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Gießener Anzeiger
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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen.
Hi». TSI.Freitag den 11. September toi4.
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Bekanntmachung.
Nachdem höchsten Orts angeordnet worden, daß bei jedem Untergerichte wöchentlich wenigstens 2 Amtstage abgehalten werden sollen, sind für das hiesige Stadtgericht als Amtstage die Wochentage Dienstag und Mittwoch festgesetzt worden. Es wird dies mit dem Ansügen zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß die neue Einrichtung mit dem 1. October d. I. in's Leben tritt, daß an diesen Amtstagen die Büreaustuiuen Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr währen und daß wahrend dieser Stunden alle Nechtsuchenden mit ihren Anträgen gehört werden. Gleichzeitig wird aber mich darauf aufmerksam gemacht, daß für die Zukunft alle diejenigen Personen, welche an Nichtamtstagen, ohne geladen zu sein, bei Gericht sich cinfinden, mit ihren Gesuchen zurückgewiesen werden, sofern diese keine besondere Eile haben.
Gießen, nm 9. September 1874.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen.
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hat die Negierung den Ständen einen Gesetzesentwurf vorgelegt, nachstehenden
Inhalts:
niing mit den gesetzlich festgestellten Geldsätzen nach dem Neichsmünzgesetz vor-
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jilin Vorschein kommen, welche schon der auffälligen Zahlen ivegen, aber auch
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y ■ jeber Vrarb Rücksicht auf die Unbequemlichkeit der Anwendung eine Abrundung erheisch
rn'1 m 1 M teil. Es trete dies namentlich bei den Geldsätzen derjenigen Abgaben ein,
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welche mitt''ls des Stempels erhoben würden; auch bei der Umrechnung der in einer Reihe von gesetzlichen Strafbestimmungen vorkommenden Geldsätze er-
gctaucht, welche bei der herannahenden Weinerndte Furcht und Schrecken einjagt. Am 28. August plünderten acht vom Scheitel bis zur Zehe bewaffnete Banditen aus der Straße von Prata Sannita nach Venafro drei Reisende aus, darunter ein Goldschmied, dem sie 2500 Ducaten abnahmen. Diese Bande soll vorzugsweise aus Verbrechern bestehen, die aus dem Bagno von Orbetello entkommen sind. Eine andere Bande von 15 bis 20 Mann ist auf dem Berge von San Venditto zwischen Pescolanclano und Carpinone gesehen worden und raubte am 25. August mehrere Personen aus, die vom Markte in Civitanova kamen.
gäben sich Beträge, deren Abrundung der bequemeren Handhabung wegen sehr wünschenswerth sei. In Beziehung auf alle die einzelnen Gesetze, in welchen solche abzurundende Geldsätze vorkämen, besondere Nachtragsgesetze zu erlassen, würde ein zu weitläufiges Verfahren sein, es sei daher das vorliegende Gesetz proponirt, welches bezwecke, für die Regierung, soweit nöthig, die ständische Ermächtigung zu erhalten, bei den Umrechnungen eine mäßige Abrundung ein treten zu lassen. Dieselbe könne sich nach dem Entwürfe nur auf einen Zusatz von höchstens 9 Reichspfennigen (3 Kr.) belaufen, welche aber da, wo schon eine Abrundung auf Pfennigbeträge mit der Endzahl 5 genügend scheine, aus einen Zuschlag von höchstens 4 Pfennigen beschränkt bleiben. Bei geringeren Abgabebeträgen bis zu 3 Kr., wie solche insbesondere in dem Gesetze das Brückengeld 2c. bei Mainz betr., vorkämen, würde eine selbst sehr mäßige Abrundung verhältnißmäßig schon sehr empfindlich sein, und es solle daher nach Absatz 2 des Entwurfs bei Geldsätzen von 3 Kr. und weniger von Zuschlägen zum Zwecke der Abrundung abgesehen werden. Ebenso solle am Ausschläge der directen Steuern in keiner Weise etwas geändert werden.
(N. Frkftr. Pr.)
Darmstadt, 9. September. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben unter dem 25. v. Mts. Allergnädigst geruht, an Stelle des zum Pro- vinzialdirector der Provinzialdirection Rheinhessen ernannten Großherzoglichen Geheimeraths Dr. Goldmann, den nunmehrigen Provinzialdireckor der Pro- jvinzialdirection Starkenburg, Friedrich Küchler, zum Präsidenten der Central- |(leUc für die Landwirthschaft und der landwirthschaftlichen Vereine und in Verbindung damit zum Präsidenten des landwirthschaftlichen Vereins der Provinz Starkenburg zu ernennen.
Atainz, 9. September. Heute Morgen 11 Uhr kam die deutsche Kaiserin mit kleinem Gefolge von Wilhelmsthal (Thüringen) hier an. Unter Fühlung des Geheimerath Deninger verweilte sie eine Stunde lang in der Ausstellung, begleitet vom Gouverneur von Boyen. Die Kaiserin sprach ihre höchste Zufriedenheit über Alles aus. Hierauf nahm sie das Frühstück im Gouvernements-Gebäude ein und reiste nach Baden-Baden weiter.
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Jtafien.
Rom, 7. September. Die „Unitä Nazionale" von Neapel klagt über geringe Sicherheit in den Abruzzen. Bei Jsernia ist eine Räuberbande auf-
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England.
