher mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß die milden Bestimmungen der Ent- v~, .......—, ... .......-........—-------, —u ......-.....- ---
würfe seitens der Hierarchie auf eine Mißachtung stoßen, welche einen Conflict Arbeit errungene Reichstags-Mandat für den Landkreis Leipzig wieder erlaßen unausbleiblich machen und die legislatorische Schärfung der ersten Gefetzesbe- worden ist. Der „Volksstaat" macht seinem Aerger in folgender Sckimpserel stimmungen provociren muß. So ist also Alles in Allem wirklich das praktisch Luft, „Der Umstand, daß sich diesmal die national. liberale Partei, nachdem Bedürftige in den Entwürfen geboten. 'ihr Candidat Birnbaum unmöglich geworden, mit den sog. Forlsckrittlern ver-
Mehr durfte aber auch von der österreichischen Negierung gar nicht ge-schmolz, d. h. ihre Gesinnungslumperei in die dritte Potenz herab, har vor Denn es darf am Ende doch nicht vergessen werden, daß Nom allen Dingen zum Siege des Dr. Heine beigetragen. Das gesammte ^-abrik- ~ . - . - - « - - <■ i protzen- uud Schlotjunkerthum, das Renten- und Großgrundbesitz-^aullenzerthum,
die verknöcherte Bureaukratie, mir einem Worte — das gesammte herrschende Bummlerthum sah sich in seiner Existenz bedroht durch die Wahl eines so entschiedenen Feindes aller Lumperei, wie unser Bracke es ist. Daher das Auf-
Die Kirchen§esctze im österreichischen Abqeord- ro" u"b ncd, mür ber SDZinifterpräribcnt
n selber, Fürst Carlos Auersperg, haben sich darüber am Montag tm österreichischen
nerenyuUse. Abgeordnetenhause auf das Bündigste geäußert; ihre Worte sind schon telegra-
Vor Dem, welcher den Jdealstaat der Zukunft mit Einem Schlage ge- phisch signalisirt und lassen keinen Zweifel daran aufkommen, daß es der Re-
gebot aller Kräfte."
Berlin, 11. März. Eine Zusammenberufung der Bischöfe nach Rom soll in nächster Zeit erfolgen, um über die Mittel zur Erhaltiing der politischen und materiellen Macht der allein seligmachendcn Kirche zu berathen und zu be
fördert werden. L , .
bis zu unseren Tagen gerade an der Donau eine seiner festesten Zwiiigburgen hielt und seine Schildträger in den allereinflußreichsten Kreisen besaß, ja besitzt. Die jetzt zur öffentlichen Berathung gelangten Entwürfe haben das Cabinet des Kaisers Franz Joseph nicht ohne hartnäckigen, wenngleich hinter (für profane Blicke verhangenen) Couliffen ausgefochtenen Kampf verlassen und es bleibt ein außerordentlicher glücklicher Sieg, daß der Widerstand so weit gebrochen werden konnte, als der Inhalt der Regierungsvorlage es zeigt. Ja, noch bis zur letzten Stunde hat man vielfach an dem guten Willen der Wiener Regierung ...., ..........«... ........ ------ ---u , ,, < k ,, r , , c
gezweifelt und gemeint, dieselbe werde den ersten Vorwand benutzen, um sich schließen. Wie wir von informirter Seite Horen, bandelt es sich m Bezug auf von bent roibenviUtg nufgenommenen Kampfe gegen bie Ausschreitungen ber Cie materiellen Machtmittel ber römischen Kirche IN erster Ame um die Ler- Hierarchie z,,rückzuziehen. äußermig sämmtlicher geistlicher unb kirchlicher Guter an Privatpersonen. Aller-
Diese letztgebachte Besorgniß hat sich indessen glücklicher Welse als eitel blngs würbe in dieser Richtuiig schon Manches gethan, inbem bie >rb>schen


