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Gießener Anzeiger

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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen

Nr los

Montag den 11. Mai

politischer Theis.

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gericht Langen, Georg Best, in Anerkennung seiner fünfzigjährigen mit Eifer

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7. Namensveränderung. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller-

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und Treue geleisteten Dienste die goldene Perdicnst - Medaille des Lndewigs- Ordens und am 4. April dem früheren Ortseinnehmer zu Rendel, Ludwig Walter, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste" zu verleihen.

6. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. Se. König!. Hoheit ter Großherzog haben allergnädigst geruht: am 12. April dem Daniel Heim in Offenbach die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen

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Osteiden zu gestatten, daß dieselben künftig statt des bisherigen den Familien­namen Arnold führen.

8. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller­gnädigst geruht: am 15. April dem Schulamtsaspiranten Philipp Orth aus Pfaffeu-Schwabenheim die kath. Schulstelle zu Groß-Umstadt und am 17. April dem Schlilamtsaspirauten Conrad Bormuth aus Schönberg die zweite evang. Schulstelle zu Hühnlein zu übertragen; am 18. April den Rittmeister a. D., Grafen Ferdinand zu Isenburg - Phllippseich, zum Rittmeister ä la suite der Kavallerie zu ernennen; und am 21. April den Bahnmeister der Bahnmeisterei Langen der Main-Neckar-Eisenbahn, August Dittmar, zum Secretär bei dem Betriebs-Jnspector dieser Eisenbahn und den Kreisbauaufseher-Aspiranten Theo­dor Petri aus Darmstadt zum Bahnmeister der Bahnmeisterei Langen zu ernennen.

9. Versetzung in den Ruhestand.

10. Abschiedsertheilung. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller­gnädigst geruht: am 24. April dem Rittmeister ä la suite der Kavallerie, Frei- herru vou Schauroth, den Abschied als Osftcier ä la suite, auf sein Nach- - suchen, zu ertheilen.

löschen, sie glimmen vielmehr unter der Asche fort. Wenn es irgend einer französischen Negierung von den Parteien im Lande gestattet ist, den Zeitpunkt für den Nevanchekrilg zu wählen, dann wird dieser Krieg um so furchtbarer sein, abgesehen davon, wie viele Jahre Deutschland durch den bewaffneten Frie­den Elsaß-Lothringen veriheidigt hat.

Auf den ersten Blick könnte es scheinen, als ob die bezüglichen Debatten im englischen Hause der Lords einen allarmirenden Charakter trügen. Das Haus sowohl als die Negierung glauben an eine neue Auflage des deutsch­französischen Krieges. Neu ist dieser Glaube jedenfalls für Niemand, der sich nur einigermaßen mit Politik abgiebt. Die wohlgemeinte Reserve, welche Lord Derby sich selbst auserlegt, mag gerade Vielen allarmirend erscheinen, doch sie war nur durch staatsmännische Courtoisie geboten. Die Discussion im engli­schen Oberhause wird weder an den deutschen noch an den französischen Rüstun­gen etwas beschleunigen, noch etwas verzögern. Jedenfalls aber hat die ver­suchte Thiilnahme des Oberhauses an der auswärtigen Politik wiederum den Peweis giliefert, daß Dlaubücher und Staatsmänner zugeknöpft sind.

gen,aufrichtigen" Blaubuch zu machen, dann hat er eine bittere Täuschung erfahren. Lord Derby kann aus Rücksicht auf andere Negierungen die ge­wünschte Correspoudenz nicht vorlegen, will aber andere Schriftstücke, die ohne

Aus dem englischen Oberhause.

Im englischen Hause der Lords ist vor einigen Tagen hohe auswärtige Politik getrieben worden. Lord Nussel verlangte die Vorlegung der diplomati­schen Correspondeuz über Verhandlungen der Continentalmächte zur Aufrecht­erhaltung des europäischen Friedens. Selbstverständlich sind in erster Linie Deutschland und Frankreich als diejenigen Mächte m's Auge gefaßt, von denen am ehesten eine Störung des europäischen Friedens zu befürchten ist. Wir wollen nicht von der Erbfeindschaft der Deutschen und Franzosen, auch nicht von dem Nivalenthum der beiden großen Nationen sprechen, aber Lord Ruffel hat zwei Behauptungen ausgesprochen, welche kaum angezweifelt werden kön­nen. In Frankreich gilt die von Deutschland vollzogene Annectirung Elsaß- Lothringens als eine Spoliirung des französischen Gebiets, für welche die Nation Revanche nehmen will. Deutschland dagegen erblickt in der Ein­verleibung Elsaß-Lothringens nur eine Zurückeroberung gestohlenen Gebietes, daß unter allen Umständen also auch mit Waffengew alt behauptet wer den muß. Der Keim zu einer neuen Auflage des deutsch-französischen Krieges ist zweifellos vorhanden. Wie wird England sich verhalten, wenn die Befürch­tung einer Störung des europäischen Friedens wirklich einmal recht nahe liegt!

Das ist der langen Rede kurzer Sinn, mit welcher Lord Russe! dem Leiter der auswärtigen Politik Englands, dem Lord Derby, diplomatische Ent- hüllnngen ablocken wollte. Der interpellireude Lord gestaltet sich zugleich, der Diplomatie einige Dircction zu geben; der Einfluß Englands im europäischen Rathe ist so groß, daß es in seiner Macht steht, den europäischen Frieden aufrecht zu erhalten und deshalb hofft Lord Ruffel, daß die englische Regie­rung alle verfügbaren Mittel zur Erhaltung des Friedes anwendeil wird.