London, 7. September. Anknüpfend an die Feier des Tages von Sedan und den bekannten Brief des Bischofs von Mainz läßt sich die „Times" über das Gebühren der deutschen Ultramcntanen in sehr bestimmtem Tone vernehmen. „Es hätte kaiim", sagt das leitende Blatt unter Anderem, „eine
Desterreich.
Prag, 8. September. Kaiser Franz Joseph ist heute Morgen von hier nach Brandeis abgereist, um mit dem dort eingetroffeuen^Könige von Sachsen den Mauövern beizuwohnen.
Frankreich.
Paris, 7. September. In Caen ist eine Finanz-Unterschlagung entdeckt worden, die für den localen Handel von den traurigsten Folgen (ein kann und die Verhaftung des Direclors des Disconto-Comptoirs nach sich zog. Schon seit mehreren Tagen wurde er in seiner Anstalt genau überwacht, während man sich mit der Untersuchung seiner Bücher beschäftigte. Das Deficit soll ein ungeheures sein. Das Actionscapital von zwei Millionen mit den Reserven, die sich auf ungefähr 800,000 Francs belaufen, sollen ganz verloren sein.
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tischerseits die Mahnung, die einheitliche vertrauensvolle Festtagsstimmung in ä z- ^e Tage der gemeinsamen Arbeit hinübcrzunehmen und das Bewußtsein tiefer
Darmstadt, 9. September. Zur Einführung der Reichsmarkwährung nationaler Uebereinftininning nicht durch Meinungsverschiedenheiten über die
7 ......... .....~c Mittel und Wege stören zu lassen. Auch bei dem weiteren Gange der politi-
„Bei der Umrechnung, die zufolge Einführung der Reichsmarkrech- scheu Entwickelung und der davon unzertrennlichen Kämpfe müsse man der Kund-
o. < gebungen am Sedan-Tage bewußt bleiben und daraus ein festes gegenseitiges
zunehmen ist, können Pfennigbeträge, welche nicht Vielfache ter Zahl zehn find, Vertrauen gründen, wodurch am sichersten auch anscheinend vorhandene Gegen-
bis höchstens zu dem nächst höherem Vielfachen von zehn abgerundet werden, (ätze überwunden und die gemeinsamen Aufgaben für das Vaterland erfüllt
Aus die in § 1 des Finanzgesetzes vom 30. November 1873 ausgedrückten werden.
Geldsatze, sowie auf Geldbeträge von 3 Kr. uud weniger findet die vorsieheude! Meiningen, 9. September. Nach osficieller Mittheilung sind 200 Bestimmung keine Anwendung." Die Motive dazu besagen, es fei jetzt erfor-jHäuser abgebrannt, in welchen sich nach der Volkszählung von 1871 537 derlich, die in einer Anzahl von Gesetzen und Verordnungen enthaltenen Geld-,Haushaltungen mit 2394 Köpfen befanden. Am nöthigsten sind Wäsche jätze auf Grund der Vorschriften im $ 2 des Art. 14 des Reichsmüuzgesetzes'und Geld, vom 9. Juli v. I. umzurechueu. Hierbei würden zum Theil Pfennigbelräge'
schreiendere oder widerwärtigere Kundgebung der Feindschaft des Ultramonta- nismus gegen die nationale Strömung in Deutschland gemacht werden können, und die natürliche Folge war, daß in ganz Deutschland eine begeisterte Entschlossenheit geweckt wurde, die Oberherrschaft der nationalen Jntereffen geltend zu machen und die Anhänglichkeit des ganzen Volkes für die Lache, welche bei Sedan gesiegt hatte, zum Ausdruck zu bringen. Wenn Bischof Ketteler uud seine Gesiuuungsgenosfen diese Sache als den Triumph der freisinnigen Ideen über katholische Grundsätze an ff aff en wollen, so steht ihnen das frei. Daun
Berlin, 9. September. Die „Prov.-Corresp." bespricht nochmals die aber trennen sie sich unwiderruflich von dem Herzen, dem Geiste und dem ^Sedan-Feier, reprodncirt mehrere Stellen aus den Festreden des sächsischen Leben Deutschlands. Wenn wir nicht irren, ist Bischof Ketteler derselbe Prä- - BÄultusmiuisters v. Gerber und des Kriegsministers v. Fabrice, weist auf den lat, der vor nicht langer Zeit den Fürsten Bismarck herausforderte, bestimmte eif^gpatriotischeu Geist hin, der mit gleicher Entschiedenheit und Kraft auch in Beweise dafür beizubringeu, daß der katholische^Clerus und die Bischöfe im letzten - ^Mschdeutschland hervorgetreten ist und hebt hervor: „Je größer die Genug-j Kriege Sympathieeu für Frankreich gehegt hätten. Die Anklage von damals thuung über diese Wahrnehmungen ist, desto ernstere Beachtung verdiene patrio-> beruhte ohne Zweifel mehr auf Schlüssen als auf offenen Handlungen, allein
Berlin, 9. September. Die Zeitungs-Nachricht, es sei eine Verstär- ^ehrer^kung des in den spanischen Gewässern kreuzenden deutschen Geschwaders be- X -tollt r , wird von unterrichteter Seite als unbegründet erklärt. Bisher ist
dk ÄMrüber nichts beschloffen.
U, Steintveg 3, ml$e, ließen._______________
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