Was den für die Großmacht Englands in Anspruch genommenen euro­päischen Einfluß betrifft, so werden wohl nur Wenige unbedingt auf Seiten Lord Russel'S stehen. Die auswärtige Politik Englands hat seit der Vernich tung des Londoner Protokolls, betreffend die Elbherzogthümer, leine besondere Erfolge auszuweisen, man würde der Wahrheit viel näher kommen, wenn man von einer Reihe Niederlagen spricht. Es liegt auch Grund vor, weshalb das gegenwärtige Tory-Cabinet sich eines größerem Einflusses erfreuen sollte, als frühere Tory- und Whig-Cabinette. In verzeihlicher Weise überschätzt der edle Lord den europäischen Einfluß der Regierung Ihrer Majestät. Damit soll natürlich nicht gesagt sein, daß die Stimme Old Englands im Vereine mit anderen gewichtigen Stimmen nicht in's Gewicht fiele. In Bezug auf Erhal­tung des europäischen Friedens gilt vorzugsweise dasEinigkeit macht stark."

Wenn Lord Russe! mit seinem Antrag auf Vorlegung der bezüglichen diplomatischen Correspondeuz auf Erfolg gerechnet, wenn er gehofft hat, durch dieselben den Leiter der auswärtigen Politik Großbitanniens zu einem lebcndi-

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Darmstadt, 6. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 24 enthält:

1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Uebergangsabgabe von Bier betreffend.

2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ober - Consistoriums, die Ergeb­nisse der Verwalrung der allgemeinen geistlichen Wittwenkasse vom Jahr 1872 betreffend.

3. Bekanntmachung Großherzoglicher Brandversicherungs-Commission, die Aufbringung des Bedürfnisses der Großherzoglichen Landes-Brandversicherungs- Anstalt für 1873 betreffend.

4. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Mainz, die Umlagen für die Stadt Mainz pro 1874 betreffend.

5. Ordensverleihungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller­gnädigst geruht: am 13. März dem Ortseinnehmer zu Groß-Gerau, Heinrich Koch, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für langjährige treue Dienste", am 27. März dem Schullehrer an der zweiten evang. Schule zu Bechtheim, Christoph Goll, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: Für fünfzigjährige treue Dienste", am 1. April dem Kanzlei-Juspector bei der Ober-Bau Direktion, Johannes Nicolaus Töpfer, in Rücksicht auf seine fünf­zigjährigen mit Eifer und Treue geleisteten Dienste das Ritterkreuz 2. Classe des Philipps Ordeus, an demselben Tage den Polizeisoldaten bei der Polizei-

Verwaltung der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt, Christian Arheilger und Conrad Formhals, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:Für fünf- Unbequemlichkeit dem Hause mitgetheilt werden können, demselben gern zugehen zigjährige treue Dienste", am 2. April dem Landgerichtsdiencr bei dem Land­lassen. Diese Erklärung Lord Derby's ist gewiß correct und sowohl gegen ^,inApn >" fpinpr fimhmMhrmpn mit fäifpr

auswärtigen Regierungen, als auch gegen das Oberhaus verbindlich. Wir! können an dieser Stelle nicht Unterlasten, darauf hinzuweisen, auf wie schwachen! Füßen selbst in England, dem Lande des ausgebildeten Parlamentarismus, die! Controle der gesetzgebenden Factoren auf die auswärtige Politik der Regierung" steht. Die Antwort ist bezeichnend genug: Was Ihr wissen wollt, könnt Ihr! nicht erfahren, dagegen steht Euch bte Leclüre anderer Schriftstücke frei.

Die ganze Antwort Lord Derby's trägt die Signatur, daß der Leiter der auswärtigen Politik zugeknöpft sein muß. Es ist schwierig, meint der Lord, der ihm von Sr. Majestät dem Kaiser von Rußland verliehenen großen golde- in allgemeinen Ausdrücken und Wendungen einen so wichtigen Gegenstand zu neu Ordensmedaille am St. Annenbande zu ertheilen.

erörtern, allein seine Stellung erfordert, daß er nur in allgemeinen Ausdrücken 7. Namensveränderung. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller-- unter großer Reserve Antwort geben kann. Das ist wenigstens ehrlich, vielleicht gnädigst gernht: am 31. März der Margarethe und Luise Rothermel von Ober- hätte er noch hinzufügen können: Wundert Euch nicht, wenn Ihr nach meiner Rede ebenso klug seid als vorher.

Die Machtfrage Englands bleibt in der Erwiderung Lord Derby's fast unerörtert. Natürlich wird England bei drohender Kriegsgefahr Alles anfbie- ten, um den Ausbruch des Krieges noch zu verhindern doch darf England in keinen Streit verwickelt werden. Es ist das dieselbe politische Richtung, welcher England seit zehn Jahren, gleichviel unter welcher Regierung, immer treu geblieben ist. Im Uebrigen glaubt Lord Derby nicht an einen nahe bevor­stehenden Revanchekrieg zwischen Deutschland und Frankreich, er hält es aber für unehrenhaft, zu läugnen, daß in den gegenwärtige.i Erscheinungen einiger Grund, zu Mißverständen und Besorgniffen gefunden werden kann. Je länger aber überhaupt Feindseligkeiten ausbleiben, desto geringer wird die Gefahr, denn im Laufe der Zeit muffen sich die Leidenschaften mehr und mehr abkühlen. Im Allgemeinen kann jeder calmirende Politiker diese von Lord Derby unter Reserve gegebenen Erklärungen auch unter Reserve unterschreiben, nur möchten wir gerade in Anbetracht der Beziehungen Deutschlands zu Frankreich uns da­gegen erklären, daß ein längerer Aufschub die Kriegsgefahr überhaupt vermin­dert ; die chauvinistischen Leidenschaften in Frankreich werden sobald nicht er-

